Lucía und der Sex (2001)

Originaltitel: Lucía y el sexo
Lucía und der Sex Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Lucía und der Sex: Faszinierende Liebesgeschichte(n), in einer Labyrinth-artigen Struktur erzählt.

Als ihre große Liebe, der Schriftsteller Lorenzo (Tristán Ulloa), bei einem Unfall ums Leben kommt, zieht sich die Kellnerin Lucía (Paz Vega) aus Madrid erst einmal auf eine einsame Mittelmeerinsel zurück, um das Geschehen zu verarbeiten und die sechsjährige Beziehung Revue passieren zu lassen. Vor Ort macht sie die Bekanntschaft von Carlos (Daniel Freire) und Elena (Najwa Nimri), in deren Haus sie nicht nur Trost, sondern auch völlig neue Erkenntnisse über Lorenzo findet.

Poetische Liebesgeschichte voller Erotik und Sinnlichkeit aus der Werkstatt des für solcherlei Unterhaltung wohlbekannten Spaniers Julio Médem (“Die Liebenden des Polarkreises”).

Lucia kellnert in einem Madrider Restaurant. Als sie erfährt, dass ihr Freund Lorenzo, ein Schriftsteller, bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, flüchtet sie sich auf eine Insel, von der ihr Lorenzo immer erzählte. Dort quartiert sie sich im Haus von Elena ein. Und langsam offenbaren sich einige dunkle Geheimnisse, die mit ihrer einstigen Beziehung zusammenhängen.

Nach dem vermeintlichen Unfalltod ihres Freundes Lorenzo gibt Lucia ihren Job als Kellnerin in einem Madrider Restaurant auf und zieht sich auf die Baleareninsel Formentera zurück. Dort quartiert sie sich im Haus von Elena ein, die seit dem Tod ihrer Tochter nicht mehr weinen kann und ihren Schmerz beim Liebhaber Carlos zu vergessen sucht. Nach und nach begreift Lucia, dass sie sowohl mit Elena als auch mit Carlos’ Stieftochter Belén ein dunkles Geheimnis verbindet. Ein Geheimnis, das nur ihre einstige Beziehung entwirren kann.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Er gehört zu Spaniens Top-Regisseuren: Julio Medem. Seine Filme sind nicht laut oder schrill, sondern leise und gefährlich. Denn er dringt ins Unterbewusstsein ein, kitzelt das Abgründige im Menschen hervor. Wie in “Lucia und der Sex”, wo er die schicksalhaften Verstrickungen von fünf Individuen entwirrt. Ein emotionaler Show-Down auf einer Mittelmeerinsel im gleißenden Licht der Wahrheit.

    Eine Nacht zum Helden zeugen: voller Mond, laue Luft, leichte Brise. Ein Paar liebt sich im Wasser, “der beste Sex meines Lebens” stöhnt die Frau. Elena und Lorenzo sehen sich nicht wieder. Das Ergebnis der leidenschaftlichen Begegnung kommt neun Monate später zur Welt und heißt selbstverständlich Luna. Nach diesem Prolog ein Zeit- und Ortswechsel. Die Kellnerin Lucia in einem Madrider Restaurant verliert ihre große Liebe, den Schriftsteller Lorenzo. Nach dessen vermeintlichen Tod verlässt sie Hals über Kopf die Stadt und flieht auf die felsige Baleareninsel Formentera, von der Lorenzo immer in den schönsten Farben schwärmte. Und hier trifft sie auf Elena, die nach dem Verlust ihrer Tochter nicht mehr weinen kann, und deren virilen Liebhaber Carlos, dem Stiefvater von Belén, dem Kindermädchen, das für Lunas Tod verantwortlich ist, weil sie statt auf das Kind aufzupassen, ausgerechnet Lorenzo verführte. Dem verschachtelten Handlungsfaden zu verfolgen, ist nicht immer leicht, das verwirrende Beziehungsgeflecht zu durchschauen, aber auch nicht unbedingt nötig. Man sollte die Poesie genießen, das filigrane Spiel mit falschen Erwartungen und wahrhaftigen Konfrontationen. Die Figuren wandeln nicht stur von A nach B, sondern machen Umwege mit immer neuen Seelenschauplätzen, gehen voran und zurück, um das Ziel zu erreichen. Irgendwann.

    Bei dieser Reise in die Vergangenheit verwebt Medem einzelne Schicksalsfäden zu einem schillerndem Gefüge menschlicher Gefühle, zu einem fragilen Gerüst aus Sehnsucht und Begehren, Ängsten und Paradoxien – eine falsche Bewegung und alles bricht zusammen. Wie die Illusion von ewiger Liebe. Auf die penetrante Darstellung der die Insel unterhöhlenden Löcher, in die Lucia stürzt, um wie nach einem Befreiungsschlag ins Meer gespült zu werden, hätte man allerdings verzichten können. Dieser kunstvolle Film benötigt keine plakativen Metaphern. Ausgangspunkt für den im Baskenland geborenen Regisseur war die Geschichte einer jungen Frau, die vor einer Tragödie davonrennt und prompt im Auge des emotionalen Hurrikans landet. “Füge deinem Roman Sex bei, viel Sex, das gefällt immer” rät in einer Szene der Verleger dem Autor Lorenzo, als der mit seinem zweiten Roman auf der Stelle tritt. Sex, vor allem spontanen, gibt es in dieser sehr elliptische erzählten Story genug. Aber nicht aus der Voyeurs-Perspektive, sondern als integratives Moment und Schlüssel zum Verständnis der vielschichtigen Psyche. “Lucia und der Sex” ist eine Art Fortsetzung von “Die Liebenden des Polarkreises”, nur steht hier nicht Hoffnungslosigkeit am Ende, sondern Überwindung der Hoffnungslosigkeit. Diese reizvolle Hommage an Erotik und Sinnlichkeit ist für Arthouse-Liebhaber ein kulinarisches Kino-Fest. mk.

Darsteller und Crew

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