Rohtenburg (2006)

Rohtenburg Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Rohtenburg: Vom Fall des Kannibalen von Rotenburg inspirierter Horrorfilm über zwei Männer, die Gewalt- und Unterwerfungsfantasien in extremster Form ausleben.

Für ihre Abschlussarbeit gedenkt die US-Amerikanerin Katie Armstrong (Keri Russell), die in Deutschland Film studiert, dünnes Eis zu beschreiten und den Fall des Kannibalen Oliver Hartwin (Thomas Kretschmann) näher zu beleuchten. Hartwin sorgte erst unlängst für weltweite Schlagzeilen, da er mit dem angeblichen Einverständnis einer Internetbekanntschaft (Thomas Huber) dessen Körperteile rituell verspeiste. Bei der Recherche stößt Katie auf ein Video der Tat.

Dieses Medien- und Mordmelodram ist laut Produktionsfirma allenfalls vom Fall des “Kannibalen von Rothenburg” inspiriert. Inspirationsquelle Armin Meiwes fühlte sich trotzdem verletzt und zögerte nicht mit einer Klage.

Eine traumatische Kindheit führt zwei gestörte Persönlichkeiten auf bizarrste Weise zusammen. Oliver Hartwin sucht einen Mann, der sich von ihm töten und verspeisen lässt. Im Internet stößt er auf Simon Grombek, dessen selbstzerstörerische Fantasien genau von diesem Szenario bedient werden. In beider Leben recherchiert Psychologiestudentin Katie und wird dabei immer stärker von den Bildern des Todes angezogen.

Eine traumatische Kindheit führt zwei gestörte Persönlichkeiten auf bizarrste Weise zusammen. Oliver Hartwin sucht einen Mann, der sich von ihm töten und verspeisen lässt. Im Internet stößt er auf Simon Grombek, dessen selbstzerstörerische Fantasien genau von diesem Szenario bedient werden. In beider Leben recherchiert Psychologiestudentin Katie und wird dabei immer stärker von den Bildern des Todes angezogen: Schließlich stößt sie auf ein Snuff-Video, in dem Hartwin die letzten Stunden Grombeks festgehalten hat.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Senator-Verleih hat anscheinend keinen Ruf zu verlieren. Oder er ist auf schnelles Geld aus mit diesem schlampig gedrehten Filmchen, dessen geringes Budget (und Talent) einem in jeder einzelnen Einstellung schmerzhaft bewusst wird – wahrscheinlich hat die Produktionsfirma die Kosten schon dadurch wieder drin, dass wiederholt ein Apple-Notebook ins Bild gehalten wird.

    Kannibalismus ist im Film von jeher die niedrigste Degenerationsstufe des Menschseins –deshalb gibt es immer wieder Farcen und Grotesken, die dieses universelle Tabu thematisieren. Und gerade die unerklärliche Spanne zwischen Kultiviertheit und Kannibalismus macht Hannibal Lecter so faszinierend: eine Faszination des Ekels und des Verbots, das freilich in der Person Achim Meiwes Wirklichkeit geworden ist. Ein bizarrer Fall von zwei Menschen, die sich gefunden haben: ein Fall, der die Gerichte ratlos werden lässt, ob es sich um Mord oder um Tötung auf Verlangen handelt, ein Fall, der die Öffentlichkeit einen Blick in geheime Perversionen öffnet.

    Dieser Fall wird minutiös in „Rohtenburg“ nachgespielt, d Beteiligten wurden lediglich andere Namen angedichtet, und das Geschehen wird halbwegs zusammengehalten von den Recherchen der jungen Kriminalpsychologiestudentin Katie, die knallharte wissenschaftliche Forschungen anstellt: sie fotografiert die ehemalige Schule des Opfers und bricht in das Haus des Täters ein. Und dann, per E-Mail, organisiert sie auch noch das supergeheime Video, das die Tat von Meiwes/Hartwin festhält.

    So lustig kann eine Abschlussarbeit sein! Und so einfach das Filmemachen: Videokamera an und laufen lassen, das macht Regisseur Weisz nicht anders als Hartwin im Film. Wenn sich im Fenster dann mal ein Lieferwagen des Filmteams spiegelt, wenn irgendwelche „Schauspieler“ der englischen Aussprache nicht ganz mächtig sind (die Synchro wird bestimmt auch ein Heidenspaß!), wenn die Darsteller in einer Szene sichtlich nichts miteinander anfangen können: egal! Flott, flott, der Film muss raus, bevor Meiwes richtig drin ist! Ein bisschen einfache Küchenpsychologie reicht: Opfer Grombeck hat Schuldgefühle wegen des Selbstmordes seiner Mutter, Täter Hartwin ist nach dem Tod der Mutter ganz allein; und Katie fühlt tief in sich drin, dass ein bisschen Kannibale in uns allen steckt. Im Original heißt der Film „Butterfly – A Grimm Love Story“: Denn die beiden Perverslinge lassen in der kannibalischen Tat ihr wirkliches Ich mal so richtig raus…

    Es hätte ein toller Trash-Film werden können; doch fehlende Ambitionen reichen dazu leider nicht aus. Der Spaß, den man am schlechten Handwerk und am schlechten Geschmack anderer Leute hat, verpufft nach einer Viertelstunde, der Rest ist ärmlich bis erbärmlich.
    Meiwes hat gegen den Film geklagt, weil er sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt fühlt. Vielleicht war die Klage aber auch einfach nur ein menschenfreundlicher Versuch, den Film zu stoppen.

    Fazit: Für einige Filme sollte es neben einer „Ab 18“-Kategorie auch eine „Ab 81“ geben, dann gehen weniger rein.
  • Erst war der Fall von Armin Meiwes, des Kannibalen von Rotenburg, ein Aufreger für die Sensationspresse. Jetzt ist daraus eine Verstörungsreise in menschliche Abgründe geworden – mit Thriller-Touch, semi-dokumentarischer Atmosphäre und Hollywood-Aktrice Keri Russell als Köder für internationale Zuschauerinteressen.

    Russell, Tom Cruises Begleitung auf seiner dritten “Mission-Impossible”-Tour, ist als Studentin der Kriminalpsychologie gewissermassen der Normalitätsfilter für das Grauen, der letzte Grenzposten vor einer Hölle, in die man ohne ihren Tourguide nicht hinabsteigen würde. Das zumindest glauben die Filmemacher. Zudem ist sie als voyeuristische Persönlichkeit ein Warnsignal dafür, wohin die Faszination für den Tod und das Morbide führen kann: in die Abhängigkeit von den Bildern des Grauens. Russells US-Studentin Katie ist die unglaubwürdigste Figur dieses thematisch unangenehmen Films. Trotzdem erfüllt sie eine wichtige Funktion. Sie sorgt für ein Thrillerelement, weil sie einer bedrohlichen Welt zu nahe kommt. Und sie ist eine Fluchtinsel für sensible Gemüter, die zwischen den harten Bildern einfach nur ein hübsches Mädchen sehen wollen.

    Für ihre Abschlussarbeit recherchiert Katie das Leben zweier Männer, die sich auf extremste Form gegenseitig den größten Wunsch erfüllten. Oliver Hartwin (Thomas Kretschmann) suchte in speziellen Internetforen einen Mann, der sich bereit erklärte, von ihm getötet und anschließend verspeist zu werden. Simon Grobeck (Thomas Huber) ergab sich freiwillig in Hartwins Hände, um endlich völlig zu verschwinden und seine als erbärmlich wahrgenommene Existenz aufzulösen. In Rückblicken sieht man Szenen aus ihrer Kindheit – Bilder wie aus dem Schmalfilmprojektor und psychologische Erklärungsversuche. Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle, dominante Mutter, soziale Bindungslosigkeit und schizophrene Symptome ermöglichen nicht vollkommen schlüssig Zugang zu den gestörten Persönlichkeiten. Trotzdem sind die Motive von Täter und Opfer nachvollziehbar.

    Kretschmann und Huber bestehen überzeugend die Anforderungen diesen heiklen Stoffs, für den Clip-Veteran und Regiedebütant Martin Weisz mit Erfolg eine verstörende Atmosphäre produziert. Gute Soundeffekte, düstere Bilder und das Extremthema bereiten in Koalition mit den intensiven Darstellungen ein durchaus beklemmendes Horrorerlebnis. Zu weit geht der Film in seinem Realismus jedoch nicht. Verständlich vielleicht, wenn es ums Tranchieren, rätselhaft aber, wenn es um die natürliche Darstellung nackter Körper geht. kob.

Darsteller und Crew

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