Pigs Will Fly (2002)

Pigs Will Fly Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Pigs Will Fly: Ein Berliner Polizist wird vom Dienst suspendiert, als er seine Frau krankenhausreif schlägt. Bei seinem Bruder in San Francisco beginnt er, sich mit seiner Vater-Beziehung auseinanderzusetzen und sich seine Fehler bewusst zu machen.

Auf den ersten Blick wirkt der Berliner Polizist Laxe (Andreas Schmidt) wie ein netter Kerl und fürsorglicher Ehemann, doch hinter der Fassade gähnt der Abgrund der Gewalt: Laxe kompensiert seine Unsicherheit und nagende Eifersucht, indem er seine junge Frau regelmäßig brutal verprügelt. Als er seine Gattin mal wieder ins Krankenhaus gedroschen hat, entzieht sich Laxe der anstehenden Suspendierung bzw. Strafverfolgung und flüchtet zu seinem Bruder nach Kalifornien. Dort geht er zwar dem psychischen Defekt mittels Vergangenheitsbewältigung auf den Grund, doch das alte Verhaltensmuster droht sich trotzdem zu wiederholen.

Ohne allzu sehr in Bewusstseinsgründelei oder gar plumpe Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen, inszeniert Eoin Moore ein hartes, intensives Drama über den verzweifelten Versuch eines Mannes, seine irrationale Wut zu besiegen.

Nachdem er seine Frau krankenhausreif geschlagen hat, flüchtet der Berliner Polizist Laxe vor einer drohenden Gefängnisstrafe zu seinem Bruder nach San Francisco. Das Wiedersehen zwingt beide, sich mit ihrer von gewalttätigen Übergriffen durch ihren Vater geprägten Kindheit auseinander zu setzen. Eine neue Beziehung wird für Laxe zur Bewährungsprobe.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nach dem preisgekrönten “Plus-Minus Null” und der melancholischen Liebesgeschichte “Conamara” geht es auch in Eoin Moores dritten Spielfilm “Pigs will fly” um die Angst vor und den gleichzeitigen Wunsch nach Veränderung. Im Mittelpunkt steht ein Mann, der die Frauen, die er liebt in hysterischer Eifersucht verprügelt und sich erst im fernen San Francisco über die Ursachen seiner blinden Wut klar wird.

    Gewalt in der Ehe – ein Thema, das man(n) gerne verschweigt. Da schlägt der Notar genau so hart zu wie der Nachtarbeiter, hagelt’s beim bekannten Medienstar Hiebe wie beim unbekannten Malocher. Nur selten dringen die Tätlichkeiten dieser Durchschnittstypen an die Öffentlichkeit. So wirkt auch dieser blonde Berliner Polizist Laxe sehr nett, wenn er seine Frau mit strahlendem Lächeln vom Supermarkt abholt. Doch wenig später rastet er aus und prügelt sie grün und blau. Nicht das erste Mal. Dabei ist er sich eigentlich keiner Schuld bewusst, er hat es doch nicht so gemeint, beim Besuch im Krankenhaus steht der fürsorgliche Gatte mit Blümchen in der Hand am Bett. Da eine Suspendierung vom Dienst droht, macht sich Laxe auf zu einem Besuch bei seinem Softie-Bruder in San Francisco. Dort hofft er, einen klaren Kopf zu bekommen. Was ein Neubeginn sein sollte, endet im Wiederholen alter Verhaltensmuster.

    Eoin Moore gelingt (bei einem Budget von nur 1,2 Mio. Euro) ein Stück intensives Gefühlskino. Wie in “Plus-Minus Null” kaschiert er nicht sein Faible für gebrochene Figuren, lässt auch hier seinen Protagonisten (Andreas Schmidt überzeugend in seiner Ambivalenz) an der eigenen Schwäche leiden, die Frauen (stark: Laura Tonke und Kirsten Block) zum Opfer werden, die sich nur sehr langsam aus emotionaler Abhängigkeit befreien. Aus der Perspektive des Täters erfahren wir, was ihn zu Gewalt treibt – jede Geste, jede Handlung des weiblichen Gegenparts beobachtet er unter dem subjektiven Aspekt der Untreue, fühlt sich trotz aller Zuneigung zurückgewiesen. Seine Schwäche macht ihn zum Schläger, die körperliche Macht über Frau oder Freundin gibt ihm für einen kurzen Moment das Gefühl der Überlegenheit. Auf eine Schwarz-Weiß-Zeichnung oder psychologische Gründelei verzichtet Moore, auch wenn er sich einen kleinen Exkurs in die Kindheit mit autoritärem Vater oder einen Schwenk auf die triste Hochhaussiedlung nicht verkneifen kann. Die Schauspieler arbeiteten aktiv an der Entwicklung des Drehbuchs und der Figuren mit, ihr Engagement findet sich auch in der fulminanten Darstellung wieder. Auch optisch geht Moore neue Wege. Weg von der wackeligen Handkamera hin zur Kamera auf dem Stativ, die exakt durchkomponierte Bildkompositionen ermöglicht. “Pigs will fly” erzählt vom Verrat an der Liebe und von einem menschlichen Desaster. Das manchmal harte Drama eines einfachen Mannes sollte die Kinogänger nicht unberührt lassen. mk.

Darsteller und Crew

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