Les Misérables (2012)

Les Misérables Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (2)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (4)
  1. Ø 3.3

Filmhandlung und Hintergrund

Les Misérables: Verfilmung der Musical-Version des Klassikers von Victor Hugo. Mit Hugh Jackman als Gangster mit Herz, Russell Crowe als fanatischem Gesetzeshüter und Anne Hathaway.

Valjean, der 19 Jahre für den Diebstahl eines Laibes Brot verbüßt hat, macht nach seiner Freilassung eine tiefgreifende religiöse Erfahrung. Er taucht unter und hat sich acht Jahre später zum wohltätigen Fabrikbesitzer gewandelt. Nach dem Tod von Fantine, die sich und ihre Tochter Cosette als Prostituierte durchbringen musste, kümmert sich Valjean um das Mädchen. Als junge Frau verliebt sich Cosette in den passionierten Revolutionär Marius. Die Revolte endet im Blutbad, dank Valjeans Edelmut werden die jungen Liebenden jedoch vereint.

Valjean arbeitet sich nach 19-jähriger Fronarbeit zum Fabrikbesitzer hoch und schlägt sich auf Seiten der Revolution. Hochkarätig besetzte Leinwandadaption der Musical-Version des Victor-Hugo-Klassikers durch Tom Hooper.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(2)
5
 
2 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (4 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
1 Stimme
3
 
1 Stimme
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

  • „Besonders wertvoll”

    Kutztext:

    Der geläuterte Ex-Sträfling Jean Valjean (Hugh Jackman) beschließt, sein Leben grundlegend zu ändern und unter einem anderen Namen ein rechtschaffener Bürger zu werden. Er erklärt sich bereit, für die kleine Tochter der Fabrikarbeiterin Fantine (Anne Hathaway) zu sorgen, doch der skrupellose Inspektor Javert (Russel Crowe) glaubt nicht an Valjeans Wandlung und versucht, ihn mit allen Mitteln wieder hinter Gitter zu bringen. Victor Hugos zeitlose Geschichte über Elend und Erlösung, über unerfüllte Liebe und scheiternde Träume wurde bereits erfolgreich als Bühnen-Musical adaptiert, das nun unter der fulminanten Regiearbeit Tom Hoopers nicht minder erfolgreich auf die Leinwand übertragen wurde. Die hervorragende Ausstattung des Films grundiert den historischen Hintergrund und bildet eine Folie, vor der sich ein Stoff mit großer Tragik und Pathos entfaltet und doch Leichtigkeit entwickelt. Die rhythmische Montage führt die grandiose Musik und das filmische Bild zu einer gleichermaßen harmonischen wie aufregenden Liaison zusammen und ohnehin spielt Tom Hooper sämtliche Möglichkeiten des Films aus. Die hochkarätige Besetzung hat ihre Gesangsdarbietung während des Spiels eingesungen - ein riskantes Unterfangen, das aber vollkommen aufgeht und dem Film-Musical eine eigenständige Note verleiht. Vor allem bei Anne Hathaway wirkt es erstaunlich, mit welch nuancierten, mimischen Veränderungen sie trotz gleichzeitigen Gesangs "filmische" Gefühle auszudrücken vermag. Ein großer Stern am Musical-Himmel.

    Jurybegründung:

    Tom Hoopers Film erzählt in 158(!) Minuten die dramatische Geschichte der Rivalität zwischen dem Aufseher und späteren Polizeiinspektor Javert und dem ehemaligen Häftling 24601 Jean Valjean. In zum Teil opulenten Bildern fängt die ausgezeichnete Kameraführung Massenszenen ein, verweilt aber auch ruhend auf den Gesichtern der Darsteller. Licht und Maske tragen wesentlich dazu bei, diesen historisch bewegenden Abschnitt der französischen Geschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts filmisch zu prägen. Trotz der Zwischeneinblendungen von Jahreszahlen und Kurzkommentaren fällt es nicht immer leicht, den Fluss des Dargestellten zu folgen. In der opulenten Schlussszene werden sogar Tote wieder lebendig, die Prophezeiung des Chores erinnert an dessen Funktion in der klassischen griechischen Tragödie. Dass die Balance zwischen der dramatischen Romanvorlage Victor Hugos und dem Filmmusical nicht immer gelingt, fällt in mehreren Szenen auf. Die Ordensverleihung an den toten Gauroch birgt schon operettenhaftes Timbre in sich ebenso wie die erste und zweite Begegnung zwischen Cosette und Marius. Die eine oder andere Länge bzw. Ungenauigkeit ist vorhanden, und dennoch werden die zweieinhalb Stunden nicht als zu lange empfunden. Dies vermag nur ein außergewöhnlicher Film zu leisten. LES MISÉRABLES besticht durch die herausragende Besetzung. Hervorzuheben sind Anne Hathaway, Samantha Barks, Hugh Jackmann und Russell Crowe. Ihre darstellerischen und stimmlichen Leistungen harmonieren. Insbesondere Anne Hathaway gelingt eine Meisterleistung von gesanglicher und mimischer Leistung. Die direkt am Set von ihnen eingesungenen Rollen zeigen natürlich auch Grenzen auf, werden aber durchaus dem Genre gerecht.
    Ein in mehrfacher Hinsicht wirklich außergewöhnlicher Film.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Aufwendige Verfilmung des Bühnenstücks, das eigene Stärken, aber auch Schwächen besitzt.
  • Die hochkarätig besetzte Leinwandadaption des dritt-populärsten Broadway-Musicals aller Zeiten gestaltet sich unter der Regie von Tom Hooper (“The King’s Speech“) als emotional elektrisierendes Epos von enormen Ausmaßen.

    Seinen Ausgang nahm das auf der gleichnamigen Romanvorlage von Victor Hugo basierende Musical in Paris, 1980. Claude Michel-Schönberg komponierte die Musik, Alain-Boubil und Jean-Marc Natel schrieben die Liedertexte. Die Broadway-Premiere fand 1987 statt, wonach sich die Ode ans französische Proletariat des 19. Jahrhunderts zum globalen Phänomen entwickelte. Bei der Verfilmung, die sich eng an die Bühnenversion hält und kaum gesprochene Dialoge aufweist, etabliert Oscar-Gewinner Hooper umgehend, dass er das ambitionierte Vorhaben mit großen Gesten in Szene zu setzen gedenkt.

    So zeigt die 1815 angesiedelte, wuchtige Opening-Sequenz eine Sträflingskolonne, wie sie ein riesiges Schiff in den Hafen ziehen muss. Zu ihr gehört Protagonist Valjean (inbrünstig von Hugh Jackman gespielt und gesungen), der 19 Jahre für den Diebstahl eines Laibes Brot verbüßt hat. Valjeans Opponent ist der ihn malträtierende Justizvollzugsbeamte Javert, der in Gestalt von Russell Crowe zwar nicht immer musikalisch, jedoch stets dramatisch die richtigen Töne anschlägt. Nach seiner Freilassung macht Valjean eine tiefgreifende religiöse Erfahrung, taucht unter und hat sich acht Jahre später vom Sünder zum wohltätigen Fabrikbesitzer gewandelt. In dieser Funktion macht er Bekanntschaft mit der ledigen Mutter Fantine (Anne Hathaway), die ohne Valjeans Wissen gefeuert wird und deshalb als Prostituierte ihre kleine Tochter Cosette unterstützen muss. Hathaways halb gesungene, halb geschluchzte Interpretation von “I Dreamed a Dream” bildet einen der emotionalen Höhepunkte und dürfte ihr eine Oscar-Nominierung garantieren. Nach Fantines Ableben kümmert sich Valjean um ihre Tochter Cosette, die er zunächst aus den Klauen von Sacha Baron Cohen und Helena Bonham-Carter als Wirtshausbetreiber befreien muss. Die beiden sind für sarkastischen Comic Relief zuständig, ansonsten schwelgt das Musical um Liebe, Leiden(schaft) und Selbstaufopferung fast ausschließlich in melancholischen Gefühlsebenen. Für den nächsten Akt werden erneut mehrere Jahre übersprungen und Cosette (jetzt von Amanda Seyfried verkörpert) ist eine junge Dame, die sich in den passionierten Revolutionär Marius (Eddie Redmayne) verliebt. Er gehört einer Gruppe von Studenten an, die gegen die Monarchie auf die Barrikaden geht. Die Revolte endet im Blutbad, dank Valjeans Edelmut werden die jungen Liebenden dennoch vereint. Für das bittersüße Grand Finale greift Hooper mit dem Siegeszug aller Verstorbenen dann nochmals in die Gefühls-Vollen.

    Klotzen statt Kleckern ist hier konsequent Programm. Dazu gehört auch der Umstand, dass die Schauspieler ihre Songs live vor der Kamera gesungen haben. Das mag zwar nicht immer perfekt klingen, doch die emotionale Intensität wird enorm gesteigert, unterstrichen mit entsprechenden Großaufnahmen der Akteure. Intensiv ist auch die visuelle Umsetzung, die mit dynamischen Steadycam-Aufnahmen, wechselnden Kamerawinkeln und schnellen Schnitten einen hohen Grad von Bewegung suggeriert. So wird gezielt die statische Atmosphäre einer Bühneninszenierung vermieden. Und genau darin, sowie dem superben Setdesign und den bewegenden schauspielerischen Leistungen liegen die Anreize, den zahlreichen Fans des Musicals ein aufregendes Neuerlebnis des bekannten Stoffes zu bieten. Auch ein Publikum, das das Musical noch nicht kennt, kommt beim üppig angelegten Musical um große Gefühle und christliche Symbolik auf seine Kosten. ara.
  • Der Musicalfilm “Les Misérables“ ist eine Kinoversion des seit über 20 Jahren sehr erfolgreichen gleichnamigen Bühnenhits nach Victor Hugos sozialkritischem Romanklassiker. Die Autoren des Originals, Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg, waren auch an der mit drei Golden Globes und acht Oscar-Nominierungen bedachten Filmfassung beteiligt. Im Werk von Regisseur Tom Hooper (“The King's Speech“, “The Damned United – Der ewige Gegner“) tragen etliche Leinwandstars die bezaubernden Bühnenlieder vor. Der Gesang, der live während des Drehs aufgenommen wurde, handelt von der Liebe und dem täglichen Überlebenskampf bitterarmer Menschen im Frankreich des 19. Jahrhunderts.

    Den Armen und Gefallenen widerfährt in jener Epoche grausames Unrecht. Aber die Güte einzelner Menschen wirkt ansteckend und setzt ungeahnte Kräfte frei. Individuelle Liebesdramen, soziale Not und politische Rebellion verzahnen sich im Schicksal der Figuren. Hugh Jackman spielt Valjean als einen sensiblen, selbstkritischen Mann, Russell Crowe führt beeindruckend vor, wie der Polizist Javert ein Gefangener seiner eigenen Unbeugsamkeit wird. Anne Hathaway spielt die Verkörperung einer geschundenen Seele. Besonderen Charme entwickeln Nebenrollen wie die der unglücklich verliebten Éponine (Samantha Barks) und des pfiffigen Straßenjungen Gavroche (Daniel Huttlestone).

    Das Beste am Film ist wie schon bei der Bühnenversion die Musik mit ihren wunderbaren Songs, Duetten und Ensembleliedern. Bis auf wenige Dialogzeilen sind alle Texte gesungen. Umso lächerlicher wirkt die deutsche Synchronisation, sobald einer der Sänger doch einmal redet. Die Kamera ist viel in Bewegung, folgt den Charakteren auf Schritt und Tritt und wechselt mit dem Schnitt häufig die Perspektive. Im Zusammenspiel mit ihrem Fokus auf die Gesichter und den oft unscharfen Hintergründen stimuliert sie die Fantasie. Aber weder Auge noch Geist finden so in der nur selten erkennbaren, pittoresken Umgebung Erholung und Inspiration. Die auf einzelne Akteure zentrierte Darstellung ermüdet und verstärkt den opernhaft-schmalzigen Eindruck der Geschichte.

    Fazit: Tom Hoopers “Les Misérables“ bietet den doppelten Genuss der Musicallieder und ihrer Interpretation durch Leinwandstars, ist aber nicht sehr einfallsreich inszeniert.
Alle ansehen

Darsteller und Crew

News und Stories

Kommentare