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"Star Wars": 7 Dinge, die die verhassten Prequels richtig gemacht haben

George Lucas kann einem in diesen Tagen wirklich leid tun. Mit dem Erfolg von “Star Wars: Das Erwachen der Macht” muss er sich vielerorts anhören lassen, dass jemand anders seine Serie endlich anständig weitergeführt hat, woran er ja schließlich mit der Prequel-Trilogie gescheitert sei. Da jeder weiß, was diese drei Filme alles falsch gemacht haben, wollen wir einmal den umgekehrten Weg gehen und die Dinge herauspicken, die tatsächlich gut waren. 

Um eines von Anfang an klar zu stellen: Die “Star Wars”-Prequels sind auch unserer Meinung nach schlechte Filme. Teilweise so erbärmlich schlecht, dass man sie am liebsten aus seinem Gedächtnis verbannen würde. Man denke nur an einen tollpatschigen Gungang, dessen Name hier nicht erwähnt werden soll. Aber dennoch lassen sich natürlich auch darin positive Aspekte finden und deswegen wollen wir uns einmal sieben Dingen zuwenden, die Episode I bis III richtig gemacht haben.

Das Intro in “Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith”

Nach zwei herben Enttäuschungen war die Erwartungshaltung bei “Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith” verständlicherweise auf einem Nullpunkt angekommen. Doch siehe da: Die Eröffnungszene versprach tatsächlich Besserung. Zwar wurde dies im folgenden Film nur bedingt eingehalten, aber die Weltraumschlacht über Coruscant war dennoch eine angenehme Überraschung.

Der Planet selbst diente als ästhetisch ansprechende Kulisse, die Spezialeffekte waren tatsächlich brauchbar und die Szene als solche anständig inszeniert. Ein ruhiger Aufbau, bevor wir unvermittelt ins Schlachtgetümmel geworfen werden, alles aufbereitet in einer einzigen Einstellung. Hier kann man getrost von einem vielversprechenden Beginn sprechen.

 

 

Hayden Christensen als Darth Vader

Halt! Bevor der Sturm der Entrüstung hereinbricht: Man beachte genau die Überschrift. Als Anakin Skywalker war Hayden Christensen offensichtlich nicht zu gebrauchen, denn gefühlt war jede Szene mit ihm eine uninspirierte Textprobe, bei der jemand die Kamera draufgehalten hat. Beweis gefällig?

 

Doch sobald Anakin erst einmal auf die Dunkle Seite gezogen wurde, nahm der Text, den Christensen zu sagen hatte ab und die Erträglichkeit seines Schauspiels zu; wobei dies vermutlich reiner Zufall ist. Seine finsteren Blicke waren tatsächlich das Beste, was wir von ihm in der gesamten Trilogie geboten bekommen haben. Allerdings wurde es auch bei ihm vermieden, eine zweifelnde und damit komplexe Figur dazustellen, sobald er erst einmal korrumpiert war. Dennoch: Die Entschlossenheit, seinen einstigen Mentor Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) trotz seiner schwerwiegenden Verletzungen noch töten zu wollen, konnte sich im Vergleich zu seiner restlichen Darbietung sehen lassen. Eher etwas für die Kategorie “Schwacher Trost”.

Der Lichtschwert-Kampf in “Star Wars: Episode I – Die Dunkle Bedrohung”

Momentan erhält “Star Wars: Das Erwachen der Macht” viel Lob dafür, dass die Lichtschwert-Kämpfe wieder wie in der guten, alten Trilogie roh und aggressiv sind; nicht so wie die Prequels, die angeblich aus sinnlosem Rumgehüpfe bestehen würden. Beide Argumente mögen ihre Berechtigung haben, aber erinnert sich noch jemand daran:

 

Keine Frage: Die Auseinandersetzung hat eine stärkere emotionale Gewichtung als die Mehrheit der Kämpfe in den Prequels, aber dennoch wirkt die Choreografie reichlich eingestaubt. Der Kampf zwischen Qui-Gon Jinn (Liam Neeson) und Obi-Wan Kenobi gegen Darth Maul (Ray Park) aus der ersten Episode kann dagegen mit Variabilität und Beweglichkeit beeindrucken. Zwar sind uns die Beteiligten herzlich egal, aber schön anzusehen, ist es allemal. Unterlegt wird das Ganze zusätzlich von dem fantastischen Soundtrack von John Williams, der hier eigentlich einen eigenen Platz verdient hätte.

 

 “Duell of Fates” von John Williams

Ach, was soll’s: Wir machen hier die Regeln und deswegen erhält der Komponist John Williams mit “Duel of Fates” stellvertretend einen Platz in unserer Liste für seine gute Arbeit. An ihm lag es sicherlich nicht.

Ian McDiarmid als Senator / Kanzler Palpatine

Ian McDiarmid hat es trotz teilweise grauenvoller Dialoge geschafft, dem späteren Imperator mit seinem Schauspiel gerecht zu werden. Sicherlich, sobald er sich als Darth Sidious zu erkennen gibt, neigt auch er zum psychopatischen Over-Acting, aber seine vorherige Leistung sichert ihm einen Platz in dieser Liste.

Dem Schotten gelang es, einen Bösewicht zu verkörpern, der stets so wirkte, als halte er alle Fäden in der Hand und habe den ultimativen Plan. Zusätzlich war er durchaus charmant, womit er einen überzeugenden Manipulator abgab und sogar für einige lustige Momente hat es bei ihm gereicht.

Ewan McGregor als Obi-Wan Kenobi

Der zweite Schotte in dieser Liste und einer der wenigen Schauspieler, dessen Karriere durch seine Beteiligung an den “Star Wars”-Prequels nicht beschädigt wurde. Zwar musste auch McGregor einige unerträgliche Dialoge mitmachen, aber er wirkte dabei stets souverän und konnte alle Facetten des Charakters überzeugend verkörpern.

Sei es als übermütiger Jungspund im ersten, als etwas unsicherer Mentor im zweiten oder als weiser Jedi im dritten Teil: McGregor wurde dem Erbe von Alec Guiness gerecht. Er hat zweifellos einen guten Job gemacht, aber leider hat auch das am Ende nicht gereicht.

Dass sie existieren

Dies mag auf den ersten Blick ein komischer Grund sein, die Prequels gut zu finden, immerhin haben sie Scharen von Fans nachhaltig traumatisiert. Der beste Beweis dafür war die angespannte Vorfreude, die vor “Star Wars: Das Erwachen der Macht” um sich griff. Aber genau darin liegt der Grund für diesen Platz. Durch dieses Debakel, das die Kindheitserinnerungen vieler getrübt hat, wurde eine Sehnsucht bei den Anhängern der Reihe erweckt, die sie zu einem Kollektiv vereint hat. Alle haben sich gefragt, ob Episode 7 endlich ein würdiger Nachfolger wird oder ob er dem Weg der grauenvollen Fortsetzungen folgt.

Man sagt ja gerne, man weiß erst, was man hat, wenn es einem genommen wird. Genau diese Funktion haben die Prequels erfüllt. Sie haben den Fans gezeigt, warum die alte Trilogie sie damals derart verzaubert hat und dadurch im Nachhinein zu einer nicht mehr für möglich gehaltenen Aufwertung geführt, die den Mythos um Star Wars maßgeblich prägt.

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