Mein liebster Alptraum (2011)

Originaltitel: Mon pire cauchemar
Mein liebster Alptraum Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Mein liebster Alptraum: Französische Komödie von Anne Fontaine ("Coco Chanel") in der Isabelle Huppert in einen eigentlich völlig unpassenden Mann verliebt.

Die großbürgerliche Galeriebesitzerin, deren Beziehung zum feinsinnigen Lebensgefährten schon lange erkaltet ist, trifft auf einen Superproll, der gern mit vollbusigen Weibern das Laken teilt. Durch ihre Kinder kommen sie notgedrungen in Kontakt, bald renoviert er die Wohnung und bringt Unordnung in ihre geordnete Existenz. Während die Kids sich anfreunden, ihr Partner durch Anregung des ungebetenen Gastes sich im Fremdgehen übt, kommen sich Madame und Macho bei Hochprozentigem näher und bald gehen alle Vorsätze und Regeln flöten.

Großbürgerliche Galeriebesitzerin trifft zufällig auf mackerhaften Superproll, woraus sich eine unerwartete Liebesgeschichte entspinnt. Mixtur aus Lovestory, Satire und Drama, in der sich Isabelle Huppert und Benoit Poelvoorde genussvoll die Bälle zuspielen.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein ungebildeter Rüpel drängt sich in das Leben eines intellektuellen Paares und lockt es aus der vornehmen Reserve. Die französische Komödie von Regisseurin Anne Fontaine bezieht ihren Witz aus dem Zusammenprall sozialer Gegensätze. Die Hauptfiguren, vor allem Agathe und Patrick, sind überspitzt gezeichnet, so dass ihr Benehmen sie permanent in Konflikt miteinander bringen muss. Die spritzigen Dialoge und romantischen Abwege sind umso amüsanter, als in den Hauptrollen Isabelle Huppert, Benoît Poelvoorde und André Dussollier auftreten.

    Die Galeristin Agathe wird als arrogantes Biest eingeführt. Wie sie ihren Assistenten abkanzelt, die Busfahrerin zur Eile antreibt und beim Elternabend respekteinflößend Einwände erhebt, das macht sie auf Anhieb unsympathisch. Wer sich mit dieser Frau anlegt, der muss selbst was auf dem Kasten haben. Aber es ist ausgerechnet Patrick, das asoziale Großmaul, das ihr Paroli bietet. Der Vater des Schulfreundes von Agathes Sohn klingelt an der Tür, um seinen Tony abzuholen, und im nächsten Moment kommentiert er im Wohnzimmer die Einrichtung. Der aus „Nichts zu verzollen“ bekannte belgische Schauspieler Benoît Poelvoorde stellt Patrick dar, der viel und gerne über Sex redet und dem Alkohol zuneigt.

    „Wie ist so ein Eiszapfen im Bett?“ wird Patrick schon bald Agathes Lebensgefährten François fragen. Der weißhaarige Verleger vergisst im Gespräch mit Patrick nie seine guten Manieren und begegnet ihm mit einer Mischung aus freundlichem Interesse und Großzügigkeit. François gesteht Patrick, dass er mit Agathe schon lange keinen Sex mehr hatte. Angespornt von Patricks Kommentaren, entdeckt er die Wonnen der Liebe neu, mit einer jungen Frau vom Wohnungsamt. André Dussollier spielt François mit seinem unnachahmlichen Charme, lässig und souverän. Er bringt eine weiche, geschmeidige Dynamik in die Handlung, die sonst im Zusammenprall von Agathe und Patrick zu dick aufgetragen wirken würde.

    Je mehr Patrick sich in Agathes Leben einnistet, desto stärker bröckelt ihre eisige Maske. Sie stellt fest, dass es noch spaßigere Dinge als die eigene Überheblichkeit gibt. In diesem dialogreichen Hin und Her zwischen dem untreuen François und dem aufdringlichen Patrick entdeckt Agathe ihre natürliche Eleganz. Obwohl die Sprache dank Patrick oft auch ordinär gefärbt ist, entfaltet sich in den Repliken ebenfalls viel Eleganz und Raffinesse.

    Ein Kunstwerk des Fotografen Hiroshi Sugimoto, der im Film einen Gastauftritt hat, spielt eine große Rolle in der Beziehung von Agathe und Patrick. Der Banause findet es doof und lächerlich und hält dabei in gewisser Weise auch der erstarrten Agathe den Spiegel vor. Sie, die Expertin, tut sich wiederum schwer, das künstlerisch Wertvolle in Patricks Traum von einer Bar mit einem Frauen-Aquarium zu erkennen. In Wirklichkeit aber sind weder die Kunst noch die Menschen so fixiert auf soziale Schranken, wie es am Anfang noch den Anschein hatte. Fontaines Komödie übertreibt es allerdings irgendwann mit den Verwicklungen und bleibt nicht nahe bei den Figuren, so dass sie zu Schemen abflachen und der Witz überdehnt wird.

    Fazit: Die guten Schauspieler sind das Hauptvergnügen in dieser französischen Komödie über soziale Gegensätze.
  • Upper Class trifft Prekariat: Isabelle Huppert und Benoît Poelvoorde verlieben sich trotz sozialer Unterschiede.

    “Wieviele Schubladen braucht Madame für Ihre Höschen?” Eine impertinente Frage, aber typisch für den Kerl mit Hang zum Dosenbier, der die Dame mit Faible für Champagner zur Weißglut bringt. Sie wohnt schick mit Lebenspartner und Sohnemann gegenüber vom Jardin du Luxembourg, er haust mit Filius in einem Wohnwagen, sie leitet eine Galerie für Moderne Kunst, er jobbt und lebt von Vater Staat. Bei ihr herrscht im Bett Eiszeit, er zieht durch die Betten. Zwischen ihnen gibt es keine Verbindung, jedenfalls nicht im wahren Leben. Auf der Leinwand dagegen prallen die Gegensätze mit Wucht aufeinander.

    Isabelle Huppert als mondäne Agathe muss sich nicht anstrengen, die bürgerliche Zicke zu spielen, die indigniert auf Benoît Poelvoorde als Superproll Patrick reagiert, der gerne einen über den Durst trinkt, auf vollbusigen Damen herumturnt und als alleinerziehender Vater ziemlichen Murks baut. Nicht nur dass sich die Kids anfreunden, der ungehobelte Unhold renoviert die Wohnung, spornt sogar ihren feinsinnigen Gefährten und arrivierten Lektor zum Fremdgehen mit einer Vegetarierin an, für die ein lauer Hibiskustee anregender ist als ein alter Brandy. Bei Hochprozentigen nach einer Vernissage kommen sich dann Madame und Macho näher. Zwar ist von der ersten Sekunde an klar, dass die beiden sich nach einigen Turbulenzen finden, aber das Wie ist entscheidend. Und das inszeniert Anne Fontaine als Tornado.

    Am Beginn steht wie bei einer guten kultivierten Komödie nicht die Lust, sondern die Abwehr, die sich in Leidenschaft wandelt. Auch wenn die beiden Figuren manchmal nah an die Grenze zur Karikatur geraten und jedes Vorurteil zu mehr als 100 Prozent erfüllen, schafft Fontaine die souveräne Grenzwanderung zwischen den Gegensätzen – die kontrollierte und ambitionierte Intellektuelle, der chaotische und sinnliche Bauchtyp. Trotz aller Klischees dominiert eine ungewohnte Offenheit und Ehrlichkeit, beide im Innersten verletzliche Personen bleiben sich treu. Während bei Cédric Klapisch in “Mein Stück vom Kuchen” die da unten (in Belgien) und die da oben (in Fankreich) sich nur wie Tangenten berühren und wieder auseinanderdriften, gelingt hier die (Mes)Alliance. Huppert und Poelvoorde bilden mit André Dussolier als ausgebootetem Dritten in diesem bunten Kessel aus Love-Story, Satire, Drama eine fantastisches Trio Infernal. Lachen ohne Gewissensbisse erlaubt. mk.

Darsteller und Crew

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