Promised Land (2012)

Promised Land Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Promised Land: Bewegendes und engagiertes Sozialdrama von Gus Van Sant, in dem das Allgemeinwohl eines amerikanischen Dorfs gegen die Profitgier eines Energiekonzerns gestellt wird.

Erdgas-Unternehmensvertreter Steve Butler und seine Kollegin Sue sind in Pennsylvania unterwegs, um für den Energiekonzern Global von örtlichen Landbesitzern die Bohrrechte aufzukaufen. In dem kleinen Ort McKinley stoßen sie auf Gegenwehr. Unterstützt von einem Umweltschützer warnt der ehemalige Ingenieur Frank Yates die Bewohner vor den Konsequenzen für Umwelt und Gesundheit. Alsbald wachsen bei Steve, der selbst auf einer Farm aufgewachsen ist, die Bedenken hinsichtlich der gewissenlosen Philosophie seiner Firma.

Ein Erdgas-Unternehmensvertreter beißt sich die Zähne aus, als er in einer kleinen Gemeinde Bohrrechte kaufen will. Bewegendes und engagiertes Sozialdrama von Gus Van Sant, das die Profitgier eines Energiekonzerns anprangert.

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Kritiken und Bewertungen

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    Für das Erdgasunternehmen "Global" reist Steve Butler quer durch Amerika, um neue Ressourcen zu erschließen. Auch in einer Kleinstadt im Mittleren Westen sollen die von Wirtschaftskrise und Rezession gebeutelten Kleinstadtbewohner zu einem möglichst günstigen Preis die Bohrrechte an ihrem Land an "Global" abtreten. Um das Vertrauen der Einheimischen zu gewinnen, adaptiert Butler die Lebensgewohnheiten der Bewohner und gibt ihnen das Gefühl, einer von ihnen zu sein. Doch dann regt sich Widerstand in der Stadt. Die Einwände eines Professors und eines Umweltaktivisten drohen die Pläne zu gefährden und stürzen Butler in ein moralisches Dilemma. Der neue Film von Kult-Regisseur Gus Van Sant widmet sich den Gefahren des "Frackings" und den hochgiftigen Substanzen, die bei dieser Bohrmethode angewandt werden. Van Sant erzählt konsequent und geradlinig. Völlig unprätentiös, leise und unaufgeregt zeigt er Konflikte auf, lenkt den Zuschauer jedoch nie manipulativ in eine Denkrichtung. Vielmehr bildet der Film unterschiedliche Standpunkte nachvollziehbar ab, problematisiert, aber indoktriniert nicht. Die Dialoge überzeugen ebenso wie der durch Matt Damon angeführte exzellente Cast, der beeindruckend glaubwürdig spielt. Van Sant nimmt sich Zeit für Atmosphärisches und arbeitet inszenatorisch gezielt mit Schärfen und Unschärfen, die vor allem den inneren Konflikt der Hauptfigur spürbar werden lassen. Ein Film, der in die Tiefe dringt und dazu ein großartiges Plädoyer für die Entscheidungsfreiheit des Individuums.

    Jurybegründung:

    Im Auftrag einer großen Energiefirma reist Steve Butler in eine Stadt in Pennsylvania, wo er den Bewohnern das Abbauen von Schiefergas mittels Fracking schmackhaft machen soll. Schnell zeigt sich, dass er und seine Kollegin Sue Thomason, die er vor Ort trifft, clevere Verkaufsprofis sind. Weil es sich um eine strukturschwache Stadt handelt, scheinen sie zunächst leichtes Spiel zu haben. Die Menschen sehen in dem Deal mit der Energiefirma einen Ausweg aus ihren finanziellen Nöten. Doch ein ehemaliger Ingenieur, der an der lokalen High School als Lehrer arbeitet, macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Er weiß um die Risiken der Methode des Fracking und erwirkt eine Abstimmung. Nun müssen Butler und Thomason alle Register ihres Könnens ziehen, um die Bewohner der Stadt für sich zu gewinnen. Da taucht plötzlich ein Umweltaktivist auf, der Beweise dafür vorlegt, wie gefährlich das Fracking tatsächlich sei.
    In seinem neuen Film greift Gus Van Sant ein brisantes Thema auf. Fracking wird vor allem in den USA seit einigen Jahren eingesetzt und viele Nebenwirkungen auf die Umwelt, die sich etwa aus der Anwendung von Chemikalien ergeben, sind noch nicht geklärt. In PROMISED LAND wird daraus ein geradliniger, unaufgeregter Politthriller, der handwerklich brillant von der Wandlung Butlers vom Verkaufsgenie zum Mann mit Gewissen erzählt. Das ist gewiss nicht neu und hat im US-amerikanischen Kino durchaus Tradition. Doch PROMISED LAND nimmt sich bemerkenswert viel Zeit für die Charakterisierung der Figuren. Matt Damon, der auch das Drehbuch schrieb, und Frances McDormand sind hervorragend besetzt und verkörpern zwei verschiedene Facetten dieser Arbeitssituation. Während er am Ende erkennt, dass eine Firma es nicht wert ist, für sie zu arbeiten, wenn sie selbst ihren Mitarbeitern gegenüber nicht mit offenen Karten spielt, ist die Arbeit für die pragmatische Thomason nur ein Job, der ihr in erster Linie ein Einkommen sichert. Dabei geraten beide in eine romantische Beziehung. Er lernt eine Lehrerin kennen, die seiner Arbeit eher indifferent gegenübersteht. Sie lernt einen Mann kennen, der sie bei ihrer Arbeit unterstützt. Die Ambivalenz, die hier zum Tragen kommt und geschickt auf die beiden Figuren verteilt ist, zeichnet den gesamten Film aus. Das betrifft auch die Bewohner des Ortes, ob sie sich für oder gegen das Angebot ihr Land für die Erdgasbohrungen zu verkaufen, entscheiden. Wenn Butler am Ende in bester Hollywood-Tradition ein Plädoyer hält, wird die Stoßrichtung des Films und vielleicht auch seine Ideologie transparent: Es kommt darauf an, dass den Bewohnern die Möglichkeit einer Entscheidung gelassen wird, ohne dass sie manipuliert werden. Dieser Bewusstseinsprozess wird bis in die Nebenfiguren perfekt mit viel Fingerspitzengefühl inszeniert.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Engagiertes Sozialdrama mit Matt Damon, in dem das Allgemeinwohl eines amerikanischen Dorfs gegen die Profitgier eines Energiekonzerns gestellt wird.

    “Bourne”-Darsteller Damon ist als aktiver Umweltschützer bekannt, so dass ihm das Anprangern des sogenannten Fracking (hydraulische Erdgasbohrungen, die Grundwasser verseuchen) persönlich nahe liegt. Die Oscar-nominierte Doku “Gasland” (2010) beschäftigte sich bereits detailliert damit. Für die Spielfilm-Aufbereitung des Stoffes tat sich Damon – der ursprünglich selbst inszenieren wollte – nunmehr zum dritten Mal mit Regisseur Gus Van Sant (nach “Good Will Hunting” und “Gerry”) zusammen. Darüberhinaus schrieb Damon zusammen mit Schauspieler John Krasinski (aus der TV-Serie “The Office”) das auf einer Story von Dave Eggers basierende Drehbuch. Ihre jeweiligen Rollen als Erdgas-Unternehmensvertreter und Umweltschützer sind als Rivalen angelegt, die grundverschiedene Auffassungen vertreten. Vordergründig dreht es sich um Umweltschutz, doch letztlich geht es auch um den Verlust ländlicher Lebensweise. Denn beim gelobten Land des Titels handelt es sich um das Herzland Amerikas, dessen Landwirte eine rapide schwindende Bevölkerungsgruppe sind.

    Steve Butler und seine Kollegin Sue (“Fargo”-Frau Frances McDormand gewohnt trockenhumorig) sind in Pennsylvania unterwegs, um für den Energiekonzern Global von örtlichen Landbesitzern die Bohrrechte aufzukaufen. Normalerweise sind ihre Geschäfte ruck zuck abgeschlossen, doch in dem kleinen Ort McKinley stellt sich ihnen Opposition entgegen. Der ehemalige Ingenieur Frank Yates (Hal Holbrook) warnt die Bewohner vor den negativen Konsequenzen für Umwelt und Gesundheit und schlägt eine Abstimmung vor. Zusätzliche Unterstützung erhält Yates, als Umweltschützer Dustin aufkreuzt und mit Graswurzelaktionen die Einwohner gegen Global aufbringt. Steve kontert mit guter PR und lernt dabei die Dorfbewohner näher kennen, etwa die attraktive Lehrerin Alice (Rosemary DeWitt). Sie ist mit ein Grund, weshalb Steve, der selbst auf einer Farm aufgewachsen ist, in einen Gewissenskonflikt hinsichtlich der rücksichtslosen Philosophie seiner Firma gerät.

    Van Sant (“Milk”) inszeniert die bewegende Moralfabel mit atmosphärisch schönen Landschaftsaufnahmen (inklusive Zeitraffer- und Luftbild-Aufnahmen) in bedächtigem Tempo. Er entwirft ein melancholisch angehauchtes Porträt von Land und Leuten, das stimmig von Danny Elfmans Orchesterscore und Folksongs der Milk Carton Kids unterstrichen wird. Die Darstellerleistungen sind durchgehend gut, dennoch sticht Damon als bürokratischer Company Man, der eine tiefgehende Wandlung durchmacht, hervor. Mit dem emotionalen Effekt ähnlich gelagerter Dramen wie “Erin Brockovich” oder “Michael Clayton” kann “Promised Land” allerdings nicht ganz mithalten. Dafür werden die Fronten nicht klar genug abgesteckt. Trotz Kritik von US-Konservativen, die mitfinanzierende Produktionsfirma Image Nation Abu Dhabi habe ein Interesse daran, Öl-unabhängige Energieformen zu diskreditieren, handelt es sich um einen interessanten und unbedingt sehenswerten Beitrag zum Thema. ara.

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