Les Misérables (2012)

Les Misérables Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.3

Filmhandlung und Hintergrund

Les Misérables: Verfilmung der Musical-Version des Klassikers von Victor Hugo. Mit Hugh Jackman als Gangster mit Herz, Russell Crowe als fanatischem Gesetzeshüter und Anne Hathaway.

Valjean, der 19 Jahre für den Diebstahl eines Laibes Brot verbüßt hat, macht nach seiner Freilassung eine tiefgreifende religiöse Erfahrung. Er taucht unter und hat sich acht Jahre später zum wohltätigen Fabrikbesitzer gewandelt. Nach dem Tod von Fantine, die sich und ihre Tochter Cosette als Prostituierte durchbringen musste, kümmert sich Valjean um das Mädchen. Als junge Frau verliebt sich Cosette in den passionierten Revolutionär Marius. Die Revolte endet im Blutbad, dank Valjeans Edelmut werden die jungen Liebenden jedoch vereint.

Valjean arbeitet sich nach 19-jähriger Fronarbeit zum Fabrikbesitzer hoch und schlägt sich auf Seiten der Revolution. Hochkarätig besetzte Leinwandadaption der Musical-Version des Victor-Hugo-Klassikers durch Tom Hooper.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Aufwendige Verfilmung des Bühnenstücks, das eigene Stärken, aber auch Schwächen besitzt.
  • Die hochkarätig besetzte Leinwandadaption des dritt-populärsten Broadway-Musicals aller Zeiten gestaltet sich unter der Regie von Tom Hooper (“The King’s Speech“) als emotional elektrisierendes Epos von enormen Ausmaßen.

    Seinen Ausgang nahm das auf der gleichnamigen Romanvorlage von Victor Hugo basierende Musical in Paris, 1980. Claude Michel-Schönberg komponierte die Musik, Alain-Boubil und Jean-Marc Natel schrieben die Liedertexte. Die Broadway-Premiere fand 1987 statt, wonach sich die Ode ans französische Proletariat des 19. Jahrhunderts zum globalen Phänomen entwickelte. Bei der Verfilmung, die sich eng an die Bühnenversion hält und kaum gesprochene Dialoge aufweist, etabliert Oscar-Gewinner Hooper umgehend, dass er das ambitionierte Vorhaben mit großen Gesten in Szene zu setzen gedenkt.

    So zeigt die 1815 angesiedelte, wuchtige Opening-Sequenz eine Sträflingskolonne, wie sie ein riesiges Schiff in den Hafen ziehen muss. Zu ihr gehört Protagonist Valjean (inbrünstig von Hugh Jackman gespielt und gesungen), der 19 Jahre für den Diebstahl eines Laibes Brot verbüßt hat. Valjeans Opponent ist der ihn malträtierende Justizvollzugsbeamte Javert, der in Gestalt von Russell Crowe zwar nicht immer musikalisch, jedoch stets dramatisch die richtigen Töne anschlägt. Nach seiner Freilassung macht Valjean eine tiefgreifende religiöse Erfahrung, taucht unter und hat sich acht Jahre später vom Sünder zum wohltätigen Fabrikbesitzer gewandelt. In dieser Funktion macht er Bekanntschaft mit der ledigen Mutter Fantine (Anne Hathaway), die ohne Valjeans Wissen gefeuert wird und deshalb als Prostituierte ihre kleine Tochter Cosette unterstützen muss. Hathaways halb gesungene, halb geschluchzte Interpretation von “I Dreamed a Dream” bildet einen der emotionalen Höhepunkte und dürfte ihr eine Oscar-Nominierung garantieren. Nach Fantines Ableben kümmert sich Valjean um ihre Tochter Cosette, die er zunächst aus den Klauen von Sacha Baron Cohen und Helena Bonham-Carter als Wirtshausbetreiber befreien muss. Die beiden sind für sarkastischen Comic Relief zuständig, ansonsten schwelgt das Musical um Liebe, Leiden(schaft) und Selbstaufopferung fast ausschließlich in melancholischen Gefühlsebenen. Für den nächsten Akt werden erneut mehrere Jahre übersprungen und Cosette (jetzt von Amanda Seyfried verkörpert) ist eine junge Dame, die sich in den passionierten Revolutionär Marius (Eddie Redmayne) verliebt. Er gehört einer Gruppe von Studenten an, die gegen die Monarchie auf die Barrikaden geht. Die Revolte endet im Blutbad, dank Valjeans Edelmut werden die jungen Liebenden dennoch vereint. Für das bittersüße Grand Finale greift Hooper mit dem Siegeszug aller Verstorbenen dann nochmals in die Gefühls-Vollen.

    Klotzen statt Kleckern ist hier konsequent Programm. Dazu gehört auch der Umstand, dass die Schauspieler ihre Songs live vor der Kamera gesungen haben. Das mag zwar nicht immer perfekt klingen, doch die emotionale Intensität wird enorm gesteigert, unterstrichen mit entsprechenden Großaufnahmen der Akteure. Intensiv ist auch die visuelle Umsetzung, die mit dynamischen Steadycam-Aufnahmen, wechselnden Kamerawinkeln und schnellen Schnitten einen hohen Grad von Bewegung suggeriert. So wird gezielt die statische Atmosphäre einer Bühneninszenierung vermieden. Und genau darin, sowie dem superben Setdesign und den bewegenden schauspielerischen Leistungen liegen die Anreize, den zahlreichen Fans des Musicals ein aufregendes Neuerlebnis des bekannten Stoffes zu bieten. Auch ein Publikum, das das Musical noch nicht kennt, kommt beim üppig angelegten Musical um große Gefühle und christliche Symbolik auf seine Kosten. ara.
  • Der Musicalfilm “Les Misérables“ ist eine Kinoversion des seit über 20 Jahren sehr erfolgreichen gleichnamigen Bühnenhits nach Victor Hugos sozialkritischem Romanklassiker. Die Autoren des Originals, Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg, waren auch an der mit drei Golden Globes und acht Oscar-Nominierungen bedachten Filmfassung beteiligt. Im Werk von Regisseur Tom Hooper (“The King's Speech“, “The Damned United – Der ewige Gegner“) tragen etliche Leinwandstars die bezaubernden Bühnenlieder vor. Der Gesang, der live während des Drehs aufgenommen wurde, handelt von der Liebe und dem täglichen Überlebenskampf bitterarmer Menschen im Frankreich des 19. Jahrhunderts.

    Den Armen und Gefallenen widerfährt in jener Epoche grausames Unrecht. Aber die Güte einzelner Menschen wirkt ansteckend und setzt ungeahnte Kräfte frei. Individuelle Liebesdramen, soziale Not und politische Rebellion verzahnen sich im Schicksal der Figuren. Hugh Jackman spielt Valjean als einen sensiblen, selbstkritischen Mann, Russell Crowe führt beeindruckend vor, wie der Polizist Javert ein Gefangener seiner eigenen Unbeugsamkeit wird. Anne Hathaway spielt die Verkörperung einer geschundenen Seele. Besonderen Charme entwickeln Nebenrollen wie die der unglücklich verliebten Éponine (Samantha Barks) und des pfiffigen Straßenjungen Gavroche (Daniel Huttlestone).

    Das Beste am Film ist wie schon bei der Bühnenversion die Musik mit ihren wunderbaren Songs, Duetten und Ensembleliedern. Bis auf wenige Dialogzeilen sind alle Texte gesungen. Umso lächerlicher wirkt die deutsche Synchronisation, sobald einer der Sänger doch einmal redet. Die Kamera ist viel in Bewegung, folgt den Charakteren auf Schritt und Tritt und wechselt mit dem Schnitt häufig die Perspektive. Im Zusammenspiel mit ihrem Fokus auf die Gesichter und den oft unscharfen Hintergründen stimuliert sie die Fantasie. Aber weder Auge noch Geist finden so in der nur selten erkennbaren, pittoresken Umgebung Erholung und Inspiration. Die auf einzelne Akteure zentrierte Darstellung ermüdet und verstärkt den opernhaft-schmalzigen Eindruck der Geschichte.

    Fazit: Tom Hoopers “Les Misérables“ bietet den doppelten Genuss der Musicallieder und ihrer Interpretation durch Leinwandstars, ist aber nicht sehr einfallsreich inszeniert.
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