Rapunzel - Neu verföhnt (2010)

Originaltitel: Tangled
Rapunzel - Neu verföhnt Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (3)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Rapunzel - Neu verföhnt: Amüsantes und auch romantisches Animationsabenteuer, das wenig mit dem Grimmschen Märchen gemein hat. Hier unternimmt die Titelheldin mit den unglaublich langen Haaren mit einem charmanten König der Diebe ihren ersten Ausflug in die Freiheit.

Rapunzel lebt zeit ihres Lebens, seit nunmehr fast 18 Jahren, in einem Turm. Ihre Mutter Gothel warnt sie eindringlich vor der Außenwelt, die viel zu schrecklich für sie sei. Doch Rapunzel will unbedingt zu jenem Ort, in dem jedes Jahr in der Nacht ihres Geburtstags helle Lichter wie Sterne erscheinen. Unerwartet ergibt sich einen Tag vor ihrem 18. eine Gelegenheit, als der gesuchte Dieb Flynn in ihr Turmzimmer flüchtet. Sie überwältigt ihn, fesselt ihn mit ihrer über 20 Meter langen blonden Haarpracht und erpresst ihn, sie dorthin zu führen.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (3)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Disneys 50. Animationsspielfilm nimmt sich wie schon der letztjährige „Küss den Frosch“ ein Märchen als Vorlage für eine neue, modernisierte Geschichte. „Rapunzel – Neu verföhnt“ verknüpft mehrere Gegensätze, den klassischen Erzählstil des Hauses mit zeitgemäßen Dialogen und Charakteren, eine mittelalterliche Kulisse mit temporeicher Action und romantische Passagen mit frechem Witz.

    Auch optisch geht die von Byron Howard und Nathan Greno inszenierte Computeranimation in 3D einen Mix ein, indem sie sich an Design und Stil der klassischen handgezeichneten Trickfilme des Hauses orientiert. Das Ergebnis ist dabei gar nicht so anders als die ersten Märchenverfilmungen wie „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ oder „Aschenputtel“, da es archaische Dramatik in popkulturelle Leichtigkeit kleidet, allerdings für eine andere Generation von Zuschauern. Es gibt auch einige Gesangseinlagen, aber der hervorstechendste Eindruck ist der quirlige Witz, den die blonde Rapunzel und der jungenhafte Flynn Rider verkörpern.

    Trotz ihrer 20 Meter langen Haare ist die barfüßige, in modernes Lila gekleidete Rapunzel sehr flink, ja meistens in Bewegung. Mit den klassischen Disney-Prinzessinnen verbindet sie zwar ihr Liebreiz und der ungebrochene Frohsinn eines reinen Herzens – der auch die wildesten Räuber und ein unbestechliches Pferd umgarnt - , aber ansonsten wirkt sie wie ein Racker, ist weniger schön, als dass sie vielmehr einer dieser großäugigen Puppenfiguren ähnelt, die kindliche Robustheit signalisieren. Flynn ist gutmütig, schlau und stets für einen Spaß zu haben. Auf ihrem Trip durch den Wald in Richtung Königspalast hilft die ideenreiche Rapunzel ihrem Begleiter fast mehr als er ihr, auch weil sich ihr Haar hervorragend als Seil verwenden lässt.

    Die tierischen Sidekicks sind wie in „Küss den Frosch“ wesentliche Sympathieträger der Geschichte. Rapunzels Chamäleon Pascal sieht aus wie ein Plastikspielzeug, spricht kein Wort, verfügt aber über eine reiche Gestik, wenn es der Prinzessin Tipps gibt. Auch das Palastwachen-Pferd Maximus spricht nicht, kann aber mit dem Schwert kämpfen und erweist sich als hartnäckiger Verfolger von Flynn. Der Alltag Rapunzels im Turm und die Beziehung zur falschen Mutter sind von düsteren Aspekten so weit wie möglich befreit, um zum unbeschwerten Ton zu passen. Eine lustige Szene widmet sich liebevoll dem Wechsel von Glück und schlechtem Gewissen der Mutter gegenüber, den Rapunzel nach ihrer Flucht aus dem Turm erlebt.

    Zum flotten Stil des Films passt die moderne Sprache, etwa wenn Flynn Rapunzel als Blondie bezeichnet oder ein Räuber nach dem Passwort fragt. Ungewöhnlich intensiv ist die Spannung in einer Höhle, in der Rapunzel und Flynn im Wasser zu versinken drohen, als wären sie in einem Abenteuerfilm für Erwachsene. Die Romantik, die das Duo irgendwann erreicht, wirkt sorgfältig von Rührseligkeit, von allem, was an altmodischen Kitsch erinnern könnte, befreit und konzentriert sich stattdessen auf die luftig-leichten Impressionen einer nächtlichen Bootsszene unter aufsteigenden Laternen.

    Fazit: Quirliger als andere Disney-Prinzessinnen aus den Grimmschen Märchen, erlebt Rapunzel mittelalterliche Abenteuer in einer computeranimierten Komödie.
  • Der 50. Disney-Animations-Film ist ein amüsantes Abenteuer, das der bewährten Disney-Formel eine kräftige Portion Action und Slapstick verpasst und das Haar der Titelheldin in virtuose 3D-Schleifen legt.

    Eine kecke Rapunzel trifft in diesem Märchen, das die Grimmsche Vorlage nur als Aufhänger nimmt, auf einen charmanten, eingebildeten König der Diebe auf der Flucht und begrüßt ihn mit einem Schlag mit der Bratpfanne. Immerhin lebt das kreative Mädel seit fast 18 Jahren eingeschlossen in einem hohen Turm und hat noch nie jemand anderen als ihre vermeintliche Mutter Gothel, eine ebenso eitle wie fürsorgliche Frau gesehen, die sie von der gefährlichen Außenwelt fern gehalten hat. Rapunzel fesselt Flynn mit ihrer über 20 Meter langen, magischen Haarpracht und erpresst ihn, sie zu jenem Ort zu begleiten, in dem sie jedes Jahr in der Nacht ihres Geburtstags helle Lichter wie Sterne von ihrem Fenster aus aufsteigen sieht. Auf ihrem Weg dorthin werden sie von den Verfolgern Flynns, die ihn und sein wertvolles Diebesgut haben wollen und Gothel, die Rapunzels Magie braucht, um ihr jugendliches Aussehen zu konservieren, gejagt.

    Nathan Greno und Byron Howard, die zusammen bereits an “Bolt” gearbeitet haben, verschmelzen klassische Disney-Elemente in Optik und Inhalt mit modernen rasanten Action-Szenen im Stil von “Indiana Jones” und manch eindrücklichen 3D Effekten. Da sieht etwa der Turm oder das Dorf hübsch romantisch wie aus den frühen Disney-Filmen aus. Wenn Rapunzel ihr glänzendes Haar als Lasso benutzt oder das Paar durch eine Art Bergwerk flüchtet und ihm in einer Höhle das Wasser bis zum Halse steht, dann ist das nicht nur rasant in Szene gesetzt, sondern auch in 3D. Stark sind die komischen Szenen, die wie klassisches Screwball auf Slapstick und witzige Dialoge setzen. Am vielleicht ulkigsten ist der Abstecher des Paares wider Willen in eine heruntergekommene Kneipe. Dort entpuppt sich das furchterregendste Banditenvolk in einer Gesangseinlage als überraschend kreative und sympathische Gesellen. Da spielt der eine Klavier und der andere bastelt Ikebana. Zu Publikumslieblingen dürften die Sidekicks avancieren, ein Pferd, das sich wie ein Jagdhund und ein Mini-Chamäleon, das sich als Chef aufführt. Natürlich bieten sich auch die Hauptfiguren zur Identifikation an. So ist Rapunzel keine klassische Schönheit, sondern hat Sommersprossen und Flynn wirkt wie eine Mischung aus Namensvetter Errol Flynn und Jake Gyllenhaals “Prince of Persia”. Allen Modernisierungen zum Trotz steuern die beiden ihrem vorprogrammierten romantischen Happy End entgegen. Auf dem Weg dahin tanzt das ganze Dorf und das Disney-Schloss wird mit einer Fülle bunter Lampions in 3D beleuchtet, dass es kitschverliebten Mädchen eine Freude ist. Eine starke Bösewichtfigur gibt die charismatische Stiefmutter mit Liza-Minelli-Diva-Appeal ab, die mit dem knackigen “Mother Knows Best” den besten Gesangsauftritt des Filmes hat. Die klassischen Songs und den leicht Folk angehauchten Score lieferte Disneys Oscar-prämierter Hofkomponist Alan Menken. Herziger Spaß für Mädchen und Jungs aller Altersstufen. hai.
  • Typisch Disney: Familienfreundlicher Kitsch mit harmlosem Humor und ohne viel Tiefgang.
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