Tanguy - Der Nesthocker (2001)

Originaltitel: Tanguy
Tanguy - Der Nesthocker Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tanguy - Der Nesthocker: Schwarze Komödie, in der die hochgehaltenen Familienwerte eine verschmitzte Breitseite abbekommen.

Tanguy ist ein rechter Kotzbrocken hinter der Fassade des weltgewandt-freundlichen Menschen. Während Freundin oder Eine-Nacht-Liebschaften abhauen können, haben seine Eltern einen schwereren Stand: Denn der 29-Jährige denkt gar nicht daran, von zu Hause aus zu ziehen zu räumen – bis Mama und Papa dem missratenen Filius den Krieg erklären.

Im Hotel Mama lebt’s sich am besten. Das weiß auch der opportunistische 28-jährige Student Tanguy, dessen einzige Sorge dem eigenen Wohl gilt. Dafür trampelt er ungeniert auf den Gefühlen der Freundin, seiner wechselnden Bettgefährtinnen und nicht zuletzt seiner Eltern herum. Doch die haben schon lange die Nase davon voll, dem stets genüsslich zu Hause hockenden Filius zu Diensten zu sein. Damit der Egozentriker aber kapiert, dass er im Haus zur persona non grata erklärt wurde, müssen Mama und Papa schwere Geschütze auffahren…

Dem opportunistischen 28-jährigen Studenten Tanguy kommt es überhaupt nicht in den Sinn, das traute Heim von Mama und Papa zu verlassen. Deshalb beschließen seine genervten Eltern, schwerere Geschütze aufzufahren. Bissige Komödie von Etienne Chatiliez, in der Sabine Azéma und André Dussollier mit Genuss in der Boshaftigkeit schwelgen.

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Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein echter Chatiliez! Sechs Jahre, nachdem er Prüderie und gutbürgerliche Heuchelei mit “Das Glück liegt in der Wiese” satirisch auf die Hörner nahm, hält Etienne Chatiliez, der Regisseur von “Tante Danielle”, erneut eine verschmitzte Breitseite gegen allzu bemühte politische Korrektheit bereit. Obwohl die schwarze Komödie über ein Elternpaar, das es nicht länger ertragen kann, dass der 28-jährige Sohn immer noch in der elterlichen Wohnung haust, nicht ganz den Biss und gnadenlosen Fokus der Vorgänger besitzt, ist die Frontalattacke auf spießige Scheinheiligkeit Balsam auf den Seelen derer, die nicht länger unreflektiert das Hohelied auf die Unantastbarkeit des bürgerlichen Familienlebens singen wollen.

    Tanguy ist ein rechter Kotzbrocken, auch wenn das erst auf dem zweiten Blick augenfällig wird: Zunächst wirkt der Japan- und China-Student nämlich weltgewandt, freundlich, aufgeschlossen. Schnell lässt Chatiliez den Zuschauer dann allerdings entdecken, dass sich hinter Tanguys schleimiger Unverbindlichkeit ein gnadenloser Egozentriker versteckt, für den nur der eigene Vorteil zählt. Darunter haben alle Mitmenschen zu leiden. Doch während die Freundin oder Eine-Nacht-Liebschaften mühelos Distanz gewinnen können, haben die Eltern dieses Mensch gewordenen Parasiten einen schwereren Stand, zumal der gar nicht daran denkt, sein Domizil in der elterlichen Wohnung zu räumen – bis Mama und Papa ihrem Filius den Krieg erklären. Mit gewohnter Präzision lässt Chatiliez die Auseinandersetzung eskalieren und hat – wie könnte es anders sein? – gerade an den niederträchtigsten Bosheiten seine größte Freude. Nach “Das Glück liegt in der Wiese” bekleidet erneut die wunderbare Sabine Azéma die weibliche Hauptrolle, diesmal jedoch nicht als bornierte Zicke, sondern als bemitleidenswerte Mittvierzigerin mit psychosomatischen körperlichen Reaktionen auf ihr eigen Fleisch und Blut, für die der Guerillakampf gegen den Filius zum befreienden Akt wird. Ihr zur Seite stehen André Dussollier als leidgeprüfter Vater am Ende seiner Nerven und Eric Berger als sehr clever ambivalent angelegte Titelfigur: Gerade weil das Mamasöhnchen sich seiner Unausstehlichkeit nicht bewusst ist und sich selbst eigentlich für einen ganz lockeren, umgänglichen Typen hält, ist das Duell, das nach etlichen Aufs und Abs schließlich vor dem Richter seinen Höhepunkt erlebt, so reizvoll: Chatiliez’ Sympathien sind klar verteilt, aber es bereitet ihm eine Heidenfreude, dem Zuschauer ein schlechtes Gewissen einzujagen, wenn er sie mit ihm teilt. Dass “Tanguy” trotz all seiner Vorzüge nicht ganz an die Vorgänger Chatiliez’ heranreicht, mag daran liegen, dass ihm erstmals nicht Florence Quentin als Drehbuchautorin zur Seite stand: Gerade im Mittelteil hätte diesem Spaß, der durchaus in der Tradition doppelbödiger Frankokomödien wie “Doktor Popaul” steht, mehr dramatischen Zug oder wenigstens eine geradlinigere Entwicklung gut zu Gesicht gestanden, zumal er visuell allzu beliebig gestaltet ist. Natürlich lässt sich nicht von der Hand zu weisen, dass Etienne Chatiliez’ Filme dem Genregros auch dann noch haushoch überlegen sind, wenn sie nicht ganz perfekt sind: Die Lust des Regisseurs, den Finger in Wunden zu legen und gegen den Strom zu schwimmen, lässt seinen Film in Zeiten pubertärer Klamotten mit platten Hauruck-Pointen zum überlegen schimmernden Juwel werden. ts.

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