Syriana (2005)

Syriana Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 4.5
Kritikerwertung (1)
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Filmhandlung und Hintergrund

Syriana: George Clooney in einem politischen Thriller nach den Memoiren des CIA-Agenten Robert Baer.

Der reformfreudige arabische Prinz Nasir (Alexander Siddig) vergibt die Rechte zur Ölförderung und -produktion in seinem Heimatland lieber an die meistbietenden Chinesen und nicht an Connex, die Firma des smarten US-Geschäftsmannes Pope (Chris Cooper). Daraufhin schickt die CIA mit Bob Barnes (George Clooney) ihren besten und vielleicht auch verrücktesten Mann, um das Problem zur Not auf handfeste Art aus der Welt zu schaffen. Doch die Verhältnisse vor Ort sind komplizierter als erwartet.

Matt Damon

CIA-Agent Bob Barnes schaltet als Spezialist im Mittleren Osten im Auftrag der US-Regierung unerwünschte Subjekte aus. Im Mittelpunkt seines Schaffens steht unter anderem der Ölkonzern Connex, der seine Bohrrechte im fiktiven arabischen Emirat des Prinzen Nasir an höher bietende Chinesen verloren hat. Einer von Barnes’ Aufträgen lautet, Nasir auszuschalten, der aufgrund seiner reformistischen Ansichten nicht mit der US-Regierung konform geht.

Eine Stinger-Rakete ist in Teheran in falsche Hände geraten. CIA-Agent Barnes macht Meldung, wird aber vom Fall abgezogen. Es gibt Wichtigeres zu tun. Etwa die Beseitigung des reformwilligen Öl-Prinzen Nasir, der die Bohrrechte seines Landes nicht mehr an den US-Energie-Giganten Connex abgeben möchte. Dessen Chefs sähen lieber Nasirs willfährigen Bruder als Regenten des Emirats. Und da sind noch zwei jüngst entlassene Öl(gast)arbeiter, die vor ihrer Zwangsausweisung noch ein Attentat auf eine Raffinerie planen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das wahrlich Unverschämte in Stephen Gaghans "Syriana" ist, wie gut letztlich die islamischen Attentäter davon kommen. Denn nach zwei Stunden, in denen die machiavellistischen Mechanismen und Verstrickungen von Geheimdiensten, US-Anwalts- und Ölfirmen, von Märkten, Herrscherhäusern, Politik, Kommerz und Terrorismus in großer Fülle vorgeführt worden ist, ist man geneigt, den Radikalismus, zumindest aber seine Verführungen und Verführbarkeit nachzuvollziehen. Gier, blanke Eigeninteressen und ihr Mittel, die Korruption, sind das einzige, was den Westen und seine Verbündeten am Golf umtreibt. Das Öl ist die Macht und die Zukunft. Faire Regeln oder Pardon kann man sich da nicht leisten.

    Es sind denn auch die Guten, die allesamt bezahlen während: George Clooney, der für die CIA die schmutzige Arbeit in Teheran und Beirut erledigt, schrecklich gefoltert und schließlich von den eigenen Leuten abserviert wird. Matt Damon als Finanzanalyst, der nach dem Tod seines Kindes zum Berater des Reformprinzen Nasir (Alexander Siddig) avanciert und seine Ehe ruiniert. Der Anwalt Bennett Holiday (Jeffrey Wright), der sich am Deal um staatliche Kontrolle und symbolische Politik die Hände schmutzig macht. Sie und andere sind die Opfer; das Böse triumphiert. Das ist mitunter bemüht hart und pessimistisch. Kommt aber der Wahrheit näher, als uns wiederum lieb sein kann.

    Der Zuschauer wird denn auch nicht überrascht sein von den ganzen Mauscheleien. Wohl aber von der Fülle der Aspekte, die Gaghan in „Syriana“ zu packen versteht. Mit das Bewundernswerteste ist – neben Clooney Schauspielkunst, die ihm hier eine Oscar-Nominierung eingebracht hat – der Balanceakt zwischen Aufklärung, der Darstellung ökonomischer und machtpolitischer Gegebenheiten und ihre Umsetzung in eine Dramaturgie, aus der man einen Spielfilm machen kann. Der Begriff „Politthriller“ greift da schon viel zu kurz.

    Dass Gaghan sein Handwerk dahingehend versteht, bewies er bereits mit seinem Drehbuch für "Traffic". Für das Aufdröseln des süd-nordamerikanischen Drogenhandels, der Produktion und Verbreitung wie auch der Bekämpfung wurde Gaghan mit dem Oscar für das Beste Drehbuch ausgezeichnet. Die Produzenten von „Syriana“, „Traffic“-Regisseur Steven Soderbergh und Clooney haben Gaghan diesmal auch gleich die Regie anvertraut. Und sie taten gut daran.

    Auch wenn es wirklich das intelligente und fordernde Skript ist, dass das Rückgrad des Films darstellt, ist es doch die Riege (zu Recht) namenhafter Schauspieler auch in den Nebenrollen (Christopher Plummer, Chris Cooper, William Hurt), Alexandre Desplats Musik und Robert Elswits famose Kamera, die ein überzeugendes Ganzes aus „Syriana“ machen. Ein Jahr hat Gaghan recherchiert (auf Basis eines Sachbuchs des ehemaligen CIA-Beamten Robert Baer), gedreht wurde nicht nur in L.A, New York und London, sondern auch in Kairo, Bahrain, Dubai, Damaskus und Kuwait. Und es spricht für die künstlerische wie gedankliche Qualität, dass der Film gar nicht in Versuchung kommt, mit seinen Schauwerten zu protzen.

    Wo „Syriana“ (der Titel bezeichnet einen Terminus von US-Planspielen für den begehrten Öl-Einflussbereich zwischen Syrien und dem Iran) denn auch schwächelt, tut er es auf höchstem Niveau. Dass die Figuren nicht so tiefe Charaktere abgeben wie noch in „Traffic“ liegt u.a. am Umstand, dass Öl als treibende Kraft abstrakter und weniger tragisch daherkommt als das konkrete Kokain. Dass viele der Informationen mühsam über die Dialoge vermittelt werden müssen. Dass der eine oder andere Aspekt gegenüber (den unzähligen!) anderen zu kurz kommt. Oder dass einzelne Krisen auf allen Ebenen erdacht werden müssen, über deren Zuspitzung und Auflösung die Handlung vorantreibt – all dies sind die notwendigen Übel, um ein solch verworrenes Thema dingfest zu machen. Gaghan hat das mit Bravour gemeistert.

    Fazit: Regisseur Stephen Gaghan legt mit "Syriana" ein intellektuell und ästhetisch höchst gelungenes Werk vor, dessen Schwächen angesichts der Komplexität und Weitläufigkeit seines Themas wenig Gewicht haben.
  • “Macht globaler Ölkonzerne” könnte der aussagekräftige Untertitel für den komplexen Politthriller von Stephen Gaghan lauten. In seiner zweiten Regiearbeit durchleuchtet der Oscar-Gewinner (für das Drehbuch zu “Traffic – Macht der Kartelle”) detailgenau politische und ökonomische Machenschaften rund um das schwarze Gold, die durch persönliche Schicksale verknüpft werden. Ein anspruchsvolles Unterfangen, das vom Zuschauer Mitdenken erwartet und zum Nachdenken anregt.

    Hollywood zeigt sich in letzter Zeit wieder verstärkt politisch interessiert, wie Filme wie “Lord of War” oder “Jarhead” eindrucksvoll belegen. In eine ähnliche Sparte fällt “Syriana”, der auf dem Tatsachenroman “See No Evil” des ehemaligen CIA-Agenten Robert Baer beruht. Entsprechend ist eine der Hauptpersonen CIA-Agent Bob Barnes (souverän: George Clooney mit Bart und 15-Kilogramm-extra-Bauch). Als Spezialist im Mittleren Osten schaltet er im Auftrag der US-Regierung unerwünschte Subjekte aus. Wie im Prolog bei einem Waffendeal im Teheran, wobei ihm ein Raketenwerfer abhanden kommt. Dieser taucht gegen Ende des Films mit katastrophalem Ergebnis wieder auf, was nur einer von mehreren gewobenen Storysträngen ist, die schließlich wie in einem Perserteppich zu einem eleganten Muster vereint werden. Weitere Mitspieler dieser internationalen Intrige umfassen Chris Cooper als Vorstand des Ölkonzerns Connex, den brillanten Washingtoner Anwalt Bennett Holiday (Jeffrey Wright), den Genfer Energieanalysten Bryan Woodward (ein famos fokusierter Matt Damon), der zum Berater des progressiven arabischen Prinzen Nasir (Alexander Siddig) wird, und den entlassenen pakistanischen Ölfeldarbeiter Wasim (Mazhar Munir), der von einer radikalen moslemischen Gruppe umworben wird. Miteinander verbunden sind sie durch den Konzern Connex, der seine Bohrrechte im fiktiven arabischen Emirat von Prinz Nasirs Vater an höher bietende Chinesen verloren hat. Allerdings plant man, mit der kleineren, aber mysteriösen Firma Killen zu verschmelzen. Um diesen fragwürdigen Merger durchzuboxen, wird Holiday engagiert, der Korruptionsvorwürfe aufdecken soll und sich unter der Hand mit den Justizbehörden arrangiert. Ebenfalls verdeckt ist Barnes’ Auftrag Nasir auszuschalten, der aufgrund seiner reformistischen Ansichten nicht mit der US-Regierung (und den Drahtziehern im Hintergrund) konform geht. Extreme Mittel nutzt auch Wasim, um sich gegen die ausländischen Unterdrücker aufzulehnen. Doch letztlich ändert sich trotz Menschenopfer und Positionsverlusten an den alt eingesessenen Strukturen der Macht wenig.

    Gaghan gestaltet die Inszenierung seines komplizierten Skripts, das rapide im Zickzack-Verfahren zwischen Protagonisten und Locations wechselt, vorrangig mit kühlem Kopf. Die Story erweist sich als ergiebige Informationsquelle voller vertrackter Hintergründe und Zusammenhänge, gerne hätte man dabei vielleicht noch etwas mehr über die einzelnen Figuren erfahren. So werden die emotionalen Aspekte zumeist nur kurz, dafür aber tiefgreifend angeschnitten. Besonderes Augenmerk gilt dabei vier Vater-Sohn-Beziehungen, die mit tragischen Umständen verbunden sind. Im Gegensatz zum hier als ausführender Produzent fungierenden Steven Soderbergh, der für sein ähnlich strukturiertes Epos “Traffic” visuell stilvoll experimentierte, setzt Gaghan auf einen schnörkellosen Look. Zurückhaltung ist auch beim Soundtrack geboten, der nur vereinzelt an das hypnotisch-akustische Ambiente der Drogensaga erinnert. Insgesamt wird der ambitionierte Politthriller um das Mosaik der Macht wohl nur bedingt die Gunst des Mainstream-Publikums gewinnen, doch wer auf der Suche nach intelligenter Unterhaltung ist, wird hier bestens bedient. ara.

Darsteller und Crew

News und Stories

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