Oktoberfest - Der Film (2004)

Originaltitel: Oktoberfest
Oktoberfest - Der Film Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Oktoberfest - Der Film: Episoden-Ensemble-Film, der in einer Art Sittengemälde die Schicksale von 24 Figuren am letzten Tag des Oktoberfests entwirft.

Episoden vom Münchner Oktoberfest. Die Kellnerin steckt bis zum Hals im Stress, während ihr Mann, der Musikant, den amourösen Avancen promilleschwangerer Australierinnen nicht aus dem Weg geht. Anderswo gerät ein junger Vater über eine verbotene Liebelei in erhebliche Gewissenskonflikte, während ein junger Italiener, der eigentlich auf eine dralle Blondine spekuliert hatte, plötzlich eine stille Japanerin trösten muss, deren Mann zu tief ins Glas geschaut hat. Ein Rollstuhlfahrer nervt die Cops mit Terror-Anspielungen, und hinter den Kulissen kämpft eine Schaustellersippe um ihr Traditionsunternehmen.

“Short Cuts” auf bayerisch, passend zum Fest bundesweit im Kino. Das Postkartenbild der Wiesn mit ihren Schluckspechten und Schunkelorgien bildet nur die Kulisse zum dahinter verborgenen Beziehungs- und Schicksalsreigen.

Am letzten Tag des Münchner Oktoberfests kommen 24 Menschen irgendwie zusammen, darunter ein Kapellmeister und dessen Frau in der Ehekrise, ein japanisches Paar, das sich verliert, eine Schausteller- und eine Besucherfamilie, die sich aussprechen, Italiener, die Mädels kennen lernen wollen, ein Chef der Wiesnwache, der 1980 das Attentat miterlebte.

Der letzte Tag auf dem Oktoberfest, wo sich die Wege von 24 Menschen kreuzen. Da zweifelt beispielsweise eine Festzeltbedienung an ihrer in kalter Routine erstarrten Ehe mit einem untreuen Musiker, gerät ein gestandener Mann in einen schweren Konflikt zwischen junger Geliebter und väterlicher Verantwortung, verliebt sich ein gut aussehender Italiener ausgerechnet in eine Japanerin auf Hochzeitsreise, und nimmt eine alt eingesessene Schaustellerfamilie Abschied von Tradition und Vergangenheit.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Alle Jahre trinken, tanzen und singen Millionen auf dem Oktoberfest. Johannes Brunner interessiert sich in seinem ersten langen Spielfilm nicht für die Schluckspechte, die eine Maß nach der anderen in sich hineinschütten, sondern für kleine persönliche Geschichten und Dramen am Rande des Hexenkessels. Am letzten Tag des größten Volksfestes verlieben und verlieren sich Menschen aus aller Herren Länder, erleben ihr emotionales Waterloo, ziehen Konsequenzen und fällen tiefgreifende Entscheidungen. Wenn nachts die Lichter erlöschen, ist nichts, wie es einmal war. “Short Cuts” auf bayerisch.

    Wer mit falscher Wiesn-Folklore oder den Klischees von “Ruckizucki” oder “oans, zwoa, gsuffa” rechnet, ist hier (Gott sei Dank) falsch. Das Tohuwabohu im Hofbräuzelt bildet nur den Hintergrund für eine mal heitere, mal traurige Schicksalssymphonie, die völlig unterschiedliche Individuen zusammen- und wieder auseinanderbringt. Noch ist der Tag jung, liegt prickelnde Spannung in der Luft – ein Reinigungswagen fährt durchs Gelände, der Radio-Moderator plappert vor sich hin, die Polizisten der Wiesnwache trudeln langsam ein, drei Italiener träumen auf der Fahrt zum Fest von drallen Blondinen, im Schaustellerwohnwagen werden bürgerlich Blumen gegossen, eine Kellnerin freut sich darauf, dass der Spuk bald vorbei ist, der Kapellmeister begrüßt die jubelnde Masse mit einem “herzlichen Grüß Gott”. Mit Herzlichkeit ist dann aber schnell Schluss. Da zweifelt die Wiesnbedienung Birgit an ihrem untreuen Gatten, dem Wiesnmusiker Max, der willigen Australierinnen nur zu gerne zeigt, was ein bayerischer Mann so kann, gerät ein Vater in Konflikt zwischen junger Geliebter und Verantwortung für die Kinder, verguckt sich der hübsche Italiener in eine sanfte Japanerin auf Hochzeitsreise, deren Mann zu tief ins Glas geschaut hat, verliert sein Kumpel die sexuelle Kontrolle, nervt ein Rollstuhlfahrer die Polizei mit dubiosen Telefonaten und Anspielungen auf das Wiesn-Attentat von 1980, kämpft eine Schaustellerfamilie vergebens für ihr Traditionsunternehmen. Wie die Gondeln des Riesenrads drehen sich die einzelnen Geschichten um eine Achse, werden von ihr in Bewegung gehalten. Brunner verknüpft die mehr oder minder feingesponnenen Episoden vom Suchen, Finden und Verlieren der Liebe, auch wenn er mit dem richtigen Schlusspunkt etwas zu lange wartet.

    Das Oktoberfest als Bühne für Selbst-, Haupt- und Nebendarsteller, glückliche wie unglückliche, hemmungslose und gehemmte. Trotz Krach im lärmenden Bierzelte und Hektik in den Budenstraßen bleibt Platz für leise Sehnsucht und romantische Träume, auch wenn so manche Illusion an der Wirklichkeit zerplatzt, hohe Erwartungen in tiefe Enttäuschungen umschlagen – ein Panoptikum der Gefühle. Und wenn die stilsichere Kamera von Thomas Riedelsheimer noch einmal über das funkelnde Lichtermeer schwenkt, das nostalgische Riesenrad die letzte Runde dreht, die Musik ein letztes Lied intoniert und die Wunderkerzen verlöschen, ist Melancholie und leichtes Bedauern zu spüren über die Vergänglichkeit von Zeit, Liebe und Glück. Aber auch Aufbruch in ein neues Leben. Der Start im September sollte Oktoberfestfans und Oktoberfesthasser vor der Leinwand vereinen. mk.

Darsteller und Crew

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