Sunshine (2007)

Sunshine Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Sunshine: Dystopische Science-Fiction vom "28 Days Later"-Team, in dem eine achtköpfige Weltraummission die letzte Hoffnung der Menschheit ist, die sterbende Sonne zu retten.

In 50 Jahren beginnt die Sonne zu erlöschen. Die Erde wird eine Eiswüste. Letzte Hoffnung bildet die achtköpfige Rettungsmission “Icarus II”. An Bord sind die Astronauten Capa (Cillian Murphy) und Mace (Chris Evans), die mit einer Nuklearwaffe die Kernfusion der Sonne wieder zünden sollen. Als der Sonnenwind den Funkverkehr zur Erde lahm legt, beendet ein folgenschwerer Fehler um Haaresbreite das Leben der Besatzung vorzeitig. Der Überlebenskampf geht weiter, als sie die seit sieben Jahren verschollene erste Mission entdecken.

Kurz nach “Children of Men” erreicht ein weiterer origineller Science-Fiction-Stoff das Kino. Danny Boyle (“28 Days Later”) schwelgt in seiner technisch versierten Dystopie in faszinierenden Effekten und einer spannenden, immer schreckenerregenderen Vision.

In 50 Jahren beginnt die Sonne abzusterben – mit ihrem Ende ist auch das Schicksal der Menschheit besiegelt. Die letzte Hoffnung ist eine achtköpfige Weltallmission, die eine Vorrichtung an Bord ihres Raumschiffs haben, mit der die Sonne wieder belebt werden kann. Aber die Reise steht unter keinem guten Stern. Das Radio fällt aus, ein Unfall und ein folgenschwerer Fehler erschweren den Trip. Und schließlich erhalten die Astronauten einen Hilferuf einer sieben Jahre zuvor gestarteten Mission, die als verloren galt. Ein Kampf ums Überleben beginnt.

Während sich die Leute heutzutage immer mehr Gedanken um die Erwärmung der Erde machen, stehen für die Menschheit in diesem Sci-Fi-Thriller ganz andere Probleme im Vordergrund: In nicht allzu ferner Zukunft steht die Sonne kurz vor dem Kollaps. Die letzte Chance bietet eine achtköpfige Crew, die sich in einem Raumschiff auf die weite Reise macht, in der Hoffnung mit einem Sprengkörper die Sonne zu retten. Auf dem Flug werden sie allerdings mit Problemen konfrontiert, die ihre Vorstellungskraft überschreiten.

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Kritikerrezensionen

  • Icarus, das ist vielleicht ein zu einfacher Name für eine Weltallmission zur Sonne. Ikarus, der der Sage nach ins Meer stürzte, als er mit seinen wachsgeklebten Flügeln der Sonne zu nah kam: Das suggeriert schon gleich zu Anfang, dass die Helden von „Sunshine“ nicht zurückkehren werden.

    Zunächst aber macht das gar nichts aus, denn Danny Boyle nimmt uns mit auf einen Trip ins Innere des Sonnensystems, mit fantastischem Bildern, mit graziösen Bildern, die die Kraft der Sonne spürbar machen: Hell und heiß und so faszinierend, dass die Astronauten der Icarus II direkt high werden, wenn auch nur 3,1 Prozent der tatsächlichen Strahlkraft sie trifft.

    High sein, frei sein, die Menschheit retten: Ideologie und Psychedelik verbindet Danny Boyle mit weitgehender wissenschaftlicher Akkuratesse, wirkliche Science Fiction im Wortsinn, Fiktion von der Wissenschaft: ein Was wäre, wenn. Wenn die Sonne stürbe und immer schwächer würde und eine menschengemachte Wasserstoffbombe von immenser Intensität als eine Art Zündkerze im Inneren des Sterns die alte Kraft wiedererwecken müsste. Die Sonne zu retten, die Welt zu retten: Das ist die Mission, ein erstes Raumschiff, die Icarus I, hat es sieben Jahre zuvor nicht geschafft, jetzt müssen erneut die unendlichen Weiten durchflogen werden, der Sonne entgegen.

    This is major tom to ground control
    I’m stepping through the door
    And I’m floating in a most peculiar way
    And the stars look very different today.
    (David Bowie: Space Oddity)

    Psychedelisches Empfinden bei der Annäherung an das Gestirn mischt Boyle mit Szenen des Missionsalltags, mit kleinen gruppendynamischen Volten – immerhin sind die Raumfahrer seit vielen Monaten eingesperrt im begrenzten Raum in der unendlichen Leere des Weltalls –, und episodenhaft, dennoch aufeinander folgend baut sich etwas auf: keine Handlung im wirklichen Sinn, eher ein Geschehen auf dem Weg zum großen Ziel. Merkur zieht majestätisch vor dem Feuerball der Sonne vorbei; die Icarus I wird geortet; das Sonnensegel ist beschädigt und muss repariert werden; soll an der Icarus I angedockt werden?

    Das sind dramatische Szenen, leichtfüßig aneinander gereiht; und doch so wichtig: Fehler werden gemacht, ein Crewmitglied verliert das Leben bei einem Reparaturauftrag im Weltall, Spannungen bauen sich auf – und immer im Hintergrund die ruhende, gleichgültige Sonne. Doch Danny Boyle und sein Autor Alex Garland verlieren ihre Ruhe, trauen sich selbst und dem Film nicht: Mit dem Andocken an die Icarus I beginnt eine Thrillerhandlung, alles Psychedelische, Verinnerlichende, alles, was das Faszinosum von Sonne und Weltall und elementarer Reise ausmacht, geht verloren. Sabotageakte, Todesfälle, gar ein Wahnsinniger, der umgeht: plötzlich bricht ein Genreplot gewaltsam ein, irgendwo zwischen Horrorthriller á la „Alien“ und Psychodrama á la „Solaris“.

    Jupiter and Saturn,
    Oberon, Miranda and Titania.
    Neptune, Titan,
    Stars can frighten.
    (Pink Floyd: Astronomy Dominé)

    Doch auch diesen Handlungsmomenten traut Boyle nicht: Der zunächst zurückhaltende Einsatz von Subliminalbildern gerät zum visuellen Overkill, mitwillig wird Übersichtlichkeit zerstört, so dass letztendlich leider nicht mehr Verstörung, sondern Verwirrung herrscht. Und halbherzig deutet Boyle Fiebertraum und kollektive Psychose an, wo doch die mörderische Handlung längst schon manifest geworden ist: Ein schwacher Versuch, einen Rückzieher vom Genrewechsel zu machen, wo doch der Fehler schon war, konventionelle Handlung überhaupt zuzulassen.

    „Sunshine“, der Film von einer Sonnenmission, bricht mittendrin seine Mission ab und wendet sich etwas anderem zu; und obwohl er so viele Zitate anführt auf Klassiker des Sci-Fi-Genres kann er sich wegen dieser Wankelmütigkeit nicht einreihen in diese Riege. Er wird vergehen wie Sternenstaub im Sonnenwind.

    We are stardust, we are golden
    We are ten billion year old carbon
    And we got to get ourselves back to the garden.
    (Crosby, Stills, Nash and Young: Woodstock)

    Fazit: Einen faszinierenden Trip zur Sonne bietet der Film zunächst, mit grandiosen Bildern und einer langsam sich entwickelnden Handlung – bis dann plötzlich ein Thrillerplot beginnt, der sich so gar nicht einpassen will.
  • Danny Boyle und Alex Garland blicken weit mehr als nur “28 Days Later” in die Zukunft. Ihre Dystopie um die sterbende Sonne bietet zunächst viel faszinierende Science mit spektakulärer Effektarbeit, später reichlich spirituelle Fiction.

    Zum dritten Mal bündeln Boyle und Autor Garland ihre Kräfte und führen die Tradition britischer Dystopien fort, die sie mit obigem Horrorhit im Alleingang wiederentdeckt haben. Das Ergebnis ist in vielen Bereichen eine hochmoderne Version von “2001 – Odyssee im Weltraum”: 50 Jahre in der Zukunft beginnt die Sonne zu sterben und ihr atomares Feuer zu verlöschen, weshalb die Erde von einem Eispanzer bedeckt wird. Eine erste Mission ist bereits gescheitert, nun ist die achtköpfige Besatzung der “Icarus II” die letzte Hoffnung der erfrierenden Menschheit. Die Astronauten sitzen auf einer riesigen Nuklearbombe, mit der die ins Stottern geratene Kernfusion der Sonne wieder angetrieben werden soll.

    Der Film setzt kurz vor dem Moment ein, als die Crew die Todeszone passiert, wo der Sonnenwind keinen Funkverkehr zur Erde mehr erlaubt. Längst nagt der kosmische Wahnsinn an der Besatzung. Boyle fängt die fast introspektive Stimmung an Bord mit trancigem Soundtrack ein, wechselt zwischen kühlen und heißen Bildern. Die Sonne ist ein bedrohlicher Feuerball, der von einem überdimensionierten Parabolschild abgehalten wird, hinter dem das Raumschiff als Antrieb steckt.

    Als man die seit Jahren verschollene Vorgängermission entdeckt und eine Kurskorrektur wagt, unterläuft dem Navigator ein folgenschwerer Fehler. Der Sonnenschutz wird beschädigt und muss repariert werden – der Anfang einer nicht enden wollenden Serie von fatalen Unglücken. Schon beim schweißtreibenden Weltraumspaziergang auf dem Schild verglüht ein Astronaut im gleißenden Flammenmeer der Sonne.

    Beim Rendezvous mit dem Schwesterschiff à la “2010″ mischt Boyle Subliminalbilder der verschollenen Crew ein, während sich die Handlung Richtung “Event Horizon” verlagert und einen Horrorfilm mit Slasher-Anteilen – ein verbrannter Madman streift durch die Gänge – aus kosmischem Wahnsinn gebiert. Der rührt von dem sterbenden Stern her, der apokalyptische Bedrohung, zugleich aber auch mythische Anziehungskraft ist, die den Verstand raubt. Generell bleibt dem Astronauten der Zukunft nur die Wahl zwischen Verglühen oder Schockfrosten – der Tod kommt schnell, grausam und in immer rascherer Frequenz. Ein Mangel an Action und Thrill herrscht nach dem behäbigen Anfang nicht mehr. Spätestens da driftet die rationelle, seriöse Hard SF ins Irrationale eines wilden Alptraums ab, der in einer Epiphanie gipfelt. Dem Mut, so abgehoben zu sein, gilt Respekt. Man mag das wahlweise genial oder wirr finden, auf jeden Fall ist es weit aufregender als Darren Aronofskys “The Fountain”.

    Zuvor möchte man fast glauben, Arthur C. Clarke habe das Drehbuch verfasst, das von faszinierendem Scientismus ist, der im Bereich des technisch noch Vorstellbaren liegt – wie der modulare Aufbau des Raumschiffs, eine Mischung aus ISS und der Kreation aus Kubricks übermächtigem Klassiker. Oft wird das zum atemberaubenden Erlebnis, etwa beim Merkur-Transit über den gigantischen Feuerball der Sonne oder einem Flug über Merkurs zerkraterte Oberfläche. Allein die Dimensionen des Raumschiffs sind gewaltig und werden als Attraktion zum Sattsehen präsentiert. Wie viele andere: Ob visualisierte Berechnungen und Simulationen, ob Sauerstofffeuer oder das Knarren des Metalls bei Manövern – die Details stimmen. Auch wenn sich Boyle und Garland manche künstlerische Freiheit nehmen (woher kommt die künstliche Schwerkraft?), bieten sie auf der Höhe ihrer Kunst eine originelle Vision.

    tk.

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