Merida - Legende der Highlands (2012)

Originaltitel: Brave
Merida - Legende der Highlands Poster
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  1. Ø 5
Kritikerwertung (4)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Merida - Legende der Highlands: Animationsspaß der Macher von "Wall-E", "Cars" und "Findet Nemo" über eine eigenwillige und mutige Prinzessin der schottischen Highlands im Kampf mit einem uralten Fluch.

Merida wächst als Prinzessin in den schottischen Highlands auf. Oft hat sie das Gefühl, die Lebensluft würde ihr vom strengen Regelwerk ihrer Mutter Elinor abgeschnürt werden. Viel lieber jagt Merida mit ihrem Pferd durch die Wälder und schießt ihren Bogen. Als sie verheiratet werden soll, widersetzt sich Merida der Tradition und flieht. Im Wald trifft sie eine wundersame alte Frau, die dem Mädchen mit der roten Mähne einen Wunsch gewährt. Doch der Wunsch geht anders in Erfüllung als sie sich vorgestellt hat, verwandelt sich in einen furchtbaren Fluch. Ihr bleibt nur wenig Zeit ihn zu brechen.

Die schottische Prinzessin Merida begehrt gegen die Pläne ihrer Mutter auf und schwört damit einen furchtbaren Fluch herauf. Erstes Märchen in der Geschichte von Pixar, in dessen Mittelpunkt eine aufsässige schottische Prinzessin steht.

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Kritiken und Bewertungen

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    Merida ist die Tochter eines schottischen Königs. Als solche ist es für sie vorgesehen, denjenigen zu heiraten, der ihre Hand im Turnier gewinnt. So will es die Tradition und so will es vor allem Meridas Mutter. Doch das junge und ungestüme Mädchen mit den flammend roten Haaren will noch nicht heiraten. Sie will frei sein und ihr Leben selbst bestimmen. Wie kann sie das ihrer Mutter nur klarmachen? Vielleicht ja mit Magie, denkt sich Merida und greift zu einer List, die ungeahnte Konsequenzen mit sich bringt - für sie selbst und ihre Mutter. Eine emanzipierte Heldin mit Mut und Stärke, eine mythische schottische Landschaft voller Geheimnisse und Legenden und eine originelle Mutter-Tochter-Geschichte - dies ist die gelungene Rezeptur für den neuen Disney/Pixar-Film. Die Animationseffekte wirken so verblüffend echt, dass fast der Gedanke aufkommt, es könne sich um einen Realfilm handeln. Und doch ist MERIDA mit seinen wunderbar gezeichneten Figuren, seiner stimmungsvollen Musik und seiner spannenden Handlung ein fantasievolles Animationsmärchen, das auf ganzer Linie überzeugt und verzaubert - und dafür braucht es keinen Prinzen, der die Prinzessin rettet. Das macht sie schon selbst.

    Jurybegründung:

    "Die Pubertät ist die Zeit, in der die Eltern seltsam werden", lautet ein ebenso doppel- wie hintersinniger Satz, den Eltern natürlich - und mit einigem Recht - ganz anders sehen. Wie auch immer: Pixars neuer Film MERIDA - LEGENDE DER HIGHLANDS beschäftigt sich im Gewand einer locker-leichten Abenteuergeschichte genau mit jener Zeit der Missverständnisse und der Abgrenzungen; es ist eine Ermunterung an Kinder (nicht nur Mädchen, auch wenn diese ein wenig im Vordergrund stehen), ihren eigenen Weg zu finden und niemals allein nur den Ansprüchen der Eltern genügen zu wollen.

    Diese zeitlose Botschaft ist aber nur ein Teil der Wahrheit (und Weisheit) dieses Films, denn betrachtet man es ein wenig genauer, ist MERIDA keine einfache, sondern gleich eine doppelte Emanzipationsgeschichte. Weil nicht nur die wilde Prinzessin im Verlauf einiges dazulernt. Auch ihre Mutter, die der Film als in Konventionen gefangen darstellt, erlebt durch ihrer zeitweilige Verwandlung in eine Bärin ihre animalische und freie Seite und wird danach den Wünschen ihrer Tochter mehr Verständnis entgegenbringen. Auf diese Weise erzählt MERIDA nicht nur von vergangenen Zeiten, von Legenden, Sagen und Märchen in der weitgehend unberührten Natur der schottischen Highlands, sondern durchaus auch von den alltäglichen Problemen ganz normaler Mädchen unserer Tage. Neu und außergewöhnlich ist dabei, dass in Merida dem Film seit langer Zeit zum ersten Mal ein Mutter-Tochter-Konflikt thematisiert wurde, während es sonst gerade im Animationsfilm fast immer um Vater-Sohn-Konflikte geht. Insofern fügen die Macher der doppelten Emanzipationsgeschichte noch eine weitere zusätzliche Ebene hinzu, ohne dass dabei der Unterhaltungswert und das pure Sehvergnügen zu kurz kämen.

    Ergänzt und vertieft wird die nur auf den ersten Blick simple Geschichte durch eine überaus nuancierte Figurenzeichnung, die viele verschiedene Facetten der Protagonisten zum Vorschein bringt. Auch hier fällt auf, mit wie viel Liebe vor allem die weiblichen Charaktere gezeichnet sind - ganz entgegen dem üblichen Bild vom eher patriarchalisch geprägten Mittelalter sind es hier vor allem die Frauen, die "ihren Mann" stehen.

    Ästhetisch und tricktechnisch ist Pixar sowieso seit vielen Jahren das Maß der Dinge. Eindrucksvoll sind bei MERIDA vor allem die Landschaftstotalen geraten, die man kaum mehr von real gefilmten Panoramen unterscheiden kann. Und mit diesem Film zeigt das Studio abermals auf eindrucksvolle Weise, dass es sich nach wie vor darauf versteht, Geschichten zu erzählen, die die kleinen Zuschauer unterhalten und zum Nachdenken bringen, aber auch die Großen beglücken und bewegen. Mehr kann ein Film dieses Zuschnitts eigentlich kaum erreichen.

    Bemängelt wurde allenfalls das Sounddesign des Films, das (freilich nicht von der Gesamtheit der Jury) als recht präsent empfunden wurde. Den ganz und gar positiven Eindruck von diesem herausragend gemachten und ebenso frech wie nachdenklich erzählten Animationsfilm konnte dieser marginale Einwand aber nicht trüben.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Mehr Disney als Pixar: Märchenhafte Geschichte mit altbekannten Disney-Motiven, eindrucksvollen Animationen und gewohnt schrägen Figuren.
  • Mitreißendes, charmantes schottisches Märchen, das mit seiner Geschichte ebenso entzückt wie in der optischen Umsetzung.

    Keine Spielzeuge, Monster oder Superhelden, sondern Figuren aus dem Märchen bevölkern das neueste Pixar-Meisterwerk, das im Untertitel als Legende der Highlands firmiert. Es mag mit seinem Genre auf Disney-Turf wildern und sehr klassisch erzählt sein, altbacken ist aber nichts an diesem Film, der frisch, unverkrampft und immer wieder überraschend von Anfang an den Zuschauer für sich einnimmt und ihn bis zum Schluss nicht verliert bzw. ihn geradezu verzaubert. Der Film ist sogar sehr modern, steht doch ein rebellisches Mädchen, eine Prinzessin, die überaus mutig ist (wie der Originaltitel betont) im Mittelpunkt, die für sich und ihre Generation Selbstbestimmung einfordert und die nicht wie im üblichen Märchen-Happy End unter der Haube landet. Allerdings wäre das, an den Ehemann-Anwärtern gemessen auch nicht unbedingt ein Happy End, sind die drei (und ihre Väter), die um ihre Hand anhalten und sich beim Bogenschießen bewähren müssen, köstliche Karikaturen. Mit die größten Lacher können die drei kleineren Brüder von Merida für sich verbuchen, die als Running Gag auf der Jagd nach ihren Lieblings-Keksen sind und nur Streiche im Kopf haben. Aber auch sonst sorgen Slapstick, derbe Schottenrock-Witze und wilde Schlägereien für einen sehr hohen Spaß-Faktor. Die Regisseure und Drehbuchautoren Mark Andrews und Brenda Chapman und Koregisseur und Drehbuchautor Steve Purcell beherrschen aber auch die spannenden und hochdramatischen Momente perfekt, so dass man bei einer Szene etwa Tränen vergießt, die in anderem Kontext einfach nur kitschig gewesen wäre. Wunderschön und auch so kristallklar und perfekt wie vielleicht noch nie in 3D umgesetzt sind die Bilder etwa der schauerromantischen, dunkelgrün-bemoosten schottischen Wälder, durch die Merida mit ihren wehenden roten Haaren auf ihrem Kaltblüter galoppiert oder die an Stonehenge gemahnende nächtliche Lichtung, die zu einem Hexenhäuschen führt, wo der zu brechende schreckliche Fluch seinen Ursprung hat und die dort hausende Hexe eine ungewöhnliche Vorliebe für Schnitzarbeiten hegt. Die Hintergründe ebenso wie Details wie das Haar der Protagonistin und ihres Pferdes sind schlicht beeindruckend. Man wundert sich über die technische Perfektion, warum der Film aber so gut funktioniert, liegt an der Menschlichkeit der Figuren, die aller übertriebener Züge zum Trotz ihr Herz am rechten Fleck haben. Ein Märchen, das mit bekannten Figuren und frischer Herangehensweise in eine Welt entführt, die man nicht mehr verlassen möchte. hai.
  • Merida gehört zur neuen Filmgeneration der emanzipierten Mädchenfiguren, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Selbst Prinzessinnen aus alten Märchen sind in modernen Interpretationen nicht mehr nur auf einen rettenden Helden angewiesen. Aber die schottische Königstochter geht noch einen Schritt weiter: Sie will überhaupt keinen Prinzen, zumindest nicht in diesem Film. Anstatt von der romantischen Liebe, die am Ende triumphiert, erzählt diese Geschichte lebhaft, witzig und gefühlvoll von der Beziehung der Tochter zu ihrer Mutter. Die Pixar-Animation setzt auf die Atmosphäre der schottischen Highlands in einer lange vergangenen Zeit, als tapfere Krieger gegen dämonische Bären kämpften und Mütter ihren Kindern von Irrlichtern erzählten, die den vorbestimmten Weg weisen.

    Mit frischem, respektlosen Humor inspiziert die Inszenierung von Mark Andrews und Brenda Chapman das Treiben im Schloss von König Fergus. Die Familie wird in Aktion vorgestellt, wobei das Aussehen der Individuen die jeweilige Persönlichkeit bis zur Karikatur betont. Fergus hat einen überdimensionierten Brustkorb, ist ein lauter, mutiger, ungehobelter Mann, der seiner kleinen Tochter schon früh Pfeil und Bogen schenkt. Königin Elinor ist die sanftmütige Stimme der Vernunft, die für den König meistens das lästige Reden übernimmt. Mit Merida befindet sie sich neuerdings in einem ständigen Kampf, weil sie ihr verbissen das gute, weibliche Benehmen beibringen will. Meridas kleine Brüder sind Drillinge mit hoch aufgetürmten roten Locken und lauter Unsinn im Kopf. Vor allem aber ist Merida eine unvergessliche Figur, mit ihrer leuchtend roten Lockenmähne, die bei jedem Schritt wippt und wogt und ihren ungezähmten Charakter symbolisiert.

    Diese wilde Prinzessin ist außerdem blitzgescheit und nicht auf den Mund gefallen. Im Laufe der Handlung macht sie eine spannende Entwicklung durch, vom rebellischen Teenager zur besorgten Tochter, die ihre Mutter beschützt. Als Königin Elinor zum Bären mutiert, plagt Merida das schlechte Gewissen und sie setzt alles daran, die Mutter zurückzuverwandeln. Aber zunächst muss die Bärin im Wald gefüttert werden, denn Fische fangen kann sie ja nicht. Auf einmal ist Merida diejenige, die ihrer Mutter zeigt, wo es langgeht. Obwohl das witzig erzählt wird, steht die wechselseitige Zuneigung von Mutter und Tochter im Zentrum. Eine solche Geschichte wirkt zumindest im Animationsbereich noch ungewohnt, aber vermutlich können sich viele Töchter und Mütter darin gut wiedererkennen.

    Als Kulisse dient ein altertümliches Schottland mit Schloss und tapferen Männern, wobei die Lords der drei Clans, die ihre Söhne zum Wettkampf um Merida bringen, schon ziemliche Karikaturen sind. Das gilt erst recht für die Jünglinge – ein stattlicher Prinz ist nicht dabei. Ein wenig Highlandgames, ein Steinkreis wie in Stonehenge dürfen nicht fehlen, wobei letzterer als Tor zum Reich der Fantasy dient. Obwohl viel passiert, bleibt auch Zeit für witzige Nebenhandlungen und Ausschmückungen. Zum Beispiel kann der verzauberte Bär die Königin in ihm nicht verleugnen und verfällt oft in ein komisches, geziertes Gehabe.

    Meridas Lockenpracht und der Fluss im Wald, in welchem Tochter und Bär Fische fangen, sind echte Höhepunkte der visuellen Umsetzung. Aber diese erscheint auch insgesamt wegen der typisch schottischen Landschaft mit ihrer neblig-magischen Atmosphäre reizvoll. Das 3D-Erlebnis hingegen fügt dem positiven Ganzen kaum etwas wirklich Auffälliges hinzu.

    Fazit: Die Pixar-Animation „Merida – Legende der Highlands“ verbindet schottische Tapferkeit, Witz und Fantasy mit einer Mutter-Tochter-Geschichte und macht ein wildes rothaariges Mädchen unvergesslich.
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