Straight Shooter (1999)

Straight Shooter Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Straight Shooter: Eiskalter Politthriller über das Psychoduell zweier Männer, die einst Weggefährten waren, sich jetzt aber als Erzfeinde gegenüberstehen.

Drei Menschen hat der ehemalige Fremdenlegionär Volker Breetz, Deckname: Straight Shooter, bereits auf dem Gewissen. Weitere sollen folgen, wenn die Regierung sich weigert, ein Kernkraftwerk abzuschalten. Verzweifelt wendet sich die Polizei an Breetz’ ehemaligen Ausbilder Hector, der den Amokläufer mit den eigenen Waffen schlagen soll.

Ein Ex-Fremdenlegionär, Deckname “Straight Shooter”, macht die Atom-Lobby für den Krebstod seiner Tochter und den Selbstmord seiner Frau verantwortlich. Er beginnt einen gnadenlosen Rachefeldzug gegen deren Führungskräfte und Funktionäre, der in der Folge unzählige Leichen und – dank raffinierter Ausführung – bei der Polizei Ratlosigkeit hinterläßt. Erst als Frank Hector, Ex-Ausbilder von “Straight Shooter”, auf seinen ehemaligen Schüler angesetzt wird, scheint es möglich, dem Ein-Mann-Killer-Kommando das Handwerk zu legen.

Ein Rachefeldzug gegen die Führungskräfte der Atom-Lobby hinterlässt Leichen und bei der Polizei Ratlosigkeit. Nur Frank Hector kann dem Killer das Handwerk legen, da er früher dessen Ausbilder war. Aufwendige Action-Szenen wiegen kleine andere Schwächen des Politthrillers auf.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein Mann sieht rot und führt seinen individuellen tödlichen Krieg gegen eine ohnmächtige Gesellschaft, die den einstigen Söldner-Weggefährten des eiskalten Rächer zu Hilfe ruft. Das ist der Stoff, aus dem großes, aktionsreiches, spannendes Kino ist. Für seinen ersten Spielfilm setzt der junge Münchner Regisseur und Autor Thomas Bohn auf die klassische Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse in attraktiver Starbesetzung: Dennis Hopper, Heino Ferch und Katja Flint. Die lakonisch stilisierte Erzählstruktur hält die emotional bestimmte Handlung heißkalt im Zaum und die Zuschauer in hyperaktiver Spannung, die Dennis Hopper durch seine souverän knisternd intensive Darstellung adelt.

    Film als Ventil für die eigene Wut im Bauch: Thomas Bohn, der engagierte und bemerkenswerte Amnesty International Spots gedreht hat, ist mit “Straight Shooter” eins zu eins aufrichtig für die eigenen Person, ein wirklicher Überzeugungstäter. Sein Film ist keine Mogelpackung, sondern mit deutlich spürbarem persönlichem Engagement geschrieben und inszeniert. Und es ist interessant, daß er auf heutige Realitäten nicht mit einer gefälligen Komödie oder einem sozialrealistischen Drama reagiert. Vielmehr bekennt er sich unumwunden zum Reißer, der mit Psycho-, Polit- und Action-Thrill kräftig aufgemöbelt wird. Unterhaltung muß schließlich nicht notwendigerweise vom ernsthaften Ansprangern gesellschaftlicher Deformationen ablenken.

    Die Story baut auf exemplarische Konfrontationen. Ein Killer tötet systematisch einen nach dem anderen aus jenem Personenkreis, der auf irgendeine Weise mit dem Bau eines bestimmten Atomkraftwerks zu tun hatte. Er fordert das sofortige Abschalten des Reaktors, den er für den Krebstod seiner kleinen Tochter verantwortlich macht und indirekt auch für den Selbstmord seiner Frau. Das Innenministerium ist ratlos und gerät durch ständig neue Morddrohungen in Panik, will sich aber auch nicht erpressen lassen und den Kernreaktor abschalten. Die Oberstaatsanwältin (Katja Flint: klug und attraktiv) und die Polizei wissen von der Fremdenlegionärsvergangenheit des Killers ‘Straight Shooter’ (Heino Ferch spielt diese Phantomrolle mit lakonischen Momenten präziser physischer Präsenz). Schließlich einigen sich Innenministerin (Hannelore Hoger: imposant selbst beim schnellen Schluck aus dem Flachmann) und Staatssekretär (Ulrich Mühe: brillant beflissen doppelbödig) darauf, den ehemaligen Ausbilder des Shooter bei der Legion zur Hilfe bei der Lösung des komplexen Falles zu holen.

    Auftritt Dennis Hopper: Charakterkopf mit brennendem, forderndem Adlerblick im vital zerfurchten Gesicht, das hinter dem Ausdruck extremen Zynismus’ Narben seelischer Verletzungen erkennen läßt. Hopper ist Frank Hector, von dem “Straight Shooter” einst in der Fremdenlegion alles gelernt hatte, was ihn zum perfekten Killer befähigt. Und Hector, der heute ein Bordell in London betreibt, kennt das Motiv des Traumas von Shooter, ausgelöst durch einen furchtbaren Einsatz im afrikanischen Kolwezi. Er versucht, den Amoklauf seines ehemaligen Schützlings zu beenden.

    Erstaunlich an dem Film ist, daß er seine durch und durch emotionale Geschichte eher unemotional, kühl kalkulierend erzählt. Höchstens in Ulrich Reuters kräftiger Musik werden stärke Gefühlsmomente evoziert. Und Peter von Hallers Kamera schafft in klaustrophobisch blaugrauen Bildern ein unterkühltes Ambiente, das in einigen Augenblicken ahnen läßt, wie tot in Wahrheit schon alle sind – die Ex-Legionäre, ob Zyniker oder Krieger, ebenso wie die Vertreter der Staatsmacht. Entsprechend ersticken die lapidaren Dialoge nur allzu oft in Allgemeinplätzen. Und Dennis Hopper wunderbar minimalistischer Darstellungsstil, zweifellos eine seiner besten Leistungen in 40 Jahren Karriere, gibt dem Film ein plausibles Thriller-Niveau und faszinierende Augenblicke einer Wahrheit, die man bei den anderen Figuren vergeblich sucht. Aber vielleicht liegt gerade in ihrer von Anfang bis Ende unveränderten Haltung die gedankliche Gradlinigkeit, mit der Thomas Bohn das Kinopublikum erobern will. Und diese Rechnung kann möglicherweise aufgehen. fh.

Darsteller und Crew

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