Megamind (2010)

Megamind Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (4)
  1. Ø 2.8

Filmhandlung und Hintergrund

Megamind: Überaus gelungener CGI-Spaß aus dem Haus DreamWorks, über einen Superschurken, der sich seinen eigenen Gegenspieler erschafft.

Sie könnten nicht unterschiedlicher sein: Megamind, der geniale, aber auch dusselige Schurke, auf der einen, und Metroman, ein Traum von Superheld, auf der anderen Seite. Und während Megamind zusammen mit seinem Handlanger Minion nach der Herrschaft über Metro City strebt, beschützt Metroman deren Einwohner. Doch schließlich besiegt der Schurke den Helden. Dennoch weicht die Freude darüber schnell der Langeweile. Schließlich braucht jeder Superschurke einen passenden Gegner. Kurz entschlossen erschafft Megamind Titan, um die Lücke zu schließen.

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Auf DVD & Blu-ray (4)

Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Wenn es nach Megamind geht, dann würde die ganze Welt ihm gehören. Doch das ist leider nicht möglich, denn er als selbsterklärte Verkörperung des Bösen hat einen gewaltigen Gegenspieler: Metroman, der Beschützer des Guten, Held von Metrocity und ewiger Gewinner im gegenseitigen Kräftemessen. Eines Tages jedoch ist es soweit: Der Kampf scheint entschieden, der Gegner ausgeschaltet. Alles schön und gut, doch Megamind stellt fest, dass es ganz schön langweilig ist als Ying ohne Yang. Manchmal kann das Böse auch das Gute werden. Und umgekehrt. Ein 3D-Held, der gar nicht gut sein will und uns dennoch von Herzen berührt. Die pfiffigen Dialoge funktionieren auch in der Synchronisation durch das Dreiergespann Bastian Pastewka, Oliver Kalkofe und Oliver Welke, sodass ein Gag dem anderen folgt - im Sekundentakt. Der rockige Soundtrack unterstützt die positive Stimmung des Films, die spektakuläre Animation und die bissig-witzige Story sorgen für jede Menge Spaß für Groß und Klein. Um die Worte von Megamind zu benutzen: "Let's fetz"!

    Jurybegründung:

    Was wäre, wenn die Trennungslinie zwischen gut und böse, zwischen gutem Helden und hinterhältigem Gegenspieler nicht so eindeutig verlaufen würde, wie sie in Superheldenfilmen in der Regel gezogen wird? Wo liegt dann die Grenze zwischen gut und böse, gibt es überhaupt dieses Absolute in der Zuordnung oder sollte man die eigenen (Vor-)Urteile nicht immer wieder hinterfragen und neu bewerten? Dieses für einen US-amerikanischen Unterhaltungsfilm ungewöhnlich anspruchsvolle moralische Konzept kommt auf sehr unterhaltsame und generationsübergreifend verständliche Weise daher. Schnell ist auch dem letzten Zuschauer klar, dass hier nicht der strahlende Held Metroman im Mittelpunkt steht und dass auch der böse Gegenspieler Megamind noch so manche physische wie psychische Wandlung durchmachen muss. Leider ist das Geplänkel zwischen den beiden Gegenspielern anfangs etwas ermüdend geraten, da helfen auch die vor allem für erwachsene Zuschauer gekonnten Dialoge nicht drüber hinweg. Im zweiten Teil steigert sich der Film jedoch, die Pointierungen gelingen immer besser und man beginnt sich für die Entwicklung der Geschichte und der Figuren zu interessieren. Und jetzt wird die gesamte Story fintenreicher, wunderbare Einfälle kommen dazu wie Metroman, der sich heimlich ins Privatleben verabschiedet hat und jetzt lieber als schlechter Rocksänger glücklich ist, statt als ewiger Held amtsmüde seinen Job nur noch abzureißen. Oder ein völlig aus dem Ruder laufender Ersatzsuperheld, Titan, der nicht einmal im Stande ist, seinen eigenen Namen richtig zu schreiben.
    Unangenehm fielen dem Ausschuss jedoch zwei Aspekte auf, die bei der Bewertung ins Gewicht fielen. Zum einen ist es die doch sehr hohe Zerstörungswut, bei der zwar keine Menschen sterben, einzelne Sequenzen für Kinder unter acht Jahren jedoch grenzwertig sein können. Schwieriger wurde allerdings das totalitäre Grundkonstrukt bewertet, nach dem das gesamte Sozialgefüge der Stadt funktioniert. Immer muss es einen einzelnen Führer geben, dem die Bewohner zujubeln können und ohne den sie sich hilflos und schwach fühlen. Hier wäre ein demokratischeres Sozialgefüge wünschenswert gewesen. Die Erteilung des Prädikates wertvoll ist vor allem durch die vielfältige altersgerechte Ansprache gerechtfertigt, die oft angestrebt wird, aber selten so überzeugend gelingt, und die ernsthafte Auseinandersetzungen mit der Frage nach gut und böse, sogar unter Einbezug von optischen Anklängen an 9/11. Megamind zählt nicht zu den Meisterwerken aktueller CGI-Produktionen, aber ohne Frage zu den herausragenden Werken, das auch nach Vorführende in den Köpfen der großen und kleinen, jungen und älteren Zuschauer hängen bleiben wird.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Das Böse ist nicht nur immer und überall, es hat auch Konjunktur. Gerade erst stand mit „Ich – einfach unverbesserlich“ im Animationsfilm der traditionelle genialistische Schuft im Mittelpunkt, nun also schmiedet „Megamind“, der liebenswert chaotische nosferatu-hafte Sardonikus aus dem All im theatralischen Umhang-Outfit seine sinisteren Pläne. Und natürlich ist jeder Schurke immer interessanter als der Held.

    Da sprühen auch ordentlich die Funken, wenn „Madagaskar“-Regisseur Tom McGrath das Genre des Superhelden-Comics auseinander- und auf die Schippe nimmt, wobei die Figuren selbst die Standards launig kommentieren. Wunderbar eitel und schmierig-souverän wird Held Metro Man als Superman-Abklatsch gezeigt und von seinen Fans (= der ganzen Stadt) gefeiert, wobei er mit Babies jongliert und sich jovial seine Posen zum Besten gibt.

    „Ja ja, ‚Buh-buh‘“, kann hingegen der arme-böse Megamind gegen die Anfeindungen nur zurückätzen, die hübsche Reporterin Roxanne kidnappen und ihr alle futuristischen Mord- und Folterwerkzeuge vorführen. Zu sehr kennt sie (und wir) das Spiel allerdings, und eigentlich fragt man sich als Zuschauer schnell, was Neues der neue Dreamworksstreifen hier einem bieten möchte. Doch als dann der saubere Superheroe als Skelett im Cape vor Megaminds Füßen liegt, ist nur einer erstaunter als wir: der Fiesling selbst.

    Was dann folgt, erinnert ein wenig an M. Night Shyamalans „Unzerbrechlich“ – und ist natürlich ganz anders: viel bunter und auf Speed. Aber auch hier ist ein Schurke auf der Suche nach dem verlorenen Helden, auf jemanden, der ihn in seinem Tun definiert. Und dabei geht es drunter und drüber zwischen Genre-Parodie, Persiflage und Philosophie, zwischen Brechen, Kommentieren und Auf-den-Kopf-Stellen.

    Wie „Madagaskar“ zeigt sich auch „Megamind“ mit einer überbordenden Stimmung, die trotzdem bisweilen einen bemerkenswert trockenen Humor aufweist. Manchmal tobt der blanke Blödsinn, so wenn „Megamind“ als Marlon-Brando-Karikatur den Sternen-Papa aus Richard Donners „Superman“ (1978) gibt, um seinen neuen Heroen Tighten zu einem solchen zu erziehen. Dann wieder – gerade zum Finale – herrscht hemmungslose Action- und Zerstörungswut durch die Hochhausschluchten als gäbe es kein Morgen mehr.

    Und trotz all diesen wunderbaren Anlagen bleibt „Megamind“ ein ganz kleinbisschen fade. Vielleicht ist die Story doch zu dünn und zu sehr auf den einzelnen Moment und den schnellen Lacher hin konstruiert, vielleicht verheddert sich McGrath aber auch ein wenig in seinem Stoff selbst.

    Es fängt damit an, dass Megamind (in der deutschen Version von Bastian Pastewka gesprochen, im Original von Will Ferrell) einfach nicht böse genug daherkommt. Von Anfang an machen begleiten wir ihn auf seinem Lebensweg, aus seiner Sicht, und Leid tut er uns, der Arme, der einfach nur geliebt werden und seinen Platz im Leben finden will. So das Böse zu erklären, geht ja in Ordnung für einen kindgerechten Film. Aber wenn man schon von vornherein auf diese Weise seinen Außenseiter-Antihelden gebrochen bekommt, fällt es schwer, all das Och und Ach mit spaßiger Diabolik wettzumachen – die schlicht in „Megamind“ einfach zu kurz kommt. Klar, Bilder aus dem Museum klaut Megamind, malt das Rathaus blau an und unterjocht die Stadt. Doch gerade von Letzterem bekommen wir eigentlich nichts mit. Ach, er hat einfach nicht nur schon vom Start weg ein zu großes Gehirn in seinem Schädel, der Megamind, sondern auch ein viel zu liebes und einsames Herz in der schmalen Brust. Dass er am Ende der Held ist, ist ebenso vorprogrammiert, wie ein bisschen zu selbstverständlich und ohne große Höhen und Tiefen dahererzählt. „Ich – einfach unverbesserlich“ mit seinem Gru als eine Mischung aus James-Bond-Finsterling und Ebenzer Scrooge aus Dickens „A Christmas Carol“ bietet mit seiner echten anfänglichen Menschenfeindlichkeit da beispielsweise schlicht mehr, wenn auch nicht unbedingt etwas Neues. Der Freundschaft zwischen Roxanne und Megamind, der in Gestalt eines feschen Bibliothekars auftaucht, geht McGrath dagegen recht lustlos an.

    Wiederum zu lebensecht und damit unheimlich kann einem Tighten / Titan werden. Erst nerdiger Kameramann und Kollege Roxannes, baggert er die hübsche heillos an, ehe er durch Zufall Metro Mans Superkräfte erbt. Mit denen versucht ihn Megamind auf Heldenniveau zu bringen. Doch dass aus großer Kraft große Verantwortung erwächst, hat vielleicht Spider Man verinnerlicht, dem dicken Rotschopf ist das hingegen egal. So klaut er und wird zum halben Psycho aufgrund von Roxannes Abfuhr. Tighten, eine Realversion Megaminds, wird hier zum richtigen Schurken, einen den die wohlfeinen (zumindest klassischen) Comicregeln von Gut und Böse nicht mehr zu bändigen wissen. Der Nerd – das lehrte uns nach „Unzerbrechlich“ schon „The Incredibles – Die Unglaublichen“ (2004) – ist eben doch der Schlimmste, der Meta-Mind.

    Um seinem eigenen Geist aus der Flasche Herr zu werden, zettelt „Megamind“ schließlich eine Wendung nach der anderen an und kümmert sich auch nicht um irgendwelche wüsten Plot-Hasen, wenn sie einmal aus dem Hut gezogen werden. Am Ende ist freilich alles ein bisschen zu sehr so, wie es sein sollte und „Megamind“ letztlich genau den Normen, Standards und Werten erlegen, die er vorher noch beherzt aufs Korn genommen hat. Welche Drehungen und Wendungen dafür es auch immer braucht.

    Aber, na ja, vielleicht geht’s halt nicht anders. Und selbst wenn nicht jeder Gag sitzt und der Film ein klein wenig zu oberflächlich daherkommt, als dass man mit Herz und Verstand noch nach dem Abspann sonderlich dran hängenbliebe, ist „Megamind“ schon eine vergnügliche Sause.

    Fazit: Zwischen Parodie, Persiflage und Hommage verheddert sich „Megamind“ im Genre der Comic-Superhelden, nicht zuletzt weil seine Superschurken-Hauptfigur zu lieb daherkommt. Trotzdem: dank Irrwitz und Tempo sehenswert.
  • Die neue hitverdächtige Komödie von DreamWorks Animation vertauscht im Superheldengenre die Rollen und erkennt das Gute im Bösen.

    Mit der Empfehlung der “Madagascar-” und “Shrek”-Franchise, aber auch des hierzulande unter Wert geschlagenen “Monsters vs. Aliens” präsentiert DreamWorks Animation sein neuestes dreidimensionales Abenteuer, das auch ohne die visuelle Gagdichte und den frechen Biss der Platzhirsche von Pixar durchgängig amüsiert. Zwei außerirdische Babys, wie die Konkurrenz vom Krypton von den Eltern auf die galaktische Reise geschickt, werden nach ihrer Landung auf der Erde unterschiedlich sozialisiert. Aus dem Jungen mit dem blauen Birnenkopf, der im Gefängnis aufwächst, wird Superschurke Megamind, aus seinem Rivalen, der geliebt und vermögend erwachsen wird, der strahlende Superheld Metro Man. Das Duell der beiden Erzfeinde ist ein rituelles Spektakel in Metro City, das stets mit dem Sieg des Guten endet, bis Metro Man in eine fatale Falle tappt. Der Tod des Superhelden wird gerade für sehr junge Zuschauer eine bittere Überraschung sein, aber wieder entschärft werden, wenn der Versöhnungskurs des Films im Finale seinen Höhepunkt erreicht.

    Bis dahin übernimmt Megamind das Kommando in Metro City, bevor ihn aufkommende Superlangeweile zwingt, einen neuen Superhelden zu erschaffen, der allerdings etwas aus der Art schlägt und lieber zerstören als bewahren will. Wohin der Weg für Megamind moralisch letztlich führt, stellt der neue Film von “Madagascar”-Regisseur Tom McGrath nie in Frage. Denn das Böse in Megamind beschränkt sich auf das Tragen von Babyrobbenfell-Latschen und pubertären Terror – wie überhaupt die beiden Zentralfiguren und ihr neuer Superrivale Titan wie Kinder mit außergewöhnlich spektakulären Spielzeugen wirken. Das Leitthema von veränderten Persönlichkeiten zieht sich über mehrere Figuren durch den ganzen Film und damit auch durch eine charmante unorthodoxe Lovestory, bei der eine resolute Reporterin einmal nicht im untadeligen Überflieger eine romantische Option entdeckt. Von Metro Man, dem selbstverliebten Mr. Perfect, hätte man allerdings gerne noch mehr gesehen, doch auch die exzentrisch-liebenswerte Titelfigur, ihr schräger Sidekick und viele visuell gelungene Actionsequenzen garantieren, dass dieses wirkungsvoll, aber eher unaufdringlich dreidimensional animierte Abenteuer, in dem sich Anspielungen auf “Die Unglaublichen”, aber auch Sci-Fi-Klassiker wie “Metaluna IV antwortet nicht” finden, der ganzen Familie 95 unbeschwert unterhaltsame Minuten bescheren wird. kob.
  • „Ich - einfach unverbesserlich“ reloaded, leider auch inklusive des sülzigen Zuckergusses.
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Darsteller und Crew

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