Madame Mallory und der Duft von Curry (2014)

Originaltitel: The Hundred-Foot Journey
Madame Mallory und der Duft von Curry Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (8)
  1. Ø 4.9
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 3

Filmhandlung und Hintergrund

Madame Mallory und der Duft von Curry: Kulinarisches Wohlfühl-Märchen nach Bestsellervorlage, in der eine indische Familie in einer französischen Kleinstgemeinde ein Restaurant gegenüber eines Ein-Sterne-Fresstempels eröffnet.

Die Familie Kadam bewirtschaftet in Mumbai ein Restaurant und vor allem der zweitälteste Sohn Hassan (Manish Dayal) tut sich als begabter Koch hervor. Während der Unruhen nach der Wahl wird das Familienlokal attackiert und bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die Mutter (Juhi Chawla) von Hassan und seinen beiden Geschwistern kommt bei dem Anschlag ums Leben und ihr Vater (Om Puri) sieht sich gezwungen, ihre Heimat Indien zu verlassen und in Europa einen Neuanfang zu wagen. Die Kadams landen nach einigen Irrungen und Wirrungen in dem kleinen französischen Ort Saint-Antonin-Noble-Val und eröffnen dort ein indisches Restaurant. Hassan übernimmt den Platz seiner Mutter als Chefkoch und die kulinarischen Köstlichkeiten kommen bei der einheimischen Bevölkerung gut an, mit einer Ausnahme: Die reservierte Madame Mallory (Helen Mirren) führt ein traditionelles, französisches Restaurant und ist über die Konkurrenz aus Fernost nicht besonders erfreut, denn die Neuankömmlinge haben das auf den Namen Maison Mumbai getaufte Lokal ausgerechnet auf der anderen Straßenseite eröffnet – direkt gegenüber von ihrem prämierten Sternerestaurant, dem alteingesessenen Le Saule Pleureur. Zwischen der Familie Kadam und Madame Mallory entbrennt ein erbitterter Konkurrenzkampf, der sich mit der Zeit zu einem richtigen Kleinkrieg entwickelt. Der Streit nimmt jedoch eine überraschende Wendung, als Hassan seine Leidenschaft für die französische Küche entdeckt und sich dabei eine zaghafte Beziehung zwischen ihm und der betörenden Sous-Chefin des Le Saule Pleureur, Marquerite (Charlotte Le Bon), entwickelt. Gemeinsam verbinden die beiden Kochkünstler die Köstlichkeiten beider Kulturen und schaffen ein noch nie dagewesenes Geschmackserlebnis, dem selbst die unterkühlte französische Chefin nicht widerstehen kann.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die kulinarische Culture-Clash-Komödie "Madame Mallory und der Duft von Curry" erzählt eine sympathische Geschichte über die Schwierigkeit, eingefahrene Gleise zu verlassen und Neues zu wagen. Sie basiert auf einer Romanvorlage von Richard C. Morais und wird von Regisseur Lasse Hallström ("Chocolat", "Gottes Wort und Teufels Beitrag") mit sinnlichen Bildern und ein wenig verträumter Romantik geschmückt. Helen Mirren und der indische Filmveteran Om Puri liefern sich in den Rollen zweier halsstarriger gastronomischer Rivalen ein spritziges schauspielerisches Duell.

    Es liegen nur 30 Meter zwischen Madame Mallorys Restaurant und dem „Maison Mumbai". Aber die beiden Besitzer und ihre Mannschaften trennen Welten. Madame serviert traditionelle französische Gerichte und der Minister kommt gerne zu Besuch. Auf der anderen Straßenseite isst man im Garten und Madame verlangt, dass die grelle Eröffnungsfassade abmontiert und die indische Musik leise gestellt wird. Die Fehde, in die sich Madame und der indische Vater verstricken, wird dadurch geschürt, dass Hassan ein ausgezeichneter Koch ist. Madames Nervosität erscheint durchaus berechtigt.

    Die indische Familie befindet sich in einer schwierigen Außenseiterposition im Dorf, aber in Sachen Stolz und Sturheit nimmt es der Vater locker mit seiner Gegnerin auf. Diese Ebenbürtigkeit lässt ihren Konflikt besonders komisch wirken. Dahinter aber blitzen allmählich auch andere Gefühle auf. Hassan und Madames Sous-Chefin Marguerite haben von Anfang an bessere Chancen für ihre zarte Romanze, aber dann bringt der lernbegierige Jungkoch mit seiner kulinarischen Grenzüberschreitung wieder alles durcheinander. Der Inhalt wirkt nicht sehr realistisch mit seinen wundersamen Fügungen, die darauf abzielen, das Publikum emotional zu umgarnen. Wie oft bei Lasse Hallström hat die Kamera Schönheit und Genuss im Visier, in der ländlichen Gegend, auf dem Bauernmarkt, beim Zubereiten der Gerichte. Dieses sinnliche Wohlgefühl fügt sich in Kombination mit dem Humor der Geschichte zu einem angenehm leichten Unterhaltungsfilm.

    Fazit: In Lasse Hallströms Wohlfühlkomödie "Madame Mallory und der Duft von Curry" über die Konkurrenz zweier Meistergastronomen aus verschiedenen Kulturen überzeugt die Kombination aus Witz und sinnlichen Bildern.
  • Wohlfühlkino ist eine Disziplin, die wenige so gut beherrschen wie Altmeister Lasse Hallström und die er selten meisterlicher bedient hat als in “Chocolat” im Jahr 2000, der mit etwas mehr als drei Millionen Besuchern immer noch der erfolgreichste Film des schwedischen Regisseurs in den deutschen Kinos ist. Wie Hallström ländliche französische Lebensart wie aus dem Bilderbuch sorgfältig vermengte mit der Magie betörend angerührter Köstlichkeiten, das traf einen Nerv beim damaligen Publikum. Beinahe die identische Mixtur serviert der Schwede in seiner Verfilmung des Bestsellers von Richard C. Morais, für die er die Rückendeckung von Steven Spielberg und Oprah Winfrey erhielt. Die beiden Industriegiganten fungieren als Produzenten, aber auch als Garanten für eine gewisse Art von erwachsener Unterhaltung, die Emotion mit erzählerischem und inhaltlichem Anspruch verbindet zu einem Kinoerlebnis, das in der Hand von Hallström ebenso gelungen wie zuckersüß geworden ist: Wenn man den Film mit einem dicken Zuckerguss bestreichen würde, hätte er kaum süßer werden können.

    Gefallsucht ist hier kein Kritikpunkt, sondern Daseinsgrundlage für eine Geschichte, in der der Zufall, der natürlich in Wahrheit Schicksal ist, eine nach einem traumatischen Erlebnis aus der Heimat ausgewanderte indische Familie in ein verschlafenes französisches Dörfchen verschlägt, in dem jedes Frankreich-Klischee quicklebendig ist und von seinen stolzen Einwohnern Tag für Tag aufs Neue zelebriert wird. Um den Zusammenstoß der Kulturen auf die Spitze zu treiben, will Familienpatriarch Papa (nomen est omen) sein grelles indisches Restaurant ausgerechnet auf der gegenüberliegenden Straßenseite des noblen Ein-Sterne-Restaurants der gestrengen Madame Mallory errichten. Jeder Konflikt, den man sich in dieser Konstellation vorstellen kann, findet auch genauso statt, wie man ihn sich vorstellt. Und Hallström löst ihn mit der gleichen überschäumenden Lust auf. Das ist Überwältigungskino von Meisterhand. Denn so sehr man sich innerlich auch gegen den gnadenlosen und schamlosen Drang nach unbedingtem Hochgefühl sträubt, so sehr ist man auch machtlos gegen Hallströms harmoniesüchtiges Kompendium emotionaler Erhebung.

    Natürlich räumen Madame und Papa trotz unterschiedlichster Weltansichten ihre Differenzen aus dem Weg, auch wenn dem ein amüsanter “Rosen-Krieg” vorangeht. Natürlich findet Papas in der Küche begnadeter Sohn Hassan einen Weg, mit der bildschönen französischen Köchin Marguerite zusammenzukommen, auch wenn sie sich noch so sträuben mag. Natürlich lässt Hassan das Herz von Madame Mallory schmelzen, weil seine Küchentalente größer sind, als kulturelle Differenzen es sein könnten. Überhaupt findet der Film Wege, ernste Themen wie Rassismus oder Entwurzelung mit großer Aufrichtigkeit zu streifen, ohne jemals aus den Augen zu verlieren, dass in seiner Welt nicht nur die Liebe durch den Magen geht, sondern einfach alles, was das Leben lebenswert macht. Nun mag man sich wundern, warum man die Rolle der erzfranzösischen Titelmadame ausgerechnet mit der britischsten aller Schauspielerinnen besetzt hat, aber Helen Mirren passt so perfekt in diese Märchenwelt, dass man sich doch gerne immer weiter mitreißen lässt in diesem Wohlfühlstrudel, der zwar nicht immer alles richtig, dafür aber glücklich macht. ts.

Darsteller und Crew

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