Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief (1996)

Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief: Helmut Dietl ("Schtonk!", "Kir Royal") richtet sein Augenmerk wieder einmal auf die Reichen und Illustren seiner Heimatstadt München. Mit allem, was in deutschen Schauspielkreisen Rang und Namen hat.

Die Tür öffnet sich zum Ristorante Rossini, dem Hangout und bisweilen gar zweiten Wohnzimmer einer illustren Schar von Stammgästen, die sich allabendlich versammelt. In diesem Mikrokosmos entfaltet sich an einem einzigen Abend eine Tragödie, in deren Mittelpunkt u.a. ein nervöser Regisseur, ein misantrophischer Dramatiker, eine zielstrebige Darstellerin, der Wirt Rossini und ein in großen Geldnöten befindlicher Produzent stehen.

Im edlen Feinschmeckerlokal “Rossini” trifft sich tagtäglich die Cremé de la Créme der Münchner Kultur-Schickeria. Am Tisch werden Geschäfte ebenso angebahnt wie Liebesaffären, Potenzprobleme ebenso diskutiert wie Migräne-Anfälle. So versucht etwa die Journalistin Charlotte vergeblich den Regisseur Uhu Zigeuner zu verführen, der Produzent Oskar Reiter bemüht sich um die Verfilmungsrechte eines Beststellers und die bezaubernde Valerie kann sich nicht zwischen Reiter und dem Lyriker Bodo Kriegnitz entscheiden…

Beim Nobelitaliener “Rossini” trifft sich tagtäglich die Münchner Kulturschickeria. Dort werden Geschäfte ausgehandelt und meist kurzlebige Lieben angezettelt. Eine zielstrebige Schauspielerin bringt den Haufen gewaltig durcheinander… Fegefeuer der Eitelkeiten in exquisiten Bildern.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Einen besseren Start ins neue Kinojahr kann sich der deutsche Film kaum wünschen als Helmut Dietls lustvolle, irrwitzige, elegante, erotische und bissige Gesellschaftssatire. Der Vater von “Schtonk” und Schöpfer von Medienunterhaltungsmeilensteinen wie “Kir Royal” und “Monaco Franze” hat die vier Jahre seit seiner famosen Führerkultfarce bestens genutzt und in gewohnt perfektionistischer Manier mit Patrick Süskind ein genüßlich zischelndes Zeitgeistszenario entworfen, das die Kunst des filmischen Geschichtenerzählens weit über die Woge der angesagten urbanen Yuppie-Beziehungskomödien hinaus entwickelt: mit unwiderstehlichem Flair und grandiosem Publikums-Appeal.

    Allein die Ausgangsidee stellt eine einmalige Verknüpfung von genauester Milieubeschreibung, gnadenlosem Seelenzustandsbericht, atmosphärischer Tiefenschärfe und fiebernder Personenkonstellation her. Im Feinschmeckerrestaurant “Rossini”, in dem die Crème des Medienbetriebes, der Entertainmentbranche und der modebewußten Schickeria diniert, leben die Stammgäste in exorbitant exhibitionistischer Verlängerung ihrer privaten und beruflichen Kicks die Leidenschaften und Lüste ihres Selbstdarstellungstriebes aus. In diesem Jahrmarkt der Eitelkeiten wird die verbissene Jagd auf die Verfilmungsrechte des Weltbestsellerromans “Loreley” (“mehr als die Bibel”) des skurril verklemmten und filmfeindlichen Schriftstellers Jacob Windisch (Joachim Kròl) zum Katalysator aller Antriebskräfte, Geschäftsstrategien, Intrigen und abgefeimten Gemeinheiten der um ihre narzißtische Nabelschau kreisenden Windeier des Luxuslokals.

    Wie in Robert Altmans meisterhaften polyphonen Puzzles hat Dietl seine Ballade der schamlosen Seelen-Singles mit einem bis in die Nebenrollen atemberaubend gut spielenden Starensemble bestückt. Er holt aus allen Leistungen heraus, die die Routine hinter sich lassen und jedem mindestens einmal eine Szene bieten, die Applaus verdient (und in Previews bekommen hat). Ob Gudrun Landgrebes Tirade gegen die “Zipfelspiele” der Männer, Heiner Lauterbachs Abkanzlung der Sparkassenmentalität der Banker, Mario Adorfs tränenverzückte und medikamentös vorbereitete Eroberung der Schauspielerin Schneewittchen (Veronika Ferres als das neue Loren-like Überweib des deutschen Films) oder Götz Georges abgeklärt abgehalftetere Melancholie der Verdauungstraktes einer Rolle, die unschwer als alter ego Dietle zu deuten ist: alles atmet erstklassige Unterhaltung.

    Filme über den Medienbetrieb haben es bei uns immer schwer gehabt, aber “Rossini” überwindet die Hürde durch die zweite Erzählebene des Films, in der Sex, Eotik und die Leiden des verdauungstraktes eine hinreißende geschmackvolle Verbindung eingehen und jede der elf Hauptpersonen in irgendeiner Form ihr Opfer wird.

    “Rossini” steht nicht zuletzt durch seine überwältigende Filmsprache an der Spitze der deutschen Produktion. Dietls Eleganz der Inszenierung à la Lubitsch, die fließende Kameraarbeit von Gernot Roll, die unglaubliche Sorgfalt in Dekor (das Restaurant der tausend Kerzen: die Kutsche mit den Rosenblättern), Ausstattung, Kostümen, Farbgebung, Lichtsetzung und die offene Erzählstruktur ergeben ein Filmjuwel de Luxe. ger.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Helmut Dietl ist tot
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    Helmut Dietl ist tot

    Der Regisseur, Autor und Produzent von Kultserien wie den "Münchner Geschichten", "Monaco Franze" oder "Kir Royal" verstarb im Alter von 70 Jahren.

  • Der große Helmut Dietl ist tot

    Regisseur, Autor und Produzent Helmut Dietl ist am Montag im Alter von 70 Jahren in seiner Münchner Wohnung verstorben.

  • Happy Birthday, Götz George

    Unglaublich, aber wahr: Der kultige Schimanski-Darsteller feiert bereits zum siebten Mal einen runden Geburtstag.

  • "Rossini" lädt zum frivolen Promireigen ein

    Mit seiner bösen Satire über die Münchner Filmszene nahm Helmut Dietl sich 1997 nicht nur selbst aufs Korn, sondern auch seine prominenten Kollegen.

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