Lincoln (2012)

Lincoln Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Lincoln: Der legendäre US-Präsident im Kampf gegen Sklaverei und Bürgerkrieg. Mit Top-Mime Daniel Day-Lewis, Regie: Steven Spielberg!

Wenige Monate nach seiner Wiederwahl Ende 1864 schlägt Präsident Lincoln seine größte Schlacht. Von seiner Partei und dem eigenen Gewissen unter Druck gesetzt, den Bürgerkrieg zu beenden, will er mit der Abschaffung der Sklaverei einen Verfassungszusatz durch das Repräsentantenhaus bringen, der Frieden und die Wiedereingliederung der abtrünnigen Staaten in die Union eigentlich unmöglich macht. Doch Lincoln kämpft um jede Stimme unter seinen politischen Gegnern, den Demokraten, ohne dabei seine Grundsätze verraten zu müssen.

Vor seiner Wiederwahl Ende 1864 will US-Präsident Lincoln die Abschaffung der Sklaverei durchsetzen. Von Steven Spielberg inszeniertes episches Kammerspiel über den 16. Präsidenten der USA, kongenial gespielt von Daniel Day-Lewis.

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Kritiken und Bewertungen

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    Im Jahr 1865 wütet der Bürgerkrieg zwischen den amerikanischen Nord- und Südstaaten noch immer. Und obwohl Präsident Lincoln bereits zwei Jahre vorher die Sklaven befreien ließ, ist dieser Punkt noch immer eine sensible Schwachstelle bei den Verhandlungen über ein Kriegsende. Denn vor dem Gesetz sind die Sklaven weiterhin unfrei. Lincoln versucht alles, um dies zu ändern, findet jedoch großen Widerstand auch in den eigenen Reihen. Und was ist wichtiger: Frieden oder Freiheit für alle? Der neue Film von Steven Spielberg setzt der Ikone Lincoln ein würdiges Denkmal. Im Zentrum steht sein Kampf für Gerechtigkeit und die Gleichbehandlung aller Menschen, ungeachtet ihrer Hautfarbe. In geschliffenen Dialogen liefern sich die Darsteller, allen voran Daniel Day-Lewis als Lincoln, Tommy Lee Jones als Abgeordneter Stevens und Sally Field als Lincolns Frau Molly, Wortgefechte, die in ihrer Inszenierung an Gerichtsdramen und Kammerspiele erinnern. Dank einer akribischen Recherche, einer bis in die kleinste Nebenrolle perfekten Besetzung und der mitreißenden Filmmusik von John Williams ist dieses historische Porträt spannende Geschichtsstunde und episches Drama in einem. Ein großer Film über eine große Persönlichkeit.

    Jurybegründung:

    Der Film beginnt kurz nach der Wiederwahl von Abraham Lincoln zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Ende 1864 und schildert in epischer Form seinen Kampf um einen Verfassungszusatz, welcher die Abschaffung der Sklaverei besiegeln soll. Jahrelang tobt nun schon der Bürgerkrieg zwischen den Nordstaaten und den abtrünnigen Südstaaten. Die politischen Gegner im Repräsentantenhaus, die Demokraten, aber auch Senatoren seiner eigenen Republikanischen Partei, bedrängen ihn, diesen Verfassungsartikel erst zur Abstimmung vorzulegen, wenn der Friedensvertrag mit den Südstaaten und deren Wiedereingliederung vollzogen ist. Lincoln ist sich aber sicher, dass dann die Abstimmung über die Abschaffung der Sklaverei keine Mehrheit mehr bekäme. Und so kämpft er wie ein Löwe um jede Stimme, ohne seine ethischen Grundsätze dabei zu verraten.
    Dies ist der Hintergrund für ein faszinierendes Porträt des berühmtesten Präsidenten der amerikanischen Geschichte. Bei den zahllosen Gesprächen mit seinen Kabinettsmitgliedern, mit Senat und Repräsentantenhaus, mit seiner Ehefrau und seinem Sohn erfahren wir viel über den Charakter dieses außergewöhnlichen Mannes: Seine hohen rhetorischen Fähigkeiten, sein Humor, seine Liebe zum Erzählen von Anekdoten und Parabeln und auch seine Volksnähe und ganz allgemein seine große Menschlichkeit.
    Steven Spielberg gelingt es einmal mehr, trotz eines nahezu kammerspielhaften Films mit einer Fülle an Dialogen, ja Dialogschlachten, den Zuschauer immer in Spannung zu halten. Fasziniert schaut man dem außergewöhnlichen Spiel eines großartigen Casts zu, aus dem Sally Field als Lincolns Ehefrau, Tommy Lee Jones als radikaler Republikaner Thaddeus Steven und vor allem Daniel Day-Lewis als Lincoln herausragen. Letzterer spielt sich mit dieser Leistung mit Sicherheit in die "Oscar"-Nominierung. Eine herausragende Kamera mit einer ebenso guten Lichtarbeit bei schwierigsten Aufnahmebedingungen in weitgehend dunklen Räumen sind handwerkliche Spitzenleistungen wie auch die sehr passende und zurückgenommene musikalische Begleitung und die Tonebene. Wohltuend auch, dass Bürgerkriegsszenen nur sparsam und nicht übertrieben Action geladen eingebracht wurden.
    Fazit: Ein Denkmal für einen großen Mann, aber nicht glorifizierend, und gleichzeitig ein bewegendes Stück Zeitgeschichte.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Das Biopic “Lincoln“ umfasst lediglich die letzten vier Monate im Leben des amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln, der am 14. April 1865 einem Attentat zum Opfer fiel. Aber Drehbuchautor Tony Kushner (“München“) packt mit Hilfe einer Biografie von Doris Kearns Goodwin in diese Zeitspanne all das, was Lincolns legendären Ruf ausmachen sollte. Daraus malt Regisseur Steven Spielberg (“Der Soldat James Ryan“, “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“) das verklärende Porträt einer Uncle-Sam-Figur, eines zum Landesvater prädestinierten Charakters. Sein Lincoln vereint Machtbewusstsein, Humor und Schlitzohrigkeit mit Verantwortungsgefühl, Familiensinn und Härte gegen sich selbst.

    Die Inszenierung verzahnt die politische und die private Ebene auf fruchtbare Weise. Um die gewaltigen Widerstände gegen seine Politik auszuhebeln, benutzt Lincoln Diplomatie, Druck und autoritäre Mittel. Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis (“There Will Be Blood“, “Gangs of New York“) gibt ihm oft ein zuversichtliches Lächeln von beinahe zynischer Qualität. Dann folgt manchmal eine der anekdotischen Geschichten, die der Präsident erzählt, um seine Zuhörer zu inspirieren. In den Auseinandersetzungen mit seiner Frau Mary (Sally Field), die unter dem Verlust zweier Söhne leidet, offenbart der Privatmensch Lincoln seinen inneren Kompass in der Not: „Wir müssen versuchen, glücklicher zu sein!“

    Besonders spannend wird Spielbergs amerikanische Geschichtsstunde beim Ringen der unterschiedlichsten Parlamentarier mit sich selbst und ihren Gegnern. Die Debatten im Repräsentantenhaus über die Abschaffung der Sklaverei und die Augenblicke der namentlichen Abstimmung sind dramatische Höhepunkte mit witzig-menschlicher Erdung. Besonders der von Tommy Lee Jones (“Wie beim ersten Mal“, “No Country for Old Men“) gespielte radikal-republikanische Abgeordnete Thaddeus Stevens prägt sich ein.

    Die Verklärung der Figur Abraham Lincoln erreicht Spielberg so routiniert wie wirkungsvoll: Während der Abstimmung im Kongress zeigt er ihn zuhause, mit seinem jüngsten Sohn Tad (Gulliver McGrath) in ein Bilderbuch vertieft. Ein anderes Mal setzt er ihn wie einen Geist, der aus dem Nebel kam, in ein Feldlager, wo er sich mit jungen Soldaten unterhält. Auch in der Musik schwingt der Stolz einer Nation auf ihre historische Leistung mit.

    Fazit: Steven Spielbergs spannendes Biopic "Lincoln" verklärt den amerikanischen Präsidenten routiniert, aber wirkungsvoll zur menschlichen Leitfigur der Nation.
  • Steven Spielbergs Film über die letzten Monate der amerikanischen Präsidentenikone präsentiert sich als episches Kammerspiel mit Dialogen und Darstellern von Format.

    Es war ein Jahr der Extreme für Abraham Lincoln. Erst Actionheld im amerikanischen DVD-Frühling gegen Zombies, dann im Kinosommer gegen Vampire. Jetzt, in der Jahreszeit der Reflexion, zieht er in seine größte Schlacht, die ausschließlich mit Worten und Emotionen ausgetragen wird. “Lincoln” ist ein Lieblingsprojekt Spielbergs, das von einer ausladenden Biografie auf ein intimeres Ausschnittsporträt eingedampft wurde, nachdem Spielberg Doris Kearns Goodwins 2005 veröffentlichtes Sachbuch gelesen hatte. Im Drehbuch von Tony Kushner, Koautor von “Munich”, wird Goodwins Perspektive, Lincolns Präsidentschaft als zähes Ringen mit Kabinettsmitgliedern, mit Senat und Repräsentantenhaus zu illustrieren, weitgehend übernommen, der zeitliche Rahmen von Jahren aber auf die letzten Monate vor seinem Tod verkürzt.

    Die eröffnende Actionsequenz, anonymes Sterben in einem von vielen Bürgerkriegs-Gemetzeln, bleibt die einzige in einem Film, dessen Schlachtfelder Büros, Privatzimmer und Plenarsäle sind. Trotz sporadischer Öffnung ist “Lincoln” in Dramaturgie, Kulissen und expressiver Lichtsetzung ganz Theater – mit Deklamations- und Konfrontationsszenen, mit einer Flut von pointierten Dialogen. Viele Politiker-Bärte diskutieren hier, bei knapp 150 Minuten Laufzeit ein Aufmerksamkeitstest für den Zuschauer, der Einblick in Lincolns Volksnähe, seine Qualität als Redner und humorvoller Erzähler von Anekdoten und Parabeln gewinnt, gelegentlich aber auch überflüssige Beweise für Bildungsbürgertum tolerieren muss, wenn Lincoln vor zwei jungen Telegrafisten über Euklids Axiome referiert.

    Wie die Titelfigur verknüpft Kushners Drehbuch die Beendigung des Bürgerkriegs mit der vorausgehenden Abschaffung der Sklaverei durch einen Verfassungszusatz. Und hier entwickelt der Film Dramatik und Brisanz, zeigt, dass Moral und Politik sich nicht ausschließen müssen, dass Macht, ob durch Wahl oder Krieg gewonnen, sich nicht über Verfassung hinwegsetzen darf, dass Inhalt über Parteizwang und Versöhnung über Vergeltung stehen muss. “Lincoln” bietet Daniel Day-Lewis als gemäßigter und Tommy Lee Jones als radikaler Republikaner große Spotlight-Rollen, doch es ist das Defilee herausragender Charakterdarsteller, die, in Koalition mit den verhandelten Themen, diesen Film nachhaltig befeuern. kob.
  • Die Erdung einer Legende – mit interessanten Ansätzen, aber letztlich nicht mutig genug und nur leidlich unterhaltsam.
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