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Martins-Passion (2003)

Originaltitel: Die Martins-Passion
Martins-Passion Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Martins-Passion: Vielfach ausgezeichnete Dokumentation über das spannende Leben des brasilianischen Musikers João Carlos Martins.

Zu Beginn der 60er Jahre steht der brasilianische Starpianist und Bach-Interpret João Carlos Martins am Beginn einer großen internationalen Karriere. Doch seine zweite große Leidenschaft, der Fußball, macht ihm mit einer komplizierten Sportverletzung zunächst einen Strich durch die Rechnung. Dann, nach vollbrachtem Comeback, wirft ihn Ende der 80er Jahre eine Nervenerkrankung in der rechten Hand erneut zurück. Wieder gibt Martins nicht auf, trainiert wie besessen und startet ein weiteres Comeback – mit nur einer Hand.

Unglaublich, aber wahr ist die abenteuerliche Geschichte des Hiob unter den klassischen Starinterpreten, nachgezeichnet in einer fesselnden, vielfach preisgekrönten Dokumentation von Irene Langemann.

Anfang der sechziger Jahre wir der brasilianische Musiker und Starpianist João Carlos Martins als größter Bach-Interpret nach Glenn Gould gefeiert. Da Martins allerdings ebenso leidenschaftlich Fußball spielt wie Klavier, bringt eine Verletzung sein Leben aus dem Gleichgewicht. Ende der neunziger Jahre scheint seine Karriere endgültig beendet zu sein, als er sich einen Nerv seiner rechten Hand durchtrennen lassen muss. Dennoch wagt der Pianist ein Comeback – mit einer Hand.

Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In “Die Martins-Passion” beleuchtet die Autorin und Regisseurin Irene Langemann (“Lale Andersen – Die Stimme der Lili Marleen”) den turbulenten Lebensweg des begnadeten Bach-Interpreten João Carlos Martins. Über Jahrzehnte treffen den Pianisten immer wieder Schicksalsschläge, gibt er aufgrund gesundheitlicher Probleme das Klavierspiel auf, nur um Jahre später erneut die Konzertsäle zu erobern. Ein Film voller großer Gefühle, spektakulärer Triumphe und erschütternder Rückschläge, durchdrungen und getragen vom Optimismus des Protagonisten. Das Interesse beim musikinteressierten Publikumssegment sollte hoch sein.

    Beinahe unlösbar scheint das Problem, das sich bereits in den ersten Bildern auftut. Ein Flügel soll per Flaschenzug durch ein viel zu klein wirkendes Fenster in ein Hochhaus-Apartment in der Innenstadt von São Paulo gehievt werden – unter den kritischen Blicken von João Carlos Martins, der auch diesem waghalsigen Unternehmen mit gelassener Heiterkeit begegnet. Ein schönes Bild für Martins gesamte Karriere, die immer wieder unter ungünstigsten Vorzeichen in größte Höhen stieg. Aufgrund einer Tumor-Erkrankung als Sechsjähriger lange ans Haus gefesselt, beginnt der 1940 geborene João früh mit dem Klavierspiel, gilt mit 20 schon als Virtuose und bespielt weltweit die größten Konzerthallen. 1966 wird dem Meister gewagter Bach-Interpretationen seine zweite Leidenschaft, der Fußball, zum Verhängnis. Er verletzt sich beim Spiel im Central Park, die Nerven seiner linken Hand bleiben beschädigt. Niedergeschmettert gibt Martins die Musik auf und macht Karriere in der Finanzwelt. Doch ab 1978 gibt er wieder Konzerte, feiert ein grandioses Comeback, bis Mitte der 80er ein Rückfall ihn wieder zum Stillhalten zwingt. Das Stehaufmännchen übersteht auch diese Katastrophe, ebenso die Folgen eines Überfalls in Bulgarien, die seine rechte Seite lähmen, und zuletzt die Durchtrennung des Hauptnervs an der rechten Hand. Verbissen übt Martins weiter, gibt Konzerte einhändig. Bis die Überforderung auch seine linke Hand bewegungsunfähig macht.

    Voller Hingabe fürs Sujet montiert Irene Langemann grobkörnige, verwaschene Archiv-Aufnahmen mit aktuellem Material, lässt Weggefährten und alte Freunde wie Pelé und Dave Brubeck zu Wort kommen und zeichnet das mitreißende, spannende Bild eines “Verrückten”, so sein New Yorker Musik-Manager. Dabei lässt sie den Konzertaufnahmen, in denen Martins innige Zwiesprache mit dem Flügel zu halten scheint, Raum zum Wirken, kontrastiert frenetische Standing Ovations mit erschütternden Aufnahmen seiner Torturen in Krankenhäusern, die sie bisweilen gar (zu) reißerisch digital verändert. Mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt, gewährt der Tastenzauberer Einblick in seine ungewöhnliche Biographie und bleibt – in Zeiten von Selbstmitleid als Volkssport – als unerschütterlicher Optimist voller Begeisterung für das Leben in Erinnerung. “Wenn ich nur noch zwei Daumen hätte, würde ich mit zwei Daumen Klavier spielen” behauptet er von sich. Nach diesem Dokumentarfilm glaubt man ihm dies auf der Stelle. geh.

Darsteller und Crew

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