Maps to the Stars (2014)

Maps to the Stars Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Maps to the Stars: Ätzender Blick auf Hollywood und den aufgesetzten und oberflächlichen Lebensstil der Reichen und Schönen in Los Angeles.

Hollywood: Eine in die Jahre gekommene Diva kämpft um die Rolle, mit der ihre vor Jahren in einem Feuer gestorbene Mutter berühmt geworden ist. Ein aufstrebender Schauspieler-Schrägstrich-Drehbuchautor hält sich mit dem Fahren von Limousinen über Wasser und hofft, einen Kunden zu fahren, dem er sein Zeug andrehen kann. Ein zynischer Kinderstar, der sich nur über die Einspielergebnisse seiner letzten hohlen Kiddie-Komödie definiert. Seine Mutter, die in Verhandlungen eiskalt ist, aber innerlich wegen ihres kaputten Lebens schreien will.

Die Rückkehr eines Mädchens, das einst für eine familiäre Katastrophe gesorgt hatte, zieht seine Kreise in Hollywood. Ätzender Blick auf den aufgesetzten und oberflächlichen Lebensstil der Reichen und Schönen in Los Angeles.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • David Cronenberg ist einer der ganz wenigen Regisseure, dessen Werk spontanen Angriffen mühelos stand hält: Sein Mix aus schwarzer Komödie und unverfrorenem Melodram kommt so delikat daher, manchmal auch so abstossend, dass wir einfach nicht wissen können, ob ers ernst meint oder doch nicht? Die Antwort lautet dann gewöhnlich: Beides. Lange wurde er als Horror-Filmemacher beschrieben und seine Faszination für Körper Invasionen und die Fragilität des Fleisches scheinen diese Etikette auch zu bedienen. Eine Reihe seiner Filme geht aber auch ohne genetische Mutation oder "Monster" als Horror durch. Warum? Ist es so, dass Cronenberg weniger interessiert ist an Gore, sondern vielmehr am inneren Biest? Die monströse Natur der Obsession, des Verlangens, die Unmöglichkeit, vor sich selbst zu fliehen und die Grausamkeit der Gesellschaft, die den Charakter des Einzelnen definiert - das sind die grossen Themen Cronenbergs. Einen "richtigen" Horrofilm hat er bei genauerer Betrachtung seit den 80ern nicht mehr gemacht. Der Horror entsteht daraus, was Menschen einander antun, was sie drängt, was sie sind. Maps To The Star ist so gesehen, ein "guter alter" Cronenberg. Obwohl Kritiker das Werk als weniger wichtig einstupften. Vor allem missfiel einigen, dass Cronenberg Hollywood falsch darstelle. Die Charaktere sind ängstlich, heuchlerisch und manchmal auch gewalttätig. Sie alle leben in L.A., das wie eine Kleinstadt inszeniert wird. Jeder kennt jeden - wie in einer wachsenden Familie. Zusammengehörig sind diese Familien-Mitglieder nicht durch ihr Blut, sondern ihren Hunger nach Bestätigung. Sie wollen Luxus und Ruhm, im Kern aber grenzenlose Liebe. Akzeptanz ohne Bedingungen. Havana Segrand (Julianne Moore) ist ein Star, dessen Ruhm mit 50er zu sinken beginnt. Wie so viele Cronenberg Charaktere leidet sie unter ihrer Vergangenheit, doch es ist ihr unmöglich, zu entfliehen. Ironischerweise flieht sie, indem sie sich immer tiefer in der eigenen Psyche vergräbt. Havana will auftreten in einem biographischen Drama über ihre Mutter Clarice Taggart (Sarah Gadon). Die wiederum stellt eine Schauspielerin dar, die sexuell und psychologisch wie ein Raubtier wirkt. Im Drama versucht die Schauspielerin ihrer Mutter zu entkommen, wobei sie genauso wird wie sie. Havana würde alles tun, um ihre Mutter zu spielen und womöglich den Oscar zu bekommen! Havanas Therapeut ist der Selbsthilfe-Guru Dr. Stafford Weiss (John Cusack), ein Mann, der sich als selbstlos und fürsorglich beschreibt, jedoch Crack süchtig ist. Seine Tochter Agatha Weiss (Mia Wasikowska) arbeitet als Havanas Assistentin. Bald offenbart sie unbarmherzige Züge, sich als Havanas Rivalin zu positionieren. Ich bezweifle, ob die Themen und Situationen von Maps To The Stars tief genug herausgearbeitet worden sind, um die brilliante Regie sowie die grossen Schauspieler zu verdienen. Die Geschichte und wie die Charaktere miteinander verbunden werden, macht auf mich einen gekünstelten Eindruck. Ausserdem wirkt Maps To The Stars als Film zu glatt und das soll kaschiert weden mit etwas Gewalt und Selbst-Kasteiung. Bis zum Ende des Films hat Cronenberg alle seine Figuren seziert: Eine alte Wunde hier, ein schlimmer Traum dort. Trotzdem, der Film fliesst und es ist schwer, sich ihm zu entziehen. die für uns wichtigsten Filme "Hollywood über sich" in unserer Film List auf cinegeek.de
  • Hollywood, wie es leibt und lebt: Eine in die Jahre gekommene Diva (Julianne Moore gewann in Cannes zurecht den Schauspielpreis) kämpft um die Rolle, mit der ihre vor Jahren in einem Feuer gestorbene Mutter berühmt geworden ist. Ein aufstrebender Schauspieler-Drehbuchautor (Robert Pattinson) hält sich als Fahrer von Limousinen über Wasser und hofft auf einen Kunden, der ihm den Weg ins Filmbusiness öffnet. Ein Psycho-Guru (John Cusack), der seiner Familie – ein zynischer Kinderstar, seine Mutter, die ihn vermarktet, seine todessehnsüchtige, aus der Psychiatrie entlassene Schwester (Mia Wasikowski) – nicht helfen kann oder will: David Cronenberg, Meister psychoanalytischer Horror-Thriller, rechnet mit Hollywood ab, wie nur er es kann. Scharfzüngig, auf den Punkt, und grandios gespielt.

    Fazit: Stargespickter, bitterböser Thriller, ätzende Satire auf Hollywoods Reiche und Schöne.
  • Das abgründige Psychodrama "Maps to the Stars" ist eine schneidende Satire auf die vom Ruhm besessene Gesellschaft von Hollywood. Ins Zentrum der Geschichte stellt Regisseur David Cronenberg ("Tödliche Versprechen", "Cosmopolis") zwei Frauen mit einer dunklen Familiengeschichte. Julianne Moore wurde für ihre Rolle der neurotischen Schauspielerin Havana bei den Filmfestspielen in Cannes 2014 als beste Darstellerin ausgezeichnet.

    Cronenbergs Film reiht sich in eine Reihe anderer Werke ein, die das Leben in der Traumfabrik sehr kritisch betrachten, wie David Lynchs "Mulholland Drive" oder Sofia Coppolas "Somewhere". Für das Berühmtsein opfern viele Menschen ihre Bodenhaftung, ihr Mitgefühl und ihre seelische Gesundheit. Besonders die Kinder der Stars und die Kinderstars trifft es, zumindest in diesem Film, schwer: Wie Benji werden manche ausgenutzt, andere herumgeschoben und emotional vernachlässigt. Benji sieht manchmal die Geister toter Kinder. Havana wiederum ist nirgends vor der Erscheinung ihrer bei einem Brand umgekommenen Mutter, der großen Schauspielerin Clarice Taggart (Sara Gadon), sicher. Hollywood ist kein guter Ort, um aufzuwachsen und normal zu leben, folgert das Drama mit mörderischer Wucht.

    Die Charaktere haben alle ihre schmutzigen Geheimnisse und lügen sich ein glänzendes Image zurecht. Besonders weit treibt dieses doppelte Spiel der Psycho-Guru Stafford: Die seltsame Körper- und Psychotherapie, mit der er Havana traktiert, schadet ihr möglicherweise mehr, als dass sie nützt. Wenn Stafford mit seiner Frau (Olivia Williams) redet, geht es vor allem um die Erhaltung des hohen Lebensstandards. Hierbei ist Benji als Serienstar unersetzlich, während Agatha verschwinden soll. Mia Wasikowska ist ungemein stark in der Rolle der schillernden Agatha, die sich den Regeln in diesem gestörten Umfeld auf ihre eigene Weise widersetzt. Jenseits des Scheinwerferlichts und der Hochglanzbilder vom privaten Glück bleibt jeder mit seinen Geistern allein, ohne die eigene Verantwortung zu erkennen.

    Fazit: David Cronenbergs "Maps to the Stars" ist eine abgründige Hollywood-Satire im Gewand eines Psycho-Thrillers, der mit seinem schneidenden Blick und den hervorragenden Schauspielern für spannende Kinounterhaltung sorgt.
  • Cronenberg auf der Höhe seines Könnens: ein faszinierender Trip in die Abgründe der menschlichen Seele.
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