Les Misérables (2012)

Filmhandlung und Hintergrund

Die hochkarätig besetzte Leinwandadaption des dritt-populärsten Broadway-Musicals aller Zeiten gestaltet sich unter der Regie von Tom Hooper (“The King’s Speech”) als emotional elektrisierendes Epos von enormen Ausmaßen.

Seinen Ausgang nahm das auf der gleichnamigen Romanvorlage von Victor Hugo basierende Musical in Paris, 1980. Claude Michel-Schönberg komponierte die Musik, Alain-Boubil und Jean-Marc Natel schrieben die Liedertexte. Die Broadway-Premiere fand 1987 statt, wonach sich die Ode ans französische Proletariat des 19. Jahrhunderts zum globalen Phänomen entwickelte. Bei der Verfilmung, die sich eng an die Bühnenversion hält und kaum gesprochene Dialoge aufweist, etabliert Oscar-Gewinner Hooper umgehend, dass er das ambitionierte Vorhaben mit großen Gesten in Szene zu setzen gedenkt.

So zeigt die 1815 angesiedelte, wuchtige Opening-Sequenz eine Sträflingskolonne, wie sie ein riesiges Schiff in den Hafen ziehen muss. Zu ihr gehört Protagonist Valjean (inbrünstig von Hugh Jackman gespielt und gesungen), der 19 Jahre für den Diebstahl eines Laibes Brot verbüßt hat. Valjeans Opponent ist der ihn malträtierende Justizvollzugsbeamte Javert, der in Gestalt von Russell Crowe zwar nicht immer musikalisch, jedoch stets dramatisch die richtigen Töne anschlägt. Nach seiner Freilassung macht Valjean eine tiefgreifende religiöse Erfahrung, taucht unter und hat sich acht Jahre später vom Sünder zum wohltätigen Fabrikbesitzer gewandelt. In dieser Funktion macht er Bekanntschaft mit der ledigen Mutter Fantine (Anne Hathaway), die ohne Valjeans Wissen gefeuert wird und deshalb als Prostituierte ihre kleine Tochter Cosette unterstützen muss. Hathaways halb gesungene, halb geschluchzte Interpretation von “I Dreamed a Dream” bildet einen der emotionalen Höhepunkte und dürfte ihr eine Oscar-Nominierung garantieren. Nach Fantines Ableben kümmert sich Valjean um ihre Tochter Cosette, die er zunächst aus den Klauen von Sacha Baron Cohen und Helena Bonham-Carter als Wirtshausbetreiber befreien muss. Die beiden sind für sarkastischen Comic Relief zuständig, ansonsten schwelgt das Musical um Liebe, Leiden(schaft) und Selbstaufopferung fast ausschließlich in melancholischen Gefühlsebenen. Für den nächsten Akt werden erneut mehrere Jahre übersprungen und Cosette (jetzt von Amanda Seyfried verkörpert) ist eine junge Dame, die sich in den passionierten Revolutionär Marius (Eddie Redmayne) verliebt. Er gehört einer Gruppe von Studenten an, die gegen die Monarchie auf die Barrikaden geht. Die Revolte endet im Blutbad, dank Valjeans Edelmut werden die jungen Liebenden dennoch vereint. Für das bittersüße Grand Finale greift Hooper mit dem Siegeszug aller Verstorbenen dann nochmals in die Gefühls-Vollen.

Klotzen statt Kleckern ist hier konsequent Programm. Dazu gehört auch der Umstand, dass die Schauspieler ihre Songs live vor der Kamera gesungen haben. Das mag zwar nicht immer perfekt klingen, doch die emotionale Intensität wird enorm gesteigert, unterstrichen mit entsprechenden Großaufnahmen der Akteure. Intensiv ist auch die visuelle Umsetzung, die mit dynamischen Steadycam-Aufnahmen, wechselnden Kamerawinkeln und schnellen Schnitten einen hohen Grad von Bewegung suggeriert. So wird gezielt die statische Atmosphäre einer Bühneninszenierung vermieden. Und genau darin, sowie dem superben Setdesign und den bewegenden schauspielerischen Leistungen liegen die Anreize, den zahlreichen Fans des Musicals ein aufregendes Neuerlebnis des bekannten Stoffes zu bieten. Auch ein Publikum, das das Musical noch nicht kennt, kommt beim üppig angelegten Musical um große Gefühle und christliche Symbolik auf seine Kosten. ara.

Valjean, der 19 Jahre für den Diebstahl eines Laibes Brot verbüßt hat, macht nach seiner Freilassung eine tiefgreifende religiöse Erfahrung. Er taucht unter und hat sich acht Jahre später zum wohltätigen Fabrikbesitzer gewandelt. Nach dem Tod von Fantine, die sich und ihre Tochter Cosette als Prostituierte durchbringen musste, kümmert sich Valjean um das Mädchen. Als junge Frau verliebt sich Cosette in den passionierten Revolutionär Marius. Die Revolte endet im Blutbad, dank Valjeans Edelmut werden die jungen Liebenden jedoch vereint.

Valjean arbeitet sich nach 19-jähriger Fronarbeit zum Fabrikbesitzer hoch und schlägt sich auf Seiten der Revolution. Hochkarätig besetzte Leinwandadaption der Musical-Version des Victor-Hugo-Klassikers durch Tom Hooper.

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