Sklaven und Herren (2008)

Sklaven und Herren Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Sklaven und Herren: TV-Jugenddrama nach Klaus-Peter Wolfs gleichnamigem Roman.

Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Es ist ein Spiel auf Leben und Tod: Stefan Kornatz’ Regiedebüt erzählt von einer perfiden Abhängigkeit und zeichnet ein düsteres Bild des Schulalltags.

    Auf den ersten Blick wirkt alles harmlos: Einer ist Herr, die anderen sind Sklaven. Die meisten Dienste, die sie verrichten müssen, sind ungefährlich; aus einigen aber wird blutiger Ernst. Und es gibt kein Entkommen, denn jeder Fluchtversuch wird bitter bestraft: Der Herr hat besonders entwürdigende Momente mit seinem mobilen Telefon gefilmt; wer ihn verrät, muss damit rechnen, dass die Filme ins Internet kommen.

    Es ist eine bedrückende und stellenweise verstörende Geschichte, die Klaus Peter Wolf (nach Motiven seines gleichnamigen Romans) und Regisseur Stefan Kornatz in ihrem Film erzählen. Dabei liefert sich Tina (Paula Schramm, zuletzt einziger Lichtblick in dem ProSieben-Film “Die Brücke”) sogar freiwillig aus: Yogi (Franz Dinda) hat ihren kleinen Bruder Klaus (Leonard Carow) in seiner Gewalt. Um ihn aus den Fängen des Peinigers zu befreien, nimmt Tina seine Stelle ein, allerdings nicht ohne Hintergedanken: Yogis Erzfeind an der gemeinsamen Schule ist Vertrauenslehrer Schäfer (Fabian Busch), dem auch Tina gern eins auswischen möchte. Schäfer ist der neue Freund ihrer Mutter (Anna Thalbach), was Tina gar nicht behagt. Gemeinsam mit Yogi stellt sie Schäfer eine perfide Falle, nicht ahnend, dass sie sich dadurch erst recht in seine Hände begibt.

    Die Unterwerfung des Mädchens beginnt mit einem heiklen Ritual: Sie wird gefesselt und mit einem Brennnesselbüschel malträtiert. Das grenzt durchaus an Folter; man will gar nicht wissen, wie viele Halbwüchsige durch diese Bilder auf dumme Ideen kommen könnten. Ohnehin ist nicht auszuschließen, dass ein junges Publikum den charismatischen Yogi keineswegs als Antagonisten sieht. Der 18-jährige Schüler ist ein genialer Manipulator, fährt ein flottes Cabrio, hat einen ausgeprägten Sinn für Stil und Ästhetik; gut möglich, dass gleichaltrige Zuschauer ihm mit Freuden auf den Leim gehen.

    Andererseits gelingt es dem herausragenden jungen Franz Dinda (“Am Tag, als Bobby Ewing starb”, “Die Wolke”), die Figur in der Schwebe zu halten. Gerade dieser Fähigkeit verdankt der Film einen großen Teil seiner Faszination. Kein Wunder, dass er gern (wie zuletzt in “Polizeiruf 110: Verdammte Sehnsucht”) als Schurke besetzt wird: Er hat eine freundliche, einnehmende Art, und sein Grinsen ist umwerfend, aber gleichzeitig kann er unglaublich kalt wirken. Es ist nicht zuletzt diese Doppelgesichtigkeit, die den Film “Sklaven und Herren” durchaus in die Nähe von Stanley Kubricks Burgess-Verfilmung “Uhrwerk Orange” rückt; auch ein Vergleich zwischen Dinda und dem jungen Malcolm McDowell ist keineswegs zu weit hergeholt. tpg.

Darsteller und Crew

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