Madame empfiehlt sich (2013)

Originaltitel: Elle s'en va
Madame empfiehlt sich Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Madame empfiehlt sich: Ganz auf die Deneuve zugeschnittenes tragikomisches Roadmovie.

Betty ist Anfang 60, lebt mit ihrer Mutter zusammen und betreibt ein kleines Restaurant, das vor der Pleite steht. Ihr ehemaliger Geliebter hat sich ein junges Ding geangelt. Als ihr die Zigaretten ausgehen, hat sie die Nase voll, steigt ins Auto und haut ab. Aber auch nur eine Schachtel zu bekommen, ist leichter gesagt als getan, denn es ist Sonntag und auf dem Land. Sie landet schließlich in einer Dorfkneipe, wo sie von einem jungen Mann angebaggert wird und wacht in seiner Gesellschaft in einem Hotelbett auf.

Auf der Suche nach neuen Zigaretten erlebt eine 60-Jährige ein Abenteuer, das ihr Leben verändert. Ganz auf Catherine Deneuve zugeschnittenes tragikomisches Roadmovie, nicht immer glaubwürdig, aber berührend.

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Kritikerrezensionen

  • Als letzter Wettbewerbsfilm der Berlinale 2013 ging "Madame empfiehlt sich", die vierte Kinoregie der Schauspielerin Emmanuelle Bercot ("Poliezei"), fast unter und konnte lediglich dank der Anwesenheit von Dauergast Catherine Deneuve etwas Aufmerksamkeit verbuchen. Auf der Pressekonferenz offenbarte Bercot, ihr Road Movie bewusst auf Catherine Deneuve und ihren starken Zigarettenkonsum zugeschnitten zu haben. Wie zum Beweis ließ sich die Diva auch in Berlin das Rauchen nicht verbieten.

    Nachdem "Madame empfiehlt sich" ("Elle s’en va") im Herbst 2013 in die französischen Kinos gelangte, konnte das Werk angesichts des 70. Geburtstags der Kino-Ikone eine weitaus stärkere Aufmerksamkeit und positivere Kritiken verbuchen. Der sympathische, lebensbejahende Tonfall und Madame Deneuves Präsenz können aber auf Dauer nicht übertünchen, dass die Tragikomödie zu stark in ihrer episodischen Konstruktion stecken bleibt.

    Neben der Hommage an einen der größten Stars des französischen Kinos steht die Würdigung der Bretagne an zweiter Stelle. Mit malerischen Impressionen vom Drehort Rhône-Alpes beginnt Betties Selbstfindungstrip, da sie genug hat vom Alltagstrott, steten Frustrationen und aufreibenden Konflikten mit der eigenwilligen Mutter. Mit der melancholischen Geschichte reiht sich Bercot ein in die zuletzt zahlreichen Werke über Einsamkeit und Sinnfindung sowie Liebe und Sex im Alter, was sie mit stets optimistischem Unterton schildert.

    Mehrfach schlägt ihr mit Jérome Tonnere verfasstes Skript jedoch neue Richtungen ein. Nach unterschiedlichen Erfahrungen mit Land und Leuten wie einem One-Night-Stand mit einem Provinzaufreißer kommen noch Generationskonflikte hinzu, da sich die Protagonistin zu sehr von Tochter und Enkel entfremdete. Immerhin sorgt das Aufeinandertreffen der unternehmungslustigen, attraktiven Großmutter und ihrem störrischen Enkel für einige komödiantische Funken und dramatische Momente.

    Als Bettie, die "Miss Bretagne" von 1969, in ein Treffen von ehemaligen Schönheitsköniginnen in einem luxuriösen Seehotel platzt, erinnert Bercot an die Vergänglichkeit und den Glamour der sechziger Jahre. Eine ganze Riege an Ex-Sexsymbolen lässt sie aufmarschieren und über alte Zeiten räsonieren, darunter Belmondo-Filmpartnerin Valérie Lagrange und die zuletzt wieder stärker präsente Mylène Demongeot, bekannt aus der "Fantomas"-Trilogie. Während die reifen Damen auf ihre alten Erfolge durchaus stolz sind, wird Bettie an ihre gescheiterten Hoffnungen auf den Thron der "Miss France" 1969 erinnert.

    Neben diesen amüsanten Reminiszenzen mündet die mit kommentierenden Songs (darunter von Rufus Wainwright) versehene Geschichte mit einer neuen Liebe für die Protagonistin, einem versöhnlichen Familienfest und einer aufbauenden "Das Leben geht weiter"-Botschaft. An den Erlebnissen ihrer Odyssee mag Bettie neuen Lebensmut und –sinn gefunden haben, was Catherine Deneuve reichlich bodenständig vermittelt, doch angesichts einer knapp zweistündigen Laufzeit nimmt sich diese Erkenntnis etwas mager aus.

    Fazit: "Madame empfiehlt sich" lebt von Catherine Deneuves Präsenz und einigen amüsant- hintergründigen Momenten, doch insgesamt krankt der Plot an einer so episodenhaften wie oberflächlichen Dramaturgie.
  • Hommage an Catherine Deneuve, die sich als Restaurantchefin von emotionalen Abhängigkeiten befreit und ganz überraschend eine Auszeit nimmt.

    “Ich geh’ mal schnell Zigaretten holen”, ein klassischer Satz von Männern, die auf Nimmerwiedersehen verschwinden. In Emmanuelle Bercots Komödie packt eine Frau die Gelegenheit beim Schopf, fährt nicht nur um den Block zur nächsten Tanke, sondern steigt für einige Tage einfach aus. Betty hat die Nase gestrichen voll: ihr Liebhaber betrügt sie, ihr Restaurant läuft schlecht und die Mutter raubt ihr mit Vorwürfen den letzten Nerv. Wenn Rufus Wainwright in “This Love Affair” melancholisch singt “I don’t know what I’m doing” gibt sie Gas und braust los, raucht eine Zigarette mit einem alten Mann, landet in einer Dorfdisco und wacht am nächsten Morgen an der Seite eines hübschen jungen Kerls auf. Sie trifft ihren Enkel und ihre Tochter, mit der sie sich nicht versteht, und frühere Schönheitsköniginnen aus ihrer Jugend und am Ende natürlich den Richtigen.

    Das pointiert geschriebene Drehbuch überrascht mit unverhofften Wendungen, aber es ist weniger die Geschichte die interessiert, in der wieüblich diejenigen, die sich erst in den Haaren später in den Armen liegen, sondern wie sich die Erzählung sukzessive zusammensetzt, die Hauptfigur durch verschiedene Begegnungen ihr Leben neu ordnet und sich von Abhängigkeiten befreit. Catherine Deneuve spielt die 60Jährige und zeigt mutig, dass ihr Körper keine 30 mehr ist und versteckt ihre Falten nicht. Keine unnahbare und perfekte Diva, sondern eine Frau, an der Liebe, Lust und Leid Spuren hinterlassen haben. Wie Madame sich ohne Gepäck und Ziel ins Abenteuer stürzt, wird zur spannenden Reise eines Menschen, der auch im Alter seiner Neugier folgt. Bercot, die an Verweisen auf Deneuves Filmografie nicht spart, schönt das Alter nicht, wenn der Lover sagt, er hätte sie sich beim Sex als junge Frau vorgestellt, muss wohl nicht nur Betty schlucken. “Madame empfiehlt sich” verbreitet optimistische Stimmung mit italienischer Musik und ist keine larmoyante Betrachtung verpasster Chancen, sondern der sanfte Blick auf einen Neustart, der immer möglich ist. Egal in welchem Alter. Man bzw. frau muss nur wollen. mk.

Darsteller und Crew

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