Liebe Mauer (2009)

Liebe Mauer Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Liebe Mauer: Melancholische und komische Ost-West-Liebesgeschichte zwischen einer Studentin aus dem Westen und einem Soldaten aus dem Osten.

Berlin, 1989. Studentin Franzi wohnt aus Kostengründen direkt an der Mauer. Das ist auch insofern praktisch, weil man dann nach drüben billig zum Einkaufen gehen kann. Bei einem ihrer Ausflüge über die Grenze lernt Franzi den NVA-Soldaten Sascha kennen. Kurze Zeit später nutzt Franzi jede Gelegenheit für einen Ausflug nach Ost-Berlin, um sich mit ihrem DDR-Lover zu treffen. Doch dann werden die Geheimdienste beider Seiten auf das Liebespaar und seine konspirativen Treffen aufmerksam. Ein politisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • 20 Jahre nach dem Mauerfall will diese romantische Komödie ihrem jungen Zielpublikum vor Augen führen, wie es war, in einer geteilten Stadt zu leben. Dafür wurde in Halle eine Mauer nachgebaut, die es in Berlin nirgends mehr gibt und die auch in dieser Geschichte mehr belächelt wird, als dass sie noch mal Angst und Schrecken verbreitet. Regisseur und Drehbuchautor Peter Timm, der selbst aus der DDR stammt, erinnert sich nur halbherzig an die alten Zeiten und setzt mehr auf die unpolitische Liebesgeschichte, doch auch die gerinnt zur Karikatur, so wenig wie sie in ihrer Umgebung verankert ist.

    Das Desinteresse für Ort und Zeit beginnt in diesem Film schon damit, dass Franzi zwar neu in Westberlin ist, doch niemals die Stadt erkunden will oder auch nur an die Uni begleitet wird, wo sie ja angeblich studiert. Franzi betritt ihre neue Wohnung und stellt ein paar Lebensmittel in den Kühlschrank, der praktischerweise schon in Betrieb ist. So läuft das, wenn ein Film es besonders eilig hat. Dann geht sie zum Einkaufen in den Osten, weil ihr Nachbar gesagt hat, dass drüben alles billiger ist. Und lernt den Grenzsoldaten Sascha kennen, einen Helden, der wegen der Romantik den schießbereiten Kameraden todesmutig den Rücken kehrt und Franzi das fallen gelassene Brot aufhebt.

    Das Pärchen registriert die Geschehnisse in der von DDR-Bürgern belagerten westdeutschen Prager Botschaft, über die das Fernsehen berichtet, doch es ist mehr mit sich selbst beschäftigt. Im Restaurant amüsiert sich Franzi über die „Sättigungsbeilage“. Dank der Oma im Plattenbau, dem grauen Stasibüro samt Verhör und dem linientreuen Vater gibt es auch einiges an Lokalkolorit aus dem Osten der Stadt. Doch dem Film liegt nicht wirklich daran, die Stimmung jener Tage wiederzugeben. Am Ende dürfen zwar einige Komparsen in den Westteil laufen und mit Sektflaschen in der Hand jubeln, weil es der 9. November 1989 ist, doch auch dieses nachgestellte Spektakel wirkt etwas lustlos.

    Die beiden Hauptdarsteller stehen meistens lächelnd über den Dingen. Maxim Mehmet spielt Sascha mit selbstironisch-treuherzigem Blick, Felicitas Woll als Franzi ist belustigt von der Unfreundlichkeit der Leute im Osten, den blöden Fragen an der Grenze und sonst auch. Ihre persönlichen Eigenschaften beschränken sich weitgehend auf das Jungsein, deswegen ist es auch wichtig, dass sie einen Perlenvorhang in ihrer Wohnung aufhängt und die Wände rot streicht.

    Saschas Kindheitsfreundin Uschi, gespielt von Anna Fischer, spricht zwar Ost-Dialekt, aber sie gibt die naive Göre zu aufdringlich, wie eine Selbstparodie. Die Stasileute, die Sascha bedrängen, mutieren im Laufe des Films zu anachronistischen Clowns. Der satirische Tonfall bleibt unentschlossen und das romantische Feeling stellt sich nicht ein, auch wenn die Popmusik lautstark nachzuhelfen versucht.

    Fazit: Wenige Tage vor dem Mauerfall 1989 verliebt sich eine Studentin aus Westberlin in einen DDR-Grenzsoldaten, doch dieser Komödie fehlt es an Stimmung und Authentizität.
  • Mit seiner melancholisch-politischen Love Story wirft Ost-West-Komödien-Spezialist Peter Timm (“Go Trabi Go”) einen nostalgischen Blick zurück ins Jahr 1989.

    Kaum ist die Mauer 20 Jahre weg, da wird sie auch schon wieder aufgebaut. Zumindest im Kino. Und hier sind spätestens seit dem Oscar-Triumph von “Das Leben der Anderen” Ost-West-Geschichten wieder Trumpf. Bei Regisseur Peter Timm war das nie anders. Seine Filme “Meier” (1985), “Go Trabi Go” (1990) oder “Der Zimmerspringbrunnen” (2001) beschäftigten sich allesamt mit DDR/BRD-Themen. Eine wichtige Rolle spielte dabei immer eine gewisse Leichtigkeit, die der ausgewiesene Komödien-Spezialist (“Rennschwein Rudi Rüssel”) trotz schwerer Stasi-Problematik an den Tag legte. Das gilt nun auch für “Liebe Mauer”, einer klassischen und doch irgendwie unorthodoxen Liebesgeschichte zwischen einer Studentin aus dem Westen und einem Grenzer aus dem Osten:

    Berlin, 1989. Franzi Schubert (Felicitas Woll) ist neu in der Stadt und besorgt sich aus Kostengründen eine Wohnung direkt an der Mauer. Das ist auch insofern praktisch, weil man dann nach drüben billig zum Einkaufen gehen kann. Bei einem ihrer Ausflüge über die Grenze wird der junge NVA-Soldat Sascha Meier (Maxim Mehmet) auf Franzi aufmerksam. Die Blicke der beiden treffen sich und sofort wird klar – da ist etwas passiert. Nur kurze Zeit später nutzt Franzi jede Gelegenheit für einen Ausflug nach drüben, um sich mit ihrem DDR-Lover zu treffen. Diese heimlichen Schäferstündchen gehen eine Zeitlang gut, bis plötzlich die Geheimdienste beider Seiten das Liebespaar ins Visier nehmen, weil man politisch Unkorrektes dahinter vermutet. Und während die zwei ihren Gefühlen (mehr oder weniger) freien Lauf lassen, stellt sich die Frage: Wann schnappen Stasi und CIA zu, oder fällt doch noch erst die Mauer?

    Mehr nostalgisch-romantisch als komödiantisch geht es in diesem “Mauer”-Werk zu, das vom Setting her zuweilen an Leander Haußmanns Kassenerfolg “Sonnenallee” erinnert, sich vor allem aber durch seine detailgenaue Beobachtung auszeichnet. Da wird im Westen mit dem Golf GTI vorgefahren und sind Wände mit Steffi-Graf- und André-Agassi-Postern behängt, während in einer Ossi-Disco groß angelegte Überwachungsaktionen durchgeführt werden und sich eine kluge Kellnerin mit Sprüchen wie “Kalter Krieg und heiße Herzen – das gibt Schmerzen” als Poetin outet. Es sind vor allem die Nebendarsteller, die in der zum Teil sehr melancholisch-sentimentalen Love Story punkten können, etwa Katja Danowski als besagte Kellnerin, Thomas Thieme als fieser Stasi-Major und Gisela Trowe als Saschas einfühlsame Oma Emma. Auch Nachwuchstalent Anna Fischer (“Fleisch ist mein Gemüse”) hat als burschikose und äußerst hilfsbereite Freundin des NVA-Soldaten, die sich auf einen riskanten Rollentausch mit Franzi einlässt, viele komische Momente. Allerdings geht der sächsische Dialekt des öfteren zu sehr mit ihr durch. Eher blass bleiben TV-Serien-Star Felicitas Woll in ihrer dritten Kinorolle und Maxim Mehmet, der aktuell in “Männerherzen” den liebenswerten Loser gibt und diese Rolle nun variiert. Wenn am Ende in einem originellen Abspann die Mauer nach und nach zerbröselt, dann freut man sich über 20 Jahre Deutsche Einheit und grenzenlose Liebe. lasso.

Darsteller und Crew

News und Stories

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