Spuren (2013)

Originaltitel: Tracks
Spuren Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (2)
  1. Ø 4.5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 4.5

Filmhandlung und Hintergrund

Spuren: Faszinierendes Selbstfindungsdrama über das riskante Abenteuer von Robyn Davidson, die 1977 zu Fuß und allein 2.700 Kilometer australische Wüstenlandschaft durchquerte.

Obwohl sie von vielen für verrückt gehalten wird, bricht die 27-jährige Robyn Davidson 1977 zu einer Expedition durch die australische Wüste auf. Auf der 2.700 Kilometer langen Strecke zum Indischen Ozean, die sie zu Fuß zurücklegen will, wird sie nur von vier Kamelen und einem Hund begleitet – dabei gelegentlich von einem Fotografen besucht, dessen Bilder für ein Magazin ihren Trip finanzieren. Unerschütterlich bahnt sich Davidson ihren Weg durch lebensfeindliches Territorium, bis Euphorie und Elan von den Strapazen verdrängt werden.

1977 beschließt Robyn Davidson, die australische Wüste auf eigene Faust zu durchqueren – 2700 Kilometer lang. Survivaldrama nach der Autobiografie von Robyn Davidson, in dem Mia Wasikowska ihre darstellersische Klasse beweist.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • "Spuren" ist nicht nur der Titel dieses wunderschönen, außergewöhnlichen Roadmovies, so heißt auch der Bestseller von Robyn Davidson aus dem Jahr 1980. Die Schilderung ihrer spektakulären Expedition durch die Einsamkeit der australischen Wüste gehörte jahrelang zum Lektüreprogramm an den Schulen und Universitäten des Landes. Bereits ihr 1978 in National Geographic publizierter Reisebericht bescherte der Zeitschrift die beste Auflage seit Jahren. Denn die Suche dieser mutigen Frau nach Selbsterfahrung fern von jeglicher Zivilisation faszinierte die Leser in vielen Ländern. Regisseur John Curran ("Wir leben nicht mehr hier", "Der bunte Schleier") gestaltet aus diesem Stoff einen meisterhaften Spielfilm, der auf der großen Kinoleinwand zum überwältigenden sinnlichen Erlebnis wird.

    Robyn ist ein komplizierter Charakter. Die Fotos, die Rick unterwegs von ihr macht, bringen sie an die Grenzen ihrer Geduld. Die Beziehung, die die beiden unterwegs entwickeln, ist auf spannende Weise wortkarg und konfliktgeladen. Viel passiert nicht in den neun Monaten dieses Trips. Robyn wird zeitweise von einem Aborigine durch heiliges Land eskortiert, verliert einmal ihren Kompass oder sucht mit ihrem Hund die Kamele, die sich selbstständig gemacht haben. Jedes kleine Ereignis kann sich schnell zum Drama entwickeln und so bleibt die Reise ein unvorhersehbares Abenteuer.

    Mia Wasikowska spielt Robyn mit einer kraftvollen Mischung aus Offenheit und Zweifeln. Sie scheint die Umgebung, die Atmosphäre mit allen Sinnen zu erspüren, auch zu erleiden. Die grenzenlose Wildnis bewirkt ein intensives Lebensgefühl, das sich zunehmend auch auf den Zuschauer überträgt. Robyn beschäftigt sich unausgesprochen, aber von sparsamen Rückblenden und Träumen flankiert, mit ihrer einsamen Kindheit, dem frühen Verlust ihrer Mutter. Über die grandiosen Landschaftsaufnahmen wird oft eine echoartige Melodie aus wenigen Klängen gelegt, die Robyns inneres Drama kenntlich macht und den Aufruhr, den es verursacht, sich auf die schiere Gewalt der Natur einzulassen.

    Fazit: Im wunderschön gefilmten Roadmovie "Spuren" gerät der einsame Trip einer Frau durch die australische Wüste zum aufwühlenden Psychodrama und zum sinnlichen Naturerlebnis, das auf der großen Kinoleinwand eine unwiderstehliche Magie entfaltet.
  • Robyn Davidsons berühmte Durchquerung der australischen Wüste ist auch als Kinodrama eine wunderbare Erfahrung.

    Less talking, more walking, möchte man John Currans faszinierenden australischen Film leitmotivisch resümieren, der Dokument eines riskant-verrückten Abenteuers wie auch Porträt einer sperrigen Zivilisationsflüchtigen ist, die 1977 für Schlagzeilen sorgte. Begleiter auf Robyn Davidsons 2.700 Kilometer langem Fußmarsch von Alice Springs in Australiens Landesmitte bis zur Westküste am Indischen Ozean waren neben der Weltöffentlichkeit nur vier Kamele, ein Hund und ein Aborigine-Ältester, der sie durch heiliges, Frauen allein nicht zugängliches Territorium führte. An ausgewählten Punkten traf die damals 27-jährige Australierin einen Fotografen von National Geographic, der zur Finanzierung dieser von vielen als Selbstmordmission eingestuften Expedition Fotos machte, die um die Welt gingen.

    Ein großes Disney-Projekt mit fertigem Drehbuch und Julia Roberts als Star wurde 1993 kurzfristig abgesagt, doch in den Händen von Curran (“Der bunte Schleier”) entfernt sich der Stoff von Hollywood, bleibt aber dennoch aufregend und unterhaltsam. Hindernisse wie Durst, Stürme, Tierwelt, Orientierungsverlust oder Zusammenbrüche gehören auch hier zum Repertoire, werden aber zurückgenommen ohne Überdramatisierung präsentiert. “Spuren” ist kein typischer Zieh-und-Schleppfilm, der die Tortur und die Konfrontation mit der Natur in den Vordergrund stellt. Vielmehr ist diese Adaption von Davidsons Bestseller eine Reise ins Ich, in die Stille und Einsamkeit, eine Öffnung für das Unbekannte, ein harmonischer Selbstfindungstrip mit prachtvollen Bildern und sensibler Musik, der beobachtet und begleitet, ohne alles erklären zu wollen.

    Das Rätselhafte an der von Mia Wasikowska couragiert dargestellten menschenscheuen Protagonistin wird genauso gewahrt wie kleine menschliche Highlights, die sich in Davidsons Begegnungen mit ihrem Fotografen (Adam Driver), den Ur-Einwohnern und Siedlern in lebensfeindlichen Gebieten entwickeln. Wenn Wasikowska in einer deutlichen Hommage an Jenny Agutter in Nicolas Roegs “Walkabout” von allem befreit in einem Wassertank im Outback schwimmt, weist diese Momentaufnahme puren Glücks auf das schöne Finale hin, in dem alle Last mit einem Lächeln abgeworfen wird. kob.

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