My Old Lady - Eine Erbschaft in Paris (2014)

Originaltitel: My Old Lady
My Old Lady - Eine Erbschaft in Paris Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (3)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 2.5

Filmhandlung und Hintergrund

My Old Lady - Eine Erbschaft in Paris: Komödie um einen Amerikaner, der nach Paris kommt und sein Erbstück, eine Villa, verkaufen will, doch die aktuelle Bewohnerin, eine alte Dame, will nicht ausziehen.

Der New Yorker Mathias Gold (Kevin Kline) hat zwar keinen Cent in der Tasche, dafür ist er aber frischgebackener Hausbesitzer: Sein Vater, mit dem er schon seit vielen Jahren nichts mehr zu tun haben will, ist gestorben und hat ihm eine Wohnung in Paris hinterlassen. Da Mathias das Geld gerade sehr gut gebrauchen kann, will er das Apartment verkaufen und macht sich dafür auf den Weg in die französische Hauptstadt. Dort angekommen, muss er feststellen, dass sich eine pfiffige alte Dame namens Mathilde (Maggie Smith)zusammen mit ihrer Tochter Chloé (Kristin Scott Thomas) in dem Gebäude eingenistet hat. Er erfährt, dass er vor ihrem Tod gar keinen Anspruch auf den Besitz hat, denn die 92-Jährige verfügt über ein lebenslanges Wohnrecht und darf nach dem französischen Gesetz nicht einfach vor die Tür gesetzt werden. Als wäre das nicht schon genug, soll Mathilde von ihm zusätzlich auch noch eine Leibrente von monatlich 2400 Euro erhalten. Der verblüffte Mathias hat von all dem nichts geahnt, schließlich ist der Amerikaner der Landessprache nicht mächtig und hatte einige Verständnisprobleme mit dem französischen Anwalt, der den Nachlass seines Vaters verwaltet. Ohne Geld und Unterkunft weiß er nicht wohin, aber zum Glück erlaubt ihm Mathilde, erstmal bei ihr in der Wohnung zu bleiben. Trotzdem macht sich Mathias schon mal auf die Suche nach einem potenziellen Investor und auch für seine Geldprobleme hat er eine Lösung: Er verkauft kurzerhand das Mobiliar der rüstigen Hausfrau. Als er herausfindet, dass Mathilde eine ehemalige Geliebte von seinem Vater ist und auf weitere Geheimnisse stößt, die in der Vergangenheit vergraben sind, verschärft sich die Situation zusätzlich.

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Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die späte Aufarbeitung einer verkorksten Familiengeschichte steht im Zentrum des Dramas "My Old Lady", das auf einem gleichnamigen Theaterstück von Israel Horovitz basiert. Horovitz adaptierte die Geschichte selbst und übernahm auch erstmals die Regie in einem Spielfilm. Trotz seines ernsten Themas setzt der Film auf eine ansprechende Mischung aus Humor und Gefühl, die ans Boulevardtheater erinnert.

    Die fast nur aus inneren Dramen und dabei eher verhalten erzählte Geschichte gehört ganz den drei Hauptcharakteren. Zunächst überwiegen die lustigen Töne, denn der Amerikaner Mathias will nicht glauben, dass er nicht nur eine Wohnung, sondern auch eine Seniorin geerbt hat, die er bis zu ihrem Tod durchfüttern muss. Eine ganze Weile dreht sich der Humor um dieses französische System der Immobilienleibrente. Ein Makler erklärt Mathias das Prinzip, dass der Käufer mit dem baldigen Ableben des Verkäufers rechnet, er aber auch Pech haben kann. Obwohl Mathilde schon 92 Jahre zählt, erfährt Mathias bei ihrer Hausärztin, dass sie kerngesund ist. Die muntere Seniorin nötigt ihm Bewunderung ab. In dieser gespannten Atmosphäre entstehen kernige, mit trockenem Humor gespickte Dialoge.

    Allmählich verändert sich der Ton dann in Richtung Drama. Mathilde steht ganz offen dazu, dass sie die langjährige Geliebte von Mathias´ Vater war. Alle seine Vorwürfe, sie habe ihm den Vater weggenommen, prallen an ihr ab. Auch für die unglückliche Kindheit ihrer eigenen Tochter hat sie kein Gespür. Maggie Smith verleiht der lebenslustigen Frau Charisma und auch ein großes Herz, das sich hinter ihrer egoistischen Haltung verbirgt. Kevin Kline überzeugt nicht nur gut aufgelegt in komödiantischen Szenen, er muss auch tief in Mathias´ verdrängtes Leid eintauchen. Kristin Scott Thomas spielt mit angenehmer Zurückhaltung die mitfühlende Chloé. Die beiden vom Ehebruch des Vaters und der Mutter versehrten Kinder entdecken, dass sie sich viel zu geben haben. Die geräumige Wohnung mit ihrem gedämpften Licht und der aus der Zeit gefallenen Ausstattung bietet eine ansprechende Kulisse für dieses sanft melancholische Drama.

    Fazit: Das melancholische und dennoch humorvolle Drama "My Old Lady" unterhält im Stil eines Boulevardtheaterstücks mit Charme, Herz und starken Darstellern.
  • Mit seinen mehr als 70 in 30 Sprachen übersetzten Bühnenstücken ist Israel Horovitz in der internationalen Theaterwelt mehr als berühmt. Dass er nun im Alter seinen eigenen Tragikomödien-Erfolg von 2002 für die Leinwand adaptiert, zeugt von ungeheurer Schaffenskraft und Lust auf Neues, aber auch von seiner nie erloschenen Liebe zu Paris. Er knöpft sich dabei eine ganz spezielle gallische Institution vor, die Immobilienleibrente, bei der der Käufer nach Zahlung eines Teils des Kaufpreises dem Verkäufer eine monatliche Leibrente zahlt, der bis zum Lebensende in der Wohnung bleiben darf.

    So entpuppt sich die von seinem Vater geerbte Wohnung im In-Vierteln Le Marais für den mittellosen New Yorker Mathias Gold auf den ersten Blick als sichere Goldgrube, bis er erfährt, dass die 92jährige Dame im hübschen Häuschen nicht nur Wohnrecht hat, sondern auch Anspruch auf 2400 Euro monatlich. Das lukrative Objekt kann er nicht verscherbeln, sondern muss sich mit der betagten und rüstigen Hausherrin auseinandersetzen und zu allem Übel auch noch mit deren kratzbürstiger Tochter Chloé, durchtriebenen Immobilienmaklern und komplizierten Gesetzen. Horovitz spricht mit seiner Melange aus Komödie, Drama und Lovestory, bösem Humor, leiser Melancholie und französischer Leichtigkeit nicht nur, aber vor allem ein erwachsenes Publikum an, das dem Triangle Kevin Kline, Kristin Scott Thomas und der wunderbar lässigen Maggie Smith als “Old Lady” einiges abgewinnen sollte.

    Man benötigt keine Glaskugel, um das Ende zu erahnen, aber der Weg dahin ist mit bissigen Dialogen und brillantem Schlagabtausch gepflastert, das keine Langeweile aufkommt, wenn der Amerikaner in Paris erst einmal durch familiäre Befindlichkeiten wie ein Elefant durch den Porzellanladen stapft. Bevor zarte Romantik dominiert, erzählt Horovitz von den psychischen Wunden zweier durch die heimliche Liebesaffäre ihrer Eltern in der Seele und ihrer Liebesfähigkeit geschädigter Menschen, die endlich über ihre Nöte und Sorgen sprechen können, sich in ihrer grundlegenden Verunsicherung finden. Im Unterschied zum Theaterstück ist die Rolle der Chloé ausgebaut, die von der Erzfeindin zur Freundin wird, was der in Timing und Stimmung gut austarierten Geschichte mit zauberhaften Paris-Impressionen emotionalen Schwung verleiht. mk.
  • Israel Horovitz, Jahrgang 1939, ist ein bekannter Dramaturg, Drehbuchschreiber und schrieb über 70 Theaterstücke. Sein Theaterstück „My Old Lady“ war weltweit auf allen Bühnen erfolgreich. Seine erste Regiearbeit ist es, jetzt seine „Old Lady“ filmisch umzusetzen. Ob ebenso erfolgreich, wird sich an der Kinokasse erweisen.
    Mathias Gold (Kevin Cline) reist nach Paris um seine Erbschaft anzutreten. Sein verstorbener Vater Max hat ihm ein Apartment als Erbe hinterlassen. Doch anstelle des schnellen Geldes, das der mittellose New Yorker erwartet, trifft er auf die 92jährige Mathilde (Maggie Smith).
    Sie lebt in der 500 Quadratmeter großen Wohnung und eröffnet ihm, das sein Vater mit ihr eine Immobilienrente vereinbart hat. Das heißt, sie darf bis zu ihrem Tod in dem Apartment wohnen und erhält eine monatliche Rente von 2400 Euro vom Erben Mathias. Doch damit nicht genug. Tochter Chloe (Kristin Scott Thomas) will ihn polizeilich aus der Wohnung werfen.
    Aber Mathias läßt sich nicht einschüchtern. Im Gegenteil, er findet ein paar antike Möbel die er umgehend bei einem Händler zu Geld macht. Er entdeckt auch alte Fotos, auf denen er sich selbst, aber auch Chloe im Kindesalter erkennt. Als er Mathilde damit konfrontiert, gesteht sie vor 60 Jahren ein Verhältnis mit Mathias Vater gehabt zu haben.
    Gibt es noch mehr Geheimnisse? Mathias macht sich auf die Suche.
    Drei exzellente Schauspieler in einem Kammerspiel, dass wohl als Theaterstück funktioniert, als Film aber leider viel zu träge daher kommt. Zu Dialoglastig können auch die eingestreuten Stadtansichten von Paris diese Geschichte nicht voran bringen.
    106 Minuten – für das Kino nicht unbedingt zu empfehlen.
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