Mein letzter Film (2002)

Mein letzter Film Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Mein letzter Film: Hannelore Elsner in der Rolle einer erfolgreichen Schauspielerin, die sich von ihrem bisherigen Leben verabschiedet und während des Kofferpackens mit sich und ihren Männern abrechnet.

In ihrer Karriere als Schauspielerin hat Marie (Hannelore Elsner) alles erreicht, was eine Künstlerin sich wünschen kann, in privater Hinsicht blieb aber so manche Sehnsucht unerfüllt. Jetzt steht der Diva der Sinn nach einem letzten großen Tapetenwechsel. Während sie in Anwesenheit eines jungen Kameramannes ihre Koffer mit den wenigen Dingen füllt, die ihr wirklich wichtig sind, packt sie richtig aus, lässt die vergangenen Jahre schonungslos Revue passieren und rechnet mit den Männern ab.

Oliver Hirschbiegel

Der letzte Auftritt einer großen Schauspielerin, die erreicht hat, was eine Frau in diesem Beruf erreichen kann und nun beschließt, ihrem alten Leben den Rücken zu kehren: Während die alternde Diva in ihrer Wohnung ihre Sachen für ein neues Leben zusammenpackt, hält ein junger Kameramann ihre schonungslose Abrechnung mit ihrem Leben und ihren Männern fest.

Schauspielerin Marie hat die Nase voll. Von den gefühllosen, berechnenden, kaltherzigen und untreuen Männern, aber auch von ihrem Beruf, ihrem ewigen Rollenspiel. Also engagiert sie einen jungen Kameramann und bittet den in die Wohnung, in der sie (noch) mit ihrem Ehemann und Entdecker lebt. Während sie für den entgültigen Abschied vom bisherigen Leben einen Koffer packt, erzählt sie neunzig Minuten lang von ihrer Vergangenheit. Sie rechnet ab. Mit dem Schönen, dem Traurigen, den Demütigungen und Freuden.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine Ausnahmeschauspielerin, ein experimentierfreudiger Regisseur, ein begnadeter Autor – eine erfolgreiche Kombination. Jedenfalls bei “Mein letzter Film”, Oliver Hirschbiegels sensible Inszenierung eines Abschiedsmonologs gehalten von Hannelore Elsner nach Texten von Bodo Kirchhoff. Ein 90minütiges Einpersonenstück ohne eine Sekunde Langeweile. Deutsches Kino mit französischer Rafinesse.

    Eigentlich war “Mein letzter Film” eine BR-Fernsehproduktion. Nach dem Erfolg auf dem Filmfest München fasste sich Ott-Film ein Herz und bringt dieses Solo für Hannelore Elsner ins Kino. Und das ist gut so. Denn diese Art von purem – vielleicht auch puristischem – Kino ist ein seltenes Geschenk in Deutschland. Die Kamera richtet sich nur auf eine Person. Die Schauspielerin Marie will ein neues Leben anfangen, nicht mehr nur Rollen spielen, sondern sie selbst sein. Während sie ihre Sachen packt, packt sie aus, rechnet mit Richard ab, ihrem Entdecker, Regisseur und langjährigem Ehemann und “Frauenschläfer”, lässt diverse Lieben und Leidenschaften Revue passieren – mal mit leiser Melancholie und einem Hauch von Zärtlichkeit, zumeist aber mit eiskalter Wut oder süffisanter Ironie. Sie muss eine Seelenverwandte von Sam Peckinpah sein, der mal gesagt haben soll “Ich habe Gewalt erfahren, aber nichts hat mich so verletzt wie das Verliebtsein”. Die Frau in den besten Jahren hat die Nase voll von Männern – vom untreuen Gatten, der, als sie ihm strahlend von der Schwangerschaft erzählte, nur fragte “schwanger, wieso?”, von Liebhabern wie dem Politiker, der an ihrer Schulter den Karriere-Stress ausheulte, oder dem soften Fußballtrainer, der sie mit den Worten verließ “es geht jetzt nicht um uns, es geht um den deutschen Fußball”. Jetzt will sie nicht mehr verletzt oder verlassen werden, sondern ihren eigenen Weg gehen. Am Ende der flammenden Ausführungen streift sie die Vergangenheit ab wie eine alte Haut. “Mein letzter Film” ist zuallererst eine exzeptionelle Performance von Hannelore Elsner, die souverän Grenzen des emotional erträglichen austariert, zu Tränen mit der Schilderung des Todes ihrer drei Tage alten Tochter rührt, einem Wunschkind ohne Namen. Sie spielt mit fast archaischer Wucht, wenn tiefer Schmerz über geplatzte Träume und erfrorene Gefühle aus ihr herausbricht. Dabei reißt sie mutig alte Wunden wieder auf, gibt den Blick frei auf die Zerstörung der Seele und demonstriert gleichzeitig eine unbändige Kraft, nicht aufzugeben. Paare sind Festungen, stellt sie im Verlauf des messerscharfen und brillanten Monologs fest (nachzulesen im gleichnamigen Buch erschienen bei der Frankfurter Verlangsanstalt). Sie verlässt diese Festung gefestigt und irgendwie beschwingt, gehört niemandem mehr, nur sich ganz allein. Nach all dem Hera-Lind-Gegackere und Ratschlägen von selbsternannten Beziehungsstrategen endlich mal klare Frauen-Worte. Für Macho-Männer ist dieses unerbittliche Kammerspiel eine Ohrfeige und selbst die schrecklich verständnisvollen Frauenfreunde werden das Gefühl haben, nicht sehr gut weggekommen zu sein. Weibliche Zuschauer sollten sich diesen Kino-Hochkaräter nicht entgehen lassen und ihre Ehemänner, Liebhaber oder Freunde mitnehmen. Ob sie wollen oder nicht. mk.

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