Men & Chicken (2015)

Originaltitel: Mænd & høns
Men & Chicken Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (11)
  1. Ø 4.5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Men & Chicken: Schwarze Komödie um zwei ungleiche Brüder, die erfahren, dass sie adoptiert wurden.

Evolutionspsychologe Gabriel und sein gegensätzlicher, zwangsgestörter Bruder Elias erfahren durch ein lapidares Video des verstorbenen Vaters, adoptiert worden zu sein. Als Gabriel ihren echten Erzeuger ausfindig macht, der in methusalemischem Alter auf einer entvölkerten Insel lebt, begegnen sie ihren Halbbrüdern. Diese hausen in einem verdreckten Anwesen unter Tieren und sind eine gewaltbereite Sippe mit sichtbaren Gendefekten. Ersatz-Oberhaupt Franz wahrt das Geheimnis um den versteckten Vater mit allen Mitteln.

Zwei ungleiche Brüder erfahren, dass sie adoptiert wurden, und gehen auf die Suche nach ihrem richtigen Vater. Hinreißende und ungewöhnliche dänische Komödie, mit der Anders Thomas Jensen seine “Adams Äpfel” noch einmal toppt.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Gibt es auch Tragikomödien für Leute, die über Sodomie lachen können? Anders Thomas Jensen kann das und übertrifft sich noch einmal selbst an Geschmacklosigkeiten, die fast an die ganz harten Brocken ihrer Art heranreichen. Die schwärzeste Komödie des Jahres wirkt aber auch wie ein Forschungsprojekt über Genetik und Abstammung. Elias (Mads Mikkelsen) spielt einen simplen Tor mit schluffigem Gang und treudoofem Blick. Er trägt einen Schnauzbart, wirre Locken und ist gezeichnet von einer riesigen Hasenscharte. Seine Hauptbeschäftigung: Masturbieren. Gerade ist Elias Vater verstorben und hinterlässt ein Videotape: Es eröffnet seinen beiden Söhnen Elias und Gabriel in einem verhunzten Geständnis, dass ihr wahrer Vater auf der Insel Ork lebt. Elias und sein Bruder ziehen los - nicht auf die dänische Insel Ork, sondern in eine dieser aus der Zeit gefallenen Welten, in denen die Filme von Anders Thomas Jensen spielen. Keine Zivilisation, dafür bizarre Verbrechen, Perversionen, Kannibalismus und Sodomie herrschen hier. Wie sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnen, so müssen wir uns an diesen Albtraum herantasten. Auf dem Anwesen des Vaters begegnen Elias und Gabriel ihren drei Halbbrüdern mit Hasenscharten - ein feindseliger Empfang. Nach und nach eröffnet sich hinter verschlossenen Türen das ganze Ausmass dieser schrecklichen Familiengeschichte... Gedreht wurde übrigens in einem verfallenen Lungensanatorium der Beelitzer-Heilstätten. Hier erahnt man nur noch die Patina vergangener Zeiten, denn die weitläufigen Zimmer wurden zu Schweinställen umfunktioniert. Trotz dieses Irrsinns ist Men & Chicken im Kern auch ein Film darüber, dass Blut dicker ist als Wasser. Endlich erleben wir mal eine Groteske der Gewalt im Hühnerstall - aufgeführt von dieser bestimmt krassesten Inzucht-Sippe seit einem gewissen Kettensägen-Massaker. Hier schlägt man sich die Schädel ein, philosophiert über die Bibel und hütet das Geheimnis des Vaters. Ganz, ganz toll! Wieso steht die DVD eigentlich wie Blei in unserem Regal und wird nie geliehen? mehr auf cinegeek.de
  • Sehr skurrile Brüder-Tragikomödie, in der Mads Mikkelsen kurios schwarzhumorig seine animalische Abstammung entdeckt.

    Wenn der derzeit renommierteste dänische Drehbuchautor Anders Thomas Jensen nicht für Susanne Bier an Oscarerfolgen wie “In einer besseren Welt” schreibt, lässt er als Regisseur seiner Vorliebe für schräge schwarze Komödien freien Lauf. Aufgrund des hohen Arbeitspensums geschah dies zuletzt vor zehn Jahren mit der bissigen Hiob-Groteske “Adams Äpfel”, dessen Hauptdarsteller Mads Mikkelsen stets bei Jensen auftaucht und hier als rüpeliger Zwangsmasturbant eine großartige Revue hinlegt.

    Er tritt als Elias auf, gegensätzlicher Bruder des Evolutionspsychologen Gabriel (David Dencik, “Verblendung”). Durch ein lapidares Video des verstorbenen Vaters erfahren sie, adoptiert worden zu sein. Als Gabriel ihren echten Erzeuger ausfindig macht, der in methusalemischem Alter auf der entvölkerten Insel Ork lebt, begegnen sie ihren Halbbrüdern. Diese hausen in einem verdreckten Anwesen mit einem ganzen Zoo von Tieren, sind eine gewaltbereite Sippe mit sichtbaren Gendefekten und stehen unter der Fuchtel von Franz (Søren Malling, “Die Königin und der Leibarzt“), der das Geheimnis um den Vater mit allen Mittel bewahren will.

    Mutationen und Evolution, Genetik und biblische Schöpfung sind die Themen in absurden Dialogen und bierernsten Bildern, mit denen Jensen seine köstliche Satire ohne mit der Wimper zu zucken ausführt. Er stellt eine degenerierte Bande Halbbrüder vor, die sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, zugleich aber über Fachliteratur diskutieren. Derartige Kontraste ergeben mit Onanisten- und Sodomie-Witzen die wohl schrägste Tragikomödie der Saison. Die clever auf “Die Insel des Dr. Moreau” anspielende Geschichte entwickelt beim zivilisieren einer Familie sehr sympathisch-humanistische Züge zu einem Unikat.

    tk.

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