San Andreas (2015)

San Andreas Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (31)
  1. Ø 4
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 2.8

Filmhandlung und Hintergrund

San Andreas: Imposantes Katastrophenspektakel nach Emmerich-Prinzip, in dem ein Rettungspilot in den Trümmern von L.A. nach seiner von ihm entfremdeten Tochter fahndet.

Ein verheerendes Erdbeben erschüttert Kalifornien und legt unter anderem San Francisco in Schutt und Asche. Der Katastrophenfilm „San Andreas“ bezieht sich auf die sogenannte San Andreas Verwerfung, einen auch in der Realität existierenden Erbbebenherd vor der Küste Kaliforniens und schickt den Piloten Tom (Dwayne Johnson) auf eine heikle Mission mitten in die zerstörte Stadt, um dessen eingeschlossene Tochter Blake (Alexandra Daddario) zu retten. Als Pilot eines Rettungshubschraubers ist es Tom natürlich gewohnt, unter extremen Bedingungen zu arbeiten, doch die eigene Tochter finden und retten zu müssen, ist schon eine außergewöhnlich belastende Situation, selbst für so einen erfahrenen Haudegen wie es Tom natürlich ist. Bereits vor 100 Jahren wurde die pulsierende Metropole San Francisco in der sogenannten Bay Area Kaliforniens von einem verheerenden Erdbeben heim gesucht, doch was sich dem Piloten Tom aus seinem Hubschrauber heute für ein Bild der Verwüstung bietet, ist selbst für das hartgesottene Muskelpaket ein veritabler Schock. Und ausgerechnet in diesen Ruinen und dem an jeder Ecke vorherrschenden Chaos kämpft irgendwo seine Tochter um ihr nacktes Überleben. Obwohl Vater und Tochter in der Vergangenheit nicht gerade ein gutes Verhältnis zueinander pflegten ist es für Tom natürlich klar, dass er Blake um jeden Preis retten muss, auch wenn er sich selbst in Lebensgefahr begeben muss. Um den Schrecken der Erderschütterung so realistisch wie möglich zu schildern, drehte Regisseur Brad Peyton sein mit Action vollgestopftes Spektakel in 3D. Auf diese Weise ist der Zuschauer mitten drin im Geschehen und bekommt ein Gefühl für all das Chaos und die Welle der Verwüstung, die durch das Erdbeben angerichtet wurde.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Actionfilme, in denen die Erde kurz vor ihrem nahenden Untergang steht, ähneln sich. Immer. Fast scheint es so, als würde für Produktionen dieses Schlages lediglich ein einziges, formelhaftes Drehbuch existieren, das sich, anstatt die Story zu variieren, einzig und allen dem aktuellen Standard des technischen Effektkinos anpasst. Auch „San Andreas“ nimmt sich da in seinem fast schon unverschämt genauen Abhaken gängiger Genreklischees nicht aus. Regisseur Brad Peyton („Die Reise zur geheimnisvollen Insel“) konzentriert sich ganz auf die Versatzstücke eines typischen Katastrophen-Actioners. Dabei setzt sein Film visuell ähnlich große Maßstäbe wie Roland Emmerichs düsteres Weltuntergangsszenario „2012“ vor wenigen Jahren, was in der heutigen Zeit des CGI-lastigen Bombastspektakels schon etwas heißt. Doch leider lässt Peyton den Zuschauer ansonsten recht ratlos zurück, denn die Frage, ob er seinen Film tatsächlich ernst meint, vermag man innerhalb der zweistündigen Laufzeit nie ganz herauszulesen. „San Andreas“ verzichtet fast vollkommen auf jedwede Ironie, was dem Szenario nicht selten unfreiwillig komische Facetten beimengt.

    Im Falle von „San Andreas“ ist es also Ex-Wrestler und Action-Haudegen Dwayne Johnson, mit dem Peyton auch bereits in „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ zusammenarbeitete und der sich in den letzten Jahren eine beachtliche Fanbase aufbauen konnte. In seinem neuen Projekt hat er als das Stereotyp eines muskulösen Helden erwartungsgemäß wenig zu tun, doch besonders durch die Interaktion mit Filmtochter Blake, souverän gespielt von Serien-Star Alexandra Daddario („True Detective“), erhält seine ecken- und kantenlose Figur ein sympathisches Profil. Viel mehr Emotionen als das Formen eines glaubhaften Vater-Tochter-Verhältnisses darf der Zuschauer von „San Andreas“ dann allerdings nicht erwarten. Denn auch, wenn Brad Peyton immer wieder durchscheinen lässt, dass er sich eine Geschichte mit tiefschürfenden Charakteren wünscht, mit denen das Publikum aktiv mitleiden soll, so bleiben die Stärken von „San Andreas“ vorzugweise die spektakulären Bildgewalten. Die Zusammenarbeit zwischen den Effektspezialisten sowie Kameramann Steve Yedlin („Looper“) kreiert atemberaubende Bilder einer sukzessiven von den Naturgewalten zerstörten Weltmetropole. Dass ein Großteil des visuellen Erlebnisses aus dem Computer stammt, ahnt man beim Zusehen kaum. Den 3D-Aufschlag kann man sich indessen sparen: Obwohl „San Andreas“ tatsächlich dreidimensional gedreht und nicht etwa nachträglich konvertiert wurde, ist das Bild ständig unscharf und von Phantombildern durchzogen. Stattdessen lohnt sich der Film als IMAX-Erlebnis; je größer die Leinwand, desto mitreißender die Action.

    „San Andreas“ sowie dessen Entertainmentfaktor definieren sich klar über die Effektspielereien. Doch auch diese können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Skript von Carlton Cuse („Bates Motel“) so arg vorhersehbar ist, dass das konsequente Verweigern eines halbwegs originellen Plotpfades jedwede Überraschung im Keim erstickt. Die Handlungen der Figuren passen sich der Dramaturgie des Filmes an und nicht umgekehrt, Entscheidungen der Charaktere sind schon Minuten zuvor zu erahnen und selbst Kamerafahrten wiederholen sich kontinuierlich. Immerhin vertrauen die Macher auf ihre gelungene Idee, Protagonist Ray als Hubschrauberpilot zu etablieren. Die dadurch sinnigen Aufnahmen aus der Vogelperspektive werfen einen interessanten Blick auf die Verwüstungen und rauben einem bisweilen den Atem.

    Fazit: Es lebe das Katastrophenkino der Neunzigerjahre! Regisseur Brad Peyton liefert mit „San Andreas“ eine inhaltlich wenig inspirierte Kopie von „The Day After Tomorrow“, „2012“ und Co. ab, erweist sich aber als stilsicherer Inszenator modernster CGI-Effekte. Style over Substance eben!
  • Als Rettungspilot evakuiert Dwayne, ehemals “The Rock”, Johnson seine Familie aus L.A., das in diversen Monster-Erdbeben in Trümmern versinkt.

    Seit Charlton Hestons Einsatz in “Erdbeben” 1974 gab es kein Katastrophen-Spektakel mehr in Kinoformat, das die Verheerungen der San-Andreas-Verwerfung, jener erdbebenträchtigen tektonischen Plattengrenze, die Kalifornien durchschneidet, so konsequent durchspielt. Dennoch gleicht das imposante Destruktions-Szenario Roland Emmerichs Weltuntergangs-Orgien “2012″ und “The Day After Tomorrow” und damit vielmehr einem Videogame, dessen Kamera stets mitten durch die turbulente 3D-Action rotiert und mit zahllosen einstürzenden Neubauten aus Helikopter-Perspektive der Sucht nach der sensationellsten Einstellung freien Lauf lässt. Vom Emmerich-Prinzip weicht “San Andreas” keine Erdspalte weit ab, ist aber weniger flapsig, dafür von heiliger Ernsthaftigkeit beseelt und wird mit einer anrührenden Familienzusammenführung emotional zusammengehalten.

    Diese obliegt Publikumsmagneten Dwayne “The Rock” Johnson, der seinen Charme ausspielt und als selbstloser Hubschrauber-Rettungsflieger Ray lässig Insassen aus über dem Abgrund hängenden Autos birgt. Auch der Soundtrack lässt keinen Zweifel an seinem Heldenstatus, wiewohl Ray weder den Tod seiner zweiten Tochter noch die Scheidung von seiner Frau Emma (Carla Gugino) verhindern konnte. Der von CalTech-Wissenschaftler Hayes (sorgenvoll-seriös: Paul Giamatti) vorhergesagte Beginn eines Schwarmereignis extremer Erdstöße reißt zunächst den Hoover-Damm ein, bevor er L.A. und weitere Westküsten-Metropolen in eine Trümmerlandschaft verwandelt. Die ultimative Katastrophe dient als idealer Charaktertest: Emmas neuer reicher Freund lässt ihre Tochter Blake (Alexandra Daddario, “Percy Jackson”) in der Not feige im Stich. Also rettet Ray erst Emma vom Dach eines Hochhauses (unter dem kurz zuvor Kylie Minogue in einem Cameo starb) und fortan lautet seine Mission, sein Sweetheart Blake aufzuspüren, die der propere Joby (Colton Haynes, “Teen Wolf”) und sein jüngerer Bruder aus einer verschütteten Limousine befreit haben.

    Die nach “Die Reise zur geheimnisvollen Insel” zweite, deutlich bildgewaltigere Kooperation von “The Rock” und Brad Peyton lässt in ihrem In-letzter-Sekunde-Stil keinen Stunt und keine Gefahrensituation aus. Von Luftakrobatik und Fallschirmsprüngen, dem Klettern durch kollabierende Gebäuderuinen und Schnellbootfahrten auf durch die Stadt pflügenden Tsunamis ist alles dabei – was definitiv Spaß macht, weil sich der Effekt-Aufwand sehen lassen kann. Hilfreich ist auch Dwayne Johnsons jedes physikalisches Gesetz bezwingende Tatkraft, ebenso die seiner aufgeweckten Filmtochter, deren technisches Wissen als Überlebensversicherung dient. Peytons Herz schlägt für die sich wieder vereinigende Familie, feiert Heldenmut wie Nationalflaggen mit gebührendem Pathos und findet zwischen Blake und Joby eine zum Schmelzen schöne Lovestory, die in der perfekt digital animierten Materialschlacht und konstanter Zerstörung Grace Under Pressure entwickelt.

    tk.
  • Am Ende von "San Andreas" bleibt somit ein Bild, welches der Kriegsfilm und der Katastrophenfilm, die nicht selten Hand in Hand gehen, als ikonische Komposition über Jahre hinweg als Aushängeschild genutzt haben: die zerfledderte, aber dennoch wehende US-Flagge vor einem zerstörten, aber dennoch Hoffnung erweckenden Hintergrund. Was zur Überspitzung der eh schon klischeehaften Szenerie noch fehlt, ist die Nationalhymne der USA. Nichts Minderes hätte "San Andreas" verdient, denn der Film ist oberflächlich, aber irgendwie auch star-spangled spektakulär.
  • Inhaltlich mager, aber die entfesselte Zerstörungsorgie hat zumindest reichlich Schauwert.
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