Paranormal Activity (2008)

Paranormal Activity Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 1
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Paranormal Activity: Minimalistischer Low-Budget-Horror-Thriller, der im Pseudo-Dokumentarstil von "Blair Witch Project" effektiv schleichendes Grauen heraufbeschwört.

Katie studiert und ihr Freund Micah, mit dem sie in San Diego eine Wohnung teilt, ist freier Börsenmakler. Katie glaubt, seit Kindheitstagen von einem unsichtbaren Wesen heimgesucht zu werden. Micah will der Sache auf den Grund gehen und filmt nachts mit einer DV-Kamera in ihrem Schlafzimmer. Erst sind nur Geräusche zu hören, doch dann wird der Geist mit zunehmender Aggressivität auch sichtbar. Katie bekommt es immer mehr mit der Angst zu tun. Ein Parapsychologe rät ihnen, möglichst keinen Kontakt mit dem Geist aufzubauen.

Katie studiert, ihr Freund Micah ist Börsenmakler. Gemeinsam teilen sie sich in San Diego ein kleines Haus. Katie glaubt, seit Kindheitstagen von einem unsichtbaren Wesen heimgesucht zu werden. Micah will der Sache auf den Grund gehen und filmt nachts mit einer Videokamera in ihrem Schlafzimmer. Erst sind nur Geräusche zu hören, doch dann wird der Geist mit zunehmender Aggressivität auch sichtbar. Katie bekommt es immer mehr mit der Angst zu tun. Ein Parapsychologe rät ihnen, den Dämon möglichst nicht zu provozieren. Micah hält sich nicht daran.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Blair Witch hat ausgedient: "Paranormal Activity" belebt das Fake-Tape-Gruselgenre neu - mit viel Esprit und Minimalstbudget.
  • Minimalistischer Low-Budget-Horror-Thriller, der im Pseudo-Dokumentarstil von “Blair Witch Project” effektiv schleichendes Grauen heraufbeschwört.

    Dabei wurde das Projekt vom israelischen Newcomer-Regisseur Oren Peli quasi im Alleingang (neben Regie und Drehbuch, zeichnet er für Kamera und Schnitt verantwortlich) mit einem Minibudget von 11.000 Dollar realisiert. Die Weltpremiere fand bereits vor fast zwei Jahren beim Slamdance Filmfestival statt. Ursprünglich hatte Dreamworks geplant, Peli für ein aufwändigeres Remake zu engagieren. Doch nun landete zuerst eine von 95 auf 86 Minuten gekürzte Fassung mit neuem, schockierendem Schlusstwist in den US-Kinos und verbuchte an den ersten Wochenenden in nur wenigen Locations Rekordzahlen. Das gelang ähnlich wie bei “Blair Witch” durch geschicktes Marketing.

    In dem Grusel-Kammerspiel – es spielt ausschließlich in einer Wohnung in San Diego – wird ein Yuppie-Pärchen von einem bösartigen Poltergeist heimgesucht. Katie (Katie Featherstone) studiert und ihr Freund Micah (Micah Sloat) ist freier Börsenmakler. Katie glaubt seit Kindheitstagen von einem unsichtbaren Wesen heimgesucht zu werden. Micah beschließt der Sache mit einer DV-Kamera in ihrem Schlafzimmer auf den Grund zu gehen. Der Zuschauer wird nun Zeuge, wie in schwarz-grauen Nachtsichtaufnahmen die unerklärlichen Ereignisse eskalieren. Zunächst sind nur seltsame Geräusche zu vernehmen, doch der Geist wird aggressiver und langsam wahrnehmbar. Ein herbeigerufener Parapsychologe warnt die beiden, Kommunikation herzustellen und rät, einen Spezialisten zu engagieren. Doch Micah glaubt alles im Griff zu haben, während Katie in Panik gerät. Die Beziehung der beiden verschlechtert sich, proportional dazu, wie die nächtlichen Übergriffe des ungebetenen übernatürlichen Hausgasts außer Kontrolle geraten. Eine Katastrophe ist unabwendbar.

    Peli versteht es, mit einfachsten Mitteln und ohne aufwändige Effekte ein klassisches Haunted-House-Szenario voll strotzender Spannung zu entwerfen. Dafür benutzt er eine Cinema-Verité-Herangehensweise, komplett mit verwackelter Kamera. Die hält sich in genießbaren Grenzen und vermeidet den Exzess von “Cloverfield”. Auch auf Gore und Gewalt verzichten die Macher (fast) gänzlich, sie provozieren stattdessen das Publikum gekonnt, sich das Böse selbst auszumalen. Und das ist gruseliger als so mancher ausschweifender Torture-Porn. ara.
  • Wie viele andere der Gruselfakedokus, z.B. „[Rec]“ bzw. „Quarantäne“ oder „Cloverfield“ steht „Paranormal Activity“ in der Tradition von „Blair Witch Project“, sogar wieder mehr als die schon deutlich aufwändigeren Schocker der letzten Jahre mit ihren unechten „Originalaufnahmen“, aus denen auch „Paranormal Activity“ besteht: Lediglich die bearbeiteten Heimvideoaufnahmen Micahs sind zu sehen. Ein langes, unheimliches Homevideo – und genau das bietet Regisseur und Autor Oren Peli. Der Film verlässt nur zweimal kurz das Haus, um das noch glückliche Paar im Garten am und im Pool zu zeigen und einem nächtlichen Schlafwandler-„Ausflug“, ansonsten verbleibt man in der US-amerikanischen Allerweltswohnung des Bungalows, wohin die unsichtbare Macht Katie gefolgt ist.

    Vielleicht liegt hierin der Grund für den Riesenerfolg, den „Paranormal Activity“ in den USA eingefahren hat – und drauf und dran ist, sein Vorbild „Blair Witch Project“ als erfolgsreichen Film im Verhältnis Low- bis No-Budget-Kosten/Einspielergebnis abzulösen. Die Hexenjagd dreier Filmstudenten fand in den unwirtlichen herbstlichen Wäldern Marylands statt und geriet so rau wie existentialistisch. „Paranormal Activity“ hingegen spielt im Alltagszuhause mit einem Paar wie Du und Ich. Wie dereinst die Ironie der Blair-Witch-Studenten bringen Micahs andauernde Unbekümmertheit im Umgang mit den Erscheinungen die Figuren uns so nahe.

    Am Anfang ist es auch wirklich nicht viel: ein paar Schritte, die Tür bewegt sich. Eher neugierig reagiert das Paar. Tatsächlich dauert es relativ lange, bis der Film in Fahrt kommt, um selbst dann recht zahm zu bleiben. Das ist der Wirklichkeits-Wirkung des „Materials“ zuträglich, doch weil der Film seine Figuren nur hier ein wenig streiten und dort ein wenig schockiert sein lässt, bleibt die bierernste „Dokumentation“ im Guten wie im Schlechten an der Oberfläche.

    Micah und Katie tragen (auch hier: wie bei „Blair Witch“) ihre realen (Vor-)Namen, doch Micah ist meist nur als Stimme präsent, während die Kamera Katie zeigt. Sie ist vielleicht ein weiterer Grund für den Erfolg von „Paranormal Activity“. So beiläufig wie schauerlich ist ihr Schicksal, von einem unsichtbaren Was oder Wer verfolgt zu werden, dem sie nicht entkommen kann. Ein netter normaler Parapsychologe hält ihr einen Vortrag, das Internet lehrt sie, dass ihr schreckliches bevorstehen mag – und fast ebenso wie der „Dämon“ verfolgt sie Micah mit seiner Kamera. Nimmt man dann noch all die [i]final girls [/i]und starken Frauen,[i][/i] die der Horror-Film bislang hervorgebracht und zum Standard gemacht hat, wird besonders schmerzlich bewusst: Eine so passive Opfer-Frau auf allen Ebenen hat es seit „Rosemarys Baby“ vielleicht nicht mehr gegeben. Featherstone, die manchmal wie Zooey Deschanel aussieht, trägt hierin den Film – auch wenn sie und Sloat viel zu oft doch „spielen“, für und mit der Kamera agieren.

    Auf der anderen Seite ist Micah, der junge Mann, der im Verteidigen „seines“ Hauses und „seines“ Mädchens immer mehr in die Bredouille gerät – nicht zuletzt weil ihm die Freundin fremder wird. Zwei frische Erwachsene, die in ihren sozialen Rollen noch nicht zu Hause sind und denen darin empfindlich auf den Zahn gefühlt wird.

    Schließlich ist der Film auch als einer der großen allgemeinen Verunsicherung seiner Zeit zu sehen: der ökonomischen (Micah ist „Day-Trader“ und arbeiten sieht man ihn nie), der terroristischen (das Einbrechen einer fremden, „religiösen“ und doch nicht unbekannten, einer eben [i]unheimlichen[/i] Gewalt ins symbolischen Haus) und der anti-terroristischen (die permanente Selbstüberwachung bis, äußerst gruselig, in den Schlaf hinein).

    Man fragt sich, warum die beiden ihr Heim nicht verlassen. Einmal, als die Heimsuchung nachts überhand nimmt, beschließen sie es – und bleiben doch. Das ist nicht logisch, selbst wenn man akzeptiert, dass einem das Phantom folgen würde. Doch liegt in ihrer Passivität etwas Zwingendes. Darin ist der Film so gespenstisch glaubwürdig: Wie „Blair Witch Project“ gibt er gerade über seine Heimvideoästhetik einem das hässliche Gespür dafür, warum es etwas Übersinnliches heute nicht mehr geben [i]darf[/i] – einfach weil nach allem Hohn, postmoderner Souveränität, Aggression und Pragmatik schlicht nur eine hässliche Resignation übrigbleibt, eine Schnoddern in die Kamera zur Selbstvergewisserung.

    Aber: Muss man das sehen, ist er gut der Film? Zum einen ist es eine Freude, einen Horrorfilm nicht nur im Kino, sondern im Kino [i]solchen Erfolg[/i] haben zu sehen, der sich nicht Computerbildern und Grausamkeiten suhlt, sondern als Independent provozierend, als Ansporn für jeden Heimkreativen simpel und effektiv gemacht auf eine umfassende Stimmung setzt.

    Das macht freilich noch keinen spannenden oder guten Film, und viele werden sich hier langweilen, manchmal auch zu Recht, allein weil wir im Fake-Doku-Horror in Sachen Tempo, Dramatik und Spannungssteigerung schon weiter waren, auch näher dran an den Personen. Aus vielen Gruselmomenten – so mag es scheinen – hätte man mehr machen können. Aber der Film verrät andererseits nie seine Atmosphäre, und allein die wiederkehrende Einstellung der Videokamera, die das nächtliche Schlafzimmer des schlafenden Paares mit dem offenen Flur zeigt, ist allein für sich schon so ein unheimliches wie starkes Sinnbild der Verwundbarkeit und Entfremdung, dass es einem noch lange nachhängt. (Um dann spätestens im nächsten „Scary Movie“ gehörig verulkt zu werden.)

    Fazit: Oberflächlich etwas lahm und mittlerweile wenig originell – und trotzdem… Der billig gedrehte, in den USA extrem erfolgreiche „Heimvideo“-Horror im „Blair Witch Projekt“-Stil um einen jungen Mann, der die Heimsuchung seiner Freundin in ihrem Haus dokumentiert, hat was.
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