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Laurence Anyways (2012)

Laurence Anyways Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Laurence Anyways: Außergewöhnliche Liebesgeschichte um ein Paar, bei dem sich der Mann zu einer Frau umoperieren lässt. Vom kanadischen Kritikerdarling Xavier Dolan.

Die hübsche Fred und Laurence sind Mitte Dreißig und das ideale Paar – bis Laurence seiner Freundin beichtet, lieber eine Frau zu sein. Dennoch wollen sie zusammen bleiben. Eine Entscheidung, die eine emotionale Odyssee nach sich zieht. Gemeinsam versuchen sie, gegen das Unverständnis von Gesellschaft, Freunden und Familie zu kämpfen, gegen Vorurteile und eigene Zweifel. Auch wenn ihre Beziehung scheitert, er bei exzentrischen Außenseitern eine Ersatzfamilie findet und sie einen anderen heiratet, kommen sie nicht voneinander los.

Mitte 30 hat Laurence keine Lust mehr, seine gefühlte weibliche Identität zu verbergen. Seine Freundin bleibt ihm treu. Pointiertes Beziehungs- und Geschlechterdrama, stilvoll inszeniert von Kanadas Shooting Star Xavier Dolan.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Was bedeutet es für eine Beziehung, wenn ein Partner seine geschlechtliche Identität wechselt? Die Transsexualität des Titelhelden im Drama "Laurence Anyways" stellt nicht nur die Liebe auf den Prüfstand, sondern auch die Toleranz im kanadischen Montreal der neunziger Jahre. Der 23-jährige Filmemacher Xavier Dolan ("I Killed My Mother", "Herzensbrecher") erkundet spielerisch die mit dem Thema verbundenen Emotionen und Denkblockaden. Gleichzeitig erinnert er sich an das Lebensgefühl in der Stadt seiner Kindheit. Der experimentelle Stil und die intensiven Darstellerleistungen prägen sich ein, bevor der mit 157 Minuten viel zu lange Film die Spannung niederwalzt.

    Kaum hat die lebenslustige Fred ihren ersten Schock überwunden, sagt sie über Laurences Pläne: „Unsere Generation kann das aushalten. Alles ist möglich." Sie kauft ihm eine Frauenperücke - und wird depressiv. Auch das weltoffene und liberale Umfeld zeigt ungeahnte Grenzen und treibt Laurence und Fred in bittere Konflikte. Für ihr intensives Spiel wurde Suzanne Clément auf dem Festival von Cannes in der Sektion Un Certain Regard 2012 als beste Darstellerin prämiert.

    Am Thema Transsexualität kann Dolan besonders eindringlich den ewigen Konflikt zwischen Selbstverwirklichung und Liebe erörtern. Laurence geht seinen Weg, aber Fred vermisst den Mann in ihm, den sie begehrte. Der Film lotet den emotionalen Spagat, in dem sich sowohl Laurence, als auch Fred jahrelang befinden, gründlich und bewegend aus, ohne eine Lösung anzubieten.

    Stilistisch fährt Dolan eine wilde Mischung kreativer Mittel auf, die das Gefühlschaos der Protagonisten ausdrücken, kommentieren, oder der Einzigartigkeit des Moments huldigen. Enge Bildausschnitte und wackelige Kamerabewegungen erschweren oft die Orientierung. Dolans Ideenreichtum und Talent zur kraftvollen Inszenierung beeindrucken, aber mancher Einfall wirkt auch nur prätentiös. Vor allem aber dreht er so lange weiter, bis sich die interessanten Aspekte ins Gegenteil verkehren, die Realitätsnähe sich in alltäglichen Gedankenspielen verfängt.

    Fazit: Xavier Dolans stilistisch eigenwilliges Drama "Laurence Anyways" erkundet das Beziehungsproblem eines Transsexuellen intensiv, gerät aber viel zu lang.
  • Kanadas Wunderkind Xavier Dolan setzt sich in seinem dritten Film mit dem heiklen Thema Transsexualität auseinander und liefert ein Meisterwerk ab.

    Mit seinem Regiedebüt “I Killed My Mother” ließ Xavier Dolan als 20Jähriger 2009 die Filmwelt aufhorchen. Mit seinem zweiten Film “Herzensbrecher” bewies er, dass sein Erfolg kein Zufallstreffer war und mit “Laurence Anyways” hat er sich endgültig in die internationale Oberliga katapultiert. Nach den gemischten Gefühlen zwischen Mutter und Sohn folgte ein unmögliches Liebesgeschichte. Jetzt erzählt er von der unmögliche Beziehung zwischen einer scheinbaren Nonkonformistin und einem Mann, der nicht mehr im falschen Körper leben will. Das Transsexuellen-Drama will Dolan aber nicht autobiografisch verstanden wissen, auch wenn er als Kind gerne mal die Kleider seiner Mutter anzog. Er geht das heikle Thema offensiv an, entwirft eine komplexe Liebe, wie es sie eigentlich nur im Kino, Büchern und der Kunst gibt.

    Die hübsche Fred und Laurence gelten als das ideale Paar Mitte Dreißig. Nach Jahren einer glücklichen Verbindung beichtet Laurence seiner Freundin, lieber eine Frau zu sein. Nach dem ersten Schock entscheidet sie sich, mit ihm zusammen zu bleiben. Denn er ist nicht schwul, liebt und begehrt sie. Die Entscheidung zieht eine emotionale Odyssee nach sich. Gemeinsam versuchen sie, gegen Unverständnis und Stigmatisierung zu kämpfen, gegen Vorurteile von Freunden und Familie, gegen Identitätskonflikte und eigene Zweifel. Auch wenn die Beziehung scheitert, Laurence bei exzentrischen Außenseitern eine Ersatzfamilie findet und Fred einen anderen heiratet, kommen sie nicht voneinander los.

    Xavier Dolans meisterliches und von Poesie durchdrungenes Gender-Drama angesiedelt im hedonistischen Montreal der 1990er Jahre fasziniert durch Bildopulenz und einen tollen Retro-Look, innovative Schnittfolge und vor allem durch einen großartigen Soundtrack, der Duran Duran mit Brahms und Depeche Mode mit Celine Dion mischt. Die zwei superben Hauptdarsteller Melvil Poupaud und Suzanne Clément lassen in ihrem kompromisslosen Spiel ahnen, welche innerlichen Achterbahnen das Paar durchlebt, an welchen gesellschaftlichen Mauern und Intoleranz sie sich die Köpfe blutig schlagen. Nathalie Baye als Mutter, die einen Sohn verloren, aber eine Tochter gewonnen hat, verleiht dem Film zusätzliche Tiefe. Nach dieser wuchtigen und etwas anderen Love-Story darf man auf Dolans nächsten Film über die Generation der Babyboomer gespannt sein. mk.

Darsteller und Crew

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