Riding Giants (2004)

Riding Giants Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Riding Giants: Faszinierende Dokumentation über die Geschichte des Big-Wave-Surfens.

Geniale Doku über die Geschichte des Surfsports von den Anfängen der hawaiianischen Insulaner über den US-Pionier Greg Noll, dem Surf-Showman der Fifties und Sixties, bis hin zum absoluten Ausnahmekönner Laird Hamilton, der Wellen reitet, bei denen ein Fehler den sicheren Tod bedeutet.

Liebeserklärung an einen Sport, der viel mehr ist als nur das: Der Ritt auf immer spektakuläreren und gefährlicheren Wellen wird zum einzigen Lebensziel. So ist Surfen in den Augen der Cracks gar ein alternativer Lebensentwurf zum ausgelutschten amerikanischen Traum von Reichtum und Erfolg. Szene-Legende Laird Hamilton koproduzierte.

Die Entwicklung des Wellenreitens von den polynesischen Wurzeln bis hin zum modernen Tow-in-Surfing mit Jet-Skis. In den Fifties wird Greg Noll zum ersten Surfstar, in den Sixties explodiert der Zulauf durch Materialveränderung und Hollywoods Surffilme. Unentdecktes, aber gefährliches Terrain bietet Nordkaliforniens Küste, bis der Extremsport in den Neunzigern das offene Meer erreicht.

1777 wird der britische Entdecker Kapitän James Cook erster westlicher Augenzeuge des hemmungslosen Surf-Vergnügens der Polynesier. Die calvinistischen Missionare verbieten in der Folge den doch recht gefährlichen Spaß, bis in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts die Jungs und ein paar Mädels an der US-Westküste das Surfen zum Lifestyle machen. Die 50er Jahre stehen im Zeichen von Brett-Heroen wie Greg Noll, die den Sport endgültig salonfähig machen. In den Neunzigern erreicht der Extremsport schließlich das offene Meer.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein Film, scheinbar passend für den Sommer. Aber bei „Riding Giants“ geht es nicht um Beachboys-Romantik, sondern um die Leidenschaft für einen Extremsport. Dabei ist die persönliche Verbundenheit des Regisseurs für das Thema immer spürbar, die Faszination für das BigWave-Surfing auch für den Zuschauer greifbar.

    Surfen wird hier nicht als Sport gepriesen, sondern als Lebensgefühl, Lebensstil und Lebenshaltung. Surfen als Glaube, Surfen als Statement und Surfen als Rebellion. Wer Riesenwellen bezwingt, will zunächst Spaß haben, sich frei fühlen, provozieren und Adrenalinkicks finden. Später dann scheint der Spaß in den Hinter- das Adrenalin in den Vordergrund zu rücken. Immer näher kommen die Surfer ihren körperlichen und geistigen Grenzen, immer demütiger stehen sie den immer größeren Naturgewalten gegenüber.

    Am Anfang kann man die kleine Pionier-Surfer-Kommune als Hippies bezeichnen, die einen Gegenentwurf zum allgemeinen gesellschaftlichen Lebensstil liefern. Sie befinden sich den größten Teil des Tages auf dem Wasser, besitzen so gut wie nichts, essen, was sie selbst jagen oder sammeln können, leben in den Tag hinein, ohne sich große Sorgen um die Zukunft zu machen. Und haben scheinbar großen Spaß dabei. Das sollen zahlreiche selbstgedrehte Dokumentarschnipsel aus Privatarchiven der Surf-Freunde beweisen, auf denen sie über den Strand tollen, Blödsinn machen, surfen und sich ganz nebenbei immer größeren Herausforderungen, entgegen stellen.

    Dann kommt das Surfen in Mode. Die Strände und die Meere füllen sich und auch Hollywood entdeckt das Thema für sich. Surfen wird gesellschaftsfähig. War es im ersten Abschnitt insbesondere Surferlegende Greg Noll, steht nun Jeff Clark im Mittelpunkt. Ganze fünfzehn Jahre lang war Clark alleine auf den Mavericks in Kalifornien gesurft, bis sich auch die Aufmerksamkeit anderer Surfer auf diese stürmischen Wellen richtete.

    Konnte man den Männern zuvor noch den Spaß ansehen, den sie beim Surfen hatten, sind es in diesem Abschnitt eher spektakuläre Stürze, die das Hauptgeschehen auf dem Wasser ausmachen. Behauptet etwa ein Surfer, er wolle den Ozean mit jeder Faser seines Körpers spüren, bekommt der Satz eine bittere Glaubwürdigkeit, wenn man ihn später einen halsbrecherischen Sturz nach dem anderen überleben sieht. Für den ultimativen Kick müssen sie eben ultimative Risiken eingehen, also auch das Risiko, zu sterben. Und auch davon handelt der Film.

    Doch die Herausforderungen nehmen kein Ende. Laird Hamilton entwickelt gemeinsam mit Kollegen das Tow-In-Surfing und damit die Befreiung vom Paddeln. Mit einem Speedboat lassen sich die Surfer nun an die richtige Stelle des Meeres ziehen, jede Welle wird somit surfbar. Hier können die Männer – tatsächlich sieht man im Verlauf des ganzen Films nur eine surfende Frau – noch Helden werden, allerdings in einer Situation, die sie sich selbst erschaffen haben. Anstelle des einsamen Surfers tritt nun das heorische Team, in dem jeder bereit ist, für den anderen sein Leben aufs Spiel zu setzen.

    Die erste Hälfte des Films gerät stellenweise etwas hektisch, aufgrund vieler Zooms und Schwenks auf und über Standbilder und teilweise sehr kurzen Interviewausschnitten. Doch sobald die Wellen größer und die Zeiten auf denen sich die Männer auf ihren Brettern über Wasser halten können länger werden, wird auch der Film ruhiger.
    Die steigende Hochachtung den Naturgewalten gegenüber überträgt sich – beabsichtigt oder Zufall - somit auch auf den Film.

    „Riding Giants“ erzählt von denen, die mit ihren Surfbrettern aufs Wasser gehen, wenn andere flüchten. Und er ist ein Erklärungsversuch, warum Menschen für eine Welle ihr Leben riskieren. Dabei liefert er aber nur einen Abriss der Geschichte des BigWave-Surfings Amerikas, andere, parallel entstandene Surf-Kulturen, etwa in Australien, lässt er außer Acht. In erster Linie dürfte der Film den Anhängern dieses extremen Wassersports gefallen. Doch auch diejenigen unter den Zuschauern, die sich nur am Rande für das Thema interessieren, werden mit Hilfe von beeindruckenden Bildern und passender Soundbeilage kurzweilig unterhalten werden.

    Fazit: Kurzweilige Dokumentation über die BigWave-Surfer Amerikas.
  • Einem Extremsport, in dem monofixierte Athleten ihr Leben nach der größten Welle ausrichten, widmet Dokumentarfilmer Stacy Peralta ein kongeniales Monument, das man guten Gewissens The Big One nennen darf. Am Spielplatz der Götter, den Küstenregionen von Kalifornien, Hawaii und Tahiti, folgt “Riding Giants” der Entwicklung des Big-Wave-Surfens und den Spuren, die die besten Bretterartisten ihrer Zeit hinterlassen haben. Die Bilder- und Seelenverwandtschaft mit großartigen Konkurrenzdokus wie “Step Into Liquid” ist sichtbar, aber dies ist das Mutterschiff, das Brandungsjunkies wie auch sehnsüchtige Passivsurfer auf jeden Fall betreten sollten.

    Auch wenn Peralta in einer ernsten Zäsur dem Tod seinen Platz einräumt, blendet auch sein Film die Opfer aus, die viele Surfer, vor allem wohl aber ihre Familien bringen müssen. Wie die Athleten ihre suchtmäßige Leidenschaft für die Welle mit ihrem privaten Umfeld koordinieren, ob sie funktionierende Beziehungen haben oder ihre Prioritäten teuer bezahlen müssen, erfährt man nicht. Der Film konzentriert sich auf den für sie wichtigsten Aspekt ihres Lebens und dies, im Unterschied zu anderen Dokumentationen, streng chronologisch. In einem witzigen, visuell kreativen Prolog erzählt Peralta von den polynesischen Ursprüngen des Surfens, spannt dann den Bogen zu frühen absurden “Jackass”-Exzessen, in denen Kindsköpfe in NS-Klamotten auf Brettern durch Röhren rauschen und damit dem legendären Tromahit “Surf Nazis Must Die” ungeahnte Authentizität verleihen.

    Von da an streift “Riding Giants” durch die Dekaden. Interviews mit Brandungsveteranen und wunderbare Archivaufnahmen bringen Greg Noll, den Surfhelden der Fifties, in Erinnerung, gefolgt von Crash-Paraden am Waimea Bay auf Hawaii 1957. Herausgearbeitet wird die Veränderung der Szene, die Explosion vom Insider- zum Massensport, ausgelöst durch neue Bretter und Sandra Dees Strandklassiker “April entdeckt die Männer”. Nach eindrucksvollen Bildern von den vermeintlich größten vor Hawaii gesichteten Wellen (1969) widmet sich der Film dem kühleren Frostsurfing in Nordkalifornien und seinem Pionier Jeff Clark, der fast 15 Jahre dieses unbekannte und der Felsen wegen extrem gefährliche Terrain allein surfte. Die letzten Akte, die bis in die Gegenwart führen, gehören schließlich Laird Hamilton, der den Sport mit dem Tow-In-Surfing revolutionierte. Das Schleppen durch Jet-Skis machte das mühselige Paddeln obsolet und ermöglichte die Erschließung neuer küstenferner Reviere, in denen man noch mächtigere Wellenberge bezwingen konnte.

    Bei all diesen spektakulären optischen Eindrücken sucht man eine kritische Distanz vergeblich, ist schwärmerische Heldenverehrung sicht- und im Kommentar auch hörbar. Aber hier geht es um Euphorie – und wer sieht, wie Hamilton am Ende ein Wellenmonster vor Tahiti an die Leine legt, ist so berauscht und fasziniert, dass ihn Ernüchterung auch nicht interessiert. kob.

Darsteller und Crew

News und Stories

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  • Heath Ledger als Surflegende

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