Lauf Junge lauf (2013)

Lauf Junge lauf Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (5)
  1. Ø 3.6
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Lauf Junge lauf: Verfilmung des gleichnamigen Romans von Uri Orlev um den Überlebenskampf eines aus dem Warschauer Ghetto geflüchteten jüdischen Jungen.

1942 gelingt dem neunjährigen Srulik die Flucht aus dem Warschauer Ghetto, in den Wäldern lernt er Überlebenstechniken, findet bei Schnee und Eis Unterschlupf bei einer Bäuerin, die dem jüdischen Jungen beibringt, sich als katholischer Waisenjunge Jurek mit Kreuz um den Hals und “Gelobt sei Jesus Christus” auf den Lippen durchzuschlagen. Auf seiner Odyssee trifft er hilfsbereite Menschen, aber auch solche, die ihn für ein Kopfgeld an die Deutschen verraten. Als er nach Ende des Krieges ein neues Zuhause bei einer katholischen Familie findet, glaubt er sich am Ziel seiner Wünsche.

Ein jüdischer Neunjähriger flüchtet aus dem Warschauer Ghetto und muss seine Herkunft verleugnen, um zu überleben. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Uri Orlev erzählt ein Kinderschicksal mit großer Menschlichkeit.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(5)
5
 
2 Stimmen
4
 
1 Stimme
3
 
1 Stimme
2
 
0 Stimmen
1
 
1 Stimme
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
1 Stimme
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Das bewegende Drama "Lauf Junge lauf" basiert auf dem gleichnamigen Jugendroman von Uri Orlev. Es erzählt die Lebensgeschichte von Yoram Fridman, der am Ende des Films als 80-jähriger Mann selbst vor die Kamera tritt. Regisseur Pepe Danquart ("Am Limit", "Höllentour") inszeniert die Geschichte dieser unglaublichen dreijährigen Odyssee eines Kindes gleichermaßen spannend und emotional glaubwürdig. Die beiden Zwillinge, die den Hauptcharakter spielen, beweisen eine hohe natürliche Ausdruckskraft, die weitgehend ohne Worte auskommt.

    Wenn ein jüdisches Kind wie Srulik den deutschen Soldaten in die Hände fällt, wird es erschossen. Bauern, die den Jungen bei sich aufnehmen, riskieren ihr Leben. Viele vertreiben ihn lieber gleich vom Hof, oder würden ihn gar gegen eine Belohnung an die Deutschen ausliefern. Deshalb schärft Magda, Sruliks Anlaufstelle in höchster Not, dem Jungen ein, sich als Jurek eine katholische Vita zuzulegen und immer schön das Kreuz zu schlagen. Jurek betet aber nicht nur, weil ihm das Türen öffnet: Er hat Magda als Ersatzmutter ins Herz geschlossen und folgt ihrem Beispiel, beim christlichen Gott Trost zu suchen. So wird die neue Religion ein besonders eindringliches Beispiel dafür, wie sich der Junge nach Zugehörigkeit und Orientierung sehnt. Jurek findet zeitweilig sogar Anschluss an Familien: Vielleicht glauben sie wirklich, dass er ein katholischer Waise ist, später aber ist es ihnen dann auch im Grunde egal.

    Der Film ist hervorragend konstruiert mit seinem Wechsel zwischen handlungsintensiven und langsameren, emotionalen Passagen. Jureks Odyssee ist ein Auf und Ab von Verzweiflung und Mut, Not und Hoffnung, eine existenzielle Gratwanderung. Die Naturlandschaften, die Jureks Refugium bilden, fängt die Kamera im Wechsel der Jahreszeiten mit stimmungsvollen, friedlichen Bildern ein. Gerade weil sie im Gegensatz zur tödlichen Gefahr stehen, die über den Siedlungen liegt, spiegeln sie Jureks tiefe Traurigkeit. Danquarts Film ist so einzigartig, weil er von dieser Not so realistisch und stets am Überleben, an der Hoffnung orientiert erzählt.

    Fazit: Pepe Danquarts meisterhaftes Drama "Lauf Junge lauf" erzählt die wahre Geschichte eines jüdischen Flüchtlingskindes im Polen des Zweiten Weltkriegs emotional bewegend und mit atemberaubender Spannung.
  • Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt Oscar-Preisträger Pepe Danquart von einem Jungen und seinem Überlebensinstinkt während des Zweiten Weltkrieges.

    Es ist die wahre Geschichte von Yoram Fridman, die Pepe Danquart nach dem gleichnamigen Romanbestseller von Uri Orlev verfilmte. Eine Geschichte, die sich wie ein Märchen anhört und doch bittere, am Ende auch hoffnungsvolle Wirklichkeit war. Dem neunjährigen Srulik (fulminant dargestellt von den Zwillingen Andrzej und Kamil Tkacz) gelingt 1942 die Flucht aus dem Warschauer Ghetto. In den schwer zugänglichen Wäldern lernt er das Überleben, findet im strengen Winter Unterschlupf bei der Bäuerin Magda, deren Mann und Söhne bei den Partisanen kämpfen. Sie bringt dem jüdischen Jungen bei, seine Religion und damit auch seine Identität zu verleugnen und sich als katholischer Waisenjunge Jurek mit Kreuz um den Hals durchzuschlagen. Drei Jahre dauert die Odyssee, während der er Helfer trifft, aber auch Polen, die ihn an die Deutschen verraten, um Kopfgeld zu kassieren, einen SS-Mann, der ihn wohl wegen seines Mutes nicht weiter verfolgt, sondern auf einem Bauernhof arbeiten lässt, wo er nach einem Unfall seinen Arm verliert, auch weil der Arzt im Krankenhaus sich weigert, einen Juden zu behandeln. Als er bei einer polnischen katholischen Familie ein neues, liebevolles Zuhause findet, glaubt er, am Ziel seiner Wünsche angekommen zu sein.

    Danquart, der sich gegen große Konkurrenz beim Run auf die Rechte durchsetzte, verzichtet auf zusätzliche dramaturgische Sperenzchen, er hält sich an den vorgegebenen Handlungsrahmen, der auch so spannend und bewegend genug ist. Ruhige Sequenzen im Wald wechseln mit verstörenden Actionszenen, Handkamera-Einstellungen mit Stativaufnahmen bei Totalen. Im Zentrum des Geschehens steht der Identitätskonflikt, den der Junge im harten Alltag verdrängt, wenn er christliche Gebete plappert oder seine Herkunft neu erfindet und dabei scheinbar die eindringlichen Worte seines Vaters vergisst: “Du musst es schaffen. Aber du darfst nie, niemals in deinem Leben vergessen, dass du ein Jude bist”. Ohne Pessimismus und Schönfärberei, aber mit großer erzählerischer Kraft und tiefer emotionaler Grundierung, zeichnet dieses erschütternde wie lebensbejahende Drama ein Kinderschicksal in einer unmenschlichen Zeit, weckt Gefühle, ohne in Gefühligkeit abzudriften. Yoram Fridman hat einen anrührenden Auftritt in einer kleinen dokumentarischen Sequenz im Abspann. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Oscars: 15 deutsche Filme bewerben sich um den Auslands-Oscar 2015

    Zur 87. Oscar-Verleihung haben sich gleich 15 deutsche Produktion für den "Besten nicht englischsprachigen Film" beworben. Dazu gehört auch "Stereo" mit Jürgen Vogel.

  • Das sind die deutschen Oscar-Hoffnungen

    Es hat was von einer Casting-Show: 15 Kandidaten - und ein Sieger. Der wird dann ins heiße Rennen um den Award geschickt. Hier kommen die Bewerber ...

  • Regisseur Pepe Danquart verfilmt "Lauf Junge lauf"

    Regisseur Pepe Danquart (“Höllentour”, “Am Limit”) verfilmt als nächstes das Drama “Lauf Junge lauf” nach einer gleichnamigen Romanvorlage von Uri Orlev. Der Film erzählt die wahre Geschichte des jüdischen Jungen namens Jurek, dem mit neun Jahren die Flucht aus dem Warschauer Ghetto gelingt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges muss er auf sich allein gestellt durch die Wälder schlagen. Er lernt, auf Bäumen zu...

Kommentare