Saving Mr. Banks (2013)

Saving Mr. Banks Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Saving Mr. Banks: Warmherzige Erinnerung an den Klassiker "Mary Poppins" und die Auseinandersetzungen um die Verfilmung zwischen der Autorin des berühmten Kinderbuchs und Walt Disney.

Nachdem P.L. Travers sich viele Jahre geweigert hatte, die Filmrechte an ihrem Kinderbuch “Mary Poppins” an Walt Disney zu verkaufen, stimmt sie, finanziell angeschlagen, einem Besuch in Los Angeles zu. 14 Tage lang ringt die Autorin dort mit den Kreativen um jedes Detail, zermürbt alle mit Sturheit und Exzentrik. Doch Disney und seine Mitarbeiter werden erkennen, warum sich Travers dem geplanten märchenhaften Musical widersetzt, warum ihre Vergangenheit mit der Zukunft ihrer berühmtesten Schöpfung im Kino unvereinbar scheint.

Widerwillig hat P.L. Travers die Filmrechte an “Mary Poppins” verkauft und befindet sich fortan im kreativen Clinch mit Walt Disney. Gewitzte Nacherzählung der Kämpfe zwischen der Autorin des Kinderbuchs und Walt Disney.

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Kritiken und Bewertungen

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    Zu viel Gesinge, zu viel Getanze, zu viel Zuckerguss! Dieses harte Urteil fällt die Schriftstellerin P.L.Travers, als sie nach Hollywood reist, um den großen Walt Disney zu treffen. Dieser möchte unbedingt die Rechte an ihrem Buch "Mary Poppins" erwerben, doch da hat er nicht mit Mrs. Travers gerechnet. Sie hat große Angst, dass der erfolgsverwöhnte Hollywoodproduzent aus ihrer Geschichte etwas anderes macht, als sie intendiert hat. Um sie zu beruhigen, involviert Walt Disney Travers in den gesamten kreativen Prozess. Nichts jedoch kann die resolute Dame aus England zufrieden stellen. Denn, was niemand ahnt, es geht ihr um den Vater, Mr. Banks. Und um ihre eigene Geschichte. Der Film von John Lee Hancock wirft einen Blick hinter die Kulissen des Disney-Klassikers MARY POPPINS aus dem Jahr 1964. Doch neben den amüsanten Verwicklungen und dem "Culture Clash" zwischen der zugeknöpften Britin und den überdrehten Filmleuten erzählt der Film auch auf berührende Weise die Geschichte der Autorin selbst. Szene für Szene entblättert sich ihre Kindheit in Australien, ihre enge Beziehung zum Vater und die Trauer über seinen Verlust. Gekonnt vermischen sich die Erzählebenen und zeichnen so das stimmige Bild einer starken Frau, die ebenso starrköpfig ist wie ihr Gegenüber Walt Disney. Tom Hanks spielt den Zeichentrick-Mogul mit einer großen Portion Humor und Wärme. Doch es ist Emma Thompson, die alle überragt. Ihre P.L.Travers ist brüsk, bissig und britisch bis zum perfekt vernähten Saum ihres perfekt sitzenden Rocks. Doch innerlich ist sie immer noch das kleine verletzliche Mädchen, das ihren Vater retten möchte. In MARY POPPINS wurde der Vater von einer Frau mit einem sprechenden Regenschirm gerettet, die eines Tages einfach so vom Himmel fiel. Ein zauberhafter Film über eine ebenso zauberhafte Geschichte, die bis heute Jung und Alt glücklich macht.

    Jurybegründung:

    Wer hätte gedacht, dass sich über die Auseinandersetzungen um Filmrechte ein warmherziger Hollywoodfilm machen lässt? P.L. Travers, die Autorin der vielgeliebten Kinderbücher über die Gouvernante Mary Poppins, hatte sich viele Jahre lang geweigert, der Verfilmung eines ihrer Werke zuzustimmen. Allerdings war genau dies eines der Lieblingsprojekte von Walt Disney, und als die Autorin in finanzielle Nöte geriet und sich deshalb widerstrebend auf eine Reise von London nach Hollywood begab, tat Disney alles, um ihr die Genehmigung abzuluchsen. Dieses Duell von zwei extrem unterschiedlichen Charakteren bildet den Rahmen von SAVING MR. BANKS. P.L. Travers ist eine sehr britische Künstlerin, der die Traumfabrik und besonders die Trickfilme von Walt Disney zuwider sind, während dieser aus lauter Optimismus und Jovialität zu strahlen scheint und sich nicht vorstellen kann, dass er einmal seinen Willen nicht durchsetzen kann. Emma Thompson (die ja schon in EINE ZAUBERHAFTE NANNY eine Art Erbin von Mary Poppins verkörpert hat) spielt P.L. Travers als eine kratzbürstige Exzentrikerin mit scharfer Zunge, aber auch immer als eine traurige, einsame Frau, die eine große Last aus der Vergangenheit mit sich herumschleppt. Tom Hanks gibt die Ikone des amerikanischen Showbusiness als einen souveränen Organisator, der so in sich ruht, dass er seine Macht und sein Selbstbewusstsein nicht auszustellen braucht. Wenn diese beiden Charaktere mit ihren absolut gegensätzlichen Temperamenten und Lebenseinstellungen aufeinander treffen, ist das oft sehr witzig und John Lee Hancock inszeniert mit einem guten Gespür für Situationskomik. Aber er geht auch tiefer, wenn er etwa in Rückblenden von P. L. Travers' Kindheit erzählt und dabei deren Trauma (der Vater war ein Trinker und starb früh) und die ursprüngliche Inspiration für Mary Poppins (eine der Familie nahe stehende Frau, die sich in Notzeiten um die Kinder kümmerte) offenbart. Diese Lebensgeschichte ist raffiniert mit den Szenen verwoben, in denen P.L. Travers mit dem Drehbuchautoren, Komponisten und Liedtextern des Studios äußerst penibel das Buch für den Film bearbeitet. Wenn diese beiden Ebenen dadurch zusammenkommen, dass P.L. Travers durch eine entscheidende Änderung im Drehbuch (eben der Rettung von Mr. Banks) mit ihrer Vergangenheit und dem Filmprojekt versöhnt wird, ist dies ein bewegender Höhepunkt des Films. Nebenbei wird hier auch viel über das Filmemachen erzählt, und zwar nicht wie sonst üblich über die Dreharbeiten (die werden völlig ausgespart und so spielt etwa Julie Andrews kaum eine Rolle), sondern über die Vorproduktion, in der noch am Drehbuch und den Musicalsongs gearbeitet wird, die Kostüm- und Kulissenentwürfe entstehen, über die Besetzung entschieden und die Rechtefragen geklärt werden. Die Disney-Studios feiern sich mit diesem Film intelligent, zurückhaltend und, in ihrer besten Tradition, sehr unterhaltsam.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Differenziert in seiner Darstellung, akkurat in seiner historischen Dimension. Ein wundervoller Film, nicht nur für Fans von Mary Poppins.
  • Walt Disneys langjähriger Kampf um die Filmrechte an “Mary Poppins” ist Keimzelle einer bittersüßen Geschichte um zwei unterschiedliche Persönlichkeiten und Lebensmodelle.

    “Chim chiminey, Chim chiminey, Chim chim cher-oo, ich tu was mich freut und mich freut, was ich tu!” Programmatisch bringt Bert, Straßenkehrer, Lebenskünstler und Gute-Laune-Philosoph von “Mary Poppins”, Walt Disneys Lebensmotto auf den Punkt. Wie dessen Weltsicht mit der von P.L. Travers, der Autorin der Poppins-Bücher, kollidierte, davon erzählt John Lee Hancocks Film in Harmonie von komischen und traurigen Momenten.

    Auf zwei Zeitebenen entfaltet sich die Geschichte einer künstlerischen Konfrontation, die zunächst in eine Kapitulation von Travers mündete und danach, aller Versuche Disneys zum Trotz, ohne Aussicht auf Versöhnung weitergeführt wurde. Mit einer darstellerischen Glanzleistung erfüllt Emma Thompson die kratzbürstige, unverbiegbare, exzentrische Nervensäge mit Leben, deren Verteidigungsmauern nach über 20 Jahren Belagerung durch Disney aus finanziellen Gründen porös werden. So macht sich Travers 1961 von London ins Land der Barbaren nach Los Angeles auf, wo die Sonne und strahlende Gesichter einen Bund fürs Leben eingegangen sind. Zwei Wochen wird sie Gast von Disney sein, mit dem Drehbuchautor und den Sherman-Brüdern, den musikalischen Magiern, die Poppins zur Musicalheldin machen sollen, um jedes Detail ringen und dann entscheiden, ob sie Disney endlich die Filmrechte abtritt.

    Tom Hanks hat kaum Ähnlichkeiten mit der Ikone, aber deren Lebenssicht vermittelt er authentisch und überzeugend. Vertraulichkeit, Optimismus, Sentimentalität – Disneys Markenzeichen – sind Travers ein Grauen. Komik entsteht durch Travers’ Exzentrik und den Versuchen der kalifornischen Glückspropheten, ihr Bollwerk zum Einsturz zu bringen. Tragik schält sich in den Rückblenden ins Jahr 1906, in die Kindheit der Autorin, heraus, die Inspiration für die Kult-Nanny wurde, wenn auch anders, als Disney vermutet. “Saving Mr. Banks” ist warmherzig, amüsant, charmant, manchmal auch etwas kitschig und damit ein klassischer Disney. Es ist mehr als ein Film über einen Film, er erzählt von prägenden Kindheiten, unterschiedlichen Wahrnehmungen und Lebensmodellen, vom Gefangensein im Gestern und der Möglichkeit, sich von diesen Fesseln zu befreien. Es ist kein Film für Zyniker, sondern ein Plädoyer, den Disney in uns, der an das Schöne erinnert oder das Hässliche vergessen lässt, zu finden oder wiederzuentdecken. kob.
  • Jeder kennt den Filmklassiker "Mary Poppins" aus dem Jahr 1964, aber kaum jemand seine schwierige Entstehungsgeschichte. Walt Disney hatte sich 20 Jahre lang bei der Buchautorin Pamela L. Travers um die Filmrechte bemüht. Der charmante, auf Tatsachen basierende Spielfilm "Wenn der Wind sich dreht" von Regisseur John Lee Hancock ("Blind Side – Die große Chance", "Die Entscheidung – Eine wahre Geschichte") erzählt sehr amüsant über den schwer erkämpften Durchbruch im Jahr 1961. Parallel taucht er in Rückblenden in Travers' Kindheit ein und verrät, welche realen Personen Paten standen für den Familienvater George Banks und das legendäre Kindermädchen ihrer Romane.

    Pamela L. Travers hat ganz konkrete Vorstellungen davon, was alles nicht zu ihrer Mary Poppins passt. Drehbuchautor Don DaGradi (Bradley Whitford) und die beiden Songwriter Richard (Jason Schwartzman) und Robert Sherman (B.J. Novak) schwitzen Blut und Wasser, während sie mit ihr im Disney-Studio das Skript durchgehen und ihr die Filmsongs vorspielen. Die Schriftstellerin gibt sich so britisch-spröde, dass der herzliche Walt Disney kurz davor steht, zu kapitulieren. Der Film stilisiert den Konflikt in köstlichen Szenen zum veritablen Clash of Cultures. Die Disney-Produktion ist dabei auf uneitle Weise selbstironisch: Sie scheut sich nicht zu zeigen, wie kitschig und kindisch Travers fast alles fand, womit Walt Disney und sein Team sie begeistern wollten. Im Kontrast dazu steht eine anrührende Szene, in der Disney von seiner schweren Kindheit erzählt.

    Dazwischen werden die Erinnerungen der Autorin an ihr Elternhaus in Australien geschnitten. 1906 himmelt die kleine Helen Goff (Annie Buckley) ihren Vater Travers an, der fantasievolle Spiele für sie ersinnt. Aber der Bankmanager trinkt, wird krank und zieht seine Familie ins Unglück. Helens Drama weckt Verständnis für die altjüngferliche Erwachsene. Emma Thompson spielt die Schriftstellerin bewegend als einsame, im Grunde liebenswerte Frau. Wegen ihrer von feiner "Mary Poppins"-Nostalgie durchzogenen Atmosphäre mutet die Geschichte selbst wie ein charmantes Prequel an.

    Fazit: Die bezaubernde Komödie "Wenn der Wind sich dreht" verwebt den Konflikt zwischen Walt Disney und der Schriftstellerin Pamela L. Travers gekonnt mit "Mary Poppins"-Nostalgie.
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Darsteller und Crew

News und Stories

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