Quellen des Lebens (2012)

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Filmhandlung und Hintergrund

Quellen des Lebens: Melancholisch-ironisches bundesrepublikanisches Familienepos von Oskar Roehler nach seinem autobiografischen Roman, umgesetzt mit deutscher Schauspielprominenz.

Erich Freytag kehrt aus der Kriegsgefangenschaft in der fränkischen Provinz zurück und wird mit seiner Gartenzwerg-Fabrik Teil des deutschen Wirtschaftswunders. Sohn Klaus träumt derweil von einer Schriftstellerkarriere und verliebt sich in die aus einer reichen Familie stammende Gisela, die als Autorin reüssiert. Ihr gemeinsamer Sohn Robert passt nicht in ihr ’68er Bohemeleben und so stecken die Eltern ihn ins Internat bzw. bringen ihn während der Ferien bei den Großeltern unter. Seine Odyssee hat erst ein Ende, als Robert seine Jugendliebe wieder trifft.

Die Geschichte einer deutschen Familie – vom Ende des Zweiten Weltkriegs über das Wirtschaftswunder hinzu Hipiie-Ära. Zutiefst autobiographisches, melancholisch-ironisches Familienepon von Oskar Roehler, nach seinem Roman.

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Kritikerrezensionen

  • “Wir werden uns an vieles erinnern, wenn wir den Film sehen: An unsere Kindheit, an unsere Jugend, an unser Erwachsenwerden. Aber auch an unsere Gefühle, an die unterschiedlichen Sinnlichkeiten jeder Epoche und unseren Weg durch das Labyrinth der Irrtümer unserer Vorfahren; all das steht in Zusammenhang mit der Liebe, wie sie die einzelnen Generationen für sich gesehen haben. Insofern ist es auch eine Odyssee voll skurriler und tragikomischer Aspekte…” So weit Oskar Roehler zu “Quellen des Lebens”, der Verfilmung seines autobiographischen Romas “Herkunft”, den er nach eigenem Drehbuch adaptierte.

    Vom Kriegsheimkehrer Erich Freytag erzählt er, der in der fränkischen Provinz eine Gartenzwerg-Fabrik aufbaut und damit Teil des deutschen Wirtschaftswunders wird. Von dessen Sohn Klaus, der von einer Schriftstellerkarriere träumt, die dann aber seiner Frau Gisela gelingt, und von deren Sohn Robert. Der passt nicht in ihr ’68er Berliner Boheme-Leben und so stecken die Eltern ihn ins Internat bzw. bringen ihn während der Ferien bei den Großeltern unter. Seine Odyssee hat erst ein Ende, als Robert als junger Mann seine Jugendliebe wieder trifft.

    Geschichten aus der Bundesrepublik, die es so längst nicht mehr gibt. Ein melancholisch-ironisches, lässig gesponnenes Familienepos, das drei Generationen umspannt – von den braunen bis zu den “Flower Power”-Zeiten. West-Berlin, Käseigel, verwegen toupierte Frisuren, schwarzer Lidstrich, hämmernde Schreibmaschinen und Italienurlaub, eingehüllt in blauem Zigarettenrauch. Lustvoll spielt das deutsche Regie-Enfant-Terrible (“Elementarteilchen”) mit Klischees, traut sich verwegene Farbspielereien wie einst Rainer Werner Fassbinder in “Lola” und trifft musikalisch mit Komponist Martin Todsharow (“Schutzengel”) stets den richtigen Ton.

    “Morning Has Broken” schmalzt Cat Stevens, um erste, um ewige Liebe geht es (auch), um Internatsgeschichten und um Roberts Kumpel Schwarz (Wilson Gonzalez Ochsenknecht), der eine Karriere als Zuhälter ins Auge fasst – immer Geld, immer Weiber, keine Arbeit. Deutschlands Schauspielelite, darunter Jürgen Vogel, Meret Becker, Moritz Bleibtreu, Lavinia Wilson, Kostja Ullmann und ein lustvoll aufspielender Thomas Heinze als spießiger Geldsack, versammelt sich vor Carl-Friedrich Koschnicks (“Jud Süß – Film ohne Gewissen”) Kamera, der die “guten alten Zeiten” – Kaffeekränzchen und Vorgartenidylle inklusive – perfekt auszuleuchten versteht. Eine Klasse für sich ist die liebevolle, bis ins letzte Detail stimmige Ausstattung Eduard Krajewskis, die durch die sorgfältige Kostümauswahl noch unterstrichen wird. Ein hintersinniger bundesrepublikanischer Bilderbogen, der streckenweise ins Kitschige abgleitet. Aber das ist ja wohl der Sinn der Sache! geh.

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