Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne (2015)

Originaltitel: Marguerite
Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne: Tragikomödie über das Scheitern einer Frau, die keinen Ton halten kann, sich aber als große Sopranistin fühlt.

Die französische Hauptstadt gilt in künstlerischer und kultureller Hinsicht als eines der großen Zentren Europas. Unweit davon, in dem abgelegenen Anwesen Madame Marguerites (Catherine Frot) lädt diese in den 1920ern Musiker und Musikinteressierte ein, um ein rauschendes Fest zu feiern. Ihre Gäste wissen allerdings wenig von ihr. Als sie der Gastgeberin zuhören müssen, wie sie ihr Gesangstalent unter Beweis stellen will, können und wollen manche von ihnen allerdings nicht ihren Ohren trauen. Denn das vermeintliche Sangeswunder stellt sich vielmehr als Meisterin der schiefen Töne heraus. Allerdings traut sich niemand der Gäste, Madame Marguerite über die Kakophonie ihrer Gesänge aufzuklären. Stattdessen sind die eingeladenen Musikexperten weit mehr darauf aus, der Madame Komplimente zu machen. Lediglich hinter ihrem Rücken erzählen sich die Anwesenden die Wahrheit. Diese Schweigespirale führt dann gar dazu, dass Marguerite das Lob zu Kopf steigt. Die junge Journalistin Hazel (Christa Théret) macht sich auf diese Weise einen Spaß daraus und schreibt einen äußerst positiven Artikel über sie, was sie nur in ihrem Vorhaben bestärkt, eine Musikkarriere zu starten. Damit richtet sie sich auch gegen ihren Mann Georges (André Marcon), der ihr kontinuierlich von ihren Plänen abrät. Seine Bemühungen erweisen sich jedoch als vergebene Lebensmüh, strebt seine inzwischen divenhafte Frau doch ihrem ersten Bühnenauftritt an. Das Unheil scheint seinen Lauf zu nehmen, ist die Resonanz eines fremden Publikums doch sehr vorhersehbar. Die Frage ist, ob Madame Marguerite noch von ihrem Vorhaben abzuhalten ist, oder ob sich das lang gehütete „Geheimnis“ ihres fehlenden Talents auf ganz großer Bühne lüftet. „Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne“ basiert lose auf dem Leben von Florence Foster Jenkins, eine reiche Erbin, die im 19. Jahrhundert ebenfalls mit ihrem fehlenden musikalischen Gesangstalent von sich reden machte.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

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  • Tragikomödie über das Scheitern einer Frau, die keinen Ton halten kann, sich aber als große Sopranistin fühlt.

    Als Xavier Giannoli vor ungefähr zehn Jahren im Radio eine Opernsängerin hörte, die eine Mozart-Arie schmetterte, ohne einen einzigen Ton zu treffen, fand er das witzig und unglaublich, stieß auf die Geschichte der Florence Foster Jenkins, der “schlechtesten Sängerin der Welt”, die in den 1940er Jahren in USA als Sopranistin die Meisterwerke großer Komponisten malträtierte, ohne dass ihr jemand die Wahrheit über ihr mangelndes Talent sagte. Sie war umgeben von Leuten, die scharf auf ihr Geld waren und von Feiglingen.

    Das filmische Resultat ist kein Biopic, sondern das Porträt einer sensiblen Frau, die Musik liebte und ihrem Mann gefallen wollte, der sie als Monster betrachtete, sie betrog und nicht ernst nahm. Diese Frau heißt im Film Marguerite Dumont und kann Wirklichkeit und Lüge nicht mehr auseinander halten, geht falschen Freunden auf den Leim und bezahlt ihre Gutgläubigkeit bitter. Giannoli verlegt den zeitlichen Rahmen auf den Beginn der “Goldenen Zwanziger” des vergangenen Jahrhunderts und nach Frankreich, erzählt von einem Menschen, der zu spät geliebt wurde und sich als Diva umjubeln ließ. Wenn Marguerite naiv die Marseillaise in einem drittklassigen Theater grölt, Unterricht von einem abgehalfterten Sänger erhält oder vor einem richtigen, sie auslachenden Publikum wie eine Gestalt vom anderen Stern mit Engelsflügeln auftritt, die auch noch Feuer fangen, ist die Tragödie perfekt, der Lebenstraum zerplatzt. Und auch die Welt der Illusion, wenn sie wie in der Oper melodramatisch in den Armen des geliebten Mannes stirbt.

    Unter Giannolis Regie marschiert bei diesem surrealen Spiel mit Paradoxien ein fellineskes Personal auf, das weitab vom Klischee der “Roaring Twenties” seine burlesken Bahnen zieht. Gedreht wurde mit 1950er Linsen, die dem Film eine ganz besondere Atmosphäre und ein ungewöhnliches Funkeln verleihen. Das Ohr leidet zwar, dafür erfreut sich das Auge an Catherine Frot (die Singstimme wurde synchronisiert), die den komplexen Charakter in entwaffnender Naivität verkörpert und der trotz Lächerlichkeit liebenswert bleibt. mk.

Darsteller und Crew

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