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Shahada (2009)

Shahada Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Shahada: Intensives Drama über drei junge Muslime in Deutschland, die während des Fastenmonats Ramadan auf schwere Glaubens- und Lebensproben gestellt werden.

Drei junge Muslime in Deutschland. Während des heiligen Fastenmonats Ramadan geraten sie in Krisen, die ihr bisheriges Werte- und Glaubenssystem auf eine harte Probe stellen. Ismail, türkischer Polizist und Familienvater in Berlin, kann einen dramatischen Unfall mit seiner Dienstwaffe nicht verkraften. Dem Nigerianer Samir macht seine Homosexualität extrem zu schaffen. Und Maryam, die westlich orientierte Tochter eines türkischen Geistlichen, überdenkt nach einem schlimmen Erlebnis ihre Wertvorstellungen.

Drei junge Muslime in Deutschland geraten in Krisen, die ihr bisheriges Werte- und Glaubenssystem auf eine harte Probe stellen. Kulturell aufschlussreiches Spielfilmdebüt des afghanischstämmigen Deutschen Burhan Qurbani.

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Kritiken und Bewertungen

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    SHAHADA ist ein hochspannender, intelligenter Film, der seine Zuschauer mit einer überragenden Geschichte, begnadeten Darstellern und raffinierten erzählerischen Komponenten fesselt. Drei Muslime hadern in Berlin mit ihren Schicksalen und vor allem mit ihren Schuldgefühlen: Sammi stellt sich gegen seine erwachenden, homosexuellen Gefühle, Maryam reagiert mit fanatischer Glaubensauslegung auf das Trauma einer illegalen Abtreibung und der Polizist Ismail verlässt seine Familie aufgrund eines folgenschweren Dienstunfalls. Regisseur und Autor Burhan Qurbani inszeniert sein Spielfilmdebüt mit großer Sicherheit, und verwebt gekonnt seine eindringlich authentischen Großstadtgeschichten um das Zentrum der muslimischen Gemeinde, in der Maryams Vater als Imam tätig ist. Modern und traditionell zugleich thematisiert SHAHADA die Widersprüche eines Lebens zwischen den Kulturen, gibt Einblicke in Werte- und Glaubensfragen und kennzeichnet die Thematiken als allgemeine Probleme des Individuums auch abseits der Religion. Respekt vor dieser Leistung!

    Jurybegründung:

    Maryam war schwanger und hat illegal abgetrieben. Samir entdeckt, verdrängt und bekämpft die homosexuelle Liebe zu seinem besten Kumpel. Ismail wird unverhofft wieder mit seiner tragischen Schuld aus der Tätigkeit als Polizist konfrontiert. Den drei Hauptfiguren ist gemein, dass sie muslimischen Glaubens sind und seit Langem, mehr oder weniger integriert und etabliert, in Berlin leben. Wie werden sie die nicht rückgängig zu machende gefühlte oder reale Schuld, den vermeintlichen Verrat am Glauben, an der Religion von Vater und Mutter und der eigenen Überzeugung verarbeiten können?

    Der Film führt den Betrachter in gedankliche Dimensionen, wie sie ein Film mit dieser Ansiedlung bisher kaum erschlossen hat, in einer einmaligen Interaktion von Buch, Regie, Szenenbild, Kamera und Ton. Was er uns mit diesen Bausteinen in präziser künstlerischer Formensprache vermittelt, ist weit mehr als der Einblick in eine Glaubenswelt. Er erheischt nichtVerständnis oder gar Mitleid für Koran-Gläubige in einer Diaspora des 'modernen Abendlandes'. Er führt in die Tiefen von allgemeinen Befindlichkeiten, deren Bindeglied momentan die Hilflosigkeit und Verzweiflung ist, und die jeder, der noch Schuld und Verantwortung zu empfinden vermag, im entsprechenden Alter, vor dem Hintergrund familiärer oder gruppenspezifischer Vorschriften sowie gesellschaftlicher Normen und Tabuisierungen in verschiedenen Graden der Zuspitzung durchleben könnte.

    Ob und wie sie es schaffen, die Verantwortung für ihr Wollen und Handeln zu schultern, Selbstverständnis, Selbstbewusstsein und eigene Maximen zu entwickeln, wird uns anhand der exemplarischen Helden mit atemloser, aber nie ins Reißerische entgleisender Spannung vorgeführt. Letzteres ist auch der episodischen Erzählform zu verdanken (deren Kapitelbezeichnungen noch einen zusätzlichen, aber gesondert zu erschließenden Stellenwert haben).

    Der Vater Maryams, Imman der muslimischen Gemeinde - lässt er uns nicht an Nathan, den Dramenhelden des deutschen Aufklärers Lessing denken? Liebender Vater, Sinn-Anbieter statt Richter, Missionar des seelischen Friedens in einer friedlosen Welt, in der der Nachbar dem Nachbarn nichts gilt. Eine Welt in der institutionalisierter Glaube zur Ideologie mutiert und erstaunlicherweise stärker von den Individuen als von der Instanz weitergetragen wird, in der es möglich ist, Menschenliebe und Vernunft durch Dogmen auszuhebeln.

    Maryam, die die Last nicht tragen kann und in die zersetzende Extremwelt ritueller Omina und Weisungen treibt, wird sie wieder Halt finden in der alles umfassenden Liebe ihres Vaters und seiner Überzeugung, dass auch Gottes Prinzip die Liebe ist?

    'Wohlan! / Es eifre jeder seiner unbestochnen / Von Vorurteilen freien Liebe nach...' (Gotthold Ephraim Lessing).

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Im Fastenmonat Ramadan kreuzen sich in Berlin die Wege dreier junger Muslime, die das Leben aus der Bahn wirft und sich entscheiden müssen.

    Zwischen zwei Kulturen aufgewachsen, sieht der afghanischstämmige Burhan Qurbani seinen Diplomfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg als Versuch, die aus der islamischen und deutschen Kulturen erwachsenden Widersprüche zu verarbeiten. “Shahada” soll “kein Film über Religion” sein, erzählt aber viel von Religion und was sie mit den Menschen macht, wie schmal der Grat zwischen Glauben und Fanatismus sein kann.

    Anhand von drei jungen Muslimen in der Hauptstadt kristallisieren sich Krisen und Konflikte heraus: Ein türkischstämmiger Polizist leidet unter schlechtem Gewissen, weil er durch einen Querschläger aus der Dienstpistole eine Bosnierin so schwer verletzte, dass ihr ungeborenes Kind im Mutterleib starb, die lebenslustige und freigeistig erzogene Tochter eines verwitweten und gütigen Imams treibt ihr ungewolltes Kind ab und flüchtet sich wahnhaft in den Fundamentalismus, ein auf dem Großmarkt arbeitender Nigerianer empfindet verbotene Gefühle für seinen Kollegen und weiss nicht damit umzugehen.

    Schuldbewusstsein als Lebensmaxime. Die Individuen kämpfen in extremen Situationen mit ihren Dämonen und gesellschaftlichem Druck in der kleinen Gemeinde. In den Zwängen eines Glaubens gefangen, der ihre Freiheit einschränkt, akzeptieren sie klaglos ihr Schicksal, sind Opfer der Umstände. Fast mantramäßig heißt es immer wieder “Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet”, eine wirkliche Reflektion über Machtmechanismen der Religion bleibt aber aus. Die Episoden des in Kapitel aufgeteilten Dramas sind gekonnt verknüpft, nach einem furiosen Beginn flacht der Handlungsbogen allerdings etwas ab, die Psychologie der Figuren erschließt sich nicht, manchmal gehen guter Wille, Klischee und Gutmenschentum eine nicht unbedingt gelungene Symbiose ein, dann wieder überraschen treffsichere Dialoge und intensive Momente bei dieser diffizilen Suche gepeinigter Seelen nach Identität. Nach diesem Plädoyer für Toleranz kann man von dem erst 29-jährigen Regisseur sicherlich noch einiges erwarten. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

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  • Episodenfilm über junge Muslime in Deutschland

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