Petites coupures (2002)

Petites coupures Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Petites coupures: Vergnügliche Farce um einen kommunistischen Frauenhelden, der sich zwischen seinen politischen Überzeugungen und der ständigen Suche nach dem anderen Geschlecht verirrt.

Dem Höhepunkt seines Lebens nahe, weiß der kommunistische Journalist und notorische Frauenheld Bruno nicht weiter und verirrt sich bei einer Reise in die französischen Alpen zwischen seiner Ehe und Affären – bis er eine nicht minder unentschlossene Ehefrau trifft, die ihn beinahe auf den rechten Weg zurückführt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nach “Encore” und “Rien sur Robert” zeigt der französische Autor und Regisseur Pascal Bonitzer, ehemaliger Filmkritiker der Cahiers du Cinema und Drehbuchautor unter anderem für Regisseure wie Jacques Rivette und André Téchiné, mit seinem dritten Spielfilm erneut seine Begeisterung am Austüfteln von Situationen und Dialogen, die die Unvollkommenheit des Lebens und des Menschen und insbesondere des Mannes – hier ein Intellektueller in einer Phase schwerer Desorientierung- auf humoreske und manchmal selbstironische Art widerspiegeln.

    Nun ist es der Kommunist und Journalist Bruno Beckmann, der nur von Daniel Auteuil mit dessen typischer Gelassenheit und Leidenschaft gespielt werden kann, der sich zwischen den eigenen politischen Überzeugungen und seiner überzeugenden Liebe zum weiblichen Geschlecht in einer Art Midlifecrisis verirrt. Von seiner großartigen Noch-Ehefrau Gaelle (Emmanuelle Devos) will er nicht lassen, seine naive, blutjunge Geliebte Nathalie (Ludivine Sagnier) lässt nicht von ihm. Also begleitet diese ihn auch auf dem Weg in die französischen Alpen, wo Brunos Onkel Gérard (Jean Yanne) als Bürgermeister um seine Wiederwahl bangt. In schlecht gelaunter Umgebung lässt Bruno Nathalie auf ungeschickte Weise wissen, dass sie ihm auf die Nerven geht. Prompt ergreift diese die Gelegenheit zur Flucht – gemeinsam mit dem Sohn des Bürgermeisters, der den Vater gerade davon in Kenntnis setzt, dass ihn seine Frau Anne (Cathérine Moucher) betrügt. Spontan bittet Gérard Bruno, dem Rivalen einen Brief zu überbringen. In seinem kleinen roten Auto folgt der damit Beauftragte dem falschen Weg, handelt sich unterwegs schon wieder Schwierigkeiten mit einem jungen Wesen ein und erreicht schließlich das außerordentlich an Chabrol erinnernde Szenario im Landhaus des Nebenbuhlers, des Herrn Etienne Verekher (Hanns Zischler), dessen grandios kapriziöse Stieftochter Béatrice (umwerfend französisch: Kristin Scott Thomas), wie sich herausstellt, zugleich seine Frau ist und die, ja, so attraktiv und verrückt ist, dass Bruno sofort mit ihr schlafen muss. Und es sogar Ernst meint, mit der Frau, die ihm daraufhin vorschlägt, den kranken Etienne zu töten. Was sie verwirrenderweise als Scherz gemeint sogleich zurücknimmt – und Bruno seine Gefühle ebenso.

    So verirrt sich der willensschwache Held unentschlossen weiter auf dem Holzweg in immer höher liegende, schneekalte Landschaften fern vom heimischen Paris – und der dabei kühl gelassene Zuschauer bemüht sich um eine Verbindung zwischen Brunos viel zitierten und von der Geschichte eingeholten kommunistischen Ideen und seinem ebenso wankenden Gefühlsleben. Doch dies weiter zu vertiefen, ist nicht in Bonitzers Interesse. Der belässt es hier bei einem running gag, beginnend mit dem guten Dialog zwischen Nathalie und Gaelle, die einander in der ersten Szene nicht ahnend, mit wem sie es zu tun haben, zufällig auf der Straße begegnen: “Wie kann man heute noch für den Kommunismus sein, nach all dem, was passiert ist?” – “Was ist denn passiert?” – “Na ja, die Mauer und so.” – “Welche Mauer?” Im weiteren Verlauf dieser Unterhaltung stellen beide dann fest, dass sie mit demselben Mann schlafen, und als Gaelle daraufhin die Koffer packt und selbigem den Rücken kehrt, schneidet sich dieser, rührend hilflos und mutwillig in die Hand. Was nur die erste von unzähligen Verletzungen ist, die sich im Folgenden alle Figuren in ungenierter Absicht selbst und gegenseitig zufügen. Mit raffinierten Szenen und Dialogen bohrt Bonitzer weiter in den Wunden, die Brunos Dilemma visualiseren sollen, das dieser selbst gar nicht verstehen will. Da ein kleiner Schnitt das Ärgste ist, was die Lawine, die er im sich auftürmenden Gebirge seiner Affären auslöst, hinterlässt, wandert er weiter traumwandlerisch passiv und zuweilen recht albern auf jede sich zufällig ergebende Gelegenheit zu.

    Ein weiterer schnittiger Satz prägt sich dabei gegen Ende des Films ein, der zwischen groteskem Witz, Chabrolscher Dramatik und Beschwörungen von Liebe schwankt: “Dies ist ein Boulevardstück und kein Drama”, sagt Beatrice zu Bruno. Und deshalb fällt darauf auch ein Schuss, dem eine Beerdigung folgt – aber die eines anderen als des Erwarteten. Was wiederum die größte Freude an Bonitzers “dramatischer Burleske” ist – das Spiel mit den Erwartungen des Betrachters und mit seinen Figuren, die er beide zeitweise jedoch nicht Ernst genug nimmt, um bei aller Kunstfertigkeit zu überzeugen. cm.

Darsteller und Crew

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