Rock of Ages (2012)

Rock of Ages Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Rock of Ages: Verfilmung des erfolgreichen gleichnamigen Broadway-Musicals um L.A.'s besten Rockclub, der geschlossen werden soll. Mit Tom Cruise als Bühnenveteran!

Los Angeles, 1987. Sherrie ist neu in der Stadt, träumt von einer Karriere als Rocksängerin. Vor dem Mikro will auch Drew stehen, der ihr einen Job im Club “The Bourbon Room” verschafft. Die keimende Liebe der zwei Youngster wird vereist, als Rockstar Stacee Jaxx im Club auftritt und vermeintlich durch Sex mit Sherrie aus seinem mentalen Tief geholt wird. Haben diese Liebe oder der Rock noch eine Zukunft, wenn sie durch Eifersucht, heuchelnde Sittenwächter und ein neues Phänomen namens Boygroup gefährdet werden?

Zwei Kids verlieben sich im Los Angeles des Jahres 1987 zum Sound von Def Leppard, Foreigner und Co. ineinander. Energetische Verfilmung des Erfolgsmusicals mit Starbesetzung über die Rockszene am Sunset Strip in den Achtzigerjahren.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (2)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ohrwurmige Musicalkomödie, die augenzwinkernd den aufgebrezelten Musiklegenden der 80er ein Denkmal setzt und ziemlich Spaß macht.
  • Mit Tom Cruise als ausgebranntem Rockidol und einer Flut von Hits feiert Adam Shankmans Musicalverfilmung den Mainstream-Rock der 1980er Jahre.

    Seit 2006 tourt Chris D’Arienzos Liebes- und Aufstiegsgeschichte erfolgreich über vorwiegend amerikanische Konzertbühnen. Nach dem Welterfolg von “Mamma Mia!” und dem Siegeszug des TV-Phänomens “Glee”, das den auch hier eingesetzten Mashup, die Kombination zweier Songs, neu populär gemacht hat, erfasst die Musicalwelle im Kino nun auch “Rock of Ages” – unter der routinierten, aber auch risikoscheuen Leitung von Adam Shankman (“Hairspray”). Schon in der ersten Sequenz werden Neueinsteiger mit den verstörenden Verhaltensmustern des Genres konfrontiert, wenn ein ganzer Greyhound-Bus unvermittelt in Night Rangers Klassiker “Sister Christian” einstimmt. In “Rock of Ages” fallen neben klassischen Bühnenauftritten alle Darsteller ansatzlos in den Performancemodus, werden Songs von anderen Figuren an anderen Orten aufgenommen und als verbindendes Element gesungen, exemplarisch demonstriert etwa bei Whitesnakes “Here I Go Again” oder beim Euphorie-Finale zu Journeys “Don’t Stop Believing”. Dabei schleicht sich bei aller demonstrativer musikalischer Verehrung auch Selbstironie ein, wenn ein Softromantik-Bonbon wie “I Can’t Fight this Feeling” von REO Speedwagon von maskulinen Draufgängern wie Alec Baldwin und Russell Brand gelutscht wird, die sich als Besitzer des Clubs “The Bourbon Room”, Hauptschauplatz des Films, zu ihren Gefühlen bekennen.

    Nostalgische Sehnsucht bzw. musikalische Toleranz werden entscheiden, ob dieser schwungvolle Streifzug durchs Museum von Rockhits und Powerballaden zwischen Guns N Roses und Extreme positiv angenommen wird. Die Story selbst wird dazu wenig beitragen, sie streift die Karriereträume und Liebe zweier Youngster, die Finanzprobleme eines Clubs im L.A. von 1987 und den Feldzug zweier Bibelheuchler gegen Rocksünder. Sympathisch, aber darstellerisch und stimmlich etwas blass wirken Julianne Hough und Diego Boneta als junge Lover, sporadisch witzig zeigen sich Baldwin und Brand wie auch Paul Giamatti als Bandmanager. Die beste Vokalperformance bietet Mary J. Blige als Clubbesitzerin mit Powerröhre, die beste Darstellung und die größte Überraschung als Sänger Tom Cruise als mental abgedrifteter Rocker Stacee Jaxx, der, viel positiver angelegt als in der Bühnenvorlage, am Ende erleuchtet wird. Nicht durch Drugs, nicht durch Rock’n’Roll, sondern durch Sex mit Malin Akerman und der Devise “Any Way You Want It”. kob.
  • Der Trailer verrät es nicht, aber: "Rock of Ages" ist ein Musical und die Schauspieler leihen dem bombastisch-hymnischen Rock des Jahrzehnts, Stücken wie „Paradise City“ von Guns N´Roses oder Whitesnakes "Here I Go Again", ihre Stimmen. Die Adaption des gleichnamigen Off- und On-Broadway-Stücks gewinnt auf diese Weise eine zusätzliche Ebene. Und sie schlängelt sich scheinbar elegant vorbei an vielen vorhersehbaren Stoßrichtungen der Kritik.

    Denn die Handlung ist nicht nur dünn, sie ist nicht nur klischeehaft, nein: Sie ist regelrecht schwindsüchtig und ausschließlich aus zahllosen Versatzstücken der Popkultur, oder meinetwegen: Rockkultur, zusammengezimmert. Aber so ist das nun mal bei Musicals, oder? Und eine Hommage - ist es nicht deren Sinn, bereits Dagewesenes noch einmal aufzugreifen?

    Schon - wenn Regisseur Adam Shankman ("Hairspray") und Chris D´Arenzio, der sich auch schon als Autor der Vorlage verantwortlich zeichnete, nur etwas eingefallen wäre zum Jahrzehnt, zu der Jugendszene und zu der Musik, die sie porträtieren wollen. Es gibt handkoffergroße Mobiltelefone, sicher, es gibt einen ganz netten satirischen Seitenhieb auf den beginnenden Aufstieg der Boybands und deren plastikpuppenhafte Ästhetik. Es gibt auch eine schön exaltiert-heuchlerische Catherine Zeta-Jones als Bürgermeisterkandidatengattin, die sich gegen die angebliche Verrohung der Sitten durch den Rock engagiert.

    Und nicht zuletzt gibt es die Songs, die in Filmtheatern mit entsprechender Ausstattung sicherlich schön donnernd rüberkommen und für die eine oder andere Gänsehaut sorgen mögen. Doch eine wirklich konzeptuelle Vorstellung, was der Rock für sie und ihre Figuren darstellen soll, haben die Filmemacher nicht. Er bleibt eine letztlich oberflächliche Wischi-Waschi-Metapher für Freiheit und das Selbstbewusstsein, den eigenen Weg zu gehen. Viel mehr von "Showgirls" und "Coyote Ugly" steckt im Film als etwa von Cameron Crowes großartigem "Almost Famous".

    Dies liegt auch daran, dass Boneta und Hough in den Hauptrollen so gar keine Ecken und Kanten, kein Profil, keinen Charakter entwickeln können, sondern vollkommen schematische Projektionsflächen bleiben. In der Marketing-Sprache heißt so etwas dann: "unverbraucht", was hier aber gewaltig nach hinten losgeht. Eine ebenso bewusste Entscheidung beim Casting war es sicherlich, die schillernden Nebenrollen mit bekannten Köpfen zu besetzen, um dem Star-Bonus einen zusätzlichen Reiz zu verleihen: Wie singt eigentlich Tom Cruise? Wie singt Alec Baldwin? Und wie gut spielt Mary J. Blige?

    Soweit man den Gesang angesichts der heutigen produktionstechnischen Möglichkeiten ernsthaft beurteilen kann: Gar nicht schlecht - jedenfalls mit mehr Fülle, mehr Rauhheit, mehr Leben in der Stimme als die jugendlichen Protagonisten. Und gerade Cruise dominiert mit seinem Lebemann Stacee Jaxx noch im Schleichen, im Wanken, in der schlangenhaften Schräglage des sonnenbebrillten Gesichts, mit dem er sein Gegenüber mustert, jede Szene vollkommen.

    Also: Skurrile Typen, die sich aus Angst vor einem vernichtenden R-Rating mit wenig mehr als Whisky vollpumpen dürfen, schleimige Manager (Paul Giamatti) und ein paar nette All-American-Girls und -Boys, die es mit der Musik ganz nach oben schaffen - das ist Rock. Oder war da noch was? Nur ganz selten steckt in "Rock of Ages" genug Ernsthaftigkeit, um die Ahnung einer untergegangenen Ära zu beschwören. Einer Ära, auf die New Kids on the Block folgten und Scooter und die in eine Gegenwart mündete, in der heute alles irgendwie geht. Vielleicht fehlt dem Film deshalb die Melancholie einer guten Hommage.

    Fazit: Vor allem den liebevoll bis satirisch gezeichneten Nebenfiguren, deren charaktervollen Darstellern und den kraftvollen Songs verdankt "Rock of Ages" einen gewissen Unterhaltungswert. Doch auch als Musical scheitert der Film letztlich wegen seiner allzu schablonenhaften Handlung, die einen oberflächlichen Umgang mit dem Phänomen des 80er-Rocks beweist.
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