Same Same But Different (2009)

Same Same But Different Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Same Same But Different: Überaus sehenswertes Drama über einen jungen Deutschen, der sich in Kambodscha in eine Prostituierte verliebt.

Ben reist mit seinem Kumpel nach Kambodscha, um dort als Backpacker ein bisschen Abenteuer, ein bisschen Haschisch und auch ein bisschen Gefahr zu erleben. Ansonsten wollen die beiden aber vor allem relaxen. Über das Land, in dem sie sich befinden, machen sie sich nur wenig Gedanken. Dies ändert sich, als Ben die Prostituierte Sreykeo kennen lernt. Nach seiner Rückkehr bleiben die beiden in Kontakt, sie beichtet ihm schließlich ihre HIV-Infektion. Nach dem ersten Schreck und einem negativen HIV-Test reist er voller Sehnsucht zurück nach Kambodscha.

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Kritikerrezensionen

  • Der deutsche Regisseur Detlev Buck hat aus der wahren Geschichte von Benjamin Prüfer, der 2003 in Kambodscha seine spätere Frau Sreykeo kennen lernte, einen schönen Liebesfilm gemacht. Prüfers autobiografisches Buch diente Drehbuchautorin Ruth Toma als Vorlage. David Kross und Apinya Sakuljaroensuk spielen das junge Paar Ben und Sreykeo, das sich von den vielen kulturellen Unterschieden und Vorurteilen nicht beirren lässt. Obwohl der Film romantische Gefühle nicht scheut, wirkt er auch sehr realistisch in seinen Szenen aus Phnom Penh.

    Weil es sich in erster Linie um einen Liebesfilm handelt, spielt die Musik eine wichtige Rolle. Von Rammstein und Noir Désir bis zu Yves Montand und Schubert bietet der Soundtrack sehr verschiedene Lieder zum Thema, die meisten davon sehr gut in die Handlung platziert. Ben ist ein von seinen Gefühlen Getriebener, den das Herz manchmal zur Eile drängt. Im abgebrühten Vergnügungsrummel um Sex, Geld und Drogen wirken Ben und das Bargirl Sreykeo rein und unschuldig. Deswegen schaffen sie auch den unwahrscheinlichen kulturellen Spagat, den weder die Kambodschaner, noch die Deutschen, die das Paar kennen lernen, für möglich halten wollen.

    Bens Touristenkumpel sprechen nur von Sex, wenn es um Sreykeo geht, und warnen ihn, dass sie seinen geschenkten Ring als Heiratsabsicht deuten wird. In Hamburg meint Bens großer Bruder: Weil diese Frauen auf das Geld mehrerer Männer angewiesen seien, könnten sie sich Liebe doch gar nicht leisten. Die Frauen, denen Ben in Hamburg begegnet, sind in diesem Film etwas übertrieben darauf aus, ihn zu verführen. Der geringschätzige, lüsterne Tonfall der männlichen Rucksacktouristen in Kambodscha aber, die ihren Spaß haben wollen, weil sie bezahlen, wirkt realitätsnah.

    Sreykeo geht dank Bens Unterstützung zum ersten Mal zu einem Arzt. Der nicht gut verdienende Zeitungspraktikant versucht alles, um seiner jungen Freundin die besten Medikamente zu besorgen. Die sind in Kambodscha kaum aufzutreiben, weil die medizinische Begleitung der Therapie zu teuer wäre. Ben lernt auch die Familie von Sreykeo kennen, die in beengten Verhältnissen in Phnom Penh haust. In ihrem Heimatdorf erwartet der Vater, dass Ben der Familie ein Haus baut.

    Sreykeo reagiert unsicher und ängstlich, als Ben kein Haus finanzieren und auch noch nicht heiraten will. Die Geschichte dieser Liebe, die aus großen Schwierigkeiten gestärkt hervorgeht, wird mit spannendem Suspense erzählt. Sie entlarvt, wie viele von den unüberwindbar erscheinenden kulturellen Grenzen in Wirklichkeit nur in den einzelnen Köpfen existieren. Auch das macht diesen gelungenen und gefühlvoll inszenierten Film sehenswert.

    Fazit: Schöne Geschichte mit wahrem Hintergrund über ein deutsch-kambodschanisches Liebespaar, das weder an Aids, noch an kulturellen Gegensätzen zerbricht.
  • Eine Geschichte, die das Leben schrieb: Detlev Buck verfilmt Benjamin Prüfers autobiografischen Roman “Wohin du auch gehst”.

    Schon nach den ersten Druckfahnen wusste Detlev Buck, dies war sein Stoff, wollte er doch schon seit der Filmhochschule die große Liebe thematisieren. Was er “eine Liebe in globalen Zeiten” nennt, handelt von Ben, einem jungen Typen, der wie so viele andere auf Backpackertour nach Südostasien geht. Ein bisschen Abenteuer, ein bisschen Haschisch, ein bisschen Gefahr. Aber alles nur auf Zeit in dem wohligen Wissen, nach Hause zurückkehren zu können. Mit seinem Freund und Mitbewohner genießt er das Freisein, das Herumhängen und in den Tag hinein leben. Bis er in der berühmten Disco “Heart of Darkness”, in der schon GIs vom Vietnamkrieg Erleichterung suchten, Sreykeo kennen lernt. Eine Nacht und es ist um ihn geschehen, auch wenn er am Morgen 20 Dollar zahlt. Sie hält als Prostituierte sich und ihre Familie über Wasser. Nach seiner Rückkehr bleiben die beiden in Kontakt und er erfährt, dass ihr ständiger Husten nicht an der Luftverschmutzung Phnom Penhs liegt, sondern an ihrer HIV-Infektion. Seine erste Reaktion ist Abwehr und Angst, ein Aids-Test – negativ. Doch die Sehnsucht treibt ihn wieder nach Kambodscha trotz aller Zweifel.

    “Bis dass der Tod sie mir wegnimmt” hieß Benjamin Prüfers Bericht 2006 in NEON, ein Stich ins Herz. Das später erschienene Buch “Wohin du auch gehst” überraschte durch Offenheit. Buck, der erstmals außerhalb Deutschlands drehte, zeigt die zwei Seiten Kambodschas, die falsche und die wahre Welt. Da hängen die Touris, die keine sein wollen, auf den pittoresken Dachterrassen der Guest Houses herum und finden alles easy, die Einheimischen selbst hausen in beengten Löchern oder Wohnblöcken “ein Setzkasten mit Menschen darin” wie es Prüfer beschreibt und der Film realistisch wiedergibt. Phnom Penh ist dreckig, im Geknatter der Mopeds atmet man Staub und Abgase. Ein unwirtlicher Ort, über den nur die Dunkelheit gnädig ihren Schatten legt. Und dann ist da noch das andere Kambodscha – die weiten Reisfelder auf dem Land, das helle Licht, die bunte Hochzeit, die Ruinen von Angkor Wat. Kamerafrau Jana Marsik bringt beides zusammen, als Gegensatz und Ergänzung, verzichtet auf Postkartenschönheit, zeigt beiläufig ein Schild, das im scheinbaren Paradies vor Landminen warnt. Wie das Buch macht der Film Privates öffentlich und baut Vorurteile ab, nicht nur im Verhältnis deutscher Mann-Asiatin, Täter-Opfer, sondern auch in den gängigen Vorstellungen über Aids, die Betroffene vom sozialen Leben ausschließen, sie in Job oder Wohnungssuche diskriminieren. Und – ganz wichtig – die männliche Hauptfigur in seiner Unsicherheit, Neugier und Lebenslust bestens gespielt von David Kross, ist keiner dieser Gutmenschen, sondern ein junger Mann mit Fehlern und Egoismen. “Same Same But Different” beweist in der Fiktion, dass nichts spannender ist als die Wirklichkeit. Das Paar lebt inzwischen als Familie in Hamburg und Kambodscha. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

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