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Raus aus der Haut (1997)

Raus aus der Haut Poster
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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Filme, die von DDR-Zeiten handeln, wirken oft wie Blicke ins Spiegelkabinett. Man erschrickt über den Widerschein, der zum Lachen reizt, selbst wenn er zum Davonlaufen ist. Auch in Andreas Dresens stilechter Ost-Posse um zwei Abiturienten, die ihren Direktor entführen, sind – trotz aller real existierender Verzerrungen – die gesamtdeutschen Parallelen kaum zu übersehen. Hüben wie drüben derselbe Kleingeist, devoter Gehorsam und brave Gefühle – ein urdeutsches Sehnen nach Ruhe und Ordnung, dem zugleich ein seismologisch-sensibles Organ für winzigste Störungen eigen ist.

    Während am Rhein 1977 die RAF-Terroristen Gedanken über Ausnahmezustand und Standrecht ins Kraut schießen ließen, vollzieht sich in einer ostdeutschen Provinzstadt die Geiselnahme unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Weil der Schuldirektor Zeitungsausschnitte über Bader und Meinhof bei der blonden Anna (Susanne Bormann) findet, droht dieser der Entzug der Studienerlaubnis. Klassenkamerad Marcus (Fabian Busch) macht alles noch schlimmer, als er die beschlagnahmten Bilder beseitigen will und dabei erwischt wird. Natürlich ist Liebe im Spiel, unerfüllte Leidenschaften, die schmächtige Pennäler zu ängstlichen Helden reifen läßt. Der Weg von der Idee bis zur Tat, den Schulchef bis nach der Notenkonferenz in einem Keller verschwinden zu lassen, ist freilich mit (komischen) Schwierigkeiten gepflastert. Die wahren Probleme beginnen aber erst hinterher, weil auch ein Gefangener gewissen Bedürfnissen nachkommen muß und außerdem schwer herzkrank ist. Auch daran, daß aus einem verhaßten Lehrer ein verletzbarer Mensch werden kann und sich die Kollegen von der Staatssicherheit ihren eigenen Reim auf die Angelegenheit machen, hatte niemand gedacht.

    Hinterm Ohr kratzt sich bisweilen auch der Regisseur, wenn er elegante Übergänge vom Krimi zur Groteske und zurück ins Melodram sucht und dabei manchmal haarscharf die Klamotte streift. Den kurzatmigen Schlingerkurs zwischen den Genres sieht man aber gerne nach, angesichts der atmosphärischen Qualitäten, mit der jedes muffige Detail von den kornblauen FDJ-Hemden über ausgebleichte Plastik-Funiere bis hin zur kleinbürgerlichen Unterwürfigkeit liebevoll ausgeleuchtet wird. Selbst Wessis entschlüsseln viele Anspielungen von der “Honi”-Brille bis zum Kader-Kauderwelsch und ließen sich während der Berlinale von der Heiterkeit anstecken, die Dresens satirische Komödie auslöste. Auch wenn heute nur schwer nachvollziehbar ist, was am titelgebenden Renft-Song die Staatsmacht auf die Palme brachte, so vermittelt diese für ein junges Publikum produzierte Deutschstunde doch ein Gefühl für das alltägliche Leben im ersten Arbeiter- und Bauernstaat. Vertrautes, Allzuvertrautes, made in Gesamt-Germany. led.

Darsteller und Crew

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