Skyfall (2012)

Skyfall Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (8)
  1. Ø 4.4
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.8

Filmhandlung und Hintergrund

Skyfall: James Bond muss den kompletten MI-6 samt Chefin M verteidigen. Daniel Craigs dritter 007-Auftritt bringt Tüftler Q zurück, dazu britischen Humor und Selbstironie!

Der britische Geheimdienst, der MI6, ist in arger Bedrängnis: Von den schwer-bewachten Festplatten der MI6-Computer wurde die Liste mit den Namen aller Undercover-Agenten, die die verschiedensten Terror-Organisationen untergraben haben, gestohlen. Der Geheimagent James Bond (Daniel Craig) wird auf die Wiederbeschaffung der Daten angesetzt und macht, nach einigen Rückschlägen, den Dieb schließlich in Shanghai ausfindig. Dass dieser jedoch nur die Spitze des Eisbergs war, merkt Bond schnell, als ihm die mysteriöse Sévérine (Bérénice Marlohe) von ihrem Auftraggeber erzählt. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine verlassene Insel, wo sie schließlich auf Raoul Silva (Javier Bardem) treffen. Dieser offenbart seine wahren Pläne und bringt damit besonders das Oberhaupt des MI6, M (Judi Dench), in Bedrängnis. Bond muss schnell handeln  und sich entscheiden, welche Leben es zu schützen gilt. Nach “Casino Royale” und “Ein Quantum Trost” schlüpfte Daniel Craig zum dritten Mal in die Rolle des wohl berühmtesten Geheimagenten der Filmgeschichte. Obwohl er einst aussagte, danach keinen weiteren Auftritt als James Bond haben zu wollen, unterschrieb er Ende 2012 doch nochmal für zwei weitere Bond-Filme. Die Rolle des Bösewichts Raoul Silva ging nicht von ungefähr an Javier Bardem. Der Oscar-ausgezeichnete Spanier war selbst einmal für die Rolle des James Bond im Gespräch, lehnte aber selbst das Angebot ab. Für den Bond-typischen Titelsong sorgte die Sängerin Adele, die mit dem Tonus von “Skyfall” an die alten Lieder anknüpfen wollte. Für den Song wurde sie 2013 mit dem Oscar ausgezeichnet. Regisseur Sam Mendes, der mit “James Bond 007: Skyfall” seinen ersten Bond-Film drehte, wurde für den Nachfolger \”Spectre\” wieder verpflichtet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein reifer Bond-Film, ein fast andächtiges Jubiläum: Dank Skyfall ist es um die Craig-Ära nun wahrlich gut bestellt.
  • Nach mehrjähriger Zwangspause markiert James Bond giftig und kämpferisch sein angestammtes Entertainmentrevier.

    Manche hatten den öffentlichsten Geheimagenten der Welt wieder einmal schon für tot erklärt, als das finanzielle Drama um MGM die Produktion von “Skyfall” verzögerte. Doch in der Wiederauferstehung liegt seine Generalkompetenz, wie Bond selbst in seinem 23. Abenteuer bemerkt, das das Alte mit dem Neuen zu harmonisieren versucht. Der Titel beschreibt Bonds größten Absturz, der ihn zu Beginn näher als je zuvor den Hauch des Todes spüren lässt. Aber er steht auch für eine Rückkehr zu seinen biografischen Wurzeln, die in Schottland für ein explosives Finale sorgt.

    Im gut 15-minütigen Prolog liefert sich die Doppelnull eine dynamische Verfolgungsjagd durch die Straßen und über die Dächer Istanbuls, bis diese auf einem rasenden, eine gewaltige Brücke querenden Zug dramatisch endet. Eine Kugel seiner noch unerfahrenen Kollegin Eve (Naomie Harris) fegt Bond vom Dach des Zugs in die Tiefe, während der Mann, den er verfolgte, entkommen kann. Bonds tiefster Fall ist dabei keine Finte, die einen Gegner im Hintergrund täuschen soll, sondern der vom kompletten Geheimdienst wahrgenommene tragische Kollateralschaden eines Feuerbefehls von M. Die Entscheidungen der Geheimdienstchefin treiben nicht nur Bond in den Tod, dem die vergleichsweise nüchtern präsentierte Wiederauferstehung im Bett einer Unbekannten folgt, sondern auch den mysteriösen Silva (Javier Bardem) an, der Rache am MI 6 und M nehmen will.

    Einfacher als in den Vorgängerfilmen ist der Plot angelegt, bei dem es augenscheinlich um Terrorismus, tatsächlich aber um das Verhältnis zwischen Bond und M und angesichts deren Bedrohung um aktiven “Mutterschutz” geht. Die Dialoge sind smart, knackig und nur selten von Onlinerzwang getrübt. Hier zeigt sich am deutlichsten der Theaterhintergrund von Regisseur Sam Mendes (“American Beauty”) und Ko-Autor John Logan. In den Actionsequenzen unterstreicht “Skyfall” seinen Anspruch, die Bodenhaftung nicht zu verlieren, auch wenn gerade der Freiflug der Imagination Bond bisher ausmachte. Das Fantastische, das Verspielte, bleibt weitgehend ausgeblendet, das Erotische auch, selbst wenn sich Bond mit Eve die feurigsten Flirtduelle liefert. Auch das Exotische wirkt reduziert, wenn sich der Film auf seinen Zentralschauplatz London fokussiert. Nichtsdestotrotz ist “Skyfall” dank Kameramann Roger Deakins einer der bestfotografierten Bondmissionen überhaupt und steht angesichts erwarteter Zuschauermillionen gleichermaßen für Franchisekonsolidierung wie auch – in der Figurenkonstellation – für einen Neuanfang. kob.
  • Der 23. James-Bond-Film war für Regisseur Sam Mendes eine besondere Herausforderung: Das Erscheinungsjahr von "Skyfall" markiert das 50-jährige Dienstjubiläum von 007. Und das bedeutet, dass die Filmemacher einer besonders hohen Publikumserwartung gerecht werden mussten. Zudem taten sich viele ältere Fans mit der Neu-Ausrichtung der Serie seit "Casino Royale" (2006) schwer. Die Vorwürfe reichten von "zu brutal" bis "zu Bond-untypsich". Beliebte Bond-Traditionen wie Waffenmeister Q, Gadgets und vor allem Humor wurden in den letzten zwei Bondfilmen schmerzlich vermisst. Sam Mendes musste Tradition mit Moderne verbinden. Und das ist ihm erstaunlich gut gelungen.

    "Skyfall“ bietet alles, was ein Fan von einem 007-Kinoabenteuer erwartet und ist dennoch keine Rückkehr zur alten Formel, die 1962 mit "Dr. No" etabliert wurde. "Skyfall" erfindet die Serie vielmehr noch einmal neu. Gleich zu Beginn liefert Regisseur Mendes eine rasant geschnittene Verfolgungsjagd durch Istanbul, die auf einem Zugdach ein jähes Ende findet. Es wirkt, als wolle Mendes den alten Fans das geben, was sie sehen möchten. Dann schaltet der Film einige Gänge zurück und zeigt James Bond (Daniel Craig) als physisch wie psychisch labilen Agenten, der nach misslungener Mission inklusive Schussverletzung kaum in der Lage ist, seine Arbeit aufzunehmen. Er tut es dennoch, ausgerüstet mit neuer Waffe und einem Miniradio vom neuen Waffenmeister Q (Ben Whishaw, der Mörder aus "Das Parfum").

    James Bonds neue Mission gibt Mendes Gelegenheit für die typische Exotik: Erst reist 007 nach Schanghai, dann nach Macau. Die meiste Zeit spielt die Handlung allerdings in London. Hier kann sich Mendes am besten auf seine Charaktere konzentrieren. Denn ihm geht es nicht ums Spektakel, er interessiert sich für das Seelenleben seiner Figuren. Sowohl James Bond als auch M (Judi Dench) und ihr Gegner Silwa (Javier Bardem) versuchen vor den Dämonen ihrer Vergangenheit zu fliehen, drohen an der Geheimdienstarbeit zu zerbrechen. Mendes gewährt seinen Charakteren mehr Momente des Zweifelns als jeder Bond-Film vorher. Das ist spannend. Und gleichzeitig der Aspekt, an dem sich die Meinung der Zuschauer am deutlichsten teilen dürfte. Braucht ein Bond-Film so viel Emotion? Ist es sinnvoll, im letzten Drittel des Films sogar Bonds Herkunft zu erläutern? Entzaubert das den Mythos des Superhelden James Bond?

    Inszenatorisch ist "Skyfall" nichts vorzuwerfen. Der Film sieht hervorragend aus, die Actionsequenzen bieten Nervenkitzel, Filmkomponist Thomas Newman streut angenehm oft das berühmte Bond-Thema ein, und James Bond hat seinen Humor wiedergefunden. Fans der ersten Stunde werden sich zudem über den Einsatz von Sean Connerys Aston Martin DB 5 aus "Goldfinger" - das schönste Bond-Auto überhaupt - freuen.

    Auch die Schauspieler sind hervorragend: Daniel Craig liefert in "Skyfall" seine beste Darstellung als James Bond ab. Von einer sarkastischen Kampfmaschine über einen gebrochenen Zyniker bis hin zum entschlossenen Kämpfer reicht die Wandlung, die er anbietet. Allerdings stiehlt ihm Javier Bardem mehrfach die Schau. Er spielt Silwa als vor Selbstironie strotzenden Wahnsinnigen mit gepeinigter Seele, der mit klinischer Grausamkeit zu Werke geht. Zweifelsohne der charismatischste, interessanteste Bond-Schurke der letzten Jahre.

    All das macht "Skyfall" sehenswert. Die Filmemacher haben viel gewagt. Der Zuschauer wird sich auf diesen "neuen" James Bond einlassen müssen. Bond als Experiment. Das hätte man 007 zu seinem 50. Dienstjubiläum nun wirklich nicht zugetraut.

    Fazit: "Skyfall" ist ein ungewöhnlich tiefgründiger, emotionaler James-Bond-Thriller, der zum 50. Jubiläum Tradition und Moderne im Bond-Universum perfekt miteinander verknüpft und mit einem der stärksten Bond-Schurken überhaupt beeindruckt.
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