Merida - Legende der Highlands (2012)

Originaltitel: Brave
Merida - Legende der Highlands Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Merida - Legende der Highlands: Animationsspaß der Macher von "Wall-E", "Cars" und "Findet Nemo" über eine eigenwillige und mutige Prinzessin der schottischen Highlands im Kampf mit einem uralten Fluch.

Merida wächst als Prinzessin in den schottischen Highlands auf. Oft hat sie das Gefühl, die Lebensluft würde ihr vom strengen Regelwerk ihrer Mutter Elinor abgeschnürt werden. Viel lieber jagt Merida mit ihrem Pferd durch die Wälder und schießt ihren Bogen. Als sie verheiratet werden soll, widersetzt sich Merida der Tradition und flieht. Im Wald trifft sie eine wundersame alte Frau, die dem Mädchen mit der roten Mähne einen Wunsch gewährt. Doch der Wunsch geht anders in Erfüllung als sie sich vorgestellt hat, verwandelt sich in einen furchtbaren Fluch. Ihr bleibt nur wenig Zeit ihn zu brechen.

Die schottische Prinzessin Merida begehrt gegen die Pläne ihrer Mutter auf und schwört damit einen furchtbaren Fluch herauf. Erstes Märchen in der Geschichte von Pixar, in dessen Mittelpunkt eine aufsässige schottische Prinzessin steht.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (4)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mehr Disney als Pixar: Märchenhafte Geschichte mit altbekannten Disney-Motiven, eindrucksvollen Animationen und gewohnt schrägen Figuren.
  • Mitreißendes, charmantes schottisches Märchen, das mit seiner Geschichte ebenso entzückt wie in der optischen Umsetzung.

    Keine Spielzeuge, Monster oder Superhelden, sondern Figuren aus dem Märchen bevölkern das neueste Pixar-Meisterwerk, das im Untertitel als Legende der Highlands firmiert. Es mag mit seinem Genre auf Disney-Turf wildern und sehr klassisch erzählt sein, altbacken ist aber nichts an diesem Film, der frisch, unverkrampft und immer wieder überraschend von Anfang an den Zuschauer für sich einnimmt und ihn bis zum Schluss nicht verliert bzw. ihn geradezu verzaubert. Der Film ist sogar sehr modern, steht doch ein rebellisches Mädchen, eine Prinzessin, die überaus mutig ist (wie der Originaltitel betont) im Mittelpunkt, die für sich und ihre Generation Selbstbestimmung einfordert und die nicht wie im üblichen Märchen-Happy End unter der Haube landet. Allerdings wäre das, an den Ehemann-Anwärtern gemessen auch nicht unbedingt ein Happy End, sind die drei (und ihre Väter), die um ihre Hand anhalten und sich beim Bogenschießen bewähren müssen, köstliche Karikaturen. Mit die größten Lacher können die drei kleineren Brüder von Merida für sich verbuchen, die als Running Gag auf der Jagd nach ihren Lieblings-Keksen sind und nur Streiche im Kopf haben. Aber auch sonst sorgen Slapstick, derbe Schottenrock-Witze und wilde Schlägereien für einen sehr hohen Spaß-Faktor. Die Regisseure und Drehbuchautoren Mark Andrews und Brenda Chapman und Koregisseur und Drehbuchautor Steve Purcell beherrschen aber auch die spannenden und hochdramatischen Momente perfekt, so dass man bei einer Szene etwa Tränen vergießt, die in anderem Kontext einfach nur kitschig gewesen wäre. Wunderschön und auch so kristallklar und perfekt wie vielleicht noch nie in 3D umgesetzt sind die Bilder etwa der schauerromantischen, dunkelgrün-bemoosten schottischen Wälder, durch die Merida mit ihren wehenden roten Haaren auf ihrem Kaltblüter galoppiert oder die an Stonehenge gemahnende nächtliche Lichtung, die zu einem Hexenhäuschen führt, wo der zu brechende schreckliche Fluch seinen Ursprung hat und die dort hausende Hexe eine ungewöhnliche Vorliebe für Schnitzarbeiten hegt. Die Hintergründe ebenso wie Details wie das Haar der Protagonistin und ihres Pferdes sind schlicht beeindruckend. Man wundert sich über die technische Perfektion, warum der Film aber so gut funktioniert, liegt an der Menschlichkeit der Figuren, die aller übertriebener Züge zum Trotz ihr Herz am rechten Fleck haben. Ein Märchen, das mit bekannten Figuren und frischer Herangehensweise in eine Welt entführt, die man nicht mehr verlassen möchte. hai.
  • Merida gehört zur neuen Filmgeneration der emanzipierten Mädchenfiguren, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Selbst Prinzessinnen aus alten Märchen sind in modernen Interpretationen nicht mehr nur auf einen rettenden Helden angewiesen. Aber die schottische Königstochter geht noch einen Schritt weiter: Sie will überhaupt keinen Prinzen, zumindest nicht in diesem Film. Anstatt von der romantischen Liebe, die am Ende triumphiert, erzählt diese Geschichte lebhaft, witzig und gefühlvoll von der Beziehung der Tochter zu ihrer Mutter. Die Pixar-Animation setzt auf die Atmosphäre der schottischen Highlands in einer lange vergangenen Zeit, als tapfere Krieger gegen dämonische Bären kämpften und Mütter ihren Kindern von Irrlichtern erzählten, die den vorbestimmten Weg weisen.

    Mit frischem, respektlosen Humor inspiziert die Inszenierung von Mark Andrews und Brenda Chapman das Treiben im Schloss von König Fergus. Die Familie wird in Aktion vorgestellt, wobei das Aussehen der Individuen die jeweilige Persönlichkeit bis zur Karikatur betont. Fergus hat einen überdimensionierten Brustkorb, ist ein lauter, mutiger, ungehobelter Mann, der seiner kleinen Tochter schon früh Pfeil und Bogen schenkt. Königin Elinor ist die sanftmütige Stimme der Vernunft, die für den König meistens das lästige Reden übernimmt. Mit Merida befindet sie sich neuerdings in einem ständigen Kampf, weil sie ihr verbissen das gute, weibliche Benehmen beibringen will. Meridas kleine Brüder sind Drillinge mit hoch aufgetürmten roten Locken und lauter Unsinn im Kopf. Vor allem aber ist Merida eine unvergessliche Figur, mit ihrer leuchtend roten Lockenmähne, die bei jedem Schritt wippt und wogt und ihren ungezähmten Charakter symbolisiert.

    Diese wilde Prinzessin ist außerdem blitzgescheit und nicht auf den Mund gefallen. Im Laufe der Handlung macht sie eine spannende Entwicklung durch, vom rebellischen Teenager zur besorgten Tochter, die ihre Mutter beschützt. Als Königin Elinor zum Bären mutiert, plagt Merida das schlechte Gewissen und sie setzt alles daran, die Mutter zurückzuverwandeln. Aber zunächst muss die Bärin im Wald gefüttert werden, denn Fische fangen kann sie ja nicht. Auf einmal ist Merida diejenige, die ihrer Mutter zeigt, wo es langgeht. Obwohl das witzig erzählt wird, steht die wechselseitige Zuneigung von Mutter und Tochter im Zentrum. Eine solche Geschichte wirkt zumindest im Animationsbereich noch ungewohnt, aber vermutlich können sich viele Töchter und Mütter darin gut wiedererkennen.

    Als Kulisse dient ein altertümliches Schottland mit Schloss und tapferen Männern, wobei die Lords der drei Clans, die ihre Söhne zum Wettkampf um Merida bringen, schon ziemliche Karikaturen sind. Das gilt erst recht für die Jünglinge – ein stattlicher Prinz ist nicht dabei. Ein wenig Highlandgames, ein Steinkreis wie in Stonehenge dürfen nicht fehlen, wobei letzterer als Tor zum Reich der Fantasy dient. Obwohl viel passiert, bleibt auch Zeit für witzige Nebenhandlungen und Ausschmückungen. Zum Beispiel kann der verzauberte Bär die Königin in ihm nicht verleugnen und verfällt oft in ein komisches, geziertes Gehabe.

    Meridas Lockenpracht und der Fluss im Wald, in welchem Tochter und Bär Fische fangen, sind echte Höhepunkte der visuellen Umsetzung. Aber diese erscheint auch insgesamt wegen der typisch schottischen Landschaft mit ihrer neblig-magischen Atmosphäre reizvoll. Das 3D-Erlebnis hingegen fügt dem positiven Ganzen kaum etwas wirklich Auffälliges hinzu.

    Fazit: Die Pixar-Animation „Merida – Legende der Highlands“ verbindet schottische Tapferkeit, Witz und Fantasy mit einer Mutter-Tochter-Geschichte und macht ein wildes rothaariges Mädchen unvergesslich.
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