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ParaNorman (2012)

ParaNorman Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

ParaNorman: Animationsfilm über einen Jungen, der mit den Toten sprechen kann und seine Stadt von einem alten Fluch befreit.

Norman ist krasser Außenseiter in seiner Schule in der neuenglischen Kleinstadt Blithe Hollow, in deren Geschichte eine Hexe die berühmteste Persönlichkeit ist. Nur der dicke Neill, der genauso gehänselt wird wie Norman, will sein Freund sein. Selbst Normans Vater hält ihn für nicht ganz normal. Denn Norman ist nicht nur ein fanatischer Horror-Fan, sondern er sieht Tote und spricht mit ihnen. Als die puritanischen Gründungsväter sich aus ihren Gräbern erheben und der Zorn der Hexe wiedererwacht ist es genau diese besondere Gabe , die Norman zum Helden macht.

Ein Junge, der mit den Toten sprechen kann, befreit seine Stadt von einem alten Fluch. Originelle Stopmotion-Animation der Macher von “Coraline“, die mit ihrem schwarzen Humor aus dem Rahmen fällt.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (2)

Kritiken und Bewertungen

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    Für seine Schulkameraden ist Norman ein klarer Außenseiter. Die Tatsache, dass er ständig mit Geistern redet und auch sonst oft ziemlich wunderlich wirkt, hilft da recht wenig. Auch seine Familie fragt sich immer wieder, was denn bloß mit dem Jungen nicht stimmt. Doch als der Fluch einer Hexe die Kleinstadt bedroht und die Untoten aus ihren Gräbern erwachen, wird aus dem Sonderling der Retter in der Not. Denn nur er kann den Fluch aufhalten. Wenn er nur wüsste, wie! Vielleicht können ihm ja die Geister helfen. Eine liebevolle und amüsante Hommage an Klassiker des Horrorgenres und des Zombiefilms ist den Machern von CORALINE mit diesem raffinierten Stop-Motion-Film in perfekter 3D-Technik gelungen, der aber auch in 2D überzeugt. Pointierte Gags und rasante Szenen wechseln sich ab mit düster-gruseligen Schauereffekten und der liebenswerten Geschichte eines Jungen, der vom Außenseiter zum Helden wird. Die Figuren sind immer ein wenig skurril, aber doch stets zum Liebhaben. Und sowohl der amerikanische Zeitgeist, als auch die Geschichte des puritanischen Siedler-Amerikas werden mit Augenzwinkern betrachtet. Nicht nur für ältere Kinder, sondern auch für erwachsene Animationsfans ist PARANORMAN ein schaurig-schönes Abenteuer.

    Jurybegründung:

    Norman ist mit seinen großen blauen Augen ein liebenswertes Kerlchen und er hat außerdem eine besondere Gabe: Er sieht, was andere nicht sehen können und spricht mit seiner toten Großmutter. Seine Eltern sind der Meinung, dass das alles vom Computerspielen und den vielen Horrorfilmen kommen muss, die er sich ansieht, denn sonst sind doch alle normal in der Familie. Dann aber tritt eine Situation ein, die nur Norman lösen kann, denn einzig und allein er kann mit den Zombies sprechen, die die Stadt überfallen und nicht zur Ruhe kommen, weil ein Hexenfluch gebannt werden muss. Doch Norman und sein Kumpel Alvin lösen alle Probleme, befreien die Stadt und schenken den Untoten Frieden.
    Diese turbulente Horror-Geschichte ist wohl nur in einem animierten Film vorstellbar. Hier handelt es sich im Speziellen um die Stop-Motion-Technik, die für einen Langfilm wegen des großen Aufwands eher selten gewählt wird. Berühmte Vorgänger wie WALLACE AND GROMIT können als legendär bezeichnet werden, wenn man nach der Zuschauergunst fragt. Und auch PARANORMAN hat das Zeug dazu, Publikumsliebling zu werden. Die 3D-Technik, die hier zum Einsatz kommt, lässt die Charaktere noch stärker und überzeugender wirken. Noch nie hat man so verzweifelt-traurig dreinschauende Zombies gesehen, die um Erlösung flehen. Jeder Charakter hat seine eigene, besondere Qualität, alle Hauptfiguren durchlaufen eine Entwicklung, an der sie wachsen. Die Actionszenen sind gut in die Geschichte eingepasst. Bezüge zu amerikanischer Geschichte und Gegenwart sind erkennbar und bereichern die Handlung. Visuell überzeugend sind die Charaktere gestaltet und bewohnen eine künstlerisch gestaltete Welt, die auch als Milieustudie funktioniert.
    Der Showdown hat gelegentlich die Wirkung einer Geisterbahn, in der Norman in immer schnellerer Fahrt alle rettet - die Lebenden, die Untoten und die Seele des Mädchens, das als Hexe verbrannt wurde. So erzählt der Film nicht nur von Gespenstern, sondern gibt sich auch als Coming-of-Age-Drama zu erkennen, das Norman durchlebt. Eine liebevoll gestaltete und intelligente Parodie auf das Horror-Genre in anspruchsvoller Technik, die jedoch nie zum Selbstzweck wird, sondern sich der Geschichte unterordnet.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Meisterhaft animierter Stop-Motion-Grusel, der nicht nur die Wartezeit auf Tim Burtons Frankenweenie verkürzt.
  • Stop-Motion-Animationsfilm über einen Jungen, der mit den Toten sprechen kann. Skurril-sympathischer Coming-of-Age- und Horrorfilm.

    Zombiefilm trifft schwarze Komödie, Coming-of-Age- und satirisch angehauchtes Kleinstadtdrama im zweiten abendfüllenden Film der “Coraline“-Macher Laika. Im ungewöhnlichen Düster-Skurril-Look erweist der mit Liebe fürs kleinste Detail – etwa in der mit kuriosen Horror-Memorabilia vollgestopften Zimmerausstattung des Titelhelden – realisierten Stop-Motion-Film in 3D zwischen Aardman, Tim Burton und Disney etlichen Horrorfilmen Referenz.

    Im Zentrum des wilden Genremix steht jedoch die Geschichte eines Jungen, aus dessen Perspektive erzählt

    wird. Der elfjährige Norman ist gehänselter Außenseiter in seiner Schule in der neuenglischen Kleinstadt Blithe Hollow, in deren Geschichte eine Hexe die berühmteste Persönlichkeit ist. Selbst Normans Vater hält ihn für nicht ganz normal. Denn Norman ist nicht nur ein fanatischer Horrorfan, sondern er sieht wie der Junge in “The Sixth Sense” Tote und spricht mit ihnen – und das bezieht sich nicht nur auf seine verstorbene, liebenswerte Oma. Als die puritanischen Gründungsväter sich aus ihren Gräbern erheben und der

    Zorn der Hexe wiedererwacht, ist es genau seine spezielle Gabe, die Norman zum Helden macht. Dabei ist Norman im skurrilen Figuren-Panoptikum der Kleinstadt noch vergleichsweise normal und natürlich Sympathieträger.

    Hier wird Ekelhumor, etwa wenn Norman versucht, seinem toten Penner-Onkel ein Zauberbuch aus den klammen Fingern zu reißen, ebenso wie Slapstick zelebriert, auch in einer rasant-absurden Autoverfolgungsjagd. Aber die Filmemacher Sam Fell (“Flutsch und weg“) und Chris Butler (“Coraline”) halten vor allem gegen Ende auch eini-

    ges an Dramatik bereit und trotz unkonventioneller Figuren und Look eine klare Message.

    Das handwerklich beeindruckend umgesetzte und inhaltlich mit gelungenen Einfällen nur so vollgestopfte Abenteuer skizzieren die Macher selbst als Kreuzung zwischen John Carpenter und John Hughes, wobei auch dieser Vergleich nicht 100-prozentig passt, entzieht sich “Paranorman” doch gängigen Kategorien. hai.
  • Vampir- und Zombiefilme, Mystery- und Horrorgeschichten sind ja eher etwas für ein Publikum ab dem Jugendalter. Der Animationsfilm „ParaNorman“ mit seinem elfjährigen Hauptcharakter aber erzählt eine Schauergeschichte mit Untoten und Geistern für Kinder. Während Gespenster- und Gruselgeschichten in Taschenbuchform bei Kindern im Schulalter schon immer beliebt waren, kommen Filme mit halb skelettierten Toten, die herumtaumeln und ihre Gliedmaßen verlieren, im Fernsehen nach 22 Uhr und sind für Zuschauer unter 16 Jahren nicht geeignet. Aber „ParaNorman“ ist nicht „Shaun of the Dead“, hier sind die Protagonisten Stop-Motion-Figuren, puppenähnliche Kreaturen mit karikierten Formen und Gesichtern. Und dadurch werden irgendwie auch die Zombies unter ihnen niedlicher, verweisen deutlicher auf ihre Herkunft aus dem Reich der Fantasie.

    Norman ist ein schmächtiger, sehr ernst blickender Junge mit steil aufgerichteten Haaren und abstehenden Tellerohren. Er sieht immer nur die schlimmsten Filme im Fernsehen, an der Seite seiner Oma. Aber die ist ja auch tot und für alle außer Norman unsichtbar, und deswegen haben Normans Eltern ihm verboten, mit ihr zu sprechen. Wenn der Junge morgens in die Schule geht, grüßt er überall Geister, die nur er sieht, auf der leeren Straße. Er hat eine besondere Gabe, aber den meisten Menschen gilt er nur als Spinnert. Sein Zimmer ist mit einer Totenkopftapete dekoriert und der Wecker, eine skelettierte Hand, die sich aus einem kleinen Grab erhebt, ächzt und stöhnt wie unter Schmerzen.

    Ein witziger, ironischer Ton begleitet die ganze Geschichte, selbst als die Zombies anrücken, gibt es eine Menge Gags aus dem ganz normalen Leben zu erzählen: Ein Mann steht gerade am Snack-Automaten und wartet, dass eine Tüte mit der Aufschrift „Greasy Pieces“ herausgeschoben wird – und gerät mächtig unter Druck, denn die Zombies nähern sich ihm schneller. Normans menschliches Umfeld besteht aus Typen, wie sie jeder kennt: Die große Schwester Courtney quasselt dauernd am Handy, sie verguckt sich in Mitch, ein Muskelpaket, das nur Hanteltraining im Sinn hat, und in der Schule gibt es den Rüpel Alvin, der Norman mobbt, und den dicken Neil, der sein Freund sein will.

    Die britischen Regisseure Sam Fell und Chris Butler inszenieren für das amerikanische Animationsstudio Laika, das auch „Coraline“ produziert hat, im Grunde eine konventionelle Geschichte: Der Außenseiter, den fast alle schmähen, wird zum anerkannten Helden. Aber wenn sie dem Hexenfluch auf den Grund gehen, betreiben sie auf überraschende Weise Vergangenheitsbewältigung. Anstatt die Hexe zu dämonisieren, lassen sie sie zu einem menschlichen Opfer schrumpfen, wie es hinter jeder realen Hexenverfolgung der Geschichte steckte. Die humane Botschaft, die über die geistigen Hintergründe des Glaubens an Hexen und Untote aufzuklären versucht, mischt sich mit der Gruselspannung des Films. Denn das verurteilte Hexenmädchen von einst ist gleichzeitig eine bedrohliche, violett und neongrün leuchtende Fratze am Himmel, die Geister und die Zombies bevölkern keineswegs nur Normans Fantasie.

    Dieser Film ist erst die dritte Stop-Motion-Animation in 3D nach „Coraline“ von 2009 und nach Aardmans „Die Piraten – Ein Haufen merkwürdiger Typen“ von 2012. Die düstere, gruselige Szenerie im dichten Wald, am Friedhof, in den wenig anheimelnden Straßen oder in dem heruntergekommenen alten Haus, in dem die Leiche von Normans Onkel liegt, ist visuell überzeugend gestaltet. Die Komik der Dialoge und die unbeschwerte Begleitmusik lockern die Bilder auf und schaffen zusammen mit ihnen eine schaurig-spaßige Atmosphäre.

    Fazit: Der witzig-düstere Animationsfilm „ParaNorman“ verbindet Hexen- und Zombiegrusel für größere Kinder mit einer aufklärenden und versöhnlichen Botschaft.
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