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Little Miss Sunshine (2005)

Little Miss Sunshine Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Little Miss Sunshine: Komödie über eine exzentrisch-chaotische Familie, die sich beim Sundance Film Festival als eine der größten Erfolgsgeschichten präsentierte.

Olives (Abigail Breslin) Vater ist ein auf ganzer Linie gescheiterter Motivationstrainer, ihr Onkel ist suizidgefährdet und ihr Bruder spricht nicht mehr. Der drogensüchtige Opa macht dabei noch den normalsten Eindruck. Wenigstens unterstützt er Olive leidenschaftlich beim Üben für den Little Miss Sunshine Beauty Contest. Um dem Nesthäkchen diesen Traum zu erfüllen, zwängt sich schließlich der ganz Haufen in den Wagen zum Road Trip nach Kalifornien.

Sympathie für den Underdog kennzeichnet diese mitunter surreal anmutende Familienkomödie und kritische Würdigung amerikanischer Schönheitswettbewerbe, mit der das Regie-Paar Jonathan Dayton und Valerie Faris auf Festivals großen Applaus erntete.

Die siebenjährige Olive träumt davon, “Little Miss Sunshine” zu werden. Als sie zu dieser Young-Miss-Wahl eingeladen wird, begleitet sie ihre ganze Familie nach Kalifornien. Obwohl der Weg von Katastrophen und die Familie von Problemen gezeichnet ist, schweißt der Roadtrip den Chaosclan zusammen, als die kleine, pummelige Außenseiterin beim Wettbewerb auf gedrillte und gestylte Albtraumkids trifft.

Die kleine pummelige Olive hat einen großen Traum: sie möchte “Little Miss Sunshine” werden. Als das Mädchen tatsächlich zu dieser Young-Miss-Wahl eingeladen wird, begibt sich seine chaotische, reichlich zerstrittene Familie auf eine irrwitzige Reise nach Kalifornien. Als die Außenseiterin beim Wettbewerb dann auf hochgezüchtete und gestylte “Muster-Kids” trifft, werfen alle Clan-Mitglieder ihre Meinungsverschiedenheiten über Bord, beginnen endlich, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und sich ihrer inneren Werte zu besinnen.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Der schöne, schräge Film, in dem die Verlierer die Gewinner sind, erzählt Episoden aus dem Leben einer "Katastrophenfamilie", die ihre Träume zerplatzen sieht wie Seifenblasen. Frank, der schwule Literaturprofessor, hat aus Liebeskummer einen Selbstmordversuch unternommen. Der Porno begeisterte Opa sieht im Heroinschnupfen die passende Reaktion auf das Älterwerden. Richard, der Vater, predigt das Gewinnen, doch scheitert als Buchautor. Der pubertäre Sohnemann Dwayne hat ein Schweigegelübde abgelegt, bis er Jetpilot geworden ist, doch ist er Farben blind und wird diesen Job nie bekommen können.

    Plötzlich konzentriert sich die Hoffnung der ganzen Familie auf die kleine Olive, als diese unverhofft doch noch zum Schönheitswettbewerb "Little Miss Sunshine" eingeladen wird. Die Familie fährt dafür im klapprigen VW-Bus durch halb Amerika, samt totem Opa im Kofferraum, um dann festzustellen, dass die Konkurrenz aus gnadenlos schrill hergerichteten Kinderpüppchen besteht, bei denen ihre sonnig naive Olive mit einem rührend unbeholfenen Kinder-Striptease keine Chancen hat.

    Das Schöne an diesem Kamera und Schnitt technisch sowie musikalisch sehr gut gestalteten Film sind das überzeugende Spiel der sechs Protagonisten sowie die feinen Nuancen, mit denen das bewusst aufdringliche Klischee vom amerikanischen Glauben an das "Um jeden Preis der Gewinner sein wollen" karikiert wird. Den Spaß des Zuschauens macht es zu einem gehörigen Teil aus, dass nicht vorhersehbar ist, wie sich die fixe Idee der Teilnahme an dem Schönheitswettbewerb entwickeln wird. Getrübt wird der positive Eindruck allerdings durch einige allzu behäbige Eingangssequenzen, die der Story viel von ihrem Tempo nehmen. Alles in allem aber ein "kleiner" Film, der das Zeug zum großen Publikumsliebling hat.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • „Little Miss Sunshine“ ist eine erfrischende, völlig schräge Satire über amerikanische Familienidyllen, die verlogene Siegermentalität und die verzerrten Gesichter auf Kinder-Schönheitswettbewerben. Auf dem Sundance Film Festival bekam das Spielfilmdebüt des Regie-Ehepaars Jonathan Dayton und Valerie Faris viel Beifall. Dayton nennt es „eine Hymne an die Exzentrik“.

    Der arme Frank, gespielt vom neuen Komiktalent Steve Carell, sitzt verunsichert am Esstisch der Hoovers, die ihn moralisch wieder aufrichten sollen. Denn Opa beschwert sich laut fluchend über die immergleichen Hähnchen, Sheryl (Toni Collette) und ihr Mann Richard (Greg Kinnear), selbst ernannter Motivationstrainer, fahren sich genervt über den Mund. Dwayne (Paul Dano), mit dem Frank das erste Gespräch am Tisch sucht, spricht überhaupt nicht. Und die kleine Olive will wissen, warum Frank sich umbringen wollte. Worauf Richard sagt, Frank sei ein Verlierer.

    Frank also muss erleben, dass in dieser netten amerikanischen Familie die Fetzen fliegen und die Mutter deswegen den Nachtisch in Form eines Kartons auf den Tisch knallt. Dwayne, der einen unberechenbar düsteren Eindruck macht, überreicht Frank im gemeinsamen Schlafzimmer einen Zettel mit der Bitte, er solle sich nicht gerade hier und jetzt das Leben nehmen. Klar, dass im VW-Bus die Harmonie in dieser Form erst richtig auf Touren kommt, und Opas Vortrag an den stummen Dwayne, wie viele Frauen ein Junge in seinem Alter braucht, bei den anderen Zuhörern für Aufregung sorgt.

    Das wirklich Lustige an diesem dysfunktionalen Geschehen ist, dass man als Zuschauer nicht so recht weiß, wer von den Figuren, außer Sheryl und Olive, den größten Sprung in der Schüssel hat. Und dass der selbstmordgefährdete Frank nicht im Mittelpunkt der Sorge steht, sondern der komplett verängstigte Zuschauer wird, weil die Familie jeden Moment auseinanderzubrechen droht. Dass außerdem der Großvater kein Hort der alten Werte, sondern heroin- und sexsüchtig ist, und dann gibt es noch diese echte dramaturgische Drahtseilnummer mit dem Dauerschweiger Dwayne, bei der einem ein leichter Schauer über den Rücken läuft.

    Zu den traumwandlerisch disharmonischen Dialogen, in denen ein Schocker den nächsten jagt, so dass im allgemeinen Geschrei der Ausgang immer ein Produkt des Zufalls bleibt, gesellt sich noch eine überzeugende Bilddramaturgie bis in Kleinigkeiten. Man würde schon eine ganze Weile gerne sehen, was außer „Jesus“ noch auf dem T-Shirt von Dwayne steht, doch man kriegt den vollen Spruch erst zu lesen, als Dwayne im Hotelzimmer einem hässlichen Streit seiner Eltern lauscht.

    Gut, dass die hoffnungsvolle Olive im Auto stets Kopfhörer aufhat. An ihr kann man sehen, dass diese Familie doch so etwas wie ein intaktes Zentrum hat, während die Satire zwischen Komödie, Slapstick und Drama pendelt. Auch Dwayne und Frank ziehen irgendwann ein paar Weisheiten aus dem Ärmel, während Richard, nun ja, seine neun Stufen zum Erfolg scheinbar in die falsche Richtung nimmt und sich seine Kleidung entsprechend ändert.

    Diese treffsichere, rundum gelungene Komödie gleitet niemals in billigen Marionettenhumor ab und verrät ihre geplagten Figuren trotz aller Schonungslosigkeit nicht. Das Beste ist, dass man als Zuschauer mit einiger Sicherheit, ähnlich wie die Hoovers, die Kontrolle verliert und das laute Auflachen schneller kommen kann, als einem bewusst ist.

    Fazit: Unharmonische Familie auf dem Weg zum Schönheitswettbewerb für Kinder: Diese herzerfrischende Satire stellt amerikanische Werte auf wackelige Füße.
  • In Sundance führte diese Familienkomödie zu “California Screaming”. Hollywoodverleiher feilschten um diesen Indie-Sonnenschein, der schließlich mit 10,5 Millionen Dollar einen Top-Preis erzielte.

    Ein Hauch von “Addams Family” liegt über dem Drehbuch von Newcomer Michael Arndt, mit dessen Verfilmung auch die Clipspezialisten Jonathan Dayton und Valerie Faris ihr erfolgreiches Kinodebüt feiern. “Es geht nicht um Familienwerte, sondern den Wert von Familie” formulierte man vorab die Zielrichtung. So wirbt “Little Miss Sunshine” ohne das Demonstrative vergleichbarer Studiofilme für diese sozialen Kernbeziehungen, weil selbst in den chaotischsten Clans das Bindungsgefühl therapeutisch und nie ganz auszulöschen ist. Diese Elementarerfahrung macht auch die Hoover-Familie, die kontinuierlich am amerikanischen Traum vorbeilebt. Vater Richard (Greg Kinnear) predigt in Motivationsseminaren sein Neunstufenprogramm zum Erfolg, ohne es selbst je verwirklicht zu haben. Unerschütterlich promotet er in seiner Familie sein Gewinner-Mantra, doch die Resonanz ist bescheiden. Sein Sex- und Drogen-fixierter Vater fliegt aus dem Seniorenheim, sein Sohn verkriecht sich in der Verachtung für die peinlichen Blutsverwandten in ein Schweigegelübde, sein Schwager erholt sich von seinem Selbstmordversuch ausgerechnet im Hoover-Hafen, in dem bisher fast alle Hoffnungen strandeten. Trotz dieses Angebots an Charakterschrullen und Krisenherden überzeichnet der Film nicht, lässt hinter seinen desorientierten Figuren reale Träume und Sehnsüchte erkennen, die man verfolgen muss. Denn der echte Verlierer definiert sich nicht über das Ergebnis, sondern über den Einsatz, etwas erreichen zu wollen. Stellvertretend dafür ist das Engagement der niedlichen, leicht pummeligen Hoover-Tochter Olive, die unbedingt an der Wahl zur “Little Miss Sunshine” teilnehmen will und tatsächlich auch eingeladen wird. Nicht unbedingt begeistert bricht die ganze Familie zum Roadtrip nach Kalifornien auf, erlebt Autopannen, geschäftliche Tiefschläge, unerwartete Todesfälle und schließlich eine surreale präpubertäre Misswahl, in der von den Eltern gedrillte und gestylte Robokids mit dem Hoover-Underdog um die Krone streiten. Natürlich lässt der Film in dieser Fahrt zur Heilung familiärer Wunden keinen Zweifel daran, wer der “Super-Freak” (Olives Begleitsong für ihren bizarren Auftritt) tatsächlich ist. Seine Sympathie gilt den Außenseitern, den Gestrandeten in einer vom Erfolg besessenen Gesellschaft. Trotz sporadischer Derbheit (der fluchende Opa) prägt den Film eine zurückhaltende Situationskomik, ist er im Ton vorwiegend heiter, nimmt aber die Figuren und ihre Gefühle immer ernst. kob.

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