poliezei (2011)

Originaltitel: Polisse
poliezei Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

poliezei: Mit einem Höchstmaß an Authentizität verfolgt die französische Filmemacherin Maiwenn Le Besco eine Sondereinheit der französischen Polizei, die sich mit Verbrechen an und von Jugendlichen befasst. Minuziös porträtiert sie den knallharten Alltag der Flics, bettet in die Kolportage aber auch eine Amour fou ein, die unerlaubte Liebesaffäre einer Journalistin mit einem Beamten.

Die Polizisten der Einheit für Jugendkriminalität haben einen Job, um den sie niemand beneidet: Täglich werden sie mit schrecklichen Verbrechen und extremer Aggression konfrontiert und müssen dennoch cool bleiben. Vom Innenministerium beauftragt, soll die Journalistin Melissa eine Reportage über die hartgesottenen Flics schreiben. Und verliebt sich alsbald in Fred, das schwarze Schaf des Trupps.

Die Polizisten einer französischen Spezialeinheit, die sich nur und ausschließlich mit Kriminalität gegen Kinder beschäftigt, haben einen Job, um den sie kaum ein Kollege beneidet. Täglich werden sie mit schrecklichen Verbrechen an Wehrlosen konfrontiert, müssen cool bleiben, wenn Täter und schwer Verdächtige sich winden und abwiegeln. Vom Innenministerium beauftragt, soll jetzt die Journalistin Melissa eine Reportage über den harten Haufen schreiben. Dabei verliebt sie sich ausgerechnet in Fred, das impulsive schwarze Schaf der Truppe.

Täglich sehen die Flics von der Dienststelle für Kindsmissbrauch dem Grauen auf den Grund. Nicht leicht, da cool zu bleiben. Rapper Joey Starr und Maiwenn Le Besco (auch Regie) sind die Stars eines harten Polizeidramas aus Frankreich.

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Kritikerrezensionen

  • In ihrer dritten Regiearbeit, erneut ein Ensemblestück, porträtiert Schauspielerin Maiwenn Le Besco den zermürbenden Alltag einer Pariser Polizeieinheit für Jugendschutz. Bis in die Nebenrollen mit prominenten Kollegen und Freunden besetzt, zudem die Regisseurin selbst und Coautorin Emmanuelle Bercot, entwirft das glaubwürdige Sozialdrama ein authentisches Bild der mitunter aussichtlosen Ermittlungen gegen jugendliche Diebesbanden, Päderasten, Drogensüchtige und kriminelle Vereinigungen. Stets bleibt die digitale Handkamera nahe an den Protagonisten bei ihren alltäglichen Konflikten im privaten und beruflichen Bereich.

    Neben zahlreichen Ermittlungsfällen werden ebenso die kleinen Probleme wie unglückliche Ehen, Liebesaffären und Scheidungszwiste angeschnitten, die sich gleichfalls auf den Revierjob auswirken. Einige dieser Plotstränge werden zu Ende geführt, andere nur als momentane Handlungssplitter aufgeworfen. Die episodenhafte Erzählweise, neben vielen dramatischen auch komische Erlebnisse der Beamten bündelnd, mündet im eher konventionellen Showdown auf der Jagd nach Juwelendieben in einem Shoppingcenter. Offensichtlich wollte Maiwenn ihre authentische Milieu- und Charakterstudie doch mit einem traditionellen Finale beenden.

    In den letzten Jahren machte sich die einst mit Luc Besson verheiratete Maiwenn, deren Schwester Isild Le Besco ebenfalls als Schauspielerin und Regisseurin reüssierte, auf der Leinwand eher rar. Dagegen konnte sie sich mit ihren drei Regiearbeiten „Verzeiht mir“, „Le Bal des Actrices“ und „Poliezei“ Achtung verschaffen. In allen dreien vermischen sich Spiel- und Dokumentarfilm, wobei stets ein medial gebrochener Blick auf die Wirklichkeit entworfen wird. Erst durch den Kamerablick entsteht eine neue Wahrnehmung der sozialen Realität, die veränderte Perspektiven, aber auch Fragestellungen aufwirft. Doch dieses Mal wirkt die von Maiwenn gespielte Fotografin, die zunächst die Zuschauerposition einnimmt, dann aber in die Handlung eingreifen darf, überflüssig. Damit mag sie ihre eigene Position während der Filmvorbereitungsphase reflektieren und überhöhen, doch für den Verlauf der Geschichte erscheint diese Figur wenig hilfreich.

    Als die in Cannes mit dem Jurypreis ausgezeichnete Filmemacherin auf dem Münchner Filmfest ihr neues Werk vorstellte, berichtete sie, dass viele Passagen in improvisierten Proben unter den Darstellern entstanden. Letztlich kamen die Akteure damit ganz unterschiedlich klar. Gerade zu Beginn hemmen die zahlreichen Diskussionen unter den Beamten aber den Erzählfluss. Stärker wirken die glaubwürdigen Straßen- und Rechercheszenen nach. Maiwenn betonte, dass zwar die Charaktere erfunden, aber die aufgeworfenen Fälle real seien. Besonders die unerklärliche Kurzschlusshandlung einer Protagonistin in der Schlussszene habe sich tatsächlich so zugetragen. Für ihr nächstes Projekt wolle sie aber Abstand von Ensembledramen gewinnen und wieder mit neuen Darstellern arbeiten. Vielleicht verzichtet sie dabei auch auf einige zu übertriebene Szenen, die im Figurenkontext zu unplausibel wirken.

    Fazit: Ein desillusionierendes Polizeiporträt zwischen Schreibtisch- und Straßenkämpfen mit Schwächen im Timing.
  • Eine Polizeieinheit in Paris bekämpft Verbrechen gegen Kinder. In den Händen der Regisseurin Maiwenn wird daraus ein Genrefilm, der den Vergleich mit den besten Polizeifilmen oder -serien nicht zu scheuen braucht.

    “Polizei” nennt Maiwenn ihre dritte Regiearbeit – bezeichnender Weise in der orthographisch unkorrekten Form, die ihr Sohn bei einer Rechtschreibübung gewählt hat. Denn genau darum geht es, um Polizei und Kinder. Oder genauer gesagt: um die Brigade de Protection des Mineurs, eine zehnköpfige Sondereinheit der Pariser Polizei, die sich um jedwede Verbrechen an Minderjährige zu kümmern hat. Ohne große Umschweife und Exposition taucht der Film ein in den Alltag der Beamten, zeigt sie bei der Arbeit, bei ihren Gesprächen, bei sich zu Hause. So gut wie nie trennt er sich von seinen Protagonisten und entscheidet sich nie für eine klare Hauptfigur. Wenn man ehrlich ist, erzählt er eigentlich auch keine stringente Geschichte, zumindest keine konventionelle Geschichte in drei Akten und mit sauberem Spannungsaufbau.

    Obwohl “Polisse” sich konventionellen dramaturgischen Kniffen verweigert, baut sich eine fast unerträgliche Spannung auf, weil einem die Figuren nach und nach ans Herz wachsen: Hautnah darf der Zuschauer miterleben, was sie erleben, wie sie fühlen, was der tägliche Umgang mit Päderasten und geschundenen Kindern mit ihren Seelen anstellt, was das Gesehene und Erlebte für ihr Privatleben bedeutet. Wenn es eine Rahmenhandlung gibt, dann ist es die Geschichte der Fotografin Melissa, gespielt von der Regisseurin selbst, die vom Innenministerium beauftragt wird, eine Reportage über die BPM zu machen, die für die Broschüre einer Imagekampagne benutzt werden soll. Wenn etwas vorhersehbar ist in “Polisse”, dann ist es ihre Affäre mit Fred, absolut glaubwürdig gespielt von Rapstar Joeystarr als impulsiven Heißsporn der Gruppe, den sein großes Herz für Kinder öfter auch in die Bredouille bringt, weil er sich allzu oft von seinen Gefühlen leiten lässt. Und doch ist auch ihre Liebe immer nachvollziehbar, wie auch die anderen Freundschaften und Machtverhältnisse innerhalb der Gruppe.

    Den atemlosen authentischen Erzählstil kennt man aus amerikanischen Fernsehserien wie “NYPD Blue “, “The Wire” oder “The Shield”, aber wozu diese Serien sich über ganze Staffeln hinweg Zeit nehmen, das packt Maiwenn mit ihrem gemeinsam mit Emmanuelle Bercot geschriebenen Drehbuch in knappe zwei Stunden. Kaum eine Härte des Polizeialltags wird ausgelassen, und bei manchen Vignetten und Fällen – die nach Angaben der Regisseurin allesamt auf Tatsachen beruhen – stockt einem der Atem. Wenn etwa eine mittellose schwarze Frau ihren sechsjährigen Sohn auf dem Revier abliefert, weil er ein besseres Schicksal verdient hat, als so zu leben wie sie, oder wenn ein Päderast genüsslich davon erzählt, wie er sich an seiner Tochter vergangen hat, weil er weiß, dass seine guten Verbindungen in hohe Stellen ihm garantieren, bald auf freiem Fuß zu sein. Aber auch Raum für befreienden Humor gibt es Zuhauf, mit dem die Beamten dem täglichen Schrecken ihrer Arbeit begegnen. Bei dem hohen Tempo könnte einem leicht entgehen, dass dieser wie zufällig zusammengesetzte Film ganz präzise erzählt und inszeniert ist.

    Mit hoher Ökonomie werden die Figuren vorgestellt und vertieft. Erst im Finale gönnt sich die Regisseurin den Kniff einer künstlerischen Verfremdung, indem sie eine Verzweiflungstat eines der Beamten und einen Befreiungsakt eines der misshandelten Kinder gegeneinander schneidet, und erzielt damit einen erschütternden Höhepunkt in ihrem großartigen Film. Vor allem verliert Maiwenn nie aus den Augen, um wen und was es geht. Sie mag von der Polizei erzählen, aber im Mittelpunkt stehen die Kinder. Und das erdet diesen großartigen Genrefilm, den man in einem Atemzug mit einem anderen Cannes-Meisterwerk der letzten Jahre, “Ein Prophet”, nennen kann, auf eine Weise, die einem bisweilen das Herz zerreißt. Wenn man nicht gerade übergeht vor Begeisterung für diesen außerordentlichen Film. ts.

Darsteller und Crew

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