Stay (2005)

Stay Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Stay: Bizarrer Thriller über einen jungen Psychiater, der alles daran setzt, einen Patienten von seinem angekündigten Selbstmord abzuhalten.

Interessanter Job für den Psychologen Sam Foster (Ewan McGregor) aus New York: Sein neuer Patient Henry Lethem (Ryan Gosling) behauptet, seine Eltern getötet zu haben, und kündigt an, in ziemlich genau drei Tagen Selbstmord zu begehen. Sams Freundin Lila (Naomi Watts) hatte vor einiger Zeit auch mal eine suizidale Phase und würde Henry gern helfen, was Sam für keine so gute Idee hält. Dann geschehen Dinge, die Sam an seinem Realitätssinn zweifeln lassen.

David Lynch

Psychiater Sam Foster sieht sich mit einem faszinierenden Fall konfrontiert: Der junge Künstler Henry Lethem, der in verwirrtem Zustand in die Klinik kam, macht bizarre Vorhersagen, die sich nach und nach aus unerklärlichen Gründen bewahrheiten. Nun kündigt Henry an, er werde sich in exakt drei Tagen das Leben nehmen. Sam, der durch Probleme in seiner Beziehung mit seiner Freundin Lila abgelenkt ist, setzt alles daran, Henrys Leben zu retten – Beginn einer albtraumhaften Reise, an deren Ende eine erschreckende Erkenntnis steht.

Der junge Künstler Henry Letham sucht in der Klinik von Psychiater Sam Forster Hilfe. Von Wahnvorstellungen geplagt, offenbart er dem Arzt, dass er sich in drei Tagen, genau an seinem 21. Geburtstag, das Leben zu nehmen gedenkt. Sam bleibt also nicht viel Zeit, um seinen Patienten vom geplanten Selbstmord abzubringen, und beginnt umgehend Nachforschungen über diesen anzustellen. Doch je tiefer er in dessen bizarre Welt eindringt, desto seltsamer erscheint ihm alles. Bis er sogar am eigenen Geisteszustand zweifelt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • "Stay" entwickelt aus dem heutigen Manhattan eine mysteriöse und schleierhafte Welt. Mit vielen grafisch beeindruckenden Montagen und Tricks versucht Regisseur Marc Forster den Zuschauer dazu zu verführen, an seine konstruierte Welt zu glauben. Digital erstellte Plansequenzen, Jump Cuts und allerhand verwischende Effekte sorgen für Verwirrung, schaffen aber auch einen der optisch beeindruckendsten Filme des Jahres.

    Doch vorerst beeindruckt Stay eben auch nur optisch. Die reichhaltige Darstellung täuscht darüber hinweg, dass die Inhalte des Films eigentlich vollkommen fehlen. Viele Einzelszenen sind zwar spannend und interessant, zusammenhängend ergeben diese nur leider keinen Sinn. Die Folge hiervon ist jegliches Fehlen eines gesamten Spannungsbogens und von Suspense. Die sich daraus ergebende undramatische und inhaltsarme Story macht es geradezu unmöglich, dem Film emotional zu folgen.

    Auch als intelektuelles Verwirrspiel kann "Stay" nicht funktionieren. Im Verlauf der Geschichte sammelt der Protagonist Sam Foster meist zusammenhangslose Fakten, die ein Mitdenken oder Spekulieren erst gar nicht ermöglichen. Durch Symbolik und aussagekräftiges Licht wird zwar verdeutlicht, dass es sich um eine Traumwelt handelt – vielleicht sogar um eine sehr realistische – doch kann diese nicht zwei Stunden lang fesseln.

    Immer wieder passieren unerwartete Dinge und immer wieder tauchen überall in der Stadt Zwillingspaare auf – ein schöner und dezenter Hinweis auf die Parallelwelt oder vielleicht doch nur überladene Symbolik? Ärgerlich ist vor allem, dass vielen Elementen eine gewisse Eleganz oder zumindest Zweckhaftigkeit fehlt. Mit einigen Änderungen hätte der etwas kantige Inhalt der eleganten optischen Darstellung angepasst werden können. "Stay" lässt den Zuschauer frustriert zurück, wie ein roter Apfel der von außen schmackhaft aussieht und dann doch wässrig und fade ist. Und wer lässt sich schon gerne frustrieren?

    Was übrig bleibt ist ein zwar fantasievoll umgesetztes, doch inhaltsleeres Werk mit dem touch eines professionellen Studentenfilms. Wegen der innovativen Optik ist "Stay" allemal sehenswert, die Story ist hingegen schwach. Einen Aufwind geben dem Film natürlich die Darsteller, vor allem Naomi Watts – doch dies unterstützt ja nur den Gedanken, dass der Film eben ein gut verpacktes Nichts ist.

    Fazit: Stay zeigt eine Welt irgendwo zwischen Leben und Tod. In genau diese tritt auch der Zuschauer ein. Mit anderen Worten: Außen top, innen flop.
  • Elegant-hypnotisches Filmrätsel, das künstlerische Extrakte von Lynch, Shyamalan und Freudscher Psychologie in berauschende Psychothriller-Form gießt. Ewan McGregor gerät als Psychiater in den Bann eines verstörten Patienten, der den Zeitpunkt seines eigenen Selbstmordes prophezeit.

    Wenn es einen Nenner für Marc Forsters Werk gibt, dann ist es seine Vielgestaltigkeit. Nach “Monster’s Ball” und “Wenn Träume fliegen lernen” erfindet er sich abermals neu und betört mit einem Trip ins Reich des Unterbewussten, wie es in dieser handwerklichen Perfektion kaum einen gab. Gleiche Gewandtheit gilt für Ewan McGregor, der soeben noch von Michael Bays “Insel” flüchtete. Seine Rollenwahl erinnert an den fast vergessen “Das Auge/Eye of the Beholder”, der mit “Stay” seine Rätselhaftigkeit gemein hat.

    McGregor spielt den New Yorker Psychiater Sam Foster, dem der selbstzerstörerische Henry Lethem (Ryan Gosling) in die Praxis schneit. Dieser wurde nach einem Verkehrsunfall mit Amnesie aufgegriffen und prophezeit seinen Suizid binnen drei Tagen, geradewegs an seinem 21. Geburtstag. Sam beginnt mit einer Therapie und dringt in reichlich mysteriöse Aspekte von Henrys Wahn-Existenz vor. Davon bleibt sein Privatleben mit Ex-Patientin und nun Freundin Lila (Naomi Watts) nicht unbeeinflusst. Henrys Welt scheint in Sams zu diffundieren und die Realität beginnt zu einer Emulsion aus Unbewusstem, Traum und Wahn zu verschmelzen, in der Identitäten entgrenzt und scheinbare Gewissheiten aufgelöst werden.

    “Stay” steht in der Tradition verrückter, aber gut durchdachter Trips wie “Jacob’s Ladder”, “The Machinist” oder “The Jacket” und präsentiert sich weniger gewaltpathologisch als Lynch, weniger manieriert als Shyamalan (und wesentlich subtiler), aber kunstfertiger und ambitionierter als beide, in einer schon fast avantgardistischen Gestaltung: anders als bei notorischen Fuhrwerkern wie Tony Scott steht der kunstvolle Duktus im Dienst der Handlung, mehr noch: er gestaltet sie. Der ausgefeilte Stil sublimiert das (alp)traumhaft-surreale Geschehen und entfesselt einen zuerst trägen, später gewaltigen Sog, der nicht nur ein mal seine Entsprechung in spiralförmigem Kamerabewegungen findet. Der Bann des Unheimlichen entsteht durch die aufwändige, fugenlose Montagetechnik, die schräge Bildwinkel, haarscharfe Kamerabewegungen und ungewöhnliche Kadrierungen samt ihrer Detailfülle bändigt. Die betörend-raffinierten Kompositionen entwickeln ein rasantes Eigenleben, das wie ein Halluzinogen wirkt.

    Forsters vom Doppelgängermotiv beherrschtes Puzzle schafft mit hohen Anspruch einen assoziativen Rahmen, in dem psychologische Deutungen möglich, aber nicht zwingend sind und viel Raum für Interpretation bleibt. Die Geschichte entzieht sich einer rationalen Erfassung, und selbst das aufschlussreiche Ende liefert keine vollständige Erklärung, sondern offenbart nur eine absonderliche innere Logik, so dass der Hauch des unlösbaren Mysteriums den extravaganten Film umhüllt. Selten durfte sich Kino derart suggestiv in die Räume der Imagination entfalten. Selbst Shakespeares Trauerspiel Hamlet findet noch seinen symbolträchtigen Platz in den psychotischen Bildern, die die Realität hinter sich lassen, um mit Frieda Grafe zu sprechen. Bei dem im US-Kino deutlich unter Wert gelaufenen Kunstwerk ist der Besuch für jeden Schöngeist, der die mangelnde Qualität des Kinos beklagt, oberste Cineastenpflicht. tk.

Darsteller und Crew

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