Sound of Noise (2010)

Sound of Noise Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Sound of Noise: Außergewöhnlicher Musikfilm, in dem sechs Schlagzeuger ihr Unwesen in einer schwedischen Stadt treiben.

Amadeus Warnebring stammt aus einer hochmusikalischen Familie, hat selbst aber keinerlei musikalisches Gehör, weshalb er Polizist geworden ist. Als er zu einem Autounfall vor einer Botschaft gerufen wird, stellt sich heraus, dass es sich bei der angeblich tickenden Bombe um ein Metronom handelt. Dieses bringt Amadeus auf die Spur von Sanna und Magnus, die es sich zum Ziel gesetzt haben, an vier Orten der Stadt auf den sich dort befindenden Objekten Lärmsymphonien für sechs Schlagzeuger aufzuführen.

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Kritiken und Bewertungen

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    Als Erstgeborener einer Familie von berühmten Konzertmusikern wurde auch von Amadeus Warnebring immer Großes erwartet. Doch Amadeus ist völlig unmusikalisch und Polizist geworden, um alles aus dem Weg zu räumen, was "Krach" macht. Als dann aber sechs wild entschlossene Schlagzeuger in der Stadt auftauchen, die mit ihrer anarchischen Symphonie alle Bildungsbürger aus ihrem Dornröschenschlaf wecken wollen, muss Amadeus selbst zu rhythmisch harten Bandagen greifen. SOUND OF NOISE ist eine schrille Mischung aus Musikfilm, Krimi und Liebeskomödie, eine freche Satire auf die "brave" Gesellschaft. Begonnen hat das irrwitzige Projekt als Clip im Internet. Das Ergebnis ist der Überraschungserfolg des Kinojahres in Schweden. Dreist und maßlos sind die Attacken der Musiker, die die Grenzen bis zur Provokation ausloten und manchmal auch überschreiten. Das subversive Musikkonzept der Rebellen steht dem bürgerlichen Establishment gegenüber und hat den Zuschauer schon bald auf seiner Seite. Die Montage erzeugt in Verbindung mit der energiegeladenen Musik ein wahnwitziges Tempo und mitreißenden Beat. Ein unwiderstehlich frecher Film, faszinierend schräg und schrill.

    Jurybegründung:

    "Diese Scheiß-Musik ist das Problem und es wird Zeit, zurückzuschlagen. Es wird endlich Zeit, größer zu denken". So beginnt dieser Film und Stockholm wird der Ort sein, in dem nun eine ganze Serie merkwürdiger terroristischer Anschläge, die gleichzeitig schräge musikalische Performances sind, ihren Verlauf nimmt. Grundlage der Akteure ist dabei die eigens geschriebene, vierteilige Partitur eines konzeptionellen Musikstücks mit dem Namen "Music for One City and Six Drummers". Als Tatorte dieser radikalen, völlig illegalen Aktionen dienen dabei u.a. eine Bank, ein Krankenhaus, ein Opernhaus und andere öffentliche Orte, als Signatur der musikalischen Serientäter findet sich an den Schauplätzen stets ein Metronom wieder. Ein musikalisch (selbst) vorbelasteter Polizist mit dem bezeichnenden Namen Amadeus Warnebring nimmt nun halb verwundert, halb irritiert die Ermittlungen auf, verfolgt bei seinen Untersuchungen aber auch ganz eigene Ziele, denn der musikalische Perfektionismus seiner Pianisten-Familie hat aus dem Mann einen fanatischen Musikhasser werden lassen ...

    Anarchisch, kraftvoll und temporeich: der schwedische Film SOUND OF NOISE verweist überaus erfrischend und auf sympathisch-schräge Art und Weise auf die Kraft der Musik und des Rhythmus. Die Möglichkeiten des Klangs, die Idee des Ausbruchs aus vorgegebenen Konventionen, ein ?Größer denken' in jeder Hinsicht, die Begeisterung für energetische Musik: SOUND OF NOISE begibt sich auf die Spur des Lauts, schafft Raum für Originalität, Unangepasstheit und die Freiheit des Künstlertums, schlägt aber auch gesellschaftskritische Töne an, sobald die etablierte Öffentlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes musikalisch auseinander genommen wird. Und das in der heutigen Zeit, die oftmals angepasst erscheint und gefühltermaßen nur noch selten Utopien für konkrete Veränderungen bereithält. Dass es hierbei politisch nicht gerade korrekt zugeht und die Bezeichnung von Musik-Terrorismus den Nagel auf den Kopf trifft, kommt dieser schlagenden Filmidee ausgesprochen zu Gute. Ganz nebenbei zeigt SOUND OF NOISE auch, dass es durchaus möglich ist, aus einem international erfolgreichen, preisgekrönten Kurzfilm (Grundlage des Films war "Music for one apartment and six drummers") einen herausragenden Langfilm zu machen, der seine ursprüngliche Idee gekonnt erweitert und zu neuer Blüte führt. SOUND OF NOISE zeigt lustvoll, wie ein Entwurf gegen die Arroganz des herrschenden Kunst- und Kultur-Etablissements aussehen könnte - Performances, die den öffentlichen Raum als schwingende Spielwiese für ihre Experimente benutzen. Musik wirkt hier wie eine Katharsis, wie eine wilde Befreiung von der Normalität - als weitestgehender Aufbruch der Musiker einerseits, als Suche des Polizisten nach Ruhe andererseits. Denn auch er wünscht sich nicht sehnlicher als die Auslöschung des Lärms als "Geräusch der anderen", damit etwas Neues, etwas Wahrhaftigeres entstehen kann. So stehen intensivste Aktionskunst und der einfache Wunsch nach Stille am Ende des Films als "Brothers in Arms" beisammen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Einen originellen Kurzfilm auf abendfüllende Länge auszubauen mag in Einzelbeispielen funktionieren, doch in vielen Fällen merkt man dem Endergebnis an, dass hier eine zunächst perfekt funktionierende Idee in die Länge gezogen wurde. Selbst bei Werken prominenter Regisseure wie Wes Andersons Debüt „Bottle Rocket“, basierend auf seinem gleichnamigen Kurzfilm, kommt die Gaunerkomödie erst gegen Ende auf Touren. Ähnliches gilt für Johannes Stjärne Nillsons und Ola Simonssons „Sound of Noise“, der die Idee ihres Kurzfilms „Music for One Apartment and Six Drummers“ aufgreift (keineswegs nur ein Youtube-Film, wie in einigen Ankündigungen zu lesen war, denn er lief zuvor schon erfolgreich auf zahlreichen Festivals wie dem Wiesbadener Exground). Hierbei war der Titel Programm – sechs Schlagzeuger missbrauchen heimlich das Inventar eines fremden Hauses für wilde Klangexperimente.

    Identisches geschieht in der Langfilmversion – mit dem Unterschied, dass die sechs Musikterroristen gleich eine ganze Stadt für rhythmische Versuche durchforsten, dabei einiges an Menschen und Material verschleißen und erheblich die öffentliche Ruhe stören. Deshalb setzt sich ein verschrobener Kommissar der Stockholmer Anti-Terroreinheit auf ihre Fersen, der zwar einer hoch musikalischen Familie entstammt, aufgrund eines Kindheitstraumas aber erhebliche Probleme mit Musik jedweder Art hat. Der Verfolger der unorthodoxen Schlagzeuger trägt ausgerechnet den Namen Amadeus Warnebring, wobei die Filmemacher jeden seiner anarchistischen Gegenspieler ebenso mit einer eigenwilligen Biografie ausstatten. Dieser Umstand soll für mehr Tiefgang sorgen, aber glaubwürdiger erscheint die skurrile Geschichte dadurch nicht.

    Ihre Attacke gegen Alltagslärm beginnt mit einem urkomischen Vorspann, in dem die Musiker den Geschwindigkeitsrausch ihres Autos und dem damit verbunden Hintergrundgeräusch zu Rhythmuszwecken verwandeln, was die Verkehrspolizei deutlich missbilligt. Noch waghalsiger fällt die Aktion eines verfremdeten OP-Raums samt des Patienten als Resonanzklangkörper aus, was wiederum dem Betroffenen wenig Freude bereitet. Doch nach diesem so originellen wie makaberen Einstieg sind weitere Pointen bald rarer gesät, wenn sich die Inszenierung auf die Hintergründe der unkonventionellen Truppe konzentriert. Mit immer neuen riskanten Ideen zieht das Sextett Infernale alle Register seines musikalischen Einfallsreichtums, womit man die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Justiz bewusst erregen will.

    Obwohl sich die versponnenen Happenings durch die ganze Stadt vom Bankinstitut bis zum Elektrizitätswerk erstrecken und die abgedrehte Story zum Krimi ausgebaut wird, hält sich die Spannung eher in Grenzen. Es dauert bis zum pompösen Finale mit der Störung einer traditionellem Konzertzeremonie, bevor der etwas schlingernde Plot erneut Fahrt aufnimmt. Nillson & Simonsson setzen dabei Spitzen gegen den konservativen Musikbetrieb sowie die Attacken der maskierten Musikaktivisten gegen einen selbstgerechten elitären Zirkel zielen, den Warnebrings Familie verkörpert. Obwohl der Einfallsreichtum nicht über die ganze Laufzeit durchgehalten wird, sollten Fans des skandinavischen Humors durchaus einen Blick riskieren.

    Fazit: Nicht durchgehend origineller Musical-Krimi über die Jagd eines musikhassenden Kommissars auf terroristische Performance-Künstler.
  • Die schwedischen Filmemacher Ola Simonsson und Johannes Stjärne Nilsson nahmen die Idee ihres Kurzfilms “Music for One Apartment and Six Drummers” (2001) als Ausgangspunkt für einen Spielfilm mit sozialkritischen Untertönen, der sich Musik für sechs Schlagzeuger in einer Stadt widmet. Begeistern können die vier Aufführungen, bei denen auf Objekten im Operationssaal, in einer Bank, vor einem Konzertsaal und im Stromkraftwerk getrommelt wird. Weniger überzeugend ist hingegen die eigentliche Handlung ausgefallen, in der ein sich nach Stille sehnender Polizist sein Herz für die Organisatorin des lauten Treibens entdeckt.

Darsteller und Crew

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