Männer, die auf Ziegen starren (2009)

Originaltitel: The Men Who Stare at Goats
Männer, die auf Ziegen starren Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Männer, die auf Ziegen starren: Herrlich absurde Groteske über einen britischen Journalisten, der im Irak auf eine ganz besonders verrückte Eliteeinheit von Soldaten stößt, die Terroristen mit höchst unkonventionellen Methoden bekämpfen sollen.

Bei Recherchen erfährt der britische Journalist Bob Wilton von einer in den Achtzigerjahren gegründeten Spezialeinheit der US Army, deren Mitglieder gelernt haben sollen, mit bloßen Blicken Tiere töten zu können. Der Beste von ihnen war ein gewisser Lyn Cassady, auf den Wilton zufällig 2003 in Kuwait City stößt. Cassady ist aus dem Ruhestand geholt worden, um in einer streng geheimen Sondermission Jagd auf Terroristen zu machen. Gemeinsam machen sich die beiden Männer auf den Weg in die Wüste – und mitten hinein ins Abenteuer.

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Kritikerrezensionen

  • Es gab sei wirklich, die Männer, die auf Ziegen starrten. Da war ein verlassenes Krankenhaus auf dem Militärstützpunkt Fort Meade, das aber nicht leer war: hier, in einem Raum zusammengepfercht wurden Ziegen gehalten, eigentlich für Experimente zur schnellen Notfall-Wundversorgung im Feld; aber warum nicht die Ziegen nutzen für parapsychologische Übungen, wo es doch schon eine PSI-Einheit in der US-Armee gibt? Hier verlor Lyn Cassidy (George Clooney) seine Unschuld, das ganze Bataillon „New Earth Army“ verlor seine Unschuld; indem das Starren den Tod der Ziege auslöste.

    Diese Einheit (die in der Wirklichkeit der US-Militärgeschichte „First Earth Battalion“ hieß) war geboren aus dem New Age-Zeitgeist der 70er, der die Welt in einen freundlich-friedlichen Ort verwandeln wollte, und wenn man die Welt verändern will, muss man zuerst die Armee ändern: Frieden zu bringen statt den Krieg, das war die Losung; und die Mittel waren Telepathie, Hellsehen, Hypnose, Drogen, funkelnde Augen, Tanzen…

    Totaler Irrsin, was Jon Ronson in seinem Enthüllungsbuch 2004 der Öffentlichkeit preisgab: ein Blick in die wirklich verrücktesten, ja albernsten Militärexperimente, die viel weiter gehen als die Experimente mit LSD seit den 50er Jahren – teils als Wahrheitsdroge für den Feind eingesetzt, teils als Mut-Droge für die eigenen Leute, auch natürlich als Mittel gegen die psychische Belastungen im Kampfeinsatz. Und aus diesen medizinischen Experimenten rekrutierte sich dann der Kern des Summer of Love in San Francisco 1967… Ironischerweise kam genau daraus wieder die Hippie-Einheit um Bill Django (Jeff Bridges, im wirklichen Leben: Jim Channon) hervor, die den Krieg ändern wollte – weg vom Töten, hin zu übersinnlicher Überwältigung des Gegners. Und wenn schon kämpfen, dann ohne Killen, am besten mit dem Predator, einem lustig aussehenden Teil, das aber sehr wirkungsvoll ziemlich große Schmerzen erzeugen kann… (http://www.youtube.com/watch?v=wVPVDxniGBo&feature=related)

    Level 1 des von Django/Channon geschriebenen Handbuchs für die Hippie-Krieger des sogenannten „Project Jedi“: vollkommene Aufmerksamkeit der sinnlichen Wahrnehmung, etwa jedes Detail im Raum sofort zu erkennen – ist noch relativ harmlos. Level 2 bedeutet Schärfung der Intuition, um schwierige Entscheidungen schnell und sofort treffen zu können; Level 3 ist das Erreichen von Unsichtbarkeit. Das hat freilich keiner geschafft, naja, man hat sich dann in der Praxis darauf beschränkt, nicht gesehen zu werden. Das höchste ist: durch eine Wand gehen zu können. Lyn Cassidy hat es als Medium ziemlich weit gebracht, konnte durch[i] Remote Viewing[/i] – der Blick ins Unerblickbare – etwa den Aufenthaltsort eines Nato-Generals bestimmen, der in Italien von den Roten Brigaden entführt worden war. Und er konnte die Ziege töten, mit seinem Blick.

    Womit das Friedensprojekt der US-Armee gekippt ist: man kann Übersinnliches halt auch zur Aggression einsetzen; und nur jemand Junges, Reines, kann die verlorene wahre Botschaft wieder erstehen lassen: Hier kommt (im Film, nicht in der Wirklichkeit) Bob Wilton (Ewan McGregor) ins Spiel, der Reporter einer Lokalzeitung, der sich in Kuwait 2003 wiederfindet. Weil er seiner Frau beweisen will, dass er ein Mann ist, die ihn jüngst verlassen hat für den Zeitungsherausgeber, der – als wär’s nicht schon Demütigung genug – eine Armprothese trägt. Wilton trifft Cassidy, zufällig – oder ist es Bestimmung? Ein wilder Irak-Wüstentrip folgt, bei dem Wilton – und der Zuschauer – Einblicke in die Jedi-Einheit erhält – und nur konsequent, dass der Oberjedi McGregor den Mann spielen muss, der hier initiiert wird. Auch wenn alles ganz klar auf Verrücktheit basiert, das Paranormale hat offensichtlich pathologische Ursachen: Cassidy ist irre, schizophren und paranoid, gießt aber das alles in seinen unerschütterlichen Glauben an das PSI-Projekt, an die übersinnlichen Fähigkeiten, die dem Frieden dienen sollen. Und ist vielleicht doch was dran, an dem [i]cloud-bursting[/i], das er während des Autofahrens betreibt, um in Form zu bleiben: das Auflösen von Wolken durch Anstarren? Immerhin zieht die Echmeyer-Angriffstechnik Cassidy und Wilton aus einer kniffligen Situation, auch wenn sie ohne Messer ausgeführt wurde…

    Grant Heslov, Partner in Clooneys Produktionsfirma Smokehouse und Drehbuchautor von Clooneys „Good Night, and Good Luck.”, inszenierte sein Regiedebüt als Wahnsinnstrip in die innersten Geheimnisse der US-Armee, voller Witz, voller Absurdität – die aber zu großen Teilen in der Realität wurzeln, die Schrifttafel am Anfang deutet es an: in diesem Film ist mehr wahr, als du glauben wirst. Geschickt destilliert er die absurden wahren Begebenheiten aus der Militärgeschichte heraus und baut darum herum seinen fiktiven Filmplot – der aber nie seine authentischen Ursprünge verdeckt oder unglaubwürdig macht: „Ich bin die Buchvorlage von Jon Ronson Seite für Seite durchgegangen und habe alles markiert, was ich nicht weglassen konnte,“ erklärt Drehbuchautor Peter Straughan, „und dann habe ich versucht, eine Handlung zu entwickeln, in der ich möglichst viel davon unterbringen konnte. Einige der albernsten Filmszenen entsprechen Wort für Wort den von Jon geführten Interviews.“

    Und Heslov treibt es weiter, belässt es nicht bei der Militärkomödie auf wahren Begebenheiten – obwohl er das gut hinkriegt, die komischen Funken herauszuschlagen aus dem Gegensatz von New Age-Hippie-Attitüde in der harten Welt der US Army. Er geht dahin, wo es schmerzt: in prägnanten Szenen behandelt er satirisch Amerikas militärische Rolle in der Welt, das arrogante Auftreten im Irak, wenn sich eine der vielen privaten Sicherheitsfirmen (sprich: Söldner, auf die der Krieg kostengünstig outgesourct wurde) in Großmachtfantasien von der Kommerzialisierung des Irak durch McDonald’s und Starbucks ergehen, sich an der Tankstelle vordrängeln, die Irakis wegstoßen und ein Feuergefecht mit den eigenen Leuten anfangen – Ergebnis: zwölf zivile Verletzte. Und Heslov scheut vor dem Bitteren nicht zurück: denn wenn der parapsychologischen Kriegsführung der ganze Hippiescheiß entzogen wird, kommen wir zur psychologischen Kriegsführung, zu den CIA-Foltermethoden mit lauter Musik und Stroboskoplicht, mit Waterboarding – und was Larry Hooper (Kevin Spacey) in dieser realen Anti-Terror-Kriegsführung mit den Ziegen und den irakischen Gefangenen vorhat, bleibt im Dunkeln…

    Das Beste: Diese Position liberaler Opposition, die Clooney in all seinen Filmen vertritt, die er produzierte oder inszenierte, ist nie didaktisch, hat nie den zwar hellsichtigen, aber trockenen Flair eines Leitartikels (wie es etwa in „Syriana“ mitunter der Fall war), sondern ist durchweg lustige, wenn auch anspruchsvolle, so doch luftig-leichte Unterhaltung. Die man freilich nicht auf die leichte Schulter nehmen, die man auch auf keinen Fall verpassen sollte.

    Fazit: Ein absurder Film über einen absurden Treppenwitz der US-Militärgeschichte: Die Story einer Einheit zur übersinnlichen Kriegsführung, eingebettet in einen höchst unterhaltsamen, stargespickten Film.
  • Schwarzhumorige Militärsatire mit George Clooney als modernem Jedi-Ritter, der glaubt, Feinde durch bloße Blicke töten zu können.

    Eines steht fest: Das Personal dieser Farce ist durchgeknallt, sympathisch und jenseits von Gut und Böse. Lose nach Jon Ronsons Bestseller lässt Grant Heslov in seinem zweiten Film als Regisseur die Puppen, sprich: die Männer tanzen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Jeff Bridges als kerniger Hippie-Kommandant mit Indianerzopf und esoterischen Ambitionen macht seine steifen Uniformträger in der New Earth Army durch wilde Tänze locker und hält viel von Bewusstsein erweiternden Kräutern oder einer Prise LSD, die er schon mal heimlich ins Trinkwasser schüttet.

    Reporter Bob Wilson (Ewan McGregor), der eigentlich nur über die “Psychic Spies” in den Achtzigerjahren recherchieren wollte, eine Geheimwaffe der Regierung, Männer, die mit Blicken Tiere töten, Gedanken der Feinde lesen und durch Wände schreiten sollten oder konnten, stößt auf den zwielichtigen Gesellen Lyn Cassady (George Clooney), der Beste seines Fachs. Der Jedi-Ritter on a mission treibt sich in der Wüste von Kuwait herum und nimmt den armen Stubenhocker mit auf einen wahnsinnigen Abenteuertrip, der aus ihm einen richtigen Mann und Jedi-Anwärter macht. Wenn mal ein paar gefährliche Terroristen oder andere unangenehme Gestalten auftauchen, das Duo entführt und mit Gewehren bedroht wird, setzt Cassady seine übernatürlichen Fähigkeiten ein und übt zwischen zwei Nerven zerreißenden Aktionen ganz entspannt im Hier und Jetzt den Sonnengruß auf dem Autodach. Dass er das Auto am einzigen Steinblock im Sandmeer zu Schrott fährt, versteht sich von selbst. Über 20 Jahre vor und zurück geht es durch die Geschichte der Army, einem Haufen Verrückter, der sich Love and Peace verschreibt und mit sanftem Blick Blümchen verteilt.

    Die köstliche Persiflage auf Militär und Geheimdienst scheut zwar vor kruden Albernheiten nicht zurück, weckt aber gleichzeitig Assoziationen an Robert Altmans Wunderwerk “M.A.S.H.” aus dem Jahre 1970 oder Mike Nichols ultimativer Militärgroteske “Catch-22″. Jeder nimmt jeden und sich selbst auf die Schippe, Institutionen und Autoritäten sowieso, ein fulminanter Abgesang auf alle Heiligen Kühe der US-Force. Und das Allerkomischste an der Story: Sie ist nicht erfunden, sondern basiert auf Fakten. Die seltsamen Spezialeinheiten gab es wirklich. Die Figuren sind überzeichnet, aber nie Karrikaturen. Vielmehr bilden Clooney, Bridges, McGregor und Kevin Spacey als Verräter in großer Spielfreude ein tolles Trüppchen, das es krachen lässt und keinen Unsinn auslässt, immer neue humoristische Gipfel erklimmt. Es darf gelacht werden, aus vollem Herzen. mk.
  • Der unterhaltsame Spaß namens Kriegssatire ist ganz auf unserer Seite - sofern denn die Strahlkraft der Mega-Besetzung einige uneinheitliche Holpereien ausblenden kann.
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