Pina - Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren (2011)

Originaltitel: Pina
Pina - Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Pina - Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren: Hommage an die kürzlich verstorbene Choreografenlegende.

Die 1940 in Solingen geborene, in Essen und New York ausgebildete Tänzerin Pina Bausch zählt zu den bedeutendsten Choreografinnen der Welt. 1973 wird sie Leiterin des Balletts in Wuppertal und tauft es in Tanztheater um. Ihre Stücke und Choreografien, die auch Oper, Operette und internationale U-Musik aufgreifen und inhaltlich auch Alltägliches integrieren, sind vielfach ausgezeichnet worden. Ihr Theater ist verspielt, komisch, tragisch, überraschend, setzt auf ausdrucksstarkes Kostümbild und den Einsatz von Wasser und Erde.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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    Pina Bausch war eine der größten Balletttänzerinnen und -choreographinnen unserer Zeit. In Wuppertal gründete sie 1973 das Wuppertaler Tanztheater und arbeitete dort mit ihrer stetig wachsenden internationalen Truppe bis zu ihrem plötzlichen Tod im Jahr 2009. Wim Wenders porträtiert ihre Arbeit auf herausragende Weise. Mit der 3D-Technik findet er eine filmische Ausdrucksmöglichkeit, die das Faszinosum der Tanz-Avandgarde facettenreich bebildert. Wenders mischt Ausschnitte aus Pinas berühmten Bühneninszenierungen mit einzigartigen Choreographien auf Straßen, Plätzen und an atemberaubenden architektonischen Orten. Interviews mit Mitgliedern des Ensembles zeugen von Pinas unerschöpflich künstlerischer Kraft, ihrer tiefen Menschlichkeit und der nie versiegenden Besessenheit an der Kunstform Tanz. Wenders PINA ist eine Liebeserklärung an ihre Person, eine Hommage an die Künstlerin und eine filmische Verbeugung vor dem Tanz.

    Jurybegründung:

    Sehnsucht nach Liebe, Hoffnung auf Liebe. Alle menschlichen Empfindungen, die man damit in Verbindung bringen kann, gehören zu den elementaren Themen, aus denen Pina Bausch die von ihr kreierte neue Form des Theaters schuf, ja das Theater revolutionierte. Die Verbindung von Sprache, Gesang, Tanz und Ballett, weg von den klassischen Formen der Aufteilung, zum "Tanztheater" - dafür wurde Pina Bausch in ihren Anfängen in Wuppertal angefeindet und später als Ikone neuer Gestaltungsformen des Theaters weltweit gefeiert. In fast vier Jahrzehnten ihrer Arbeit in Wuppertal, die von leidenschaftlichem Einsatz geprägt waren, schuf sie ein unvergleichliches Ensemble. Ein Ensemble, das nicht nur in der Gruppe Außergewöhnliches zu leisten vermochte, sondern in dem jedem Einzelnen durch Pina die Möglichkeit geboten wurde, eine eigenständige Persönlichkeit in den Ausdrucksformen zu entwickeln. Statt nur zu lehren, vermittelte sie ihren Künstlern die Botschaft, sich selbst unersättlich auf die Suche nach dem Sinnlichen zu machen.
    Die Jury war überaus begierig zu erfahren, wie es Wim Wenders gelingen kann, das Phänomen Pina Bausch filmisch zu analysieren und dies auch noch in 3-D. Erstaunt muss man feststellen, dass 3-D geradezu die Idealform für die Verbindung von Pinas Tanztheater zum Publikum ist, den Zuschauer geradezu wie im Sog in das Geschehen hineinzieht. 3-D nicht, um das Tanztheater als Objekt zu missbrauchen sondern diesem zu dienen.
    Viele Jahrzehnte kreatives Wirken Pina Bauschs in Wuppertal zollt Wim Wenders Tribut, in dem er mit dem Theater aus dem Theater in und um das Umfeld der Stadt zieht und dabei Räume der besonderen Art findet. So viel Raum und so viele Möglichkeiten. Raum und die Gestaltung desselben war für Pina immer ein ganz besonderes kreatives Element.
    Geschickt lässt Wenders archivarisches zweidimensionales Filmmaterial auf eine Bildwand im dreidimensionalen Raum projizieren. Die hervorragende Montage des 3-D-Materials geschieht nach einer eigenen Dramaturgie. Hält sich in den ersten Stücken Pinas der Schnitt noch zurück, so steigert er sich bei "Vollmond" und passt sich dem furiosen Geschehen auf der Bühne wunderbar an.
    Eingebettet in den sinnlichen Rausch der Stücke kommen alle wichtigen Ensemble-Mitglieder zu Wort. Alle bezeugen ihre Liebe zu einer ungewöhnlichen Frau und alle bestätigen, wie sehr sie durch Pina in ihrem künstlerischen Reifungsprozess gefördert wurden.
    Dieser Film ist nicht nur ein Film von Wim Wenders für Pina sondern auch eine grandiose Hommage ihres Ensembles an sie, die in ihnen weiterleben wird.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Mitreißende Hommage an die verstorbene Choreografin Pina Bausch und ihr Tanztheater Wuppertal, die 3D als perfektes Mittel nutzt, Tanz mit allen Sinnen erfahrbar zu machen.

    Das lange von Wim Wenders geplante Projekt, einen Film über seine Freundin, die national und international geschätzte Choreografin Pina Bausch und ihr Werk zu machen wurde endlich realisiert – wenn auch ohne ihre direkte Beteiligung. Sie starb im Sommer 2009 während der Vorbereitung. So hat sich die Erzählperspektive verschoben, ihr Werk , ihre Choreografien aber, das zentrale Element der Doku, bleibt lebendig.

    Den Eindruck des Lebendigen, das der Zuschauer des Films noch stärker als im Theater hat, ermöglicht die 3D-Technik. Hier sitzt der Zuschauer wirklich in der ersten Reihe bzw. sogar mit auf der Bühne zwischen den Tänzern. Zum authentischen Erlebnis gehört auch, dass außer der Musik auch das Atmen der Tänzer hörbar ist. Dass alles frisch und nicht im Geringsten museal wirkt, liegt natürlich auch an der besonderen, auch (emotionalen) Qualität der Stücke, die Bausch selbst ausgewählt hat. Ausschnitte aus “Sacre du printemps” (1975), “Kontakthof” (1978), “Café Müller” (1978) und “Vollmond” (2006) bei Neu-Aufführungen mit und ohne Publikum und an Wuppertaler Orten getanzt sind das Kernstück. Besonders aufregend wirkt der Tanz außerhalb der Bühne. Wenn etwa in moderner Dachetage, am Uferpark, im Schwimmbad oder vor aufgegebenen Industrieanlagen getanzt wird, reizt der Kontrast (von alltäglicher, statischer Stadtarchitektur und der Bewegung und den kräftigen Farben der Kostüme) und kommt das Spiel mit dem Raum noch deutlicher zum Ausdruck. Besonders amüsant ist eine Performance in der Schwebebahn. Zwischen die Tanzszenen, die unglaublich virtuos und verspielt Lebenslust ebenso wie Trauer transportieren, montiert sind Miniporträts der Ensemble-Mitglieder, ihre Gesichter werden einige Sekunden lang von der Kamera beobachtet bevor sie in wenigen Sätzen sagen, was Pina Bausch ihnen bedeutet, gegeben hat.

    So ist “Pina” selbstverständlich eine Eloge. Aber Wenders ist wie bei seiner erfolgreichen Musik-Doku “Buena Vista Social Club” nicht daran interessiert, möglichst detaillierte und fundierte Informationen und Biografien zu präsentieren, sondern daran, ein Gefühl für die Personen und ihre Kunst zu vermitteln bzw. ihre Begeisterung für ihre Kunst auf den Zuschauer zu übertragen – was ihm erneut gelingt: Auch wenn Bausch nur in wenigen Einspielern von Archivmaterial physisch präsent ist, zeigt der Film Bausch als Vollblut-Künstlerin, der ihre Arbeit wichtiger als alles andere im Leben war, die aber auch warmherzig war und ihr Ensemble als Familie betrachtete. Nach diesem Film will man unbedingt mehr von ihren Choreografien sehen. hai.

Darsteller und Crew

News und Stories

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