Shame (2011)

Shame Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (2)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (5)
  1. Ø 4.1

Filmhandlung und Hintergrund

Shame: Drama über einen selbstzerstörerischen Sexsüchtigen, das nicht nur wegen der überragenden und bereits vielfach ausgezeichneten Performance seines Hauptdarstellers beeindruckt.

Mittdreißiger Brandon sieht gut aus, weiß sich zu kleiden. Er ist erfolgreich im Job und bei den Frauen, lebt in einem superschicken Apartment in New York. Eine feste Beziehung hat er nicht, stattdessen lebt er seine Sexsucht aus, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Da taucht seine chaotische, labile Schwester Sissy bei ihm auf, nistet sich bei ihm ein. Sie geht ihm auf die Nerven, aber er fühlt sich auch für sie verantwortlich.

Mittdreißiger Brandon sieht gut aus, und weiß sich zu kleiden. Er ist erfolgreich im hochdotierten Job und bei den Frauen, und lebt in einem superschicken Appartment in New York City. Eine feste Beziehung hat er nicht und sucht auch keine, stattdessen lebt er seine Sexsucht aus, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Da taucht seine chaotisch, psychisch labile Schwester Sissy bei ihm auf, nistet sich in seiner Wohnung ein, und geht ihm auf die Nerven. Aber Brandon fühlt sich auch für sie verantwortlich.

Während er nach außen erfolgreich den kontrollierten Yuppie spielt, verlangt Brandons Körper rund um die Uhr nach Sex. Ästhetisch anspruchsvolles und schonungsloses Portrait über den Alltag eines Sexsüchtigen. Aufreger seiner Saison!

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ja, Michael Fassbender ist vollkommen nackt zu sehen und ja, er schubst Ewan McGregor von einem ganz besonderen Thron. So, das wäre fürs Erste geklärt. Eigentlich soll es hier aber in erster Linie um den Film an sich gehen: Gemessen an der Zahl der Filme, die jährlich weltweit produziert werden, ist die Zahl derer, die einen vollkommen umhauen, leider sehr gering.

    Steve McQueen ist mit seinem mit Spannung erwarteten zweiten Regiestreich eine solche Rarität gelungen. „Shame“ nimmt den Zuschauer mit auf eine dunkle Reise tief ins Innerste seines Protagonisten Brandon. Hört man das Wort „Sexsucht“, schmunzelt man eventuell im ersten Moment und denkt an einen Prominenten, der so versucht, seine Promiskuität und die zahlreichen Seitensprünge zu rechtfertigen. McQueen zeigt allerdings unmissverständlich, dass Sexsucht mit dem Bedürfnis nach Sex so viel zu tun hat, wie Alkoholismus mit Durst.

    Der Zuschauer lernt Brandon kennen, als er nackt aus seinem Bett steigt, sich ein Glas Wasser holt und dann pinkeln geht. Höchst ungewöhnlich – keine Frage, aber trotzdem genau richtig für eine glaubwürdige Einführung dieser Figur. Brandon lebt allein und tut quasi am laufenden Band Dinge – allein oder in zeitweiliger Gesellschaft –, bei denen Kleidung eher hinderlich ist. Warum sollte er also in seinen eigenen vier Wänden welche tragen oder die Badezimmertür hinter sich schließen? Natürlich sind bei einem Film über einen Sexsüchtigen einige Sexszenen zu sehen, aber sie dienen nicht dem Selbstzweck. Ganz im Gegenteil. So erfährt der Zuschauer eine Menge über Brandon und die Auswirkungen seiner Krankheit – ohne eine erklärende Dialogzeile. Schon die Eröffnungssequenz macht deutlich, dass es hauptsächlich um Kontrolle geht. Brandon bestellt sich eine Professionelle nach Hause. Sie kommt, tut das, wofür sie bezahlt wird und dann geht sie wieder. Höchst wahrscheinlich kennt er nicht mal ihren Namen. Groteskerweise ist es Intimität, die ihm Probleme macht – auch das bekommen wir schonungslos vorgeführt. Und der Dreier gegen Ende des Films ist zwar eher ein Vierer mit der Kamera (oder dem Zuschauer), aber alles andere als „flott“. Einvernehmlicher Sex war noch nie so schmerzhaft mit anzusehen. Der Kick, dem Brandon immer wieder hinterher jagt, verlangt einen hohen Preis: Scham, psychischer Schmerz bis hin zum Selbsthass.

    Wie bereits 2008 in McQueens Debütfilm „Hunger“ ist auch hier Michael Fassbender in der Hauptrolle zu sehen, dem es in der Zusammenarbeit mit Steve McQueen offensichtlich immer gelingt, noch einen Schritt weiter zu gehen und noch einen und noch einen – bis nicht nur sein gesamter Körper, sondern auch seine Seele, also die seiner Figur Brandon, komplett entblößt ist – und zwar vorwiegend nonverbal. Wie etwa in der Schlüsselszene des Films, in der Brandons Schwester Sissy die Blues-Version von „New York New York“ singt. Fassbender läuft nicht einfach nur eine Träne die Wange hinunter. Sie ist die Folge eines sichtbaren inneren Ringkampfes mit etwas, das – ausgelöst durch den Auftritt der Schwester – nicht mehr länger unterdrückt, verdrängt und tief unten begraben sein will. Auch Carey Mulligan ist hier in ihrer bislang eindrucksvollsten Rolle zu sehen. Während sie singt, wirkt sie so verletzlich und so tief traurig, dass es einem auch als Zuschauer beinahe das Herz zerreißt.

    Sissy ist das genaue Gegenteil ihres Bruders – extrovertiert, süchtig nach Liebe und körperlicher Zuwendung. Was genau den beiden zugestoßen ist, erfährt man nicht. Spielt auch keine Rolle. Fest steht, dass es grauenvoll gewesen sein muss und der Grund dafür ist, dass keiner von beiden ein normales Leben führen kann. Und so sehr Sissys Anwesenheit auch eine Belastung für Brandon ist, schimmert immer wieder durch, wie nah sich die beiden stehen. Was ihre Nähe für ihn tragischerweise umso unerträglicher macht. Aber die wenigen amüsanten Momente, die es trotz des schwierigen Themas gibt, finden fast ausschließlich zwischen den Geschwistern statt.

    „Shame“ ist nicht nur ein Drama über einen Sexsüchtigen, sondern auch über emotionale Bindungen zu einander, den Wunsch danach und die Angst davor und ein Film über die heutige Zeit, die zunehmende Sexualisierung der Gesellschaft – ohne dabei zu verurteilen. Dabei zeigt Steve McQueen ein kühles New York in langen Einstellungen - oft Plansequenzen, die nie bis ins kleinste Detail durchchoreografiert und selten vollständig ausgeleuchtet sind, aber trotzdem wunderschön.

    Steve McQueen fordert seinen Zuschauer erneut heraus – aber nicht ohne ihn mit einem Hoffnungsschimmer zurückzulassen. „Shame“ wird sich für eine ganze Weile im Kopf fest setzen – schön zu sehen, dass Kino das heutzutage noch fertig bringt.

    Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat „Shame“ bei den Nominierungen für die diesjährige Oscar-Verleihung übrigens komplett ignoriert - wahre Filmkunst wird eben doch wo anders ausgezeichnet!

    Fazit: In "Shame" verschaffen Steve McQueen und vor allem Michael Fassbender mit seiner fesselnden Darstellung dem Wort "Intensität" eine neue Dimension.
  • Drama über einen selbstzerstörerischen Sexsüchtigen, das nicht nur wegen der überragenden und bereits vielfach ausgezeichneten Performance seines Hauptdarstellers beeindruckt.

    Regisseur Steve McQueen und Darsteller Michael Fassbender erregten bereits mit ihrer ersten Zusammenarbeit “Hunger” Aufsehen, gingen an Grenzen. Wie als IRA-Mann im Hunger- und Waschstreik zeigt Fassbender auch hier vollen Körpersatz, lässt McQueen den Zuschauer erneut weit mehr sehen als er es in konventionellen Filmen gewöhnt ist. Etwa wie die Hauptfigur ihre Sucht zu jeder Tages- und Nachtzeit, sei es zu Hause, in der Arbeit, im Designerhotel, in einschlägigen Clubs, mit und ohne Frau befriedigt – wie eine Maschine, meist ohne Gefühl, verbissen, verzweifelt. Dabei wird die Hauptfigur Brandon als Mann präsentiert, der scheinbar alles hat, Erfolg im Job und bei den Frauen sowie Geschmack. Eine Erklärung für Brandons Verhalten liefert McQueen nicht, schildert es nur freizügig, detailliert und distanziert in exquisiten Bildern (von Sean Bobbitt) aus zum Teil ungewöhnlichen Perspektiven. McQueen deutet höchstens an, eine schwierige Kindheit, vielleicht auch Geschwisterliebe. In den Szenen mit Schwester Sissy jedenfalls, die – gleichzeitig verletzlich und aufgedreht – so ganz anders ist als der um Beherrschung bemühte Brandon – und sich bei ihm gegen seinen Willen einnistet, jedenfalls strahlen Brandon und der Film die größte Emotion aus, Zärtlichkeit, auch mehr Humor. Wunderbar, zu Tränen rührend ist die Szene, in der Sissy “New York, New York” singt, wie man es noch nicht gehört und gesehen hat. Nicht nur hier brilliert Carey Mulligan, die ihren tollen Leistungen in “An Education” oder “Alles, was wir geben mussten” eine weitere hinzufügt. Überhaupt setzt McQueen mit Musik Akzente, legt etwa in seiner famosen Eingangssequenz einen hochdramatischen Klassiktitel über ein alltägliches Flirten in der U-Bahn, bei dem Brandon nur mit Blickkontakt eine junge Frau als Sexpartnerin auskundschaftet. Der Film, der u.a. in Venedig, bei den British Independent Awards und von diversen Kritikerzirkeln prämiert wurde, mag nicht jedem und in allem gefallen, kalt lässt er aber nicht. hai.
  • Videokritik anzeigen
  • In letzter Zeit hat man als fleißiger Kinogänger das Gefühl, Michael Fassbender ist wirklich in jedem Film zu sehen. Nicht nur aktuell, auch frühere Auftritte wie in 300 oder Inglourious Basterds fallen einem plötzlich wieder ein. Aber in keinem anderen Film reißt er die Kontrolle so sehr an sich, wie in Steve McQueens Shame. Das liegt einerseits daran, dass der Regisseur in jeder Einstellung dicht an seinem Hauptdarsteller dran ist, ob physisch oder psychisch, er lässt den sexsüchtigen Brandon niemals aus den Augen. Andererseits gibt Fassbender selbst hier eine überragende Darstellung ab, in der es ihm gelingt, jede Nuance seiner Figur auf seinem ohnehin ungemein interessanten Gesicht widerzuspiegeln. Was man als Beobachter erlebt, ist ein Mensch, der alles haben könnte, dabei aber völlig verloren am Boden ist. Und über die Geschichte tatsächlich noch tiefer fällt, während er sich immer mehr selbst zu zerstören scheint. Dabei erfreut am meisten, dass die Inszenierung nichts beschönigt, entschärft oder verschenkt, sondern konsequent provokativ bleibt. Ein echtes Filmerlebnis, das einen erstmal nicht mehr loslässt.
  • Wer darüber nachdenkt, „Shame“ im Kino anzusehen, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Denn das Psychodrama ist vor allem etwas für Leute, die gut damit leben können, wenn in einem Film handlungsmäßig wenig bis gar nichts passiert. Leidensfähigkeit ist auch gefragt, denn letztlich schaut man in „Shame“ 100 Minuten lang unglücklichen Menschen zu, wie sie sich noch unglücklicher machen. Wen das nicht abschreckt, der bekommt mit „Shame“ eine toll in Szene gesetzte psychologische Momentaufnahme geboten, die vor allem mit exzellenten schauspielerischen Leistungen punkten kann. Michael Fassbender zeigt in der Hauptrolle, warum er mittlerweile zu den gefragtesten Darstellern der internationalen Filmszene gehört und auch die eigentlich immer gute Carrey Mulligan beweist nach ihrer Rolle in „Drive“ wieder, dass sie ein sicheres Händchen für spannende Stoffe hat.
  • Beeindruckendes Drama, das inhaltlich und stilistisch den Zuschauer fordert. Schlichtweg grandios: Hauptdarsteller Michael Fassbender
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Darsteller und Crew

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