Love Liza (2001)

Love Liza Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Love Liza: Tragikomische One-Man-Show mit Philip Seymour Hoffman und Charakterstudie eines Witwers, der den Selbstmord seiner Frau auf höchst bizarre Art und Weise zu verdrängen sucht.

Als sich seine Frau das Leben nimmt, weigert sich der verschlossene Witwer Wilson Joel, die Gründe dafür aus ihrem Abschiedsbrief zur Kenntnis zu nehmen und begibt sich stattdessen auf eine bizarre Odyssee der Verdrängung, auf der er der Faszination von Modell-Flugzeugen, der Suchtwirkung von Benzin und anderen Merkwürdigkeiten erliegt, bis sein Zustand zu einer Katastrophe führt.

Seit dem Selbstmord seiner Frau Liza steht Webdesigner Wilson neben der Spur. In der Arbeit eckt er an, mit der Schwiegermutter überwirft er sich, und antriebslos lässt er sich Privatleben gehen, beginnt gar, systematisch Benzingase zu konsumieren. Dabei trägt er stets einen Abschiedsbrief von Liza in seiner Tasche, unfähig ihn zu öffnen, aus Angst vor vielleicht noch mehr belastendem Inhalt. Einer zähen Arbeitskollegin und ihrem Modelbau-begeisterten Bruder gelingt es schließlich, Wilsons Muschelschale zu öffnen.

Nach dem Selbstmord seiner Frau verfällt der labile Wilson zusehends in Depression und Drogenwahn. Charakterdrama mit Philip Seymour Hoffman.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Diese kuriose, kleine Charakterstudie ist all das, womit Philip Seymour Hoffman bereits in zahlreichen Nebenrollen Eindruck hinterlassen und sich bereits mehrfach als Schauspieler von Schwergewichts-Format bewiesen hat. Die aus der Feder seines Bruders Gordy Hoffman stammende, auf dessen gleichnamigem Bühnenstück basierende und bereits mit dem Drehbuchpreis beim Sundance Filmfestival ausgezeichnete bizarre Geschichte eines Durchschnittstypen, den der quälende und unerklärliche Selbstmord seiner geliebten Frau zu merkwürdigem Verdrängungsverhalten treibt, wurde von Erstlingsregisseur Todd Louiso liebevoll als stilles und unprätentiöses Porträt eines Verzweifelnden in Szenen gesetzt, dessen tragische Komik in jedem Moment anrührt.

    Wilson Joels Frau hat soeben Selbstmord begangen. Jetzt bemüht sich Wilson eindrucksvoll um fröhliche Miene vor seinen Kollegen in einer kleinen Webdesign- Klitsche in einer mittelamerikanischen Kleinstadt und lässt mit aufgesetzter guter Laune und der Entscheidung, in das Hotel zurückzukehren, in der er und Liza ihre Flitterwochen verbrachten, bereits Zweifel an der Taktik seines Trauerverhaltens aufkommen. Denn selbst im hawaiianischen Strandparadies trägt Wilson in seiner Badehose die Frage nach dem Grund für Lizas Selbstmord – und ihren Abschiedbrief mit sich. Und weil er sich vor der Wahrheit beinahe zu Tode fürchtet, will ihm dieser paradoxerweise die Antwort nicht geben, nach der er verzweifelt sucht. Aber da gibt es noch Lizas Mutter Mary Ann (Kathy Bates), ein Bild von trauriger Ratlosigkeit, doch anstelle ihr in dieser Hinsicht Befriedigung zu verschaffen, beginnt Wilson bei seiner Rückkehr eine bizarre Odyssee der Verdrängung: Die Droge seiner Wahl ist Benzin, das er zunächst aus dem Tank seines Autos inhaliert und schon sehr schnell in größerer Dosierung und kleinen Kanistern an seiner Tankstelle erwirbt. Überrascht und beglückt von der Wirkung dieses Suchtmittels, lässt jeder tiefe Zug Wilson in einen benebelten Zustand jenseits von Gut und Böse fallen, den Lisa Rinzlers nuancierte Kameraarbeit mit flimmerndem Licht schwebend festhält. Auf der Flucht vor den tröstenden Avancen seiner Kollegin Maura (Sarah Koskoff), erfindet sich Wilson ein weiteres Hobby, das gleichzeitig das Alibi für den erhöhten Benzinverbrauch liefert und Nachfragen nach seinem Gefühlszustand erübrigt: Ferngesteuerte Modell-Flugzeuge. Eine Leidenschaft, die er mit einem dünnhäutigen älteren Mann, Denny (Jack Kehler), teilt, der wie aus dem Nichts vor Wilson Tür auftaucht und Ablenkung von allem Kummer versprechen will. Von diesem unbeeindruckt reist Wilson gar ins ländliche Louisiana, wo er die freundlichen Teilnehmer eines Modell-Speedboat -Wettbewerbs verstört, als er selbst in den See springt und um den Sieg schwimmen will. Wilsons immer kurioseres und von Verzweiflung gelenktes Verhalten entgeht schließlich auch nicht Chef und Schwiegermutter – zumal sein Engagement und seine Großzügigkeit gegenüber einem jugendlichen, drogenabhängigen Pärchen auf der Suche nach Schnüffelstoffen in der Kleinstadt nicht unbemerkt bleibt. Doch bevor der Film in Melodramatik versiegt, überrascht er auch am Ende mit einer stillen Melancholie, die der hinreißende Soundtrack von Jim O’Rourke bis zur letzten Sekunde untermalt und die in einer alles offen lassenden, beinahe hoffnungsvollen Katastrophe mündet.

    Überhaupt gar nichts erzählt das Drehbuch über Wilsons und Lizas Vergangenheit, sondern verfolgt den Leidensweg des Witwers entsprechend dessen schwankender Emotionen und gefühlsmäßiger Überforderung mit einem unberechenbaren Zick-Zack-Kurs. Dominiert wird dieser von einem Hauptdarsteller, der sich rein äußerlich einmal mehr betont nachlässig zeigt, aber mit geradezu magnetischer Leinwandpräsenz eine lebendige und glaubwürdige Darstellung par excellence liefert, welche die einsame Verzweiflung eines zerbrochenen Mannes beschreibt, der sich zwischen Verdrängung und Selbstzerstörung auf tragische Weise verliert und dabei doch die Antworten, nach denen er sucht, in seiner Jackentasche trägt. cm.

Darsteller und Crew

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